Unkraut

Rindenmulch gegen Unkraut: was vermag Mulch?


Rindenmulch gegen Unkraut

Unkraut ist in vielen Gärten unerwünscht und Jäten eine unbeliebte Aufgabe. Eine einfache Variante zur Unkrautbekämpfung bietet Rindenmulch. Auf verschiedene Weise kann es dabei behilflich sein und effektiv vorbeugen. So wirkt Rindenmulch gegen Unkraut.

Rindenmulch

Rindenmulch gegen Unkraut

Bei Rindenmulch handelt es sich um Rindenstücke, die zerkleinert und unfermentiert sind. Zudem ist es frei von weiteren Zusätzen. In der Regel wird es zur Abdeckung der Erde benutzt. Dort bleibt es liegen und verrottet mit der Zeit. Dadurch und durch die Bodenabdeckung gehen besondere Eigenschaften davon aus, die unter anderem zur Anwendung für die Unkrautbekämpfung geeignet sind.

Licht

Unkraut wächst dort, wo sich der Samen verteilt/niederlässt. Die meisten Unkrautsamen sind Lichtkeimer. Das bedeutet, sie benötigen Tageslicht zum Keimen. Landet über ihnen eine Mulchschicht aus Baumrinde, gelangt kein Licht auf die Erdoberfläche. Die Folge: unerwünschtes Kraut gedeiht nicht. Sind Unkräuter bereits gesprossen, können auch sie vollständig abgedeckt werden und gehen ohne Tageslicht ein.

Natürliche Wachstumshemmung

Löwenzahn - Taraxacum officinale
Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Bestimmte Bäume und vor allem deren Rinde beinhalten Gerbsäure, die auch unter dem Begriff “Tannine” bekannt ist. Es ist eine Säure, welche die Natur während des Wachstums als sekundären Pflanzenstoff zum Schutz vor Fressfeinden bildet. Zur Bekämpfung von Unkräutern wirkt die Gerbsäure als eine Art “Appetitzügler”, indem sie zu einer Verminderung der Nährstoffaufnahme des Unkrauts sorgt. Das funktioniert vor allen bei den Arten, die einen nährstoffreichen Boden für ihr Wachstum benötigen. Durch Rindengehäckseltes entsteht folglich eine Nährstoff-Unterversorgung und dementsprechend kommt es zu einer Wachstumshemmung des Unkrauts. Es kann sich nicht mehr massenhaft ausbreiten und im Idealfall stirbt es ab. Für folgende Unkräuter eignet sich das Mulchen mit Rindenstückchen besonders gut:

  • Gewöhnlicher Giersch (Aegopodium podagraria)
  • Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum)
  • Hirtentäschel/Hirtentäschelkraut (Capsella)
  • Hundspetersilie (Aethusa cynapium)
  • Kleinblütiges Knopfkraut/Kleinblütiges Franzosenkraut (Galinsoga parviflora)
  • Löwenzahn (Taraxacum officinale)
  • Weiße Zaunrübe (Bryonia alba L.)
  • Wunder-Lauch/Berliner Lauch (Allium paradoxum)

Bodenauflockerung

Huflattich - Tussilago farfara
Huflattich (Tussilago farfara)

Verschiedene Unkräuter bevorzugen einen verdichteten Boden. Sie werden gern auch als sogenannte “Zeigerpflanzen” bezeichnet, weil das Wachstum solcher Unkrautarten auf eine Bodenverdichtung hinweisen, da sie ansonsten dort nicht wachsen würden. Ist das der Fall, wird es Zeit, den Boden aufzulockern. Das gelingt vor allem mit Holzrindenmulch, weil dieser zu vermehrter Aktivität der Mikroorganismen führt, wodurch es zur Erdauflockerung kommt. Zu den Zeigerpflanzen zählen folgende, die durch die Auflockerung nur noch suboptimale Lebensbedingungen inklusive Lichtentzug durch Mulchabdeckung vorfinden und größtenteils eingehen:

  • Acker-Kratzdistel (Cirsium arvense)
  • Acker-Minze (Mentha arvensis)
  • Acker-Schachtelhalm (Equisetum arvense)
  • Breitwegerich (Plantago major)
  • Gänsefingerkraut (Potentilla anserina L.; Syn: Argentina anserina (L.) Rydb.)
  • Huflattich (Tussilago farfara)
  • Kriechender Hahnenfuß (Ranunculus repens)
  • Kriech-Quecke (Elymus repens)

Hinweis: Zur Bestimmung der vorherrschenden Bodenbeschaffenheit reicht es nicht aus, wenn lediglich vereinzelt eine Zeigerpflanze wächst. Erst wenn es vier oder mehrere sind, ist dies ein Indiz dafür, dass ein Boden optimale Bedingungen für die jeweiligen Unkräuter bietet.

Saureres Bodenmilieu

Wiesenklee - Trifolium pratense
Wiesenklee (Trifolium pratense)

Durch die enthaltene Gerbsäure nimmt Rindenmulch Einfluss auf den pH-Wert des Bodens. Hier geht die Richtung ins saurere Milieu. Wächst Unkraut vorzugsweise in einem alkalischen Bodenmilieu und durch die Rindenmulchung wird die Erde saurer, kommt es zur Störung der Versorgungsaufnahme. Daraus resultiert für Unkräuter im Idealfall eine Unterversorgung mit Bodenstoffen, die sie zum Wachstum und für ihre Abwehrkräfte benötigen. Entweder sterben sie ab oder werden von anderen Pflanzen verdrängt. So lässt sich mit Rindenmulch beispielsweise dieses Unkraut bekämpfen:

  • Acker-Senf (Sinapis arvensis)
  • Fünffingerkraut (Potentilla reptans)
  • Gelber Günsel (Ajuga chamaepitys)
  • Hunds-Veilchen (Viola canina)
  • Jakobs-Greiskraut (Jacobaea vulgaris, Syn. Senecio jacobaea)
  • Klee (Trifolium)
  • Kleinköpfiger Pippau (Crepis capillaris)
  • Wiesensalbei (Salvia pratense)
  • Zypressen-Wolfsmilch (Euphorbia cyparissias)

Feuchtigkeit

Kleiner Storchschnabel - Geranium pusillum
Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum)

Handelt es sich um Unkraut, das Trockenheit liebt, ist mit einer Rindenmulchung eine erhöhte und langanhaltende Feuchtigkeit im Boden zu erreichen. Diese speichert das Wasser deutlich besser/länger. Dadurch kommt es zu einer “Übernässung” der Unkräuter, die darauf reagieren, wie jede andere Pflanze, die es eher trocken mag und plötzlich feucht steht: die Wurzeln beginnen zu faulen und sterben ab. Eine Anwendung von Rindenmulch ist deshalb besonders für folgendes Unkraut empfehlenswert:

  • Gewöhnlicher Reiherschnabel (Erodium cicutarium)
  • Kleiner Storchschnabel (Geranium pusillum)
  • Mittlerer Wegerich (Plantago media L.)
  • Sommer-Adonisröschen (Adonis aestivalis)

Tipp: Unkraut wird auch als Wildkraut bezeichnet, deren Herkunft und Namen für viele Hobbygärtner und Pflanzenliebhaber unbekannt sind. Da sich darunter auch stark giftige Exemplare befinden können, ist eine vorherige Identifizierung nicht ausschließlich wegen eventuellen Zeigerpflanzen, sondern auch zum eigenen Schutz und gegebenenfalls von Kindern und Haustieren dringend angeraten.

Rindenmulch-Material

Rindenmulch gegen Unkraut - Kiefernrinde
Kiefernrinde

Um beste Ergebnisse durch die Anwendung einer Rindenmulchung zu erreichen, sollte man auf die Holzart achten. Hier kommt es darauf an, welcher Einfluss erwünscht wird beziehungsweise, um welche Unkräuter es sich handelt.

  • Mulch aus Kiefernrinde: Klassiker, hoher Gerbsäure-Gehalt, entzieht Boden weniger Stickstoff
  • Eichenrinden-Häcksel: längere Verrottungsdauer, da sehr hart, beinhaltet viel Gerbsäure, ideal zur Unkrautbekämpfung geeignet, entzieht reichlich Stickstoff und Mineralien
  • Fichtenrindenmulch: hoher Gerbsäurenanteil, ideal gegen Unkraut einzusetzen, entzieht Boden weniger Stickstoff
  • Kleingehäckselte Pinienrinde: teurere Variante, hält bis zu dreimal so lange als Nadelholzrinde, wenig Gerbsäure, deshalb geringere Wirkung gegen Unkraut

Anleitung zum Mulchen

Ausbringen von Rindenmulch gegen Unkraut

Damit Rindenmulch, gleich, aus welcher Holzrinde es besteht, optimal gegen Unkraut wirkt, ist es wichtig, dass es richtig angewendet wird. Folgende Anleitung zeigt, wie es geht:

  • hochwachsendes Unkraut zumindest oberirdisch entfernen
  • Flächenvorbereitung: harken
  • Rindenmulch aufschütten und mit Harke gleichmäßig verteilen
  • kleine Körnung: Schichthöhe zwischen fünf und sieben Zentimeter
  • mittlere bis große Körnung: Schichthöhe zehn maximal zwölf Zentimeter
  • durch Minderung von Mineralien und Stickstoff anschließend mit Flüssigdünger begießen
  • Alternative: Rindenmulch mit geeignetem Dünger vor Auftragung vermengen

Häufig gestellte Fragen

Ist eine grobe/große oder kleinere Körnung bei Rindenmulch besser?

Das hängt davon ab, wie groß das Beet ist, auf das Rindengehäckseltes verteilt wird. Eine Faustregel besagt: je größer die Fläche, desto größer die Körnung. Auf die Wirkung nimmt es keinen Einfluss, wenn sich an die jeweils richtige Schichthöhe gehalten wird.

Gibt es Pflanzen, die Rindenmulch nicht vertragen?

Ja, die gibt es. Dabei handelt es sich in erster Linie um Pflanzen, die Sauerstoff aus der Luft benötigen, um Bodenbestandteile zu zersetzen und dadurch ihre Nährstoffe gut aufnehmen zu können. Durch eine Rindenmulchung wird die Sauerstoffzufuhr eingeschränkt und es kann zu einer Unterversorgung, zu Mangelerscheinungen und schlimmstenfalls zu einem Absterben kommen. Zu den Pflanzen gehören beispielsweise Lavendel, Rosen, Stauden sowie Prärie- und Steingartenpflanzen.

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