Winterharte Palmen für den Garten - Palmenarten & Pflege

Winterharte PalmenEs gibt tatsächlich winterharte Palmen, die sehr gut mit unserem Klima klarkommen. Einige vertragen Temperaturen bis zu -20 Grad. Wer sich für Palmen in seinem Garten entscheidet, sollte sich vorab etwas mit diesem Thema auseinandersetzen. Denn es gibt auch unter den winterharten Palmen unterschiedliche Ansprüche an den Standort, die Temperatur und die Überwinterung. Stimmen die äußeren Bedingungen, wachsen Palmen relativ schnell. Man muss also nicht gleich mit einem großen, und somit auch recht kostspieligem, Exemplar beginnen. Eine Palme im Garten wird auf jeden Fall viele bewundernde, wie neidische Blicke hervorrufen.

Steckbrief
  • Botanischer Name: Arecales (Palmae)
  • Familie: Palmenartige (Arecaceae)
  • Arecaceae hat über 180 Gattungen
  • Aktuell gibt es ca. 2.600 Arten
  • Einige Arten sind über 70 Millionen Jahre alt
  • Vorkommen weltweit in allen tropischen und subtropischen Klimagebieten
  • Verwendung: Früchte, Samen, Palmherzen, Blätter, Stamm
  • Nutzen: Baumaterialen, Ernährung: Zucker, Wein, Honig, Früchte, Samen
  • Erscheinungsformen: vielgestaltig, verholzter Stamm, eingeschränktes Dickenwachstum
  • Mehrjährig bis ausdauernd

Standort und Temperaturen

Wenn es um winterharte Palmen geht, geht es immer zunächst um den richtigen Standort. Es beginnt schon mit der Wohnlage in Deutschland, dem lokalen Standort. Liegt der Garten in der rheinischen Tiefebene, am Bodensee oder irgendwo in den Bergen, über 500 m Höhe? Während die beiden erstgenannten Standorte recht günstig für Palmen sind, sieht es in den Bergen schon anders aus,
  • Das Stadtklima ist meistens einige Grade milder, als das Klima in der ländlichen Umgebung.
  • Gebiete am Waldrand, im Wald sind ebenfalls günstiger, als auf der freien Wiese, weil es windgeschützt ist und die Luftfeuchtigkeit höher liegt.
  • In der Nähe von Gewässern (Meer, Fluss, See) ist das Klima ebenfalls milder als an einem Standort ohne Wassernähe.
  • In Bezug auf Berglandschaften lässt sich sagen, je höher desto ungünstiger. Durchschnittlich nimmt die Temperatur je 100 Höhenmetern um 0,5° C ab.
Es gibt zwei Messwerte, die für die Wahl der richtigen winterharten Palme ausschlaggebend sein können. Einmal die absolute Tiefsttemperatur im Jahr und dann die mittlere Januartemperatur. Letztere ist für das Wohl der Palmen aussagekräftiger. Liegt die mittlere Januartemperatur über 0° C, so ist es ein guter Standort, um fast alle Sorten von winterharten Palmen im Freiland zu kultivieren. Liegt das Januarmittel darunter, geht es mit jedem weiteren halben Grad darum, einen besseren und aufwendigeren Winterschutz zu organisieren. Ein weiterer Parameter ist die individuelle Frostverträglichkeit, die Palmen genetisch mit sich bringen. Interessant ist, dass die Frosttoleranz tatsächlich in einem gewissen Rahmen beeinflussbar ist, fast wie beim Menschen. Das heißt, umwickele ich meine Palme fürsorglich bei den ersten Anzeichen von Frost, wird sie sie immer recht frostempfindlich bleiben. Andersherum, gebe ich der Palme die Möglichkeit, sich im gewissen Rahmen abzuhärten, wird sie mich länger erfreuen und erfordert auf Sicht auch weniger Aufwand. Wie bei der Erziehung gilt es, das richtige Maß für seine für die exotischen Lieblinge zu finden. Im Sommer hat die Palme ihre Wachstumsphase. Das heißt, auch die Sommertemperaturen sind ausschlaggebend für eine erfolgreiche Palmenkultur in deutschen Gärten. Hier gibt es Mindesttemperaturen, sie liegen bei 10 bis 18° und die optimalen Temperaturen von 20-30° C. Im optimalen Temperaturbereich wächst PalmeDas heißt, für manchmal unvermeidliche Frostschäden am Blattwerk oder an den Wurzeln, findet die Palme nur durch warme Sommertemperaturen genügend Kraft, diese Schäden zu regenerieren. Zum Schluss geht es um die Auswahl des richtigen Standpunktes innerhalb des Gartens. Hier kommen Licht und Wind als weitere Faktoren zur Wärme hinzu. Ein vollsonnig bis sonniger Standort, der zudem windgeschützt liegt, ist für die Palme optimal.

Boden


Da Palmen in unseren Breitengraden schon genug mit den Temperaturen zu kämpfen haben, sollte wenigstens ihr Fundament, also der Boden optimal sein. Das heißt, sie muss sich gut verwurzeln können. Dafür benötigt sie einen tiefgründigen und lockeren Gartenboden. Wasser und Nährstoffe müssen gut aufgenommen werden. Dafür ist ein halb lehmig, halb humoser Boden ideal. Lehmböden können durch eine Zugabe von Sand, Bims oder Lavagranulat aufgelockert werden. Allzu sandigen Böden gibt man Humus hinzu. Ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 ist auch für Palmen ideal.

Düngen und Gießen

Ist die Palme frisch eingesetzt, so braucht sie im ersten Jahr ggf. noch etwas Sonnenschutz und vor allem ausreichend Wasser. Jetzt muss sie zunächst "Fuß fassen" und konzentriert sich auf ihren Wurzelbereich. In dieser Phase nicht zusätzlich Düngen, um die Palme oberirdisch zum Wachstum anzutreiben. Nach dem ersten Jahr kann man die Palme mit speziellen Palmendünger, aber auch mit jeden beliebigen Blattdünger, während der Wachstumsperiode düngen. In der Zusammensetzung sollte der Dünger eher phosphorarm, dafür stickstoff- und kaliumreich sein. Auch wenn Palmen aus sonnenverwöhnten Erdteilen stammen, Trockenheit mögen sie gar nicht. Schließlich sind sie aus den Tropen und Subtropen eine hohe Luftfeuchtigkeit und starke Regengüsse gewohnt. Das heißt für uns hier im Sommer, gerade in der Wachstumsphase, die Palme nicht über längere Zeit trocken stehen zu lassen. Auch an frostfreien Wintertagen die Bodenfeuchtigkeit kontrollieren, der Boden darf nicht total ausgetrocknet sein.

  Palmen werden niemals wegen "Unterdüngung" eingehen, das Gegenteil wurde jedoch schon öfter beobachtet.

Winterschutz

Auch bei winterharten Palmen kommt man um einen Winterschutz nicht herum. Je günstiger die geografische Lage und die Standortwahl im Garten, desto weniger Aufwand muss betrieben werden. Mit dem Winterschutz sollte aber erst begonnen werden, wenn entsprechend schädliche, kalte Temperaturen erreicht werden. Frisch eingepflanzte Palmen aus demselben Jahr sind natürlich noch empfindlicher. Für frostige Wintertage sollte man sich ein Frostschutzvlies
  • Den Winterschutz auf keinen Fall vorsorglich oder nach Kalender anbringen, sondern nach Bedarf anpassen.
  • Wichtig ist auf jeden Fall ein guter Wurzelschutz durch Mulch oder Laub.
  • Ab August nicht mehr düngen.

  Zum Einwickeln der oberen Pflanzenteile auf keinen Fall Folie verwenden. Nur atmungsaktive Materialien gewährleisten einen guten Gasaustausch.

Kauf und Auswahl

Wer es mit einer winterharten Palme im eigenen Garten versuchen möchte, sollte sich vorab seiner Standortmöglichkeiten im Garten sowie seiner geografische Lage bewusst sein. Nicht alle winterharten Palmen sind gleichermaßen winterhart. Erst an zweiter Stelle entscheiden dann Geschmack und Preis. Für Palmen, die bereits eine ansehnliche Größe erreicht haben, wird man schnell einen dreistelligen Betrag bezahlen. Aber auch aus jungen, kostengünstigeren Exemplaren wächst relativ schnell eine große Palme heran. Grundsätzlich wachsen Palmen recht schnell, in ihrer Heimat sogar bis zu einem Meter pro Jahr und mehr.Palme

Winterharte Palmenarten

Hanfpalme (Trachycarpus fortunei)

Die Hanfpalme ist wohl die beliebteste winterharte Palme. Kein Wunder, denn sie verträgt ohne weiteres Temperaturen bis zu -20° C. Sie wächst schnell und ist dabei recht anspruchslos. Sie kann mit den Jahren bis zu mehreren Metern hoch wachsen. Die Hanfpalme stammt ursprünglich aus den feucht-schattigen Waldgebieten Chinas. Somit ist sie perfekt für unser mitteleuropäisches Klima. Wird das Blattwerk im Winter nicht geschützt, kann es ab -13 °C zu Schäden an den äußeren Blättern kommen. Wenn der Sommer aber einigermaßen mitspielt, gibt es rasch neue Blätter. Die Hanfpalme ist sehr regenerationsfreudig.

  Beim Kauf aufgepasst, es gibt männliche und weibliche Hanfpalmen. Die Blütenformen sind unterschiedlich. Aber wichtiger ist es zu wissen, dass die weiblichen Hanfpalmen viel langsamer wachsen, wie die männlichen Hanfpalmen.

Nadelpalme (Rhapidophyllum hystrix)

Schwer zu bekommen, aber ungeheuer frosthart ist die Nadelpalme. Sie wächst langsam und der Stamm wird nicht viel höher als 1 Meter. Achtung, aus dem Stamm ragen gemeingefährliche Stacheln heraus. Die Frostverträglichkeit geht runter bis -25° C. Die Nadelpalme ist ein Flachwurzler, was ihr bei größeren Schneelasten zum Verhängnis werden kann. In der Wachstumsperiode braucht sie viel Sonne und wegen ihrer flachen Wurzeln auch eine regelmäßige Wasserzufuhr.

Zwergpalmetto (Sabal minor)


Die Zwergpalmetto wird, wie der Name vermuten lässt, nicht besonders hoch, benötigt aber mit ihren ausladenden Palmwedeln von bis zu 1,50 m Länge ausreichenden Platz von 1,5 -2 qm. Je sonniger sie im Sommer steht, desto härter bewährt sie sich bei Frost. Die durchschnittliche Frosthärte liegt bei bis zu 20° C.

Honigpalme (Jubaea chilensis)


Aus Chile stammt diese winterharte und durchaus robuste Palme. In ihrer Heimat wird sie gut über 20 m hoch und man gewinnt daraus Palmzucker und Palmwein. Hier ist sie bis zu -15° C frostbeständig. Sie verlangt einen vollsonnigen Standort und im Winter Frostschutz. Mit viel Geduld und Gärtnerliebe lassen sich aus den Samen der Früchte sogar neue kleine Honigpalmen ziehen. Die Keimdauer beträgt bei  18° C ungefähr 2-3 Monate.

PalmeZwergpalme (Chamaerops humilis)


Trotz ihres Namens kann die Zwergpalme im Garten eingepflanzt, durchaus einige Meter hoch werden. Sie bildet einen buschigen Wuchs mit fächerförmigen Wedeln auf dornigen Stielen. Die Frostbeständigkeit wird mit  -13° C angegeben. Auf jeden Fall ist sie im Winter zu schützen. Ideal sind die gemäßigteren Klimastandorte in Deutschland.

Auspflanzen

Die beste Pflanzzeit für den exotischen Gartenzuwachs ist von März bis Juni. So hat die Palme für ihre Eingewöhnungszeit ausreichend Licht und Sonne zur Verfügung. Achtung, junge Pflänzchen müssen bei allzu starker Sonneneinstrahlung noch geschützt werden (mit Sonnenschirm o. Ä.). Bei leichten Sandböden kann es sinnvoll sein, der Pflanze durch seitliche Pfähle, an die sie mit einem Kokosstrick gebunden wird, Halt zu geben. Die Palme nach dem Einpflanzen kräftig wässern.
  • Nicht enttäuscht sein, wenn die Palme im ersten Jahr kaum wächst, sie arbeitet an ihren Wurzeln.
  • Das Pflanzloch doppelt so groß ausheben, wie der Wurzelballen ist.
  • Den Aushub großzügig mit Kompost oder Pflanzenerde durchmischen.
  • Je weniger durchlässig der Boden, desto höher sollte der Wurzelballen über das Erdniveau herausragen. Die Wurzeln vertragen keine Staunässe.
  • Ein besonders sorgfältiger Winterschutz für junge Palmen ist auf jeden Fall erforderlich.

Häufig gestellte Fragen

Kann man winterharte Palmen auch in Kübeln halten?
Auf jeden Fall. Doch sollte man bedenken, dass die Palmen im Kübel viel frostanfälliger sind, als die ins Freiland gepflanzten Palmen. Die Wurzeln der Freiland-Palme liegen geschützter, da sie tief ins Erdreich gelangen können. Es bliebe für die Kübel-Palme im Winter die Variante, sie in einen Wintergarten oder ein ähnliches Winterquartier zu bringen.

Was ist denn mit der Yucca-Palme, ist sie auch winterhart?
Die Yucca-Palmen sind gar keine Palmen, auch wenn sie so aussehen. Sie gehören zur Gattung der Palmlilien, zur Unterfamilie der Agavengewächse. Doch immerhin bilden sie einen schönen großen Blattschopf aus und können mehrere Meter hoch werden. Zudem ist die Yucca-Palme extrem winterhart, sie widersteht Frösten von bis zu -30° C.