Zimmertanne, Araucaria heterophylla - Pflege & Schneiden


ZimmertanneAuf den australischen Norfolk-Inseln gedeiht im milden, ganzjährig frostfreien Klima die einzige Tanne, die sich als Zimmerpflanze eignet. In ihrer natürlichen Umgebung reckt sich die Zimmertanne zwar bis 60 Meter gen Himmel. In den Wohnräumen europäischer Hobbygärtner stoppt ihr Wachstum hingegen bei 2 Metern. Dieses Attribut qualifiziert die Araucaria heterophylla zum idealen Kandidaten, um repräsentative Dielen, imposante Wohnräume oder majestätische Empfangshallen dekorativ im harmonischen Größenverhältnis zu begrünen. Eine adäquate Pflege einschließlich des sachkundigen Schneidens ist mit einem gewissen Maß an Erfahrung in der Hobbygärtnerei leicht zu bewältigen.

Kurzer Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Araukariengewächse (Araucariaceae).
  • Bezeichnung der Art: Zimmertanne.
  • Wissenschaftlicher Name: Araucaria heterophylla.
  • Beheimatet im gemäßigten Klima der Norfolk-Insel.
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur bis zu 200 cm.
  • Natürlicher Habitus in konischer Form.
  • Grau-braune, geschuppte Borke.
  • Dunkel- bis hellgrüne, 4-5 mm lange nadelförmige Blätter.
  • Weibliche Zapfen bis 18 cm, männliche Zapfen bis 4 cm lang.
  • Weitere Bezeichnung: Norfolk-Tanne.
Neben der konischen Wuchsform besticht die Zimmertanne mit der spiralförmig angelegten Nadeltracht. Es lohnt sich, beim Kauf eines Exemplars die Anordnung der Zweige genau in Augenschein zu nehmen. Idealerweise sind die Zweigansätze eines jungen Baumes auf mindestens 3 Etagen verteilt, denn auf einen regulierenden Schnitt reagiert die Norfolk-Tanne in späteren Jahren zumeist recht ungehalten.

Standort und Substrat

Auf der heimatlichen Norfolkinsel im Pazifischen Ozean herrscht subtropisches Klima. Damit sind die wesentlichen Rahmenbedingungen definiert, unter denen eine Zimmertanne in den hiesigen Regionen gedeihen und überleben kann.
  • Im Sommer am hellen, nicht vollsonnigen Standort.
  • Kurzzeitige Morgen- und Abendsonne schadet dem Baum nicht.
  • Unter direkter Mittagssonne ist eine Beschattung unverzichtbar.
  • Ideal sind Temperaturen von 18° bis 23° Celsius.
  • Hohe Luftfeuchtigkeit, die proportional zur Temperatur steigt.
Ab 10° bis 15° Celsius Außentemperatur fühlt sich die Tanne auch auf dem Balkon oder der Terrasse heimisch, solange sie dort nicht unter den Einfluss praller Sonneneinstrahlung gerät. Um am Standort eine konstant hohe Luftfeuchtigkeit von mindestens 80 % zu erzielen, wird die Zimmertanne wiederholt mit weichem Wasser besprüht. Als unterstützende Maßnahme hat sich ein mit Kieselsteinen und Wasser gefüllter Untersetzer bewährt. Nicht zu vergessen die zahlreichen Luftbefeuchtergeräte, die der Handel für jeden Geldbeutel mittlerweile bereithält.

  Eine gleichmäßige Wuchsform wird gefördert, indem die Araucaria heterophylla regelmäßig jeweils um 20° gedreht wird.

Eine Norfolk-Tanne bevorzugt eine leicht saure Pflanzerde, in der sie ihre Wurzeln ausbreiten kann. Reine Rhododendronerde weist allerdings einen zu geringen pH-Wert aus. Folglich entscheiden erfahrene Hobbygärtner, eine eigene, individuelle Mischung herzustellen, die den Bedürfnissen der Zimmertanne entgegenkommt.
  • Handelsübliche Blumenerde mit Torf, Moorbeet- oder Azaleenerde anreichern.
  • Zusätzlich Perlite, Sand oder Bims untermischen zur Verbesserung der Durchlässigkeit.
  • Alternativ eine Mischung aus Gartenerde, Kompost, Rindenmulch und feinkörnigem Splitt.
Über gute Erfahrungen berichten Gartenfreunde bei der Verwendung von Heideerde, die durch Zugabe von Laub eine lockere Konsistenz erhält. Da es selbst für den Profi schwierig ist, auf Augenmaß festzustellen, ob sich der pH-Wert zwischen 4 und 5 bewegt, ist es ratsam, einen Bodentest durchzuführen, der Gewissheit gibt.

Pflanzen und Umtopfen

Eine Zimmertanne, die soeben in der Baumschule oder dem Gartencenter erworben wurde, wird umgehend in einen Kübel mit frischem Substrat
  • Ein geeigneter Kübel verfügt über eine Öffnung im Boden als Wasserablauf.
  • Unverzichtbar ist eine Drainage aus Kies, Bims oder Tonscherben über der Bodenspalte.
  • Idealerweise liegt ein luft- und wasserdurchlässiges Vlies bereit.
  • Ausgebreitet über der Drainage wird durch diese Auflage verhindert, dass sie verstopft.
  • Die Zimmertanne im Topf kommt in einen Eimer Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
Im Anschluss an diese Vorbereitungen, füllt der Hobbygärtner zunächst eine Schicht des Substrats über der Drainage ein. Daraufhin pflanzt er das ausgetopfte, junge Araukariengewächs mittig im Kübel ein, wobei er die Erde wiederholt mit der Faust leicht andrückt, damit sich keine Hohlräume bilden. Wichtig zu beachten ist, dass die Norfolk-Tanne nicht tiefer in die Erde kommt als bisher, weil ansonsten die Gefahr von Stammfäule besteht. Ein ca. 5 cm hoher Gießrand verhindert, dass später kein Wasser-Substrat-Gemisch auf den Boden plätschert. Ebenso verfährt der Pflanzenfreund beim Umtopfen der Zimmertanne. Da der Baum nur sehr langsam wächst, ist diese Maßnahme lediglich alle 2 bis 3 Jahre im Frühjahr vonnöten; spätestens dann, wenn die Wurzeln aus der Öffnung im Kübelboden herauswachsen.

  Wer von Beginn an daran denkt, den Kübel mit der Norfolk-Tanne auf einem Pflanzenroller zu platzieren, hat später keine Probleme, den ausgewachsenen, schwergewichtigen Baum zu rangieren.

Gießen und Düngen

Die Zimmertanne kennt als subtropische, immergrüne Pflanze nur zwei Jahreszeiten: Die warme, regenreiche Vegetationsphase von April bis September und die kühle, trockene Winterpause von Oktober bis März. Darauf abgestimmt erfolgt die Wasser- und Nährstoffversorgung.
  • Pflanzen düngenIm Frühling und Sommer die Norfolk-Tanne reichlich gießen.
  • Der Wurzelballen darf zu keiner Zeit austrocknen, jedoch nicht in Staunässe geraten.
  • Sobald die Oberfläche angetrocknet ist, wird gewässert (Daumenprobe).
  • Ausschließlich gesammeltes Regenwasser oder entkalktes Leitungswasser verwenden.
  • Einen Untersetzer ohne Kieselsteine spätestens nach 20 Minuten entleeren.
Im Verlauf der Hauptwachstumsphase erhält die Araucaria heterophylla alle 14 Tage einen Flüssigdünger für Grünpflanzen oder ein Spezialpräparat für Tannen. Von einer stickstoffbetonten Überdüngung ist dringend abzuraten, weil diese ein unerwünschtes Wachstum der Zweige in die Länge nach sich zieht (ähnlich dem Vergeilen bei Grünpflanzen) mit dem Ergebnis, dass die Äste letztendlich schlaff herabhängen. Ab August erhält die Zimmertanne keine zusätzlichen Nährstoffe mehr, damit die Triebe für die Winterpause ausreifen können.

  Erfahrene Hobbygärtner raten zur Verwendung eines sauren Azaleendüngers in leicht verdünnter Form, weil dessen Inhaltsstoffe

Überwintern

Ende September/Anfang Oktober tritt die Araucaria heterophylla in die Phase der Winterruhe ein. Befand sich ihr Platz bislang in einem Raum, der im Winter beheizt wird, ist der Umzug in ein kühleres Winterquartier unumgänglich. Angesichts eines Standortes in einer nur leicht beheizten Eingangshalle oder eines ungeheizten Wintergartens, erübrigt sich ein derartiger Aufwand. Folgende Rahmenbedingungen unterstützen eine gelungene Überwinterung der subtropischen Zimmertanne:
  • Konstante Temperaturen zwischen 5° und 10° Celsius.
  • Die Gießmenge so knapp bemessen, dass der Wurzelballen nicht austrocknet.
  • Trotzdem ab und zu mit weichem Wasser leicht einsprühen.
  • Während der Winterpause keinen Dünger verabreichen.
Je kühler die Schneiden Da eine Zimmertanne aus altem Holz nicht wieder austreibt, stellt sich ein Schnitt als die schwierigste Komponente in der Pflege dar. Während bei anderen Bäumen in der Natur, wie beispielsweise Obstbäumen, ein Schnitt wichtig ist für die Erhaltung von Vitalität und Gesundheit, wirkt er sich bei einem Araukariengewächs eher kontraproduktiv, wenn nicht gar zerstörerisch aus. Einzig das Aufasten von unten her kann in Erwägung gezogen werden. Dabei werden einzelne Äste bis auf den Astring komplett vom Stamm abgetrennt, sodass nur noch die Krone der Norfolk-Tanne verbleibt. Einen zu lang gewachsenen Ast kann der erfahrene Hobbygärtner ableiten. Das bedeutet, er wird nicht einfach gekürzt, sondern an einer Verzweigung auf einen benachbarten, schwächeren Ast zurückgeschnitten, der dann die Funktion der Spitze übernimmt.

  Bei einer Zimmertanne nie die Krone kappen, wenn sie zu groß wird. Vorteilhafter ist, von unten her den Baum aufzuasten, um den Stamm an der Basis zu kürzen.

Vermehren

Hobbygärtner, die eine Vermehrung ihrer Zimmertanne beabsichtigen, verfügen idealerweise bereits über adäquate Erfahrungen, einen langen Geduldsfaden und lassen sich durch Rückschläge nicht aus der Ruhe bringen.

Aussaat

  • Nur ganz frisches Saatgut aus dem Fachhandel ist geeignet.
  • Die beste Zeit für die Aussaat ist im zeitigen Frühjahr.
  • Anzuchttöpfe mit Torf-Sand-Gemisch füllen.
  • In jeden Topf einen einzelnen Samen stecken.
Substrat und Samen werden mit angefeuchtetem Sphagnum bedeckt und in der Folgezeit nicht gegossen aufgrund der hohen Fäulnisgefahr. Während der Sommermonate an einem schattigen, gut durchlüfteten Ort bei 18° bis 25° Celsius aufbewahren. Das Sphagnum entnimmt der Luft die erforderliche Feuchtigkeit. Bis zum Herbst haben sich die ersten Kleinpflanzen entwickelt, die im Haus bei 10° bis 12° Celsius überwintern und nur ab und zu ein wenig Wasser erhalten, damit sie nicht austrocknen. Erfahrungsgemäß dauert es bis zum 3. Jahr nach der Aussaat, bis sich eine eigenständige Zimmertanne entwickelt hat, die wie ein adultes Exemplar kultiviert wird.

Stecklinge

Pflanzen mit Erde
  • Geeignet sind ausschließlich Kopfstecklinge.
  • Beste Zeit für den Schnitt ist im Winter.
  • Ein Astquirl sowie eine Mittelknospe sind vorhanden.
  • Den Schnitt 4 cm unterhalb des Astquirls ansetzen.
Nährstoffarmes Substrat wird in 9-cm-Töpfe gefüllt und jeweils ein Steckling so tief eingepflanzt, dass der Astknoten über der Erde steht. Das Substrat mit kalkarmem Wasser anfeuchten und eine Klarsichtfolie über das Gefäß spannen. Bei einer konstanten Temperatur von 18° bis 22° Celsius vollzieht sich die Bewurzelung innerhalb von 2-3 Monaten. Die Folie sollte täglich gelüftet werden, um einer Schimmelbildung vorzubeugen. Da die Schnittstellen der Stecklinge an der Zimmertanne nicht wieder zuwachsen und somit das Erscheinungsbild des Baumes erheblich beeinflussen, gehen ästhetisch orientierte Hobbygärtner nach einem Vermehrungssystem vor, das zwar eine längere Zeit in Anspruch nimmt, den eleganten Habitus der Norfolk-Tanne hingegen nicht beeinträchtigt. Bei dieser Variante der Vermehrung erfolgt zunächst die Aussaat, wie beschrieben. Im 3. Jahr sind die Jungtannen kräftig genug, um die erwünschten Stecklinge zu liefern, die sich innerhalb weniger Monate zu formschönen, jugendlichen Zimmertannen kultivieren lassen.

Häufig gestellte Fragen

Mitten im Winter fallen die hübschen Wedel der Zimmertanne ohne Vorwarnung ab. Woran kann das liegen?
Herabfallende Wedel sind ein untrügliches Zeichen für einen zu warmen Standort der Zimmertanne. Platzieren Sie den Baum so schnell wie möglich um in ein kühleres, luftiges Quartier bei 5° bis 10° Celsius. Es ist zu befürchten, dass die verlorenen Wedel nicht wieder nachwachsen. Achten Sie daher in Zukunft darauf, ob die Zweige straff nach oben gerichtet sind, denn dann fühlt sich die Norfolk-Tanne gut aufgehoben.

Meine Norfolk-Tanne verbringt den Winter in einem kühlen, gut durchlüfteten und hellen Raum. Trotzdem wirft sie ihre Nadeln ab. Was mache ich nur falsch?
Rieseln die Nadeln der Zimmertanne zu Boden, ist entweder die Luft zu trocken oder der Wurzelballen dürstet nach Feuchtigkeit. Selbst während des Winters sollten Sie die Norfolk-Tanne ab und zu mit gesammeltem Regenwasser einsprühen. Da sie als immergrüne Pflanze zu jeder Jahreszeit Wasser verdunstet, benötigt auch der Wurzelballen hin und wieder eine Dosis Gießwasser, damit er nicht vertrocknet.

Wie stelle ich fest, welchen pH-Wert mein für die Zimmertanne selbst gemischtes Substrat aufweist?
In gut sortierten Gartencentern und Baumärkten erhalten Sie preisgünstige Test-Sets, mit deren Hilfe Sie den pH-Wert im Handumdrehen ermitteln. Da der pH-Test auf einer Färbereaktion basiert, sind chemische Vorkenntnisse nicht erforderlich. Färbt sich der Teststreifen rot, befindet sich das Substrat im sauren Bereich. Erscheint eine Blaufärbung, bewegt sich der Wert im oberen Bereich, wohingegen Violett die neutrale Mitte signalisiert.