Wunderblume, Mirabilis jalapa - Pflege und Überwintern

Orange WunderblumenDie Wunderblume, Mirabilis jalapa überzeugt durch massenhaft Blüten in leuchtenden Farben und ihre Pflegeleichtigkeit. Mit etwas Glück kann man sogar Knollen ergattern, deren Pflanzen dann zweifarbige Blüten aufweisen. Die Wunderblume kann im Garten ausgepflanzt werden, macht sich aber auch prima im Kübel. Die Pflanzen werden recht groß, haben eine gute Wirkung, als Solitär und mit anderen Stauden zusammen im Beet. Die Pflege ist einfach und unkompliziert. Erfahren Sie mehr über diese tolle Blühpflanze. Lesen Sie weiter!

Kurzer Steckbrief der Wunderblume
  • Stammt ursprünglich aus Mittelamerika, wahrscheinlich aus Mexiko
  • Heute in vielen tropischen Regionen beheimatet
  • In Europa nur als winterharte Zierpflanze genutzt
  • Wuchshöhe bis 1 Meter, bei idealen Bedingungen auch darüber, bis 2 Meter
  • Besitzt Wurzelknollen
  • Blütenstände enthalten 6 bis 7 Blüten
  • Sehr angenehmer Blütenduft
  • Blüten öffnen sich erst am späten Nachmittag
  • Blüten locken Nachtfalter an
  • Blütenfarben – weiß, rosa, kräftig pink und gelb. Besonders interessant sind zweifarbige Blüten.
  • Blüten halten nur einen Tag, aber sie erscheinen massenhaft, so sind immer genug vorhanden
  • Blütezeit – Juni bis Oktober

Die Pflege der Wunderblume

Die Pflege der Wunderblume ist unkompliziert. Die Pflanzen sind sehr robust und gesund und wenig anfällig für Krankheiten. Selbst Schädlinge treten eher selten auf. Wichtig ist der passende sonnige Standort. Günstig ist, wenn er etwas windgeschützt ist. An das Substrat werden keine großen Anforderungen gestellt. Nährstoffe und Wasser benötigen die Pflanzen reichlich. Besonders Kübelpflanzen müssen regelmäßig gegossen werden. Schneiden muss man nicht und die Überwinterung der Knollen ist ausgesprochen einfach zu bewerkstelligen. Alles in allem sind Wunderblumen dankbare Blühpflanzen, die in keinem Garten oder auf keiner Terrasse fehlen sollten.

Standort

WunderblumenstrauchDer Standort sollte so sonnig wie möglich sein und dabei etwas windgeschützt, denn die Halme werden lang. Bei starkem Wind können junge Triebe brechen. Ansonsten ist wichtig, dass Wunderblumen ausreichend Platz haben. Im Laufe der Jahre werden sie nämlich immer größer, sowohl in der Höhe, als auch im Umfang.
  • Unbedingt sonnig, am besten volle Sonne
  • Eignen sich für Beete, Rabatten, aber auch für die Pflanzung in Kübeln
  • Machen sich gut auf Balkonen und Terrassen
  • Sogar als Zimmerpflanzen können Wunderblumen kultiviert werden.
  • Die Pflanzen benötigen ringsum Platz, der muss eingeplant werden
  • Je mehr Jahre so eine Knolle alt ist und gepflanzt wurde, um so größer und höher werden die Pflanzen
  • Eine Pflanze kann nach ein paar Jahren durchaus etwa einen Quadratmeter Platz beanspruchen.

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäß

Wunderblumen gedeihen in jeder Erde. Man benötigt kein extra zusammengestelltes Substrat, wie bei vielen anderen Exoten. Die Knollen und Pflanzen sind da absolut anspruchslos. Wichtig ist, dass die Erde durchlässig und locker ist. Am besten gedeihen Wunderblumen in sehr sandigem, leichten Substrat. Auch an das Gefäß stellen die Blumen keine Ansprüche. Es muss genügend Platz bieten und standfest sein.
  • Wenig anspruchsvoll
  • Locker und durchlässig
  • Am besten sehr sandig.

Pflanzen

Das Pflanzen ist einfach. Man setzt die Knollen entweder in ein Pflanzgefäß oder direkt in die Gartenerde. Je nach dem Stand des


Austriebs kann man die Knolle noch mit Erde bedecken oder man lässt das erste zarte Grün oben herausschauen. Ältere Knollen haben eine ziemliche Größe. Dementsprechend muss das Pflanzgefäß ausgewählt werden. Ansonsten gibt es wenig zu beachten. Natürlich darf die Knolle nicht verletzt werden.
  • Einzeln wirken Wunderblumen nicht halb so schön, wie in Gruppen gepflanzt.
  • Für die gleiche Anzahl an Knollen wird jedes Jahr ein etwas größeres Gefäß benötigt.

  Mehrjährige Wunderblumen wurzeln im Beet tief und sind im Herbst schwer wieder aus dem Boden zu bekommen. Eine Option ist, sie erst in ein Gefäß zu pflanzen, mit großen Abzuglöchern im Boden und dieses dann einzugraben. So bekommt man die Knollen ganz einfach aus der Erde.

Gießen und Düngen

Wunderblumen benötigen sowohl ausreichend Wasser, als auch Nährstoffe. Beim Wasser kommt es auf die Temperaturen und die Sonneneinstrahlung an. Hitze und Sonne machen es manchmal nötig, zweimal am Tag zu wässern. Nährstoffe sind nötig für eine lange Blütezeit und viele Blüten. Bei richtiger Pflege sind Wunderblumen wahre Dauerblüher, von Juni/Juli bis weit in den Herbst hinein.
  • Gelbe WunderblumePflanzen benötigen viel Wasser.
  • Vor allem im Kübel müssen sie regelmäßig und reichlich mit Wasser versorgt werden.
  • Wenn Wasser fehlt, hängen Blätter und Halme schlaff nach unten. Sie richten sich nach einer Wassergabe aber schnell wieder auf.
  • An heißen Tagen kann es nötig sein, morgens und abends zu gießen.
  • Dann macht auch ein Untersetzer Sinn, der morgens mit Wasser gefüllt wird. Abends ist er leer.
  • Dauerhaft nasse Füße sind aber ungesund.
  • Ist es nicht übermäßig warm und sonnig, benötigt die Pflanze nicht so viel Wasser.
  • Auch Nährstoffe werden reichlich benötigt.
  • Man fängt mit dem Düngen an, wenn die ersten grünen Spitzen aus der Erde schauen.
  • Gedüngt wird anfangs alle vier Wochen.
  • Während der Blüte 14tägig düngen.
  • Handelsüblicher Flüssigdünger für Blühpflanzen ist ausreichend.
  • Während der Überwinterung wird nicht gedüngt.

Schneiden

Wunderblumen müssen nicht geschnitten werden. Sie treiben und blühen eine Saison und dann wird das Gießen eingestellt und die Halme und Blätter werden schlaff und ziehen ein. Sie werden abgeschnitten, wenn die Knollen für die Überwinterung aus dem Boden genommen werden. Wichtig ist, verblühte Teile regelmäßig zu entfernen. Das regt die Pflanze zur erneuten Blütenbildung an.

Überwinterung

Die Knollen der Wunderblume müssen frostfrei überwintert werden. Das gelingt in der Regel nur im Inneren eines Hauses oder einer Wohnung. Zwar soll es möglich sein, mehrere Jahre alte Wunderblumen im Freien zu überwintern, stark geschützt versteht sich, aber mir

wäre das Risiko zu groß. Die Knollen sind so einfach zu überwintern, brauchen keine Pflege und nehmen wenig Platz ein, da bin ich lieber auf der sicheren Seite.
  • Violette WunderblumeDie Knollen auszugraben ist etwas schwierig, da sie tief wurzeln. Man muss die Grabegabel verwenden und tief in die Erde gehen. Je älter die Knollen sind, um so fester verankern sie sich.
  • Aus einem Pflanzgefäß bekommt man die Knollen dagegen leicht.
  • Die Knollen sollten gut von anhaftender Erde befreit werden. Wenn man zuvor nicht mehr gegossen hat, geht das ganz problemlos. Die

    trockene Erde kann einfach  vorsichtig abgeklopft werden.
  • Die Knollen werden in Kisten oder andere geeigneten Gefäße gelegt.
  • Oft wird angegeben, die Knollen in Erde zu  legen. Ich dagegen lege sie offen hin. Sicher kann man beides tun.
  • Die Knollen sollten möglichst dunkel aufbewahrt werden. Bei mir liegen sie auf dem Dachboden, unter der Dachschräge, aber nicht zu weit weg vom Fenster. Sie bekommen etwas Licht, aber nicht viel.
  • Die idealen Temperaturen liegen zwischen 5 und 10°C.
  • Man soll die Erde feucht halten, damit die Knolle nicht austrocknet und sogar ab und an mal gießen. Ich tue das nicht. Allerdings überwintern in dem Raum viele Pflanzen, die auch mehr oder weniger regelmäßig Wasser bekommen. Die Luftfeuchte ist durch die Verdunstung also nicht ganz so tief und das reicht den Knollen.
  • Wenn es ab Februar/März heller wird, fangen die Knollen bei mir an, etwas auszutreiben. Das kann man sie schon einpflanzen (Gefäß) und wärmer stellen.
  • Ich warte damit, bis ich den Kübel gleich ausstellen kann, meist bis Mitte April.
  • Wer zeitig blühende Wunderblumen haben möchte, sollte beizeiten einpflanzen, warm und hell stellen und gießen.
  • Da die Pflanzen keinen Frost vertragen, müssen sie evtl. wieder ins Warme gestellt werden, sollte noch einmal welcher angesagt werden.

  Hin und wieder wird empfohlen, die Wunderblume gleich im Pflanzgefäß überwintern zu lassen, im entsprechenden Quartier versteht sich. Im Frühling kann man den Kübel einfach wieder raus stellen. Wer Platz genug hat, kann das so tun. Ich würde aber dringend empfehlen, neue Erde zu verwenden. Wunderblumen saugen die Erde förmlich leer, sie brauchen sie auf. Da muss dringend ein neues Substrat verwendet werden, sonst können sie sich nicht so toll entfalten.

Vermehrung

Die einfachste Art, Wunderblumen zu vermehren ist durch Aussaat. Wer eine Pflanze hat, kann jede Menge Samen ernten und zur Vermehrung nutzen. Ansonsten gibt es sie auch überall zu kaufen. Die runden, etwa erbsengroßen dunklen Samen sind recht groß, im Vergleich zur Blüte jedenfalls. Wer keine Pflanze hat, kann die Samen käuflich erwerben. Sie sind preiswert und leicht zu bekommen. Auf alle Fälle sollten die Samen trocken und dunkel aufbewahrt werden.
  • Rosa WunderblumeDie Aussaat ist denkbar einfach.
  • Wichtig sind ausreichend Wärme und Feuchtigkeit.
  • Am besten verwendet man Anzuchterde, es reicht aber auch ein humoses und lockeres Substrat.
  • Gut geeignet sind kleine Anzuchtgefäße, für jeweils nur einen oder zwei Samen.
  • Ausgesät wird etwa im März
  • Die Samen keimen nach etwa 10 bis 14 Tagen
  • Werden die Samen vor dem Pflanzen in warmes Wasser gelegt, beschleunigt das den Keimungsprozess. 24 Stunden sind dafür völlig ausreichend.
  • Sobald die Wurzeln der Keimlinge unten aus den Abzugslöchern wachsen, ist es Zeit, sie in größere Gefäße umzutopfen.
  • Ab einer Größe von etwa 20 cm beginnt sich die Knolle der Jungpflanzen zu bilden.Ansonsten besteht noch die Möglichkeit, die Wunderblume durch Stecklinge zu vermehren. Das gelingt im Frühjahr. Geschnitten werden Kopfstecklinge, von den neu austreibenden Knollenpflanzen.
  • Geschnitten werden 10 bis 15 cm lange frische Triebe.
  • Günstig ist, die Schnittflächen in Bewurzlungshormon zu tauchen.
  • Dann werden sie eingepflanzt. Als Pflanzsubstrat eignet sich ein Gemisch aus Sand und Torf, welches gut angefeuchtet sein muss.
  • Ideal ist, diese Töpfe in einen Vermehrungskasten zu stellen. Die Temperatur sollte konstant bei 24°C gehalten werden.
  • Innerhalb von 8 bis 10 Wochen bilden sich Wurzeln. Wenn diese ausreichend kräftig sind, können die Pflänzchen in größere Gefäße gesetzt werden.

  Die Vermehrung durch Samen ist deutlich unkomplizierter als die Stecklingsvermehrung. Die Erfolgsrate ist viel höher. Wenn man schon eine Knolle hat, von der Stecklinge geschnitten werden können, kann man auch auf die Samen warten und im nächsten Jahr aussäen.

Krankheiten und Schädlinge

Wunderblumen sind robust und kaum anfällig für Krankheiten. Ich habe meine fünf Knollen seit Jahren und hatte noch nie mit irgendwelchen Krankheiten zu tun. Schädlinge kommen vor, aber auch nicht so häufig, wie bei anderen Pflanzen. Wenn der Standort stimmt und die Pflanzen in guter Erde stehen und regelmäßig Wasser und Nährstoffe erhalten, gibt es kaum einmal Probleme.

Häufige Fragen

Woher stammt der Name „Wunderblume“?
Genau weiß das keiner. Allerdings ist er wohl einem Umstand zu verdanken, nämlich dem, dass die Wunderblume an einem Stängel in zwei verschiedenen Farben blühen kann. Es kommt nicht so sehr häufig vor und ich habe keine solche Pflanze, aber es gibt welche, die Blühen z.B. Weiß und Pink an einem Stängel, aus einer Knolle heraus. Keiner kann erklären, wieso das so ist, aber es ist eine Tatsache. Ich habe lediglich pinkfarbene Blüten, die etwas heller und dunkler gemustert sind, aber schon die finde ich toll. Ich bin immer auf der Suche nach zweifarbigen. Die sind wirklich faszinierend und eben ein Wunder. Wie viele Blumen gibt es, die so blühen?

Lohnt sich eine Überwinterung der Knollen?
Für mich ja. Die Überwinterung der Knollen hat den Vorteil, dass sie jedes Jahr größer werden. Dementsprechend bringen sie jedes Jahr größere Pflanzen hervor. Durch Aussaat gezogene Pflanzen blühen auch schön, bleiben aber deutlich unter der Größe der Knollenpflanzen, vor allem der mehrjährigen Knollen. Es werden ziemliche Giganten, sehr auffällig und richtig gute Solitärpflanzen. Selbst unter großen Stauden fallen sie auf. Ich kultiviere die Knollen im Gefäß und da ist es leicht, sie im Herbst aus der Erde zu bekommen.