Tigerlilie, Lilium lancifolium - Pflege-Anleitung

Tigerlilie - Lilium lancifoliumTigerlilien sehen nicht nur gut aus, sie gehören zu den anpassungsfähigsten und langlebigsten Sommerzwiebelblumen. Es ist eine der pflegeleichtesten Lilien überhaupt. In Ostasien dienten die Zwiebeln als Nahrungsmittel, denn sie enthalten viel Stärke. In China werden die Zwiebeln außerdem in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt. Tigerlilien können sich, bei entsprechendem Standort und Boden rasch vermehren und dichte Bestände bilden. Sie gedeihen viele Jahre am gleichen Standort und brauchen nicht viel Pflege.

Steckbrief
  • Gehört zu den Liliengewächsen
  • Stammt auch China
  • 80 bis 150 cm hoch, manchmal 180 cm
  • Zwiebelpflanze
  • Stängel grün mit purpurnen Streifen, straff aufrecht und stark
  • Lanzettförmige Blätter, 3 bis 18 cm lang
  • In den Blattachseln der oberen Blätter bilden sich Achselbulben (Brutknospen)
  • Blüte von Juli bis August
  • Waagerechte bis nickende Blüten in zinnoberrot mit dunklen purpurnen Punkten (ähnlich Türkenbundlilienblüten)
  • Fast immer sterile Pflanzen
  • Zwiebeln sind essbar ( Geschmack ähnlich wie Pastinaken)
  • Wird auch häufig in der Traditionellen Chinesischen Medizin eingesetzt

Sorten

  • Lilium lancefolim ‘Splendens‘ – besonders ausgeprägte, große Blüten, bekannteste Sorte
  • Lilium lancifolium var. Flavifolium - gelbblühend
  • Lilium lancifolium var. Florepleno – gefüllte Blüten
  • Lilium lancifolium 'White Tiger‘ – weiße bis zart gelbliche Blüten mit kleinen schwarzen Flecken
  • Lilium lancifolium ‘Salmon flavour‘ – apricotfarbene Blüten ohne Sprenkel
  • Tigrinium-Hybriden – Kreuzungen mit anderen Lilienarten, viel Erbgut der Tigerlilie enthalten, meist pastellfarbene Blüten
Tipp: Nicht zu verwechseln mit der Mexikanischen Tigerlilie (Tigridia pavonia), die auch Tigerblume, Pfauenblumen oder Pfauenlilie genannt wird.

Die Pflege der Tigerlilie

TigerlilieDie Pflege der Tigerlilie ist unkompliziert. Wichtig sind ein guter Standort und entsprechendes Pflanzsubstrat. Beim Kauf der Zwiebeln auf feste, fleischige Zwiebeln ohne Beschädigungen achten. Keine weichen Zwiebeln kaufen! Wichtig ist, die Zwiebeln nicht lange zu lagern. Der Standort sollte sonnig bis halbschattig sein. Je feuchter das Substrat, umso besser wird Sonne vertragen. Gehölzränder sind gut geeignet. Wenn man die Pflanzen sich selbst überlässt, vermehren sie sich dort auch gut.

Gepflanzt werden die Zwiebeln am besten ab April, bis in den Mai hinein. Sie sollten tief genug und in ausreichendem Abstand gesetzt werden. Gruppenpflanzungen machen sich am besten. Ideal ist, wenn die Wurzeln der Lilien beschattet sind, entweder durch Bodendecker oder eine Mulchschicht. Die Köpfe können gern sonnig stehen, die „Füße“ mögen es nicht so warm.

Außerdem sollte die Erde nicht austrocknen, regelmäßiges Gießen ist also wichtig. Dafür reicht eine Düngergabe im Jahr meist vollkommen aus. Schneiden muss man kaum und auch die Überwinterung bereitet in der Regel keine Probleme. Die Vermehrung erfolgt durch Achselbulben. Wildformen können auch durch Aussaat gezüchtet werden. Bei Krankheiten und Schädlingen unterscheidet sich die Tigerlilie nicht von anderen Lilienarten.

Standort

In ihrer Heimat wächst die Tigerlilie an Gehölzrändern, sie gedeiht auch bei uns im lichten Halbschatten unter nicht zu dichten Bäumen. Dort breiten sich die Pflanzen gern und zügig aus. Günstig ist ein luftiger Standort, so werden Pilzkrankheiten vermieden.
  • Sonne bis lichter Schatten
  • Kommt gut mit Sonne zurecht, zumindest, wenn der Boden nicht zu trocken ist
  • Besser ist ein luftfeuchter Platz im lichten Halbschatten
  • Warm und geschützt ist zwar günstig, aber dann treten Lilienhähnchen häufiger auf
  • Ein etwas kühlerer Platz kann die Lilien etwas schützen
  • Luftig
  • Mindestens 3 Stunden Sonne

Pflanzsubstrat

FeuerlilienAn das Pflanzsubstrat stellen Tigerlilien keine großen Ansprüche. Es darf nicht zu trocken und sollte humos und durchlässig sein. Nässe wird nicht vertragen. Feuchte ist besser, auch Luftfeuchte.
  • Sandig-lehmiger Boden
  • Humos, tiefgründig und durchlässig
  • Gleichmäßig bis mäßig feucht
  • Keinesfalls zu nass oder gar staunass, dann droht Fäulnis
  • Recht kalktolerant
  • Keine Bodenverdichtung
  • Keinen Torf verwenden, vor allem nicht bei Gefäßhaltung

Pflanzen

Gepflanzt werden die Zwiebeln im Frühjahr oder Herbst.
Der beste Termin ist April oder Mai, alternativ geht aber auch der September. Viel später sollte man nicht pflanzen, dann wachsen die Zwiebeln vor dem Frost nicht mehr an und das kann schädlich sein.
  • Erde gut auflockern, je schwerer der Boden, umso tiefer
  • Hornspäne oder reichlich Kompost gleich mit einarbeiten
  • Zwiebeln müssen ca. 15 cm tief gepflanzt werden, zwei- bis dreimal so tief, wie sie hoch sind
  • Wölbung nach unten
  • Am besten in Gruppen pflanzen, einzeln ist die Wirkung nicht so gut
  • Pflanzabstand etwa 25 cm
  • Bei Wühlmausgefahr in Drahtkörben auspflanzen oder gleich als Kübelpflanzen kultivieren
  • Erde auffüllen
  • Am besten zwischen bodendeckenden Blumen, weil dann der Wurzelbereich gleich beschattet wird, was günstig ist
  • Auch gern mit passenden Stauden
  • Die Bulben nur 1 cm tief einpflanzen
  • Mulchen schützt den Boden vor Austrocknung und hält die Feuchtigkeit länger im Boden. Außerdem werden die Wurzeln gekühlt.
Tipp: Die Zwiebeln der Tigerlilie sind häufig mit einem Virus infiziert. Dieser ist für andere Blumenzwiebeln tödlich, weshalb andere Zwiebelgewächse, vor allem andere Lilien, mindestens 30 Zentimeter weit weg gepflanzt werden sollten, besser noch weiter weg.

Gießen und Düngen

Tigerlilien mögen keine Trockenheit, allerdings auch keine Nässe. Am besten ist ein gleichmäßig leicht feuchter Boden. Deshalb sollte regelmäßig gegossen werden. Wichtig ist, die Blütentriebe nicht mit Wasser zu benetzen. Passiert das selten, z.B. bei Regen, ist das nicht dramatisch, wer allerdings täglich einen Beregner benutzt, muss mit Krankheiten rechnen.
  • Boden nicht austrocknen lassen
  • Regelmäßig gießen
  • Blütentriebe nicht mit Wasser benetzen
  • Benötigen reichlich Nährstoffe
  • Mit dem Düngen im zeitigen Frühjahr beginnen. Organischen Volldünger einarbeiten
  • Meist ist das ausreichend
  • Nach der Blüte auf alle Fälle nicht mehr düngen

Schneiden

Tigerlilie - Lilium lancifoliumBei Tigerlilien gibt es, genau wie bei den meisten anderen Lilienarten auch, nicht viel zu schneiden. Lediglich verwelkte Blüten werden entfernt. Wer nicht möchte, dass sich die Lilien vermehren, muss das obere Ende des Stängels abschneiden, wo sich die kleinen Brutzwiebeln bilden. Wenn diese abfallen, entwickeln sich daraus neue pflanzen, wenn dies auch einige Jahre dauert.
  • Nur die verwelkte Blüte abschneiden, den Stängel stehen lassen
  • Das Laub stehen lassen, es ist wichtig für die nächste Blüte (wie bei Frühlingsblühern)

Überwintern

Die Zwiebeln sind in der Regel zuverlässig winterhart. Lediglich zu viel Nässe kann ein Verfaulen nach sich ziehen. Deshalb kann es helfen, Reisig über die Zwiebeln zu legen. Außerdem kann es passieren, dass die Pflanzen schon austreiben und dann noch einmal Spätfrost kommt. In kalten Nächten sollten sie deshalb abgedeckt werden.
  • Meist zuverlässig winterhart
  • Zu viel Nässe kann schädlich sein, auch in Verbindung mit Frost
  • Im Frühjahr vor Spätfrost schützen
  • Gefäße etwas geschützt aufstellen und schützen

Vermehren

Tigerlilien vermehren sich durch Achselbulben und Tochterzwiebeln. Wildformen können auch ausgesät werden, Zuchtformen sind da meist steril. Aus Samen gezogene Tigerlilien sind allgemein widerstandsfähiger.
  • Fast immer steril
  • Achselbulben – genetisch identische Pflanzen
  • Die Tochterzwiebeln fallen im Herbst zu Boden und wachsen dort an
  • Man kann dies natürlich auch steuern
Tochterzwiebeln entwickeln sich auch an der Zwiebel, an den einzelnen Zwiebelschuppen
  • Schuppen lassen sich leicht lösen
  • Einfach in entsprechendes Substrat einpflanzen
  • Alternativ auf feuchtes Küchenkrepp legen, in ein Zimmergewächshaus oder ein Keimgerät für Sprossen geben
  • Täglich lüften und leicht feucht halten
Die Wildform vermehrt sich über Samen und ebenfalls Achselbulben.

Krankheiten und Schädlinge

Tigerlilien werden von den gleichen Krankheiten und Schädlingen heimgesucht, wie andere Lilien auch. Lilienhähnchen, Schnecken und Wühlmäuse können große Schäden anrichten. Bei den Krankheiten sind es vor allem Viren und der Grauschimmelpilz, welche den Pflanzen zu schaffen machen.
  • SchneckeSchnecken – können die Lilie an- aber auch total abfressen, natürliche Feinde bringen Hilfe, z.B. Ameisen, Eidechsen, Elstern, Hühner, Igel, Indische Laufenten, ansonsten absammeln, Schneckenringe auslegen, die üblichen Maßnahmen eben
  • Wühlmäuse – Pflanzkörbe oder Maschendraht verwenden
  • Lilienhähnchen – Käfer und Larven absammeln, Unter der Lilie Plane auslegen, da sich die Käfer bei Gefahr gern fallen lassen, so sind sie leicht zu finden
  • Virusarten – meist an blass gescheckten Mustern der Blätter zu erkennen. Am besten wird die betroffene Pflanze samt Zwiebel entsorgt, bevor sich der Virus ausbreiten kann
  • Grauschimmelfäule – Pilzbefall, meist bei hoher Luftfeuchte, betroffene Pflanzen entfernen, damit sich der Pilz nicht weiter ausbreiten kann

Häufig gestellte Fragen

Woran erkennt man, dass die Zwiebeln der Tigerlilie gesund sind?
Beim Kauf der Zwiebeln auf feste, fleischige Zwiebeln ohne Beschädigungen achten. Keine weichen Zwiebeln kaufen! Sie dürfen auch keine Verletzungen oder gar schimmlige Stellen aufweisen. Wichtig ist, die Zwiebeln nicht lange zu lagern. Sie sollten schnellstmöglich gepflanzt werden, um das Austrocknen zu verhindern.

Wie geht man vor, wenn man die Zwiebel der Tigerlilie essen möchte?
Wenn sich das Laub der Lilien verfärbt und abfällt, gräbt man die Pflanze samt Zwiebel aus. Tochterzwiebeln werden vorsichtig abgebrochen und können frisch gepflanzt werden. Aus den Schuppen, wie sie auch genannt werden, entwickeln sich im Laufe von zwei Jahren neue Exemplare. Die Mutterzwiebel hat ihre Aufgabe erfüllt und wird nicht mehr gepflanzt. Man befreit sie von aller Erde, wäscht sie und kann sie dann verschieden zubereiten.