Schädlinge

Die besten Tipps zur Rattenbekämpfung ohne Gift


Rattenbekämpfung ohne Gift - Offene Giftbox

Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.

Wenn ein Befall mit Ratten bemerkt wird, sind Angst, Ekel und Abscheu meist die ersten Reaktionen. Direkt gefolgt von dem Auslegen von Gift. Immerhin sollen die unliebsamen Schädlinge schnell beseitigt werden. Doch derlei Köder sind weder die langfristig wirksamste, noch die sicherste Lösung. Von der notwendigen Entsorgung der Kadaver ganz zu schweigen. Eine Rattenbekämpfung ohne Gift ist daher nicht nur für ausgesprochene Tierfreunde die beste Wahl. Auch für alle anderen sind die schonenden und doch wirksamen Maßnahmen deutlich besser geeignet und sicherer.

Gift: gefährlich und wenig sinnvoll?

Warnschild "Rattengift ausgelegt"

Die Gründe für eine Rattenbekämpfung mit Gift liegen auf der Hand:

  • einfach erhältlich
  • schnell und simpel in der Anwendung
  • kostet wenig
  • kurzfristig wirksam

Kein Wunder also, dass so viele bei einer vermeintlichen oder tatsächlichen Rattenlage zu ihm greifen. Die Nachteile bleiben dabei aber meist unerwähnt. Zu diesen zählen unter anderem:

  • Kadaver toter Tiere müssen schnell beseitigt werden
  • Geruchsbelästigung
  • tote Ratten locken andere Schädlinge an
  • Erfolg oft eher kurz- als langfristig, da keine Beseitigung der eigentlichen Gründe für den Befall
  • Gefährlichkeit des Gifts auch für Haustiere und Menschen

Gefahr durch Ratten?

Wer in Haus, Hof oder Garten auf eine Ratte trifft, geht in der Regel von einer Plage aus. Das ist aber durchaus nicht immer der Fall. Oft genug sind einzelne Ratten, ein Rattenpaar oder sogar ein ganzer Familienverband schlicht auf der Suche nach einem neuen Zuhause. Sie befinden sich also nicht auf dem Vormarsch, sondern auf der Durchreise und sind damit kein Grund zur Sorge. Anders verhält es sich bei Ratten, die tatsächlich ihr Lager in Gartenlaube oder Garage aufgeschlagen haben.

Nagespuren an Kartons
Nagespuren an Kartons

Anzeichen für einen anhaltenden und damit handlungsbedürftigen Befall sind:

  • Sicht- oder riechbarer Kot und Urin
  • Fraßspuren
  • wiederholte Rattensichtungen
  • Laufspuren, wie tatsächliche Pfotenabdrücke oder verschmutzte Schmierspuren an den Wänden
  • ein Rattennest

Warum Ratten bekämpfen?

Ratten selbst und die Parasiten, die sie auf sich tragen – wie Zecken und Flöhe – übertragen teilweise ernsthafte Krankheiten. Die dafür verantwortlichen Keime finden sich in Urin, Kot und Blut der Nager, können jedoch auch direkt durch die genannten Parasiten übertragen werden. Sind Ratten im Haus oder in dessen Umgebung unterwegs, werden ihre Hinterlassenschaften und Körperflüssigkeiten also zur potenziellen Quelle für Infektionen. Besonders aber nicht ausschließlich davon gefährdet sind Haustiere und kleinere Kinder. Die Rattenbekämpfung ohne Gift beseitigt die Infektionsgefahr, schafft dabei aber kein erneutes Gesundheitsrisiko durch giftige Stoffe.

Vorbeugung

Ratten am Müll

Ratten lassen sich nicht wahllos nieder. Stattdessen sorgt ihre Intelligenz dafür, dass sie sehr überlegt vorgehen und neben instinktiven Faktoren auch Erlerntes bei der Entscheidung miteinbeziehen. Grundsätzlich wollen und benötigen sie eine Futterquelle in unmittelbarer Umgebung, Sicherheit und ausreichend Platz. Sie werden ihr Nest also nicht in einer allzu beengten Nische bauen, die ständig von Katzen, Füchsen und Mardern frequentiert wird. Und in deren Umkreis Nahrung Mangelware ist. Hinzu kommen gesammelte Erfahrungswerte. Hat eine Ratte der Gruppe festgestellt, dass Garagen ungünstig oder unsicher sind, wird sie ihre Familie am Nestbau in einer solchen hindern. Wichtig ist weiterhin, dass die Nager jedwede Lücke und Schwachstelle ausnutzen werden. Das gilt auch dann, wenn die Ritze zu klein erscheint, um auch nur einen Nagerkopf durchzulassen.

Für die Vorbeugung bedeutet dies Folgendes:

  1. Mögliche Futterquellen beseitigen: Komposthaufen, Essenabfälle, Mülltonnen schließen, mit Draht, Metall, widerstandsfähigem Kunststoff oder Glas schützen
  2. Mögliche Verstecke beseitigen: regelmäßiges Aufräumen oder Säubern selten aktiv genutzter Räume, Verwendung dichtschließender Boxen aus Metall oder Kunststoff
  3. Lücken schließen: offene Kellerfenster, Spalten oder Löcher insbesondere in Kanalisationsnähe unbedingt verschließen, beispielsweise mit Metallgittern, Bürsten- oder Gummistreifen, Risse ausbessern, Rückstauklappen in Rohren installieren

Bekämpfung und Abwehr

Besteht noch kein Rattenproblem, reichen vorbeugende Maßnahmen bereits aus. Anders verhält es sich, wenn die Nager bereits ein Nest etabliert haben. Zwar helfen die obig genannten Maßnahmen auch dann, für einen schnelleren Erfolg sind jedoch zusätzliche Schritte notwendig. Diese fallen in die fünf folgenden Kategorien.

Rattenbekämpfung ohne Gift - Lebendfalle
Ratte in Lebendfalle
  • Fallen
  • Abwehrende Geruchsstoffe
  • Natürliche Feinde
  • Schließen von Verstecken und Bauten
  • Abschreckende Geräusche

Lebend- und Todfallen

Rattenfallen erscheinen zwar die logische Alternative zu Giftködern zu sein, zahlreiche Vertreter der Nagetiere sind jedoch zu schlau, um – wortwörtlich – in die Falle zu treten. Die beste Lösung sind hier noch Lebendfallen, die mit Erdnussbutter, Schokolade, Nugatcreme oder anderen süßen Verlockungen bestückt werden. Neben dem richtigen Köder ist es entscheidend, die Falle zügig und natürlich weitab vom eigenen Heim zu leeren. Sobald der Rest der Rattenfamilie bemerkt, dass Mitglieder gefangen werden, werden sie die Fallen meiden.

Tipp: Hilfreich kann es sein, die Humanfallen für Ratten immer wieder anders aussehen zu lassen und mit verschiedenen Ködern zu bestücken.

Abwehrende Geruchsstoffe

Eine der wohl sanftesten und für den Menschen angenehmsten Rattenbekämpfungsmaßnahmen ohne Gift ist das Ausbringen von Geruchsstoffen. Gewählt werden sollten intensive Düfte, in Form von ätherischen Ölen oder zerstoßenen Gewürzen.

Rattenbekämpfung ohne Gift - Gewürznelken
Gewürznelken

Geeignet sind:

  • Zitrusdüfte, wie Zitrone, Limette und Orange
  • Pfefferminze
  • Kamille
  • Gewürznelke

Für die menschliche Nase weit weniger angenehm, aber ebenfalls wirksam ist Essigessenz. Effektiv sind auch Terpentine, allerdings kann dieses nur beschränkt eingesetzt werden. Ebenfalls nicht für Innenräume geeignet sind Tiergerüche, die den Ratten die Anwesenheit von natürlichen Feinden wie Hunde, Katzen und Mardern, vorgaukeln sollen. Fellhaare, Kot, gut und damit geruchsintensives, benutztes Katzenstreu oder die Einstreu aus einem Frettchenkäfig – was für menschliche Nasen nach den jeweiligen Tieren stinkt, erfüllt diesen Zweck auch bei den Ratten. Auch der Geruch von Ziegen soll die Nager vertreiben.

Damit die abwehrenden Geruchsstoffe tatsächlich wirken, müssen zunächst die Gänge und Wege der Ratten gefunden werden. Getränkte Tücher und Streu dienen dazu, den Geruch in den Gängen auszubreiten. Hierzu werden sie in die Eingänge dieser gestopft und der Bau im Anschluss mit einer Steinplatte oder ähnlichem abgeschlossen. Der Verschluss muss möglichst schwer sein und sollte dicht schließen. Die Wege können direkt mit ätherischen Ölen gewischt werden. Alternativ ist auch das Auslegen durchtränkter Lappen sinnvoll.

Tipp: Streu, Kot und Fellhaare können in engmaschigen Netzbeuteln oder Stoffsäckchen ausgelegt werden – so verbreiten sie ihren Geruch, ohne die Umgebung zu verunreinigen.

Natürliche Feinde

Rattenbekämpfung ohne Gift - Katze als Feind
Katze als natürlicher Rattenfeind

Alle Tiere, die Jagd auf die unerwünschten Nager machen, eignen sich zur Rattenbekämpfung ohne Gift. Dazu gehören

  • Hunde
  • Katzen
  • Marder
  • Füchse
  • Waschbären.

Nun ist es natürlich wenig sinnvoll, Haustiere allein zu diesem Zweck anzuschaffen oder Wildtiere anzulocken. Zumal nicht alle Vertreter der genannten Arten geborene Rattenfänger sind. Ihre Gegenwart kann aber zumindest für den Moment abschreckend wirken.

Anstatt Nachbars Katze vom Beet zu jagen, sollte diese also willkommen sein. Aber bitte nicht nur, bis keine Ratten mehr zu sehen sind. Denn verschwindet die Katze, kehren diese nicht selten zurück. Auch Füchse sollten Gartenbesitzer willkommen heißen, sofern diese keine Krankheitsanzeichen aufweisen. Alternativ können Bekannte mit Hunden eingeladen werden. Toben diese mehrmals über die Wiese oder rennen durch das Haus, wird es den Ratten unheimlich und sie werden sich nach einer sichereren Bleibe umsehen. Urlaubsbetreuung für die Frettchen von Freunden, ebenso wie für Katzen und Hunde wirkt weiterhin abschreckend. Wer langfristig etwas Gutes tun möchte und dabei die Ratten verschrecken will, kann auch Pflegetiere aufnehmen.

Schließen von Verstecken und Bauten

Rattenbekämpfung ohne Gift - Rattennest
Rattennest

Das Verschließen und Abdichten von Lücken eignet sich bereits als vorbeugende Maßnahme, kann jedoch ebenfalls zur giftlosen Rattenbekämpfung eingesetzt werden.

Dabei ist allerdings etwas Geduld gefragt, da sich die ungeladenen Gäste meist wieder durch die Absperrungen nagen. Damit wird der Aufenthalt an dieser Stelle aber mühsam und langfristig schlicht ungemütlich. Neben Löcher und Spalten sollten im Freien auch sämtliche Gänge verschlossen werden. Das Einfüllen von Geruchsstoffen und Steinen sowie das Auflegen einer schweren Steinplatte machen diesen Ausgang für schnelle Fluchten ungeeignet und auch das erneute Graben ist mühsamer.

Abschreckende Geräusche

Handelsübliche Ultraschallgeräte können kurzzeitig wirken, wenn die Ratten das Geräusch noch nicht kennen. Allerdings können sie auch auf die Ohren von Menschen und Haustieren gehen. Zudem gewöhnen sich die Ratten recht schnell an das unangenehme Geräusch und zeigen sich langfristig wenig beeindruckt. Als dauerhafte Rattenbekämpfung ohne Gift oder abschreckende Maßnahmen sind diese also nicht geeignet.

Umfassende Rattenbekämpfung

Ratten sind – wie bereits erwähnt – anpassungsfähig und intelligent. Was ein Mitglied der Gruppe lernt, wird wenn möglich sofort an alle anderen weitergegeben. Eine einzelne Maßnahme der Bekämpfung bringt daher in der Regel keinen Erfolg. Es muss daher eine umfassende Abwehr erfolgen. Wer Lücken verschließt und mögliche Verstecke und Futterquellen beseitigt, hat bereits eine gute Basis gelegt. Fallen, abwehrende Gerüche und die Anwesenheit natürlicher Feinde sollten aber ebenfalls dazu gehören. Und das am besten im Wechsel, denn Ratten passen sich nun einmal rasant an. Aller paar Tage sollte man daher den Duftstoff wechseln, das Aussehen der Fallen ändern oder die Art des Köders austauschen.

Häufig gestellte Fragen

Funktioniert eine Rattenbekämpfung ohne Gift überhaupt?

Immer wieder wird behauptet, das einzig Wirksame gegen Ratten sei Gift oder direkt ein Kammerjäger. Oder ein Ultraschallgerät. Das stimmt schlicht nicht. Die giftfreie Bekämpfung kann etwas mehr Geduld erfordern, zeigt sich langfristig aber ebenso effektiv und dabei schonender.

Beseitigt die Anschaffung einer Katze das Rattenproblem?

Wer vielleicht ohnehin den Einzug einer Katze geplant hat, kann sich durch die Anwesenheit von Ratten noch motivierter fühlen. Aber nicht jede Katze wird die Nager jagen. Einige haben Angst vor den großen Ratten und werden eher das Weite suchen, als zur Jagd aufzubrechen. Eine Katze ist also keine Garantie.


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Tipps für Schnellleser

  
- Eine Rattensichtung spricht nicht immer für eine Plage
- Bekämpfung ist erst notwendig, wenn sich Ratten dauerhaft zeigen oder Spuren sichtbar sind
- Giftköder wirken nur kurzfristig und sind nicht immer praktisch aber gefährlich
- Ein rattensicheres Zuhause ist die beste Vorbeugung
- Giftfreie Abwehr kann und sollte auf mehreren Wegen erfolgen
- Nahrungsentzug ist effektiv
- Geruchsstoffe wirken abwehrend und abschreckend
- Humane Fallen können mit den richtigen Ködern Wirkung zeigen
- Bauten und Gänge müssen verschlossen werden
- Natürliche Feinde oder deren Geruch wirken abschreckend
- Giftfreie Bekämpfung muss umfassend erfolgen und erfordert im Normalfall etwas Geduld
- Erneute Plagen lassen sich nur durch entsprechende vorbeugende Maßnahmen erreichen

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