Sommermagnolie, Magnolia sieboldii - Pflege

sommermagnolieAus zahlreichen Knospen entwickeln sich erst im Frühsommer über viele Wochen hinweg immer wieder die formschönen, seidig-eleganten Blüten der Sommermagnolie, die zudem einen sehr angenehmen Duft im Garten verbreiten. Meist zeigen sich die schalenförmigen Blüten in einem reinen Weiß mit auffällig scharlachroten Staubgefäßen. Bis in den Herbst hinein besticht sie mit ihren leuchtend roten Fruchtständen. Die Sommermagnolie wächst sehr langsam und leicht überhängend, deshalb ist sie das perfekte Gehölz für kleinere Gärten.

Kurzer Steckbrief
  • botanischer Name: Magnolia sieboldii
  • andere Namen: Siebold-Magnolie, Siebolds Magnolie
  • gehört zur Gattung der Magnolien
  • Verwendung: Ziergehölz
  • Wuchshöhe: 2 bis 3 Meter
  • Blütezeit: Juni bis August
  • Blütenfarbe: meist weiß mit auffällig roten Staubgefäßen (7-10 cm groß)
  • Früchte: rote kolbenförmige Früchte ab September
  • Laub abwerfend

Standort

Gönnen Sie Ihrer Sommermagnolie (Magnolia sieboldii) in Ihrem Garten einen Logenplatz, denn so kommt sie am besten zur Geltung. Die in Ostasien beheimatete Magnolie hat einen leicht trichterförmigen Wuchs mit breit ausladender Krone. Bei uns erreicht das zarte Ziergehölz in der Regel eine Wuchshöhe von maximal drei Metern mit ebensolcher Breite. Eine Siebolds Magnolie bevorzugt einen vollsonnigen und geschützten Platz im Garten oder auf der Terrasse, gedeiht aber auch in hellem Halbschatten problemlos.
  • Lichtbedarf: vollsonnig bis halbschattig
  • Boden: humos und nährstoffreich, gut durchlässig für Wasser
  • pH-Wert: leicht sauer bis sauer
  • am besten in Einzelstellung pflanzen
  • windgeschützt

Pflanzen

Ist der richtige Standort für die Siebolds Magnolie gefunden, kann es ans Einpflanzen gehen. Die Sommermagnolie ist meist als Topfpflanze oder mit eingewickeltem Ballen erhältlich. Trockene und sandige Böden müssen aufbereitet werden, denn die Siebold-Magnolie benötigt einen humosen und nährstoffreichen Boden, damit ein gesundes Wachstum gewährleistet ist. Zwar gehören Magnolien zu den Flachwurzlern, das Pflanzloch sollte deshalb aber nicht flacher als bei anderen Bäumen ausgehoben werden.
  • Zeitpunkt: März bis April oder Spätsommer bis Oktober
  • immer einen frostfreien Tag wählen
  • Jungpflanzen frühestens ab dem 2. Jahr in den Garten pflanzen
  • gekaufte Exemplare sind in der Regel schon älter
  • Pflanzloch: mindestens zweifache Breite und Höhe
  • bei schweren Böden eine Drainage aus Kies oder Sand anlegen
  • zur Hälfte mit spezieller Anwuchserde (oder Torf) auffüllen
  • Erde gut mit Wasser einschlämmen
  • Pflanze aus dem Topf (Wurzelsack) entnehmen
  • loses Substrat mit der Erde im Loch mischen
  • Blumenerde mit etwas Sand und reifem Kompost mischen
  • in das Loch füllen und immer wieder gut antreten
  • nochmals kräftig gießen
Tipp: Sommermagnolien im Kübel mögen am liebsten leicht saure, nährstoffreiche Erde. Deshalb sind sie in einem Gemisch aus hochwertiger Kübelpflanzenerde und Rhododendronsubstrat gut aufgehoben.

Pflanzschnitt

Da Ziergehölze und Bäume wie die Sommermagnolie einige Zeit benötigen, bevor sie die Gartenerde durchwurzeln und somit Feuchtigkeit aus der Umgebung aufnehmen können, empfiehlt es sich, die Verdunstung über die Blätter in der ersten Zeit einzuschränken. Bei warmer Witterung ist die Pflanze ansonsten nicht in der Lage, das Wasser, das sie über die Blätter verliert, über die Wurzeln aufzunehmen. Das führt häufig dazu, dass frisch gepflanzte Bäume sehr schnell nach der Pflanzung vertrocknen. Aus diesem Grund dämmt der Gärtner bei der Pflanzung die Verdunstungsrate ein, indem er etwa ein Drittel der Triebe entfernt. Diese Prozedur nennt sich Pflanzschnitt.

Gießen

Sämtliche Magnolien gehören zu den Flachwurzlern. Da die Büsche oder kleineren Bäume daher keine Möglichkeit haben, ihre Wurzeln bis in Regionen im Boden eindringen zu lassen, die stets Feuchtigkeit bieten, ist der Gärtner für regelmäßiges Wässern verantwortlich. Die Sommermagnolie sollte mäßig aber häufig gewässert werden, an heißen Tagen vorzugsweise in den frühen Morgenstunden. Das Wasser wird dabei am besten direkt auf den Wurzelballen und nicht über die Blätter oder gar über die Blüten gegossen. Es gilt die Regel: Lieber häufiger gießen als zu viel. Denn Staunässe führt schnell zum Verfaulen der Wurzeln. Eine dicke Mulchschicht schützt die Erde vor übermäßiger Verdunstung und somit die Magnolie vor starkem Austrocknen.

Düngen

Sommermagnolien haben keinen besonders hohen Nährstoffverbrauch, da ihr Wachstum nur etwa 15 Zentimeter im Jahr beträgt und der Baum auch nur relativ locker belaubt ist. Trotzdem freut sich das filigrane Gehölz über etwas Kompost im Frühjahr, der vorzugsweise in die Erde eingearbeitet werden sollte. Wer keinen Kompost hat, kann stattdessen auch Hornspäne als Langzeitdünger einsetzen. Wer eine Siebolds Magnolie im Kübel auf der Terrasse kultiviert, kann sie mit etwas Flüssigdünger über das Gießwasser in einem Rhythmus von 14 Tagen mit zusätzlichen Nährstoffen versorgen.

Schneiden

sommermagnolienGärtner sollten am besten so weit wie möglich auf einen Schnitt verzichten, denn Magnolien werden nur sehr ungern beschnitten. Das liegt zum einen daran, dass das Gehölz nur schwer als älterem Holz junge Zweige austreibt. Greift ein Gärtner einmal zu beherzt zur Schere, endet das meist in kahlen Stellen in der sonst so formschönen Krone der Sommermagnolie. Zudem heilen Schnittwunden an der Magnolia sieboldii schlecht. Insofern kein Sturmschaden oder eine Erkrankung vorliegt, benötigt das Ziergehölz auch keinen Formschnitt, denn der kleine Baum wächst in der Regel sehr schön gleichmäßig. Trotzdem sind ab und zu ein paar Schnittmaßnahmen notwendig, die am besten direkt nach der Blüte erfolgen sollten:
  • totes Holz und kranke Zweige entfernen
  • einen von zwei sich kreuzenden Ästen herausschneiden
  • nach innen gerichtete Triebe kappen
  • steil nach oben wachsende Wildtriebe gänzlich herausnehmen
  • Krone nur bei Verkahlung im Inneren leicht auslichten (nur bei älteren Bäumen notwendig)
  • vorzugsweise an trockenen, wolkigen Tagen schneiden
  • - Formschnitte immer kurz über einem nach außen gerichteten Auge durchführen
Tipp: Zum Schneiden immer sehr scharfes und sauberes (desinfiziertes) Schneidwerkzeug benutzen. Je glatter und kleiner die Schnittfläche ist, umso schneller kann die Wunde heilen. Das schützt vor dem Eindringen von Pilzen, Viren und Bakterien, die die Pflanze schwächen oder abtöten können.

Vermehren

Ein Sommermagnolienbäumchen im Gartenfachmarkt zu kaufen, kann etwas teuer sein. Deshalb mag sich der eine oder andere Hobbygärtner fragen, wie man sie selbst vermehren kann. Prinzipiell sind hier vier Möglichkeiten gegeben: Stecklinge, Abmoosen, Absenker oder Samen. Eine einfache Methode ist die Vermehrung über Samen, auch wenn diese Variante etwas länger dauert, bis sie zum gewünschten Erfolg führt.

Aus den bestäubten Blüten der Sommermagnolie entwickeln sich bis September längliche, meist rot gefärbte Balgfrüchte, in denen sich die Samen befinden. Mit der Ernte der Samen sollte unbedingt gewartet werden, bis diese völlig ausgereift sind. Der richtige Zeitpunkt dafür ist einfach zu erkennen, denn die Schoten platzen auf, sobald sie trocken (und damit reif) sind. Vor dem Einpflanzen der Samen hat es sich bewährt, diese für ein paar Tage in Wasser einzulegen und das noch anhaftende Fruchtfleisch vorsichtig abzureiben. Da Magnolien zu den Kaltkeimern gehören, müssen die Samen zunächst über ein paar Wochen kalten Temperaturen ausgesetzt sein, bevor sie ausgesät werden. Die Aussaat kann also direkt ins Freiland durchgeführt werden (vor dem Winter).

Alternative für die Aussaat in der Wohnung:
  • Zeitpunkt: im Herbst
  • Samen in einen Plastikbeutel mit feuchtem Sand legen
  • Beutel in den Kühlschrank oder das Gefrierfach legen
  • Dauer: etwa 6-12 Wochen
Erst nach dieser Kälteperiode dürfen die Samen in die Erde gesät werden. Dazu verwendet man am besten ein Zimmergewächshaus oder stülpt einen Gefrierbeutel über den Topf, um größeren Feuchtigkeitsverlusten vorzubeugen.
  • mit Sand vermischte Anzuchterde in die Töpfe füllen
  • anfeuchten
  • Samen auflegen (maximal ein bis zwei pro Topf)
  • mit feinem Sand abdecken
  • Temperatur: 18 bis 22 Grad
  • auf eine helle Fensterbank stellen
  • vor direkter Sonne schützen
  • leicht feucht halten
Erfahrungsgemäß keimen einige der Samen relativ schnell (innerhalb weniger Wochen) und andere benötigen mehrere Monate, bis sich eine neue Pflanze entwickelt. Hier gilt es, sich in Geduld zu üben.

Die Jungpflanzen sollten so früh wie möglich wieder ins Freie. Kühle Temperaturen sind für die kleinen Magnolien in diesem Stadium besser als Zimmertemperatur. Bei zu hohen Temperaturen wachsen die Pflanzen nicht kräftig genug, sondern werden eher dünn und lang (ähnlich wie bei Lichtmangel). Da sie aber noch etwas frostempfindlich reagieren, werden sie am besten in ein Frühbeet gepflanzt (mit Topf) oder alternativ bei drohenden Frösten über Nacht wieder nach drinnen geholt. Über den Sommer dürfen die jungen Sommermagnolien dann an einem geschützten, halbschattigen Platz im Freien stehen. Sie sollten jedoch noch bis ins nächste Jahr im Topf bleiben, da sie im folgenden Winter noch einmal frostgeschützt stehen sollten. Ab dem zweiten Jahr können die Pflanzen dann an ihren endgültigen Standort im Garten gepflanzt werden.

Überwintern

Ältere, eingewachsene Pflanzen benötigen keine besonderen Maßnahmen vor dem Winter. Alle Sommermagnolien, die aus Stecklingen oder Samen gezogen wurden, müssen den ersten Winter frostfrei überwintert werden. Das kann auch in einem dunklen Raum (Garage oder kühler Keller) problemlos funktionieren, denn die Sommermagnolie wirft im Herbst ihr Laub ab und benötigt daher im Winter kein Licht. Vergessen werden darf nur nicht, gelegentlich zu gießen, damit der Ballen nicht völlig austrocknet. Ab März wieder hell stellen, am besten an einen kühlen, aber frostfreien Standort.

Ab dem zweiten Jahr dürfen junge Siebolds Magnolien im Freien überwintern, insofern sie ausgepflanzt sind. Kübelpflanzen sollten auch weiterhin im Winter frostfrei stehen. Bei Freilandpflanzen können die flach verlaufenden Wurzeln durch eine dicke Schicht Laub oder Mulch geschützt werden. Weitere Maßnahmen sind in der Regel nicht notwendig. Je älter die Siebold-Magnolie wird, umso robuster zeigt sie sich bei Kälte. Eingewachsene Sommermagnolien brauchen nämlich überhaupt keine Schutzmaßnahmen über die kalte Jahreszeit mehr, da sie gut winterhart sind.

Krankheiten und Schädlinge

Sommermagnolien bilden ihre Wurzeln sehr nah an der Erdoberfläche, daher sollte alles vermieden werden, was die Wurzeln zerstören könnte, wie beispielsweise regelmäßige Hacken oder das Anbringen einer wurzelintensiven Unterpflanzung.
  • innere Blätter werden abgeworfen: meist ein Anzeichen für Wassermangel
  • die oberen Blätter vertrocknen: oft deutet das auf eine Verbrennung durch zu starke Sonneneinstrahlung und Hitze hin
  • einzelne Triebe sterben ab: kann ein Anzeichen auf einen Pilzbefall sein (Pilz Verticillium), die Zweige müssen bis ins gesunde Holz herausgeschnitten werden
  • die Blätter bekommen schwarze Flecken: Blattfleckenkrankheit durch Pseudomonas Bakterien deutet auf zu viel Feuchtigkeit auf den Blättern hin (anderer Standort oder Krone auslichten)
  • Mehltau: für bessere Belüftung sorgen (hilft das nichts, dann muss ein entsprechendes Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden)
Fazit

Die Sommermagnolie gehört zu den pflegeleichteren Ziergehölzen in unseren Gärten. Neben einer Portion Kompost im Frühjahr benötigt sie lediglich regelmäßige Wassergaben, denn ihre flachen Wurzeln trocknen relativ schnell aus. Jungpflanzen sollten im ersten Winter noch frostfrei stehen, danach können sie auch ins Freiland gepflanzt werden. Am richtigen Standort erfreut das Gehölz mit wunderschönen Blüten von Juni bis Juli, die zudem herrlich duften.