Gartenarbeiten

Regentonne abdichten: 6 Methoden mit Kleber


Regentonne abdichten

Regentonnen bestehen meist aus Kunststoff, der auf die Witterung reagiert. Risse und Löcher sind deshalb keine Seltenheit. Eine Entsorgung ist unnötig, denn es gibt verschiedene Klebe-Methoden, mit denen Sie jedes Loch der Regentonne abdichten können.

Vorbereitung

Um ein Loch abzudichten, ist bei einer Regentonne aus Kunststoff eine kurze Vorbereitung erforderlich. Diese sieht folgendermaßen aus:

  • zunächst Wasser vollständig herauslassen, um Regentonne Spannung durch Wasserdruck zu nehmen
  • danach zu bearbeiteten Bereich gut säubern und trocknen
  • vor Kleber-Verwendung Fläche großzügig mit feinem Schmirgelpapier anrauen (Körnung zwischen 180 und 220)
  • nur auf staubfreier Fläche arbeiten
Leere Regentonne

Primer

Um bei Riss- und Loch-Reparaturen eine bessere Haftung von Flüssigklebern auf einer Kunststoff-Regentonne zu erzielen, ist die Verwendung von einem Plastik-Primer (Haftvermittler) empfehlenswert. In der Regel sind die Oberflächen aus Polyethylen oder Polypropylen gefertigt. Diese verfügen über eine geringe Oberflächenenergie, was folglich zu einer verminderten Klebehaftung führt. Durch einen speziell für Kunststoff entwickelten Primer wird dementsprechend die Haftfähigkeit verbessert. Das ist insbesondere zum Abdichten von Regentonnen wichtig, weil durch den Wasserdruck der Kleber einer hohen Belastbarkeit ausgesetzt wird. Angeboten werden Kunststoff-Primer auch als “Aktivator”.

Klebe-Methoden

Es stehen verschiedene Methoden zur Auswahl, die ein zuverlässiges Abdichten einer Regentonne ermöglichen. Die im Folgenden genannten Varianten sind nicht grundsätzlich für jede Loch- und Riss-Größe geeignet. Deshalb sollte bei der Entscheidung der passenden Methode stets darauf geachtet werden, wofür sie sich am besten eignet. In manchen Fällen bedarf es zudem neben dem Klebematerial weiteren Utensilien.

1. Zwei-Komponenten-Kleber

Eine der stärksten Haltbarkeit bietet der Zwei-Komponenten-Kleber. Dabei handelt es sich aus einem 2-teiligen reaktiven Flüssigkleber. Vertrieben wird dieser auch unter den Namen “Strukturklebstoff” und “Konstruktionskleber”. Hierbei werden zwei verschiedene Substanzen kurz vor der Anwendung miteinander vermengt.

Der wesentliche Unterschied zu herkömmlichen Klebstoffen liegt in der chemischen Reaktion, die eine Aushärtung bewirkt, anstatt durch die Verflüchtigung von Lösungsmitteln oder Wasserteilen. Dadurch entsteht ein sehr hoher Härtegrad, der auch dem Wasserdruck einer vollgefüllten Regentonne standhalten kann. Des Weiteren ergibt sich daraus eine höhere Dichte des Zwei-Komponenten-Klebers, was zu einer zuverlässigeren Riss- und Loch-Abdichtung führt. Verwendung sollte ein Zwei-Komponenten-Kleber finden, der speziell zum Verkleben für Plastik hergestellt ist, wie er beispielsweise von Pattex angeboten wird.

Anleitung

  • Vorbereitung durchführen
  • gemischten Kleber mit Spachtel oder Ähnlichem dick auf Riss oder Loch auftragen
  • unbedingt auf Blasenfreiheit achten
  • Klebefläche sollte mindestens zehn Zentimeter über die Riss-/Lochkanten hinausgehen
  • für das Abdichten größerer Löcher erst Glasfasergewebe auflegen (verhindert das Durchfließen des Klebers)
  • im Idealfall Klebevorgang innen und außen vornehmen
  • Trockenzeit: temperaturabhängig – bei Zimmertemperatur etwa zwölf Stunden
  • zur Optik-Optimierung nach Trocknung Klebeoberfläche glattschleifen und in Tonnenfarbe streichen/besprühen (nur bei Bedarf) 
  • Methode besonders gut zum Abdichten großer Risse/Löcher geeignet (inklusive Glaserfasermatte)

 2. Heißkleber

Regentonne abdichten - Heißklebepistole

Mit einem Heißkleber sind Kleber-Temperaturen bis zu 200 Grad Celsius zu erreichen. Durch die Erhitzung und das Auftragen auf Risse und Löcher wird eine Kunststoff-Schicht gebildet. Die flüssige, heiße Form sorgt für eine verhältnismäßig hohe Dichte, weil die Inhaltsstoffe durch die Schmelze optimal ineinanderlaufen und so aushärten können. Allerdings löst sich der Heißkleber durch Feuchtigkeit schnell wieder. Aus diesem Grund ist der direkte Wasserkontakt zu vermeiden und zuerst eine geeignete Abdeckung auf Risse und Löcher aufzulegen, die dann mit dem Heißkleber befestigt wird.

Anleitung

  • Vorbereitung durchführen
  • Abdeckmaterial wählen und zurechtschneiden (es eignen sich beispielsweise ein Fahrradschlauch – Material muss wasserundurchlässig und flexibel sein)
  • Größe Abdeckmaterial: muss mindestens zehn Zentimeter in allen Richtungen über Riss-/Lochkanten hinausgehen
  • Heißluftkleber AUßEN rundherum dick um Loch/Riss auftragen
  • zweite Klebeumrandung in zwei Zentimetern Abstand zur ersten Klebelinie
  • Abdeckmaterial auflegen und für etwa fünf Minuten fest andrücken
  • gut antrocknen lassen (etwa 15 Minuten)
  • nochmals einen Kleberand direkt an vorherigen ansetzen, festdrücken und 15 Minuten warten
  • anschließend restliche Unterseite des Abdeckmaterials mit Heißkleber bestreichen und für circa fünf Minuten festdrücken 
  • empfohlene Wartezeit bis Wassereinfüllung: 12 Stunden
  • Methode eignet sich nur für kleinere Risse und Löcher

3. Silikonkleber

Bei einem Silikonkleber handelt es sich um ein Silikon, das über Klebeigenschaften verfügt. Überwiegend sind sie als transparente Kleber erhältlich. Da Silikon nur begrenzt witterungsbeständig ist, eine Regentonne aber meist durchgehend der Witterung ausgesetzt ist, reicht die Verwendung von Silikonkleber für ein längerfristiges Abdichten nicht aus. Weil Silikon aber hervorragende wasserabweisende und abdichtende Eigenschaften aufweist, ist es eine ideale Alternative zur Heißkleber-Methode.

Anleitung

  • wie unter Heißkleber beschrieben, aber:
  • innerhalb der ersten fünfzehn Minuten mehrmals kurz, aber kräftig andrücken
  • empfohlene Wartezeit bis zur Wassereinfüllung: 24 Stunden
  • geeignet für kleine und mittelgroße Risse/Löcher

4. Sekundenkleber

Regentonne abdichten - Kleber

Es sind für die Riss- und Lochreparatur an einer Regentonne spezielle Sekundenkleber zu kaufen. Sie bestehen in der Regel aus einem Set, in dem ein Aktivator enthalten ist. Dieser sorgt dafür, dass der Kleber einen optimalen Grund vorfindet und auf diese Weise über eine deutlich verbesserte Haltbarkeit verfügt. Ohne Aktivator sind die Klebeeigenschaften von Sekundenkleber gering und deshalb nicht zum Abdichten einer Regentonne geeignet.

Anwendung

  • Vorbereitung durchführen
  • Aktivator innen und außen um Risse/Löcher auftragen
  • unverzüglich Sekundenkleber darüber verteilen (Aktivator trocknet innerhalb weniger Minuten und verliert dann Funktion)
  • empfohlene Wartezeit bis Wassereinfüllung: mindestens vier Stunden
  • geeignet nur für kleine Risse/Löcher
  • nicht witterungsbeständig, deshalb relativ kurze Haltbarkeit und regelmäßige Wiederholung ratsam

Tipp: Als Erste-Hilfe-Maßnahme eignet sich die Sekundenkleber-Methode auch ohne Aktivator durchaus. Aufgrund der geringen Haftfähigkeit sollte aber zügig eine dauerhaftere Lösung unter den hier genannten Methoden angewendet werden.

5. Dichtungsband

Dichtungsbänder eignen sich für das Abdichten verschiedenster Materialien, wie auch für Risse/Löcher in Regentonnen, gleich, ob aus Kunststoff oder Metall. Je nach Produkt weisen Dichtungsbänder eine gute Witterungsverträglichkeit auf und bleiben in Form bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 90 Grad Celsisus auf. Auf der Innenseite befindet sich in der Regel ein viskoelastischer Acrylkleber. Dieser macht die hohe, dichte Haftung auf dem Untergrund aus und schafft die Abdichtung. Sehr strapazier- und belastungsfähig sind vor allem sogenannte Hochleistungs-Dichtbänder, wie sie beispielsweise von 3M angeboten werden. Die Anwendung ist simpel:

  • Schutzfolie der Klebefläche abziehen
  • Dichtungsband über Risse/Löcher legen und von Tape-Mitte zu den Rändern hin fest andrücken (nach Möglichkeit blasenfrei)
  • Wartezeit: keine
  • geeignet für kleine und große Löcher/Risse

6. Panzer-Tape

Regentonne abdichten - Panzer-Tape

Ein sehr widerstandsfähiges, klebe-intensives und robustes Klebeband ist im Panzer-Tape zu finden, das auch als Gewebeband bezeichnet wird. Es gilt als sehr beständig, wasserabweisend und hitzebeständig. Zum Abdichten einer Regentonne eignet es sich gut. Lediglich die Taperänder fransen mit der Zeit aus, sodass die Klebe-/abgedichtete Fläche kleiner wird. Mit der richtigen Anleitung kann Panzer-Tape aber dennoch das Leben von beschädigten Regentonnen um viele Jahre verlängern.

Anleitung

  • Vorbereitung durchführen
  • kleine Risse/Löcher: Tape großzügig in passender Länge zurechtschneiden, zwei bis drei Lagen versetzt übereinander auflegen, Taperänder mit senkrecht verlaufendem Tape zusätzlich fixieren
  • mittelgroße Risse/Löcher: Tape waagerecht über die abzudichtende Stelle legen und komplett um die Tonne herumdrehen, mehrere Tape-Bahnen versetzt wickeln und dabei leicht spannen
  • Wartezeit bis Wassereinfüllung: keine
  • Haltbarkeit: im Idealfall mehrere Monate
  • für große Löcher bedingt geeignet

Tipp: Wird die Regentonne meist bis über die abgedichtete Stelle gefüllt, sorgt eine Komplett-Umrandung des Dichtungsbandes für mehr Stabilität und maximale Dichtigkeit.

Häufig gestellte Fragen

Klebt normales Silikon über Löchern/Rissen an Regentonnen?

Ja und nein, weil es nur eine stark eingeschränkte Haftung auf einer Regentonne findet, was durch Witterungseinflüsse zusätzlich negativ beeinflusst wird. Ohne integrierten Klebestoff lohnt sich der Reparaturaufwand nicht, denn schlimmstenfalls hält Silikon nur wenige Minuten nach Wassereinfüllung.

Was ist die beste Abdichtungsmethode für ein großes herausgebrochenes Stück?

Für ein großes Loch eignet sich am besten die Zwei-Komponenten-Kleber-Methode mit zusätzlichem Glasfasergewebe. Damit bekommen Sie Löcher in unbegrenzter Größe wieder dicht.

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