Ziergräser - Pflege, Schneiden und winterharte Sorten


Zebragras - Miscanthus sinensisVielfältig, dekorativ und robust - Ziergräser werden auch in deutschen Gärten immer beliebter. Dabei lassen sich die beliebten Gewächse je nach Art an fast jedem Standort und an unterschiedlichen Böden kultivieren und gelten als äußert robust und pflegeleicht. Wer dann auch den richtigen Pflegeschnitt beherrscht, die Pflanzen regelmäßig wässert und bei empfindlichen Sorten auf einen optimalen Winterschutz achtet, kann sich lange über die dekorativen Gräser freuen. Dabei ist die Handhabung so einfach, dass sie auch Anfängern leicht gelingt.

Kurzer Steckbrief zu Ziergräsern:
  • Ziergräser präsentieren meist einen außergewöhnlichen Halmwurf
  • meist verfügen die Gewächse zusätzlich über ein äußerst dekoratives Herbstlaub
  • mittelgroße bis große Gräser wirken besonders gut in lockerer Folge in Staudenrabatten
  • kleine Formen gehören in den Steingarten
  • Gräser können mit Schnittblumen kombiniert und zu Sträußen zusammengefasst werden
  • meist lassen sich Ziergräser je nach Art gut trocknen

Schatttige Standorte

Steife Segge - Carex elataZu den beliebten winterharten Ziergräsern, die im Schatten oder im Halbschatten gedeihen, gehören diverse Seggensorten, von denen die Morgensternsegge besonders beliebt ist. Die Pflanze, die ursprünglich aus Nordamerika stammt und bis zu 80cm hoch wird, zeigt außerordentlich dekorative, lineal-lanzettliche und dreikantige Blätter mit gelben Ähren. Besonders auffällig erscheint das Gras jedoch aufgrund seiner großen, morgensternartigen Fruchtstände. Das anspruchslose Gewächs gedeiht am besten innerhalb von Staudenbeeten oder am Gehölzrand; Kombinationen sind mit niedrigen Solidago und anderen Halbschattenstauden möglich. An den Boden werden keine besonderen Ansprüche gestellt: Die Morgensternsegge gedeiht auf jedem kalkhaltigen Substrat.

Auch der Riesenwaldschwingel wächst auf herkömmlicher Gartenerde, die nicht besonders aufbereitet werden muss. Es handelt sich hierbei um eine bis 150cm hohe Ziergrassorte, die flache und breit zugespitzte Blätter zeigt und besonders wertvoll zur Unter- und Beibepflanzung ist. Besonders dekorativ wirkt das Gras in Gemeinschaft mit schattenliebenden Stauden innerhalb von Naturgärten.

Eine dritte bekannte Ziergrasart, die in schattigen Bereichen gedeiht und mit herkömmlicher Gartenerde auskommt, stellt der Zwergbambus dar. Mit durchschnittlich 50cm wird das rötlich schimmernde, behaarte Gewächs vor allem als Bodendecker eingesetzt und für Steingärten oder Wassermotive verwendet. Allerdings sollte man diese Sorte aufgrund des beträchtlichen Ausbreitungsdrangs am besten in einen Container setzen.

Neben den Ziergräsern, die bei herkömmlicher Gartenerde gedeihen, sind auch Variationen für sumpfige und feuchte Substrate im Angebot. Hierzu gehört vor allem die Riesensegge, die einen Meter hoch werden kann und beeindruckende Halme mit herabhängenden Ähren präsentiert. Das Gewächs eignet sich aufgrund seiner imposanten Erscheinung auch zur Solitärbepflanzung, insbesondere an Sumpf- und Wassermotiven in Naturgärten und Parkanlagen.

Sonnige bis halbschattige Standorte

Rohr-Pfeifengras - Molinia arundinacea Zu den Ziergräsern, die sowohl in der vollen Sonne als auch im Halbschatten gezogen werden könne, gehören folgende Sorten:
  • Riesenpfeifergras
  • Schirmbambus
  • Bergsegge
  • Simse
  • Bambus
Die meisten Gräser, die in diesen Bereichen angesiedelt werden können, präsentieren sich sehr pflegeleicht und kommen mit normalem Gartenboden gut zurecht. Als besonders anspruchslos gilt der Schirmbambus, der aus Mittelchina stammt, eine herausragende Größe von bis zu vier Metern erreichen kann und sich deshalb hervorragend als Einzelstellung eignet. Die kompakt aufrecht wachsende Pflanze mit den rohrartigen Halmen passt sowohl in Steingärten, als auch in Naturgärten mit Wassermotiven oder an Gehölzränder und lässt sich hervorragend mit Wasserstauden kombinieren.

Auch die Bergsegge wächst auf normalem Gartenboden, der im Idealfall jedoch möglichst kalkhaltig sein sollte. Das Gewächs gehört zu den besonders niedrigen Pflanzungen mit durchschnittlich 30cm Gesamtgröße und wächst horstartig mit bräunlicher Herbstfärbung und schwefelgelben, pinselartigen Blütenständen. Neben Steingärten, Staudenrabatten und Gehölzrändern lässt sich die Bergsegge vor allem hervorragend für Fels- oder Mauerfugen verwenden oder in Pflanzentröge setzen. Dekorative Kombinationen sind vor allem mit Anemonen und Adonis möglich.

Einen ebenfalls kalkhaltigen Boden bevorzugt das Riesenpfeifergras, das mannshohe, schmale Halme ausbildet und eine besonders hübsche, goldbraune Herbstfärbung hervorbringt. Das Ziergras eignet sich in Einzelstellung vor allem in Heidegärten oder Staudenrabatten und lässt sich hervorragend als Schnittgras für die Vase verwenden.
Zahlreiche Gräser, die in der Sonne und im Halbschatten gedeihen, bevorzugen hingegen feuchtere Substrate. Hierzu gehört vor allem die Simse, die besonders für Hobbygärtner mit einer Teichanlage interessant ist. Das rinnige, stumpfgrüne Gewächs, das bis zu einem Meter hoch werden kann, eignet sich vor allem für Tümpel, Teiche und Sumpfbecken.

Sonnige Standorte

Chinaschilf - Miscanthus sinensis purpurascens Nicht zuletzt gedeihen zahlreiche Ziergräser auch in sehr sonnigen Gartenbereichen. Hierzu gehören vor allem folgende Sorten:
  • Pfahlrohr
  • Fuchsrote Segge
  • Riesenchinaschilf
  • Wimperperlgras
  • Bambushirse
Als besonders robust und pflegeleicht gilt das Pfahlrohr, das in jedem normalen Gartenboden kultiviert werden kann und durch seine Gesamthöhe von bis zu drei Metern äußerst imposant wirkt. Die Blätter werden bis zu 70cm lang und wachsen in lanzettllicher Form; die rispenartigen Blütenähren kommen in unseren Breiten leider nicht zur Blüte. Besonders interessant ist das Gras wiederum für Hobbygärtner, die ein Gewässer in ihre Gartenanlage integriert haben; hier passt das Gewächs in die Nähe von Tümpel oder Teiche und wird dann bevorzugt in Einzelstellung eingesetzt.

Ebenfalls auf normalem Gartenboden, der jedoch gerne etwas kalkhaltig und
mager sein darf, gedeiht die Fuchsrote Segge; das Gewächs, das ursprünglich aus Neuseeland stammt, wird maximal einen halben Meter hoch und wächst aufrecht, graziös und in lockeren Büschen. Zu einer besonderen Attraktion wird die Segge jedoch aufgrund seiner außergewöhnlich schönen Wirkung im Winter; zusammen mit dem Raureif, der sich während der kalten Jahreszeit auf den rotbraunen, langen Blättern bildet, ergibt sich ein äußerst dekoratives Bild. Besonders dekorative Elemente entfaltet auch das Riesenchinaschilf, das mit etwas Glück auch in unseren Breiten blüht. Die schilfartig überhängenden Halme, die bis zu 350cm hoch werden, wirken besonders hübsch als Solitärstaude an Wasserbecken, im Rasen oder Gräsergarten sowie als Hintergrund für Staunderabatten. Damit das Riesenchinaschilf besonders gut wächst, hat es sich bewährt, ein nahrhaftes, tiefgründiges Substrat zu verwenden.

Einen tiefgründigen Boden bevorzugt auch die Bambushirse, die etwa einen Meter groß wird und breitovale Blätter und kurze braune Ähren in kurzen Rispen ausbildet. Das Ziergras lässt sich innerhalb von Großstaudenbeeten pflanzen und in Heideflächen integrieren und wirkt auch am Wasser oder am Gehölzrand dekorativ; vor allem aber dient das Gewächs frisch geschnitten als Vasenschmuck.

Sehr dekorativ wirkt auch das Wimperperlgras, das graugrüne Blätter ausbildet und einen halben Meter hoch wird. Als Haupteinsatzgebiet kommen vor allem Stein- und Naturgärten in Frage, in die das Gras in Kombination mit Stipa gepflanzt werden kann. An das Substrat stellt dieses Ziergras nur wenige Ansprüche; ein normaler Gartenboden, der im Idealfall kalkhaltig ist, eignet sich für die Kultivierung besonders gut.

Pflege und Überwintern

Schirmbambus - Fargesia nitidaZiergräser präsentieren sich im Allgemeinen sehr robust und pflegeleicht. Wichtig sind vor allem folgende Maßnahmen:
  • eine regelmäßige Bewässerung
  • sorgfältiges Unkrautjäten
  • eine vorsichtige Düngung
Vor allem nicht winterharte Ziergräser sollten bereits im Herbst auf die bevorstehende kalte Jahreszeit vorbereitet werden. Da das eigene Laub einen guten Winterschutz darstellt, sollten solche Sorten nicht geschnitten werden. Hohe Gräser bindet man oben und in der Mitte zusammen, damit der Schnee die Halme nicht auseinanderdrücken kann. Auf diese Weise wird zugleich ein optimaler Schutz vor niedrigen Temperaturen erzielt. Bei besonders kalten Wintern sollte man den Bereich rund um die Gräser zusätzlich mit etwas Vlies bedecken; alternativ kann auch ein Laubhaufen als Winterschutz dienen.

Schneiden

Zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen bei Ziergräsern gehört der regelmäßige Rückschnitt. Bei den meisten Sorten erfolgt das Schneiden im Frühjahr kurz vor dem neuen Austrieb und nicht im Herbst; auf diese Weise erzielen die Gewächse auch während der kalten Jahreszeit dekorative Elemente, wenn sie mit Raureif oder aber mit Pulverschnee überzogen sind. Darüber hinaus stellt das vertrocknete Pflanzenmaterial, wenn es über den Winter an dem Gras belassen wird, einen ausgezeichneten Schutz der Wurzel vor Erfrierung dar.  

Bei winterharten Sorten sollte der Rückschnitt bereits im Spätherbst erfolgen; die Blütenstände beschneidet man direkt nach dem Verblühen, um eine Selbstaussaat und damit eine unkontrollierte Verbreitung der Pflanze zu vermeiden. Die Schneidemaßnahmen selbst erfolgen so, dass so viel wie möglich von den abgestorbenen Pflanzenteilen entfernt wird, ohne jedoch eine Beschädigung des Gewächses herbeizuführen.

Bärenfellgras - Bärenfell-SchwingelZiergräser werden stets eine Handbreit über dem Boden geschnitten. Allerdings sollte man während dem Schneiden genau hinsehen: Sind bereits neue Triebe vorhanden, darf der Schnitt keinesfalls zu radikal ausgeführt werden. In diesem Fall sind die alten, vertrockneten Halme lediglich aus dem Grasbüschel herauszuziehen. Außerdem gilt, dass das frische Grün innerhalb der neuen Triebe nach den Schneidemaßnahmen möglichst nicht zu sehen sein sollte; wer hier zu tief schneidet, kann leicht der neue Blatttrieb verletzt und dessen Spitze in bräunlicher Verfärbung austreiben. Diese braunen Stellen müssen später dann in einem separaten Vorgang entfernt werden. Diverse Sorten benötigen überhaupt keinen Rückschnitt; hierzu gehören:
  • Federgras
  • Blauschwingelgras
  • Bärenfell
Bei diesen Sorten ist ein gezieltes Durchkämmen vollkommen ausreichend, das am besten mit den Fingern durchgeführt wird. Auf diese Weise legt man die verwelkten Halme frei.

Pflanzen

Ziergräser können je nach Art und Sorte sowohl an sonnigen, halbschattigen als auch an schattigen Bereichen innerhalb der Grünanlage gepflanzt werden. Am ausgewählten Standort hebt man ein Pflanzenloch von doppelter Größe des Wurzelballens aus und schlägt bei hochwachsenden Gräsern zusätzlich einen Stützbalken ein. Nachdem man den Boden des Lochs etwas aufgelockert hat, legt man eine Schicht aus Granulat, Kies oder Tonscherben aus, um eine optimale Drainage zu gewährleisten, während der Aushub mit Gartenkompost, Hornspänen und Sand versetzt wird.

Bevor das Gewächs in das Pflanzenloch gegeben werden kann, sollte der Wurzelballen in einem Eimer mit Wasser gewässert werden, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Anschließend gibt man über der Drainage eine Schicht Gartenerde aus und setzt dann das Gras hinein, bevor Lücken mit dem Substrat aufgefüllt werden. Das Substrat rund um die Pflanze verfestigt sich schneller, wenn man diesen Bereich sorgfältig fest tritt. Jetzt kann auch eine gezielte Bewässerung erfolgen. Beim Pflanzen von mehreren Exemplaren muss der für diese Sorte gängige Abstand stets eingehalten werden.

Alternativ zur Bepflanzung im Freibeet kann man Ziergräser auch in einen Kübel setzen, der anschließend auf die Terrasse oder den Balkon gestellt wird. Beim Einpflanzen sollte man folgende Aspekte beachten:
  • Pflanzengefäß mit einem Ablaufloch wählen
  • das Loch wird mir Tonscherben, Granulat oder Kies bedeckt
  • Substrat: je eine Teil Blumenerde, Sand und Kompost
  • auf die Drainage eine Schicht Substrat auslegen
  • gut gewässerte Pflanze in die Mitte des Topfes positionieren
  • Lücken mit Substrat füllen
  • sorgfältig angießen

Vermehren

Die meisten Ziergräser lassen sich sehr unkompliziert über gezielte Teilung vermehren. Am besten funktioniert die Vervielfältigung im Frühjahr: Man hebt mit der Grabegabel die einzelnen Horste aus der Erde und zieht diese anschließend vorsichtig mit den Händen auseinander. Die einzelnen Stücke werden dann in Pflanzentöpfe gesetzt, die mit sandig-humoser Erde gefüllt sind. Vielfach ist auch ein direktes Einsetzen in das Freibeet möglich. 

Häufig gestellte Fragen

Kann die Vermehrung von Ziergräsern auch mit Samen erfolgen?
Eine Vermehrung über gezielte Aussaat wird seltener vorgenommen, weil die meisten Samen nicht sortenrein sind.

Das Gräserbeet wirkt insgesamt recht unordentlich. Woran kann das liegen und was ist zu tun?
Meist wirken Gräserbeete unordentlich, wenn unterschiedliche Arten durcheinander gepflanzt werden. Deshalb gilt: Am besten beschränkt man sich auf zwei bis vier Sorten, die in Gruppen gesetzt werden. Es hat sich bewährt, in Hinblick auf Höhe und Aussehen sehr unterschiedliche Arten einzusetzen.  Niemals sollte man einzelne Gräser durcheinander pflanzen.