Silberblatt, Lunaria annua - Pflege des Silbertalers

Silberblatt-BlüteDer Silbertaler ist eine schöne Blühpflanze. Vor allem die Sorten mit panaschiertem Laub und weißen Blüten sehen sehr gut aus. Die Pflanzen haben aber deutlich mehr zu bieten. Ihre Schoten, die aussehen wie Pergament, bleiben den gesamten Herbst und Winter an den Pflanzen erhalten und sind ein toller Schmuck im ansonsten recht kargen Garten. Die Pflege dieser Blühpflanzen ist einfach, wenn Standort und Substrat stimmen. Außerdem muss reichlich gegossen werden. Viel mehr gibt es nicht zu tun. Mehr wissenswertes lesen Sie in unserem Text.

Kurzer Steckbrief  - Silberblatt:
  • Kreuzblütengewächs
  • Wird auch als Silbertaler, Judaspfennig oder Mondviole bezeichnet
  • Lunaria bedeutet Mondpflanze
  • Bezeichnung auf Grund der rundlichen, silbrig schimmernden Zwischenwände der Schötchenfrüchte
  • Nachtduftende Pflanze – Nachtfalterpflanze
  • Stammt aus dem mediterranen Südeuropa
  • Je nach Art ein-, zweijährig oder ausdauernde Pflanzen
  • Wuchshöhe 40 bis 70 cm, manchmal bis 100 cm
  • Recht große weiße oder violette Blüten
  • Große Schötchen mit wenigen Samen
  • Es gibt drei Arten:
  • Einjähriges Silberblatt (Lunaria annua L.) – Schoten eiförmig bis rund
  • Ausdauerndes Silberblatt (Lunaria rediviva L.) – Schoten lanzettenförmig
  • Lunaria telekiana Jáv.
  • Blütezeit April bis Juni
  • Neigt zum Verwildern

Die Pflege des Silberblatts

Die Pflege des Silbertalers ist unkompliziert. Im ersten Standjahr bilden sich die Blattrosette und die kräftige Wurzel, im zweiten Jahr blühen die Pflanzen dann. Während dieser Zeit sind vor allem Gießen und Düngen wichtig. Die Überwinterung ist kein Problem. Geschnitten werden muss auch nicht weiter. Wichtig ist ein entsprechender, nicht zu sonniger Standort, möglichst unter Bäumen oder Hochstämmen. Auch das Pflanzsubstrat ist von Bedeutung. Es darf keinesfalls zu trocken, aber auch nicht dauerhaft nass sein. Vermehren kann man das Silberblatt ganz einfach durch Aussaat. Oft sät es sich auch selbst aus, dann muss man eher aufpassen, dass es nicht zu wuchern beginnt. Krankheiten sind ausgesprochen selten, dagegen treten hin und wieder Schädlinge, vor allem Raupen auf.

Standort

Silberblatt im GartenIn ihrer natürlichen Umgebung, in Laubwäldern oder auch Schluchten, bevorzugt das Silberblatt Feuchte. Eine hohe Luftfeuchte ist ideal, weshalb man die Pflanze vorwiegend in der Nähe von Bachläufen oder Wasserfällen findet. Auch im Garten sind ähnliche Bedingungen günstig. Auf alle Fälle sollte der Silbertaler nicht in der prallen Sonne stehen.
  • Anspruchslos
  • Bevorzugt Halbschatten
  • Nach Möglichkeit keine knallige Mittagssonne.
  • Morgen- und Abendsonne werden vertragen.
  • Ideal ist eine hohe Luftfeuchtigkeit

Pflanzsubstrat

Das Silberblatt kommt gut mit mageren Böden klar, gedeiht aber besser, wenn dem Boden Kompost untergemischt wurde. Auch sind dann die Stängel höher und stärker und die Fruchtstände größer. Ansonsten kommen die Pflanzen mit fast jedem Boden klar.
  • Wächst in jedem Gartenboden
  • Feucht aber wasserdurchlässig
  • Eher nährstoffreich
  • pH-Wert von neutral bis leicht kalkhaltig
  • Kommt auch mit recht kargen Böden klar.

Pflanzen

Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Jungpflanzen sollten nicht vor den Eisheiligen ausgepflanzt werden. Wichtig ist ein ausreichender Pflanzabstand. Auch sollte der Boden gleich bei der Pflanzung aufbereitet werden. Kompost und Hornspäne sind eine gute Ausgangsbasis.
  • Beim Pflanzen etwas Kompost einarbeiten
  • Dient der Nährstoffversorgung und dem Wasserspeichervermögen
  • Bevorzugt unter Sträucher oder Hochstämme pflanzen
  • Wuchshöhe beachten, die


    kann bis zu einem Meter sein
  • Pflanzabstand etwa 40 cm
  • Zu schwere Böden mit Sand auflockern
  • Boden mulchen, damit sich die Feuchtigkeit etwas länger hält

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf ist recht hoch. Der Boden darf nicht austrocknen. Hier zeigt sich, dass ein wasserspeichernder Boden gut geeignet ist. Dann muss nicht so viel gegossen werden. Auch Mulchen hat sich bewährt. So bleibt die Erde länger feucht, trocknet nicht so schnell aus.
  • Regelmäßig gießen.
  • Boden nicht austrocknen lassen.
  • Lieber zu viel, als zu wenig Wasser, aber keine stehende Nässe.
  • Ausreichend Nährstoffe sind wichtig.
  • Im Frühjahr ist vor allem Stickstoff entscheidend für das Wachstum.
  • Günstig ist, Anfang der Wachstumssaison Langzeitdünger zu verabreichen.
  • Hornmehl und Hornspäne können gleich bei der Pflanzung mit in den Boden eingearbeitet werden.
  • Sie eignen sich auch zum Nachdüngen im Sommer.

Schneiden

Silberblatt-BlätterMan muss das Silberblatt nicht schneiden, sollte es aber tun, wenn man nicht möchte, dass es sich stark ausbreitet. Das bedeutet aber wiederum, dass die dekorativen Taler abgeschnitten werden, denn sie enthalten die Samen. Silbertaler säen sich selbst aus und wenn sie einen guten Platz gefunden haben, breiten sie sich stark aus.
  • Muss nicht geschnitten werden
  • Um Selbstaussaat zu verhindern, Samenkapseln abschneiden
  • Das Silberblatt stirbt im Spätherbst und Winter oberirdisch fast vollständig ab.
  • Es wird im Frühjahr bodennah abgeschnitten

  Wenn die abgeschnittenen Silbertalerstängel nicht für Trockensträuße oder –gestecke genutzt werden, sollten sie auf keinen Fall auf dem Kompost entsorgt werden. So verbreiten sich die Samen im ganzen Garten und treiben überall aus. Damit hat man dann jede Menge Arbeit.

Überwintern

Das Silberblatt ist nicht nur winterhart, seine Samenschoten zieren den gesamten Winter den Garten. Besonders mit Raureif überzogen sehen sie sehr attraktiv aus. Die einjährigen Pflanzen verwelken und vergehen nach der Blüte. Man kann sie den Winter über als Zierde stehen lassen. Im Frühjahr haben sie dann ausgedient.
  • Vollständig winterhart
  • Überwinterung kein Problem.

Vermehren

Das Silberblatt lässt sich sehr gut durch Aussaat vermehren. Wenn man nicht aufpasst, tut das die Pflanze auch allein und dann oft in Massen. Samen kann man kaufen oder auch selbst ernten. Die Taler werden abgeschnitten,  bevor sie sich öffnen und die Samen in Freiheit entlassen. Allerdings können Silbertaler auch durch Teilung vermehrt werden.

Anzucht
  • Silberblatt-SamenSamen sind einige Jahre haltbar.
  • Kaltkeimer, deshalb Aussaat im Herbst
  • Der beste Zeitpunkt ist im Oktober
  • Samen etwa 3 cm tief aussähen – Normalkeimer
  • Auf ausreichend

    Abstand achten, mindestens 5 cm
  • Anzucht- oder Kakteenerde verwenden
  • Saatgefäß mit Folie bedecken, das sichert eine gute Luftfeuchtigkeit
  • Temperaturen zwischen 10 und 12 °C
  • Keimung schon nach wenigen Tagen
  • Sehr viel Licht nötig
  • Pikieren
  • Nach den Eisheiligen auspflanzen
  • Anzucht gelingt auch im Freien

  Samen für 2 bis 4 Wochen feucht und warm (15 bis 20°C) halten. Danach für 4 bis 6 Wochen zwischen –4 und +4°C kultivieren. Bei Aussaat in Saatschalen sollten diese danach noch einige Wochen bei +5 bis +10°C aufgestellt werden. Im Freiland passen die Bedingungen in der Regel, ohne dass man eingreifen muss.

Teilung
  • Pflanze besitzt starkes Rhizom.
  • Auch dieses sorgt für

    Ausbreitung, mitunter recht stark.
  • Man kann diese Triebe einfach abtrennen und an anderer Stelle wieder einpflanzen.
  • Da es sich um eine vegetative Vermehrung handelt, sind die neuen Pflanzen identisch mit der Mutterpflanze.

Krankheiten und Schädlinge

Das Silberblatt ist robust und gesund. Krankheiten treten nur äußerst selten auf. Dagegen kommen Schädlinge schon mal vor.
  • Aurorafalter und Tagfalter – die Raupen fressen die Pflanze kahl
  • Ansonsten sind keine typischen Krankheiten und Schädlinge bekannt

Häufig gestellte Fragen

Ist das Silberblatt giftig?
Besonders bei Katzenhaltern ist das Silberblatt als Giftpflanze bekannt. Es handelt sich dabei aber um Senecio biscolor (seit neuestem Jacobaea maritima), das ebenfalls als Silberblatt bekannt ist, weil es wirklich silbernes Laub hat. Dabei handelt es sich um das Weißfilzige Greiskraut.  Mit der hier vorgestellten Pflanze hat das aber nichts zu tun. Die ist ungiftig.

Wie werden die Silberblattstängel getrocknet?
Das geht ganz einfach. Die Stängel werden so lang wie möglich abgeschnitten und zu kleinen Bündeln zusammengebunden. Dann werden sie über Kopf zum Trocknen aufgehangen. Der Ort sollte hell, aber nicht sonnig, trocken und luftig sein. Mehr ist nicht zu beachten.