Sommerjasmin, Jasmin, Solanum jasminoides - Pflege & Schneiden

SommerjasminDie üppigen schneeweißen Blütendolden dieses Nachtschattengewächses waren einer der ausschlaggebenden Gründe dafür, dass diese Pflanze den falschen Jasmin-Sorten zugeordnet wurde. Als Sommerjasmin wird allerdings häufig auch fälschlicherweise der Pfeifenstrauch im Volksmund bezeichnet. Solanum jasminoides ist ein faszinierendes und schnell wachsendes Ziergewächs, welches durch seine hängenden Triebe als Rank- oder Hängepflanze kultiviert werden kann. Seit den 90er Jahren des vergangenen Jahrhunderts ist die brasilianische Pflanze immer häufiger auf heimischen Terrassen und Balkonen anzutreffen. Um das tropische Gewächs in seiner vollen Blüte zu erleben, müssen Sie jedoch einiges in Sachen Pflege berücksichtigen.

Kurzer Steckbrief
  • Sommerjasmin gehört ebenso wenig wie der Bauernjasmin zu den echten Jasmin Sorten.
  • Solanum jasminoides ist ein Nachtschattengewächs und mit den Speisekartoffeln verwandt.
  • Die aus Brasilien stammende Pflanze kann eine Länge von etwa 10 Metern erreichen.
  • Wie der Pfeifenstrauch - auch als Bauernjasmin bekannt - bildet das Gewächs dem Jasmin ähnelnde reinweiße Blüten aus.
  • Wird als jasminblütiger Nachtschatten oder auch als Kartoffelbaum bezeichnet.
  • Die sternenförmigen Blüten des tropischen Blütenstrauchs sind geruchlos.
  • Alle Teile der Pflanze sind giftig und nicht für den Verzehr geeignet.
  • Die Blütezeit beginnt ungefähr Ende April und endet Anfang Oktober.

Standort und Boden

Solanum jasminoides benötigt zur vollen Ausbildung seiner üppigen Blütenpracht einen sonnigen Standort. Doch auch im hellen Halbschatten fühlt sich der "Kartoffelbaum" wohl. Wenn Sie die Pflanze auf dem Balkon oder der Terrasse kultivieren, wählen Sie einen warmen, windgeschützten Platz für sie aus. Eine Haus- oder Garagenwand ist beispielsweise ideal für das Gewächs, da Sie dort gleichzeitig stützende Hilfen für die rankenden Triebe anbringen können.

An das Substrat werden keine besonderen Ansprüche gestellt. Der robuste Sommerjasmin kommt problemlos mit herkömmlicher Blumenerde zurecht. Mischen Sie vor der Pflanzung Humus unter das Substrat, um die Nährstoffversorgung in den ersten Wochen zu gewährleisten. Sofern Sie sich die Arbeit machen möchten und das Nachtschattengewächs den Sommer über ins Freiland umsetzen, werten Sie trockene und verdichtete Böden mit Lehm und feinen Kieselsteinen auf.

Düngen und Gießen

Der reich blühende, "falsche" Jasmin verbraucht in der Hauptvegetationszeit große Mengen an Nährstoffen. Bei Kübelpflanzen ist das Angebot dieser Mineralstoffe im Substrat jedoch nur in sehr begrenzten Mengen vorhanden. Düngen Sie deswegen von März bis September regelmäßig mit einem speziellen Flüssigdünger für Blühpflanzen. Dieser wird über das Gießwasser verabreicht, was eine gleichmäßige Verteilung gewährleistet. Um keine Einschränkungen in der Blüte zu erleben und um Solanum jasminoides nicht unnötig zu schwächen, muss die Pflanze täglich gegossen werden.
  • Greifen Sie beim Gießen auf Regenwasser zurück.
  • An heißen Sommertagen am frühen Morgen oder Spätnachmittag gießen.
  • Das Substrat darf nicht austrocknen, bei Bedarf mehrmals täglich nachgießen.
  • Im Winterquartier nur mäßig mit Wasser versorgen.
  • Staunässe unbedingt vermeiden, eine Drainage hat sich hierbei als überaus hilfreich erwiesen.

Pflanzen

Wenn Sie den Sommerjasmin umtopfen oder die jungen Keimlinge in ein größeres Pflanzgefäß umsetzen, sollten Sie auf einen stabilen Kübel aus Kunststoff zurückgreifen. Das rankende Gewächs benötigt eine Stützhilfe, welche Sie beispielsweise in Form von Rankgittern oder -Stäben anbringen können. Doch auch als Ampelpflanze bietet das im Sommer blühende Gewächs ein farbenprächtiges Bild.
  • Lösen Sie so gut wie möglich das alte Erdreich vom Wurzelwerk.
  • Eine Drainage aus porösem Material am Gefäßboden anlegen.
  • Darüber eine dünne Schicht Erde geben, damit die Wurzeln keinen direkten Kontakt zur Drainage haben.
  • Sofern vorhanden, vermischen Sie normale Blumenerde mit Humus.
  • Das Nachtschattengewächs bis zum Wurzelhals in das Pflanzgefäß einsetzen und dieses mit dem aufbereiteten Substrat auffüllen.
  • Drücken Sie die Erde behutsam fest und füllen Sie auch entstehende Hohlräume mit Substrat auf.
  • Fest angießen, um der Pflanze die Akklimatisierung zu erleichtern.
  • Fixieren Sie längere Triebe mit einer Schnur aus Naturfaser an den Rankhilfen.
Solanum jasminoides als Ampelpflanze benötigt eine stabile Aufhängung. Nicht nur aufgrund der Größe, sondern auch wegen der vollen Blütenpracht, kann das brasilianische Ziergewächs ein stattliches Gewicht erreichen. Sehr gut zur Geltung kommt die Pflanze beispielsweise auf einer nach Süden gerichteten Terrasse in Kombination mit anderen weiß blühenden Pflanzensorten, wie etwa dem Pfeifenstrauch, der auch unter dem Begriff "Duftjasmin" im Fachhandel erhältlich ist.

Umtopfen

Ein Wechsel des Pflanzkübels wird nur bei Bedarf vorgenommen. Wenn allerdings die Wurzeln des "Kartoffelbaums" sichtbar das Gefäß ausfüllen, sollten Sie die Pflanze umtopfen. Empfehlenswert für diesen Schritt ist das zeitige Frühjahr. Genau dann, wenn der Sommerjasmin sein schützendes Winterquartier verlässt und noch nicht vollständig mit der Ausbildung neuer Triebe und Blätter begonnen hat. Das neue Pflanzgefäß sollte etwa 3 bis 4 Zentimeter größer sein als das bisher verwendete. Legen Sie auch hier eine Drainageschicht an, um Staunässe zu vermeiden. Ein Rückschnitt des Wurzelballens ist nicht erforderlich.

Vermehren

Kletterpflanze SommerjasminDer Blütenstrauch kann bequem durch Stecklinge vermehrt werden. Solanum jasminoides bevorzugt warme Temperaturen, weswegen Sie das Anwurzeln der Triebe auf der heimischen Fensterbank vornehmen sollten. Nicht immer klappt die Vermehrung durch Stecklinge zuverlässig, weswegen Sie immer mehrere Triebe gleichzeitig anwurzeln lassen sollten.
  • Die Vermehrung wird im zeitigen Frühjahr vorgenommen.
  • Wählen Sie einige halb verholzte Triebspitzen aus, welche Sie in einer Länge von etwa 15 - 20 Zentimeter abschneiden.
  • Entfernen Sie alle Blätter vom unteren Bereich des Stecklings, in der Regel genügt es, wenn etwa 3 bis 4 Blattpaare am Trieb verbleiben.
  • Triebe ohne Wurzeln sind nicht in der Lage, Nährstoffe aufzunehmen. Verwenden Sie deswegen nährstoffarmes Substrat.
  • Stecken Sie die Stecklinge einige Zentimeter tief in das vorbereitete, flache Pflanzgefäß.
  • Halten Sie einen Mindestabstand von etwa 10 Zentimetern zwischen den einzelnen Stecklingen ein.
  • Das Erdreich feucht halten und regelmäßig mit einem Wasserzerstäuber besprühen.
  • Meiden Sie direktes Sonnenlicht und Heizkörper.
  • Sobald sich neue Blätter bilden, war die unterirdische Bildung des Wurzelwerks erfolgreich.
Gönnen Sie den Stecklingen noch einige Tage im Anzuchtgefäß, ehe Sie die jungen Pflanzen wie gewohnt kultivieren. Auch wenn Sommerjasmin einen hellen bis sonnigen Standort benötigt, sollten Sie die frisch angewurzelten Gewächse erst langsam an das direkte Sonnenlicht gewöhnen. Das geschieht beispielsweise dadurch, dass Sie die Pflanze in den heißen Mittagsstunden durch einen Sonnenschirm schützen oder aber in dieser Zeit das Gewächs an einen dunkleren Ort kurzzeitig umsetzen. Das brasilianische Nachtschattengewächs könnte sonst Verbrennungen an Blättern und Trieben erleiden, welche sich nicht regenerieren.
{infobox type=check|content=Im Fachhandel ist ein spezielles Bewurzelungspulver erhältlich. Mit diesem Mittel beschleunigen Sie die Bildung der Wurzeln. Sofern vorhanden, benetzen Sie die untere Kontaktstelle der Stecklinge mit diesem Pulver.}

Schneiden

Die robuste Pflanze mit den geruchslosen Blüten stellt keine speziellen Anforderungen an den richtigen Schnitt. Bei dieser Aktion anfallendes Schnittgut können Sie gleichzeitig zur Vermehrung der brasilianischen Zierpflanze verwenden.
  • Entfernen Sie welke Blüten rechtzeitig, denn das regt den Strauch zur Bildung neuer Blütenstände an.
  • Kranke und tote Triebe können Sie auch in der Hauptvegetationszeit stammnah schneiden.
  • Bevor der tropische Sommerjasmin ins Winterquartier umsiedelt, die Pflanze etwa um ein Drittel einkürzen.
  • Im Winter steil und schnell nach oben wuchernde Triebe zurückschneiden.

Überwintern

Der Kartoffelbaum ist keine Pflanze nur für ein Jahr. Wenn Sie das wärmeliebende Gewächs rechtzeitig vor dem ersten Frosteinbruch umsiedeln, können Sie jahrelang Freude an dem üppig blühenden Blütenstrauch haben. Schützen Sie den Sommerjasmin vor Temperaturen unter -2°C.
  • Ab Ende September die Pflanzen ins Winterquartier umsetzen.
  • Die Temperaturen in abgedunkelten Räumen sollten zwischen 5 und 12°C betragen.
  • Bei Überwinterung im Haus die Nähe von Heizkörpern meiden.
  • Nur mäßig gießen und die Düngerversorgung einstellen.
  • Ab Anfang März die Pflanze langsam an das direkte Sonnenlicht im Garten gewöhnen.
Sollte der Sommerjasmin im Winter zu wenig Sonnenlicht abbekommen, verliert die Pflanze einen Großteil ihres Laubs. Gegenmaßnahmen müssen Sie hier nicht ergreifen, denn im warmen Frühjahr bilden sich neue Blätter und Triebe.
{infobox type=check|content=Ältere Gewächse vertragen häufig kurzzeitige Frosteinbrüche. Um Schäden zu vermeiden, sollten Sie jedoch nicht selbst diesen Versuch mit Ihrer Pflanze wagen.}

Schädlinge und Krankheiten

Blattläuse

Diese Schädlinge sind wenig wählerisch bei der Auswahl ihrer Wirtspflanzen. Häufig werden die nur wenig Millimeter großen Insekten erst dann entdeckt, wenn bereits sichtbare Schäden an den Trieben und Blättern des Sommerjasmins aufgetreten sind.
  • Blätter mit Seifenlauge absprühen, den Vorgang mehrmals wiederholen.
  • Einen verdünnten Sud aus Brennnesseln direkt über der Pflanze ausbringen.
  • Natürliche Fressfeinde reduzieren die Läusepopulation enorm.
Spinnmilben

Bei trockener Heizungsluft fühlen sich die kleinen Spinnentiere besonders wohl und befallen mit Vorliebe geschwächte Zimmer- und Zierpflanzen. Wie auch Blattläuse entziehen Spinnmilben dem betroffenen Jasmin seinen wertvollen Zellsaft. Durch das Saugen und Stechen entstehen Verfärbungen an den Blättern der Pflanze, welche zuerst silbern glänzen und dann in ein dunkelbraun überwechseln. Junge Gewächse können bei einem Spinnmilbenbefall enormen Schaden erleiden. Sorgen Sie für eine erhöhte Luftfeuchtigkeit und besprühen Sie die komplette Pflanze mit Seifenlauge.

Falscher Mehltau

Ein nasskaltes Wetter ist die ideale Zeit für die Sporen des "Falschen Mehltaus". Der Pilz dringt in das Innere der Pflanzen ein, von außen ist auf der Unterseite der Blätter ein mehlig-grauer Belag zu erkennen. Entfernen Sie konsequent alle befallenen Pflanzenteile und entsorgen Sie diese auf dem Kompost. Zeitgleich sollten Sie eine Ackerschachtelhalmbrühe ausbringen, um das Fortschreiten des Befalls einzudämmen.

Verwechslung der Sorten

Der Pfeifenstrauch, umgangssprachlich auch als Duftjasmin oder Bauernjasmin bekannt, gilt als einer der bekanntesten Sorten des "Falschen Jasmins". Irrtümlicherweise sind einige Arten von Duftjasmin auch als "Sommerjasmin" in Fachmärkten erhältlich. Aufgrund der üppig weißen Blüten werden Duftjasmin und Sommerjasmin auch häufig miteinander verwechselt. Um sicherzugehen, welche Pflanzensorte Sie genau erwerben, sollten Sie deswegen immer auf den lateinischen Namen achten. Bauernjasmin besitzt die botanische Bezeichnung "Philadelphus coronarius", Sommerjasmin hingegen ist unter dem Namen "Solanum jasminoides" anzutreffen. Wenn Sie sich nicht sicher sind, riechen Sie einfach an den Blüten der Pflanze: Duftjasmin bzw. Bauernjasmin trägt seinen Namen nicht ohne Grund, wohingegen die Blüten des Sommerjasmins geruchslos sind.

Häufig gestellte Fragen

Das Laub der Pflanze wird fahl, obwohl keine sichtbaren Schädlinge vorhanden sind. Was könnte der Grund dafür sein?
Eine Nährstoffunterversorgung bzw. -Überversorgung ruft häufig eine Verfärbung der Blätter hervor. Fehlen Mineralstoffe, sollten Sie den Sommerjasmin umtopfen und mit humusreichem Substrat versorgen. Bei einer Überdosierung das Düngen für mehrere Wochen einstellen.

Kann der Sommerjasmin an einem windgeschützten Standort auf der Terrasse überwintern?
Das aus Brasilien stammende Ziergewächs gilt als äußerst tolerant, in Bezug auf Temperaturschwankungen. Die Pflanze zählt zu der Sorte von Exoten, welche im Spätherbst mit am längsten unbeschadet im Freiland verweilen können. Besonders in winterharten Regionen sollten Sie den Sommerjasmin jedoch ins Winterquartier umsetzen, sobald die ersten Nachtfröste drohen.