Tränendes Herz, Lamprocapnos spectabilis - Pflege-Anleitung

Tränendes HerzOb sie als Flammendes oder Tränendes Herz bezeichnet wird, die Staude Lamprocapnos spectabilis wirkt durch ihre romantischen Blüten bezaubernd. Und mit der richtigen Pflege, kann die Schönheit für lange Zeit erhalten bleiben. Leider finden nicht nur Menschen das Tränende Herz anziehend, weswegen neben einer angepassten Kultivierung auch schützende Maßnahmen notwendig sind. Die gesamte Pflege ist bei der delikaten Pflanze aber so einfach, dass sie sogar von Anfängern problemlos durchgeführt werden kann.

Kurzer Steckbrief
  • Auch als Flammendes Herz, Lamprocapnos spectabilis, Marienherz und Herzstockl bekannt
  • Gehört der Familie der Mohngewächse an
  • Ursprung liegt in Asien
  • Traditionelles Gewächs in Bauerngärten
  • Früher Rückzug ins Erdreich, daher nur kurzzeitiges Wachstum

Standort und Substrat

Die Wahl des Standortes ist beim Tränenden Herz nicht allzu schwierig. Die Staude benötigt, vor allem kurz nach dem Austrieb, einen hellen Schattenplatz. Ein lichter Standort ohne direkte Sonne, beispielsweise im Schatten anderer Pflanzen, ist ideal. Wird es zu hell, verkümmert das Gewächs. Ist die Lamprocapnos spectabilis bereits erblüht und schon etwas älter, darf es auch pralle Sonne sein. Dann können Licht und Hitze ihr nicht mehr so viel anhaben. Wind kann aber weiterhin zum Problem werden, weswegen die Pflanzstelle geschützt liegen sollte.

Blatt des Tränenden HerzensDie optimale Erde für das Tränende Herz ist locker und mäßig durchlässig, humusreich und kalkhaltig. Gartenerde auf Kompostbasis eignet sich, wenn sie mit einer Beigabe von Kalk und Sand versehen wird. Im Grunde ist aber auch ein mäßig trockener Gartenboden ausreichend, der vor dem Pflanzen mit etwas Kompost gedüngt wird.

Gießen und Düngen

Das zusätzliche Gießen ist nicht absolut notwendig, um die Pflanze am Leben zu erhalten. Wer aber eine reiche Blütenpracht bewundern möchte, muss zur Gießkanne greifen. Weil Lamprocapnos spectabilis Kalk gut verträgt, muss nicht auf Regenwasser zurückgegriffen werden. Abgestandenes Leitungswasser ist ebenfalls nicht notwendig. Stattdessen reicht das frische Nass aus dem Hahn vollkommen aus. Bis zum Rückzug in das Erdreich, was ungefähr im August der Fall ist, sollte weiterhin regelmäßig aber wenig gewässert werden. Kleine Mengen in kleinen Abständen sind besser als das ausgiebige Schwemmen aller paar Wochen. Staunässe ist grundsätzlich zu vermeiden.

Viele Nährstoffe benötigt das Tränende Herz nicht. Tatsächlich wird die Staude ausgesprochen schnell überdüngt. Profitieren kann sie von dem zusätzlichen Düngen dennoch, wenn das Mittel stimmt und richtig dosiert wird. Ideal ist Kompost, der einmal im Frühjahr und einmal im Herbst unter die Erde gehoben wird. Dieser gibt die Nährstoffe nur langsam frei und wirkt daher als Langzeitdünger. Das Flammende Herz kann sich hierdurch besser und gleichmäßiger versorgen. Handelsübliche Dünger sind hingegen nur in sehr starker Verdünnung zu wählen. Sind sie zu konzentriert, kommt es schnell zu chemischen Verbrennungen an den Wurzeln.

Pflanzen

Weiße Blüten Tränendes HerzDas Tränende Herz zieht sich sehr zeitig in das Erdreich zurück. Meist tritt dieser Fall bereits im August ein. Schon aus diesem Grund ist es ratsam, die Staude im Frühjahr einzusetzen. Dadurch hat sie bis zu der beginnenden Ruhe im Sommer noch ausreichend Zeit, um anzuwachsen. Und die Blüte kann bereits im ersten Standjahr bewundert werden. Mit dem Einsetzen allein ist es aber noch nicht getan. Gerade Anfangs ist die Staude noch recht empfindlich und benötigt daher entsprechenden Schutz. Daher sollte das Einpflanzen frühestens im April erfolgen, wenn kaum noch Nachtfrost zu erwarten ist. Um das Wachstum der Wurzeln zu begünstigen, sollten regelmäßige Wassergaben erfolgen. Staunässe muss aber vermieden werden, da die junge Pflanze ansonsten vollständig wegfaulen kann. Stellt sich dann doch noch einmal Frost ein, ist die Staude mit Gartenvlies oder einem dickwandigen Blumentopf zu schützen.

Umsetzen

Die Wahl des Standortes ist an sich zwar nicht schwierig, natürlich kann es aber einmal zur Pflanzung an der falschen Stelle kommen. Auch wenn sich die Bedingungen verändern, kann das Umsetzen des Tränenden Herzes notwendig werden. Hierzu wird idealer Weise das Frühjahr abgewartet. Der Wurzelballen der Lamprocapnos spectabilis wird großzügig ausgegraben und schlicht an die neue Stelle gesetzt. Mehr ist hierbei nicht zu beachten. Wer eine Vermehrung des Flammenden Herzens plant, kann diesen Zeitpunkt dazu nutzen.

Schutz gegen Wühlmäuse

Die Wurzeln des Tränenden Herzes stehen auf dem Speiseplan der Wühlmäuse. Kommen diese im Garten vor, werden sie sich also früher oder später auch an ihnen gütlich tun. Um die Fraßschäden zu verhindern, kann Lamprocapnos spectabilis in einem engmaschigen Korb oder einem Topf in den Garten gepflanzt werden. Körben ist der Vorzug zu geben, da sich feine Wurzeln von ihnen ausgehend verbreiten können und die Versorgung sichergestellt ist. Das Gefäß schützt dabei jedoch die Hauptwurzeln.

Kultur im Kübel

Wer keinen Garten hat oder keine Lücken im Beet möchte, wenn das Tränende Herz verblüht, kann die Pflanze problemlos im Kübel ziehen. Durch diese Form der Kultur ergeben sich jedoch einige Änderungen in der Pflege.Zum einen das Gießen. Steht der Kübel oder Topf überdacht, erhält also keinen Regen, muss die Staude gewässert werde. Kalkarmem, weichem Wasser sollte hier der Vorzug gegeben werden. Zwischen dem jeweiligen Gießen muss das Substrat etwas abtrocknen. Staunässe ist dringend zu vermeiden.

Nahansicht Tränendes HerzDie leichte Düngung kann mit Kompost durchgeführt werden. Wer darauf nicht zurückgreifen kann, topft das Tränende Herz schlicht einmal aller ein bis zwei Jahre in frische Erde. Im Kübel benötigt Lamprocapnos spectabilis zudem einen Schutz im Winter. Ein kühler und frostfreier Raum ist ein ideales Quartier. In diesem sollte es hell und nicht zu trocken sein. Gelegentliches und sehr sparsames Wässern ist empfehlenswert, um ein völliges Austrocken zu verhindern. Bei einer Überwinterung im Freien helfen mehrere Lagen Gartenvlies und eine Auflage aus Stroh gegen Frostschäden.
Verschneiden

Einen formgebenden Verschnitt benötigt Lamprocapnos spectabilis nicht. Wenn sich Kräfte und Nährstoffe nach der Blüte in die Wurzeln verlagern, können die oberirdischen Triebe aber abgeschnitten werden. Dazu wird gewartet, bis die Zweige und Blätter vollständig verwelkt und vertrocknet sind. Im Herbst wird das Tränende Herz dann vollständig bis knapp über den Boden abgeschnitten. Dieses Vorgehen macht es weniger anfällig für Krankheiten und Schädlinge und hat auch einen deutlichen optischen Vorteil. Zu früh sollte der Verschnitt jedoch nicht erfolgen, wenn das welke Laub auch stören mag. Aufgrund des reizenden Pflanzensaftes, sind zum Verschnitt Handschuhe zu tragen. Die verwendete Schere ist nach dem Einsatz gründlich zu reinigen.
{infobox type=check|content=Das Tränende Herz kann zu einer neuen Blüte angeregt werden, wenn verwelkte Stände nach der ersten Blüte möglichst schnell abgeschnitten werden. Bei jedem Verschnitt oder Kontakt zu dem Pflanzensaft, sollten jedoch Handschuhe getragen werden. Anderenfalls können erhebliche Reizungen und Vergiftungserscheinungen auftreten.}

Überwintern

Wurde das Tränende Herz bereits im Frühjahr gesetzt, bereitet es sich selbst auf den Winter vor. Von dem Verschnitt im Herbst abgesehen, sind dann keine weiteren Maßnahmen notwendig. Eine dicke Mulchschicht schadet aber auch nicht. Bei der Pflanzung im Sommer oder Herbst verhält es sich anders. Der Winter selbst ist auch dann meist kein Problem, wohl aber Fröste im Frühjahr. Nämlich dann, wenn die Staude bereits erste Austriebe zeigt. Ein umgedrehter Tontopf, der mit Gartenvlies ausgekleidet oder umwickelt wird, stellt einen guten Schutz dar. Alternativ kann eine mehrlagige Schicht Gartenvlies aufgelegt und beschwert werden, um die Pflanze zu schonen und vor Frostschäden zu bewahren. Sehr junge Pflanzen, beispielsweise solche, die aus Stecklingen gezogen wurden, sollten in einem Topf im Haus überwintert werden. Gut geeignet ist ein kühler aber frostfreier Raum, der hell ist.  

Vermehrung

Tränendes Herz StrauchDie einfachste Möglichkeit der Vermehrung, ist beim Tränenden Herz die Teilung der Wurzel. Sie wird, ebenso wie das Umsetzen, im Frühjahr vollzogen. Dazu wird die Pflanze ausgehoben und von möglichst viel Substrat befreit. Flach auf eine glatte Unterlage gelegt wird die Wurzel - ohne sie zu quetschen - möglichst mit einem einzigen Schnitt durchtrennt. Mehrmaliges Ansetzen führt zu Verletzungen. Danach werden die so entstandenen Tochterpflanzen an den gewünschten Standort verbracht und wie gehabt eingesetzt und angegossen. Als zweite Variante der Vermehrung können Stecklinge gebildet werden. Dazu werden etwa 15 cm lange Triebspitzen abgeschnitten und wahlweise in Anzuchterde oder die Substratmischung der adulten Pflanzen verbracht. Aber Vorsicht, die Triebe sind empfindlich und brechen schnell. Daher gestaltet sich die Handhabung einzelner, kleiner Triebe nicht gerade einfach. Als stabilisierende Hilfe kann ein dünner Stab eingesetzt und mit dem Steckling verbunden werden. Ist der Stand im Substrat gesichert, wird die Erde gut angefeuchtet.  

Häufige Krankheiten und Schädlinge

Trotz des filigranen Erscheinungsbildes, zeigt sich Lamprocapnos spectabilis robust gegen Krankheiten und Schädlinge. Dennoch können Befälle und Symptome auftreten. Dazu gehört das Ausbleiben der Blüte. Ist das der Fall, steht die Pflanze für gewöhnlich zu dunkeln. Eine Veränderung des Lichteinfalls schafft Abhilfe.

Bei welken, weichen oder matschigen Bereichen und einem modrigen Geruch liegt für gewöhnlich Wurzelfäule vor. Diese tritt auf, wenn die Staude zu nass steht und das Wasser nicht ausreichend abfließen kann. Hat der Befall gerade erst begonnen, lässt sich die Staude eventuell noch retten. Dazu muss sie ausgegraben und vollständig von dem alten Substrat befreit werden. Im Anschluss wird sie in ein neues Pflanzloch verbracht - das bei Bedarf mit einer Drainage-Schicht aus gröberem Kies oder Splitt versehen wurde.  

Auf Seiten der Schädlinge treten vorrangig Läuse auf. Diese vermehren sich vor allem bei sehr warmem und trockenem Wetter. Eine Erhöhung der Luftfeuchtigkeit wirkt hier vorbeugend. Dazu wird die Pflanze - mit wenig Druck - besprüht und häufiger gegossen. Auch eine nachträgliche Erhöhung der Luftfeuchte kann die Läuse bekämpfen. Ein Abduschen oder Abspritzen ist hierfür aber nicht empfehlenswert. Durch den hohen Druck würden unweigerliche Triebe abbrechen oder anderweitig Schaden nehmen. Stattdessen sollte die Staude nässend aber sanft eingesprüht und mit einer Folie abgedeckt werden. Unter der Folie oder Tüte entsteht ein feuchtwarmes Klima, das die Parasiten abtöten. In kurzen Abständen zwei bis drei Mal wiederholt, ist damit auch den nachträglich ausschlüpfenden Larven beizukommen.

Noch besser und einfacher ist es aber, die natürlichen Feinde der Schädlinge einzusetzen. Dazu zählen Marienkäfer, Florfliegen und Schlupfwespen. Diese Nützlinge sind im Handel und sogar online erhältlich. Sie werden entweder direkt auf die Pflanze gesetzt oder unter einem Netz auf dem Tränenden Herz freigelassen. Durch das Netz werden sie auch extreme Befälle schnell bekämpfen. Nach etwa zwei bis drei Tagen ist die Abdeckung aber abzunehmen. Die Nützlinge verbleiben an der Pflanze, wenn sich an dieser noch Parasiten finden. Treffen sie an ihr nicht mehr auf Futter, ziehen sie weiter.    

Häufig gestellte Fragen

Ist das Tränende Herz giftig?
Als Angehöriger der Mohngewächse ist das Tränende Herz in allen Teilen giftig. In Kombination mit dem schnellen Abbrechen der Zweige, kann das zur Gefahr für Kinder und Haustiere werden. In einem Garten, in dem häufiger - und auch wilder - gespielt wird, sollte die Lamprocapnos spectabilis daher gar nicht oder zumindest gut geschützt stehen. Am besten ist es natürlich, sie vollkommen aus der Reichweite von Kindern und Haustieren fernzuhalten.

Warum verwelkt das Tränende Herz?
Beginnt das Tränende Herz nach der Blüte zu verwelken, ist das schlicht ein natürlicher Vorgang. Und als Vorbereitung für den Winter unerlässlich. Hier besteht also keinerlei Handlungsbedarf. Bei gleichzeitig auftretenden Fraßspuren sind hingegen Läuse verantwortlich. Geht von der Staude zusätzlich oder stattdessen ein modriger, fauliger Geruch aus, ist ein Fall von Wurzelfäule verantwortlich. Ein Umsetzen und angepasstes Gießverhalten können noch helfen, wenn die Maßnahmen rechtzeitig erfolgen.