Ziergarten

Rosen verlieren Blätter: was tun? | 5 häufige Ursachen


Rosen verlieren Blätter

Ihre Rosen verlieren Blätter? Fallen scharenweise Rosenblätter zu Boden, können Hobbygärtner nicht zur Tagesordnung übergehen. Blattverlust inmitten der Saison stellt die royale Blütenpracht infrage. Das Schadbild wirft Fragen auf, denn verschiedene Auslöser veranlassen die Königin der Blumen zu dieser unplanmäßigen Verzweiflungstat. Für die richtigen Gegenmaßnahmen muss bekannt sein, was Rosen aus der Bahn wirft. Pflegefehler und Krankheiten rauben den Blütenschönheiten den Lebensmut. Mitunter liegen Rosen im Clinch mit infamen Schädlingen. In diesem grünen Ratgeber finden Sie 5 häufige Ursachen für azyklischen Laubfall an Rosensträuchern. Praxiserprobte Anleitungen erklären erfolgversprechende Gegenmaßnahmen. Das ist zu tun, wenn Rosen Blätter verlieren.

Ursache: Sternrußtau

SternrußtauGegenmaßnahmen: Rückschnitt, Behandlung mit Zwiebel-Knoblauch-Sud

Runde, schwarze Flecken auf den Blättern sind die Vorboten des Unheils. Sternrußtau (Diplocarpon rosae) ist eine gefürchtete Pilzinfektion und zählt zu den häufigsten Rosenkrankheiten. Treffen Rosengärtner keine Gegenmaßnahmen, droht vollständiger Blattverlust. Mit einem Zwei-Schritte-Hilfsprogramm nehmen Sie Sternrußtau den Schrecken und stärken die Abwehrkräfte betroffener Rosensträucher. Die Praxis im Rosengarten hat erwiesen, dass Sie mit folgender Vorgehensweise im frühen Befallsstadium auf chemische Fungizide verzichten können:

  • Rosenschere schärfen und desinfizieren mit Spiritus
  • befallene Pflanzenteile abschneiden
  • Schnittgut verbrennen oder im Hausmüll entsorgen
  • Blätter ober- und unterseits wöchentlich besprühen mit einem Sud aus Zwiebeln und Knoblauch

Für die Herstellung des Naturmittels schneiden Sie eine Küchenzwiebel und eine Knoblauchknolle in Stücke, die Sie für 30 Minuten in einem Liter Wasser leicht köcheln. Den abgesiebten Sud verdünnen Sie mit vier Litern Wasser. Greifen Sie auf abgestandenes Leitungswasser oder weiches Regenwasser zurück, damit keine Kalkränder entstehen. Abgefüllt in einen Handsprüher besprühen Sie das Blätterkleid Ihrer Rosen wöchentlich.

Tipp: Beste Vorbeugung gegen Blattverlust an Rosen ist ein sonniger, luftumspülter Standort. Trocknen taunasse Rosenblätter rasch ab, haben Krankheiten und Schädlinge schlechte Karten.

Ursache: Echter Mehltau

Mehltau an RosenGegenmaßnahmen: Rückschnitt, Bekämpfung mit Milch-Wasser oder Bio-Netzschwefel

Wenn bei schwül-warmem Wetter Rosen ihre Blätter verlieren, treibt Echter Mehltau (Sphaerotheca pannosa var. rosae) sein Unwesen im royalen Laubgewand. Nehmen Sie Falllaub genauer in Augenschein, erkennen Sie einen mehlig-weißen Schimmelbelag auf den Blattoberseiten. Betroffen sind fernerhin Knospen, Blütenstängel und Triebe. Als Schönwetterpilz tritt Mehltau in der Regel ab Juni in Erscheinung. Hoher Befallsdruck hinterlässt schlimmstenfalls einen kahlen Rosenbusch inmitten der Hauptsaison. Im frühen Stadium bekämpfen Sie die infamen Pilzsporen mit einem bewährten Hausmittel. Hat sich Mehltau der gesamten Rosenschönheit bemächtigt, bereiten Sie den Erregern mit einem biologischen Präparat den Garaus. So machen Sie es richtig:

  • infizierte Pflanzenteile abschneiden und in der Mülltonne entsorgen
  • auf dem Boden liegende Blätter entfernen
  • Milch-Wasser-Lösung herstellen aus 1 Liter Wasser und 125 Millilitern frischer Milch
  • zweimal wöchentlich befallene Rose und unmittelbare Pflanznachbarn einsprühen
  • im fortgeschrittenen Stadium mit Bio-Netzschwefel von Celaflor behandeln

Echter Mehltau hat primär Rosen im Visier, die infolge von Überdüngung unter weichen, mastigen Blättern leiden. Ein Übermaß an Stickstoff weicht die Epidermis von Rosenblättern auf, was den Pilzgeflechten ideale Angriffsflächen bietet. Vorbeugend empfehlen wir eine ausgewogene, organische Nährstoffversorgung mit Kompost oder Rindenhumus. Wahlweise düngen Sie Ihre Rosen mit einem organischen Spezialdünger ohne ausgeprägten Stickstoff-Anteil.

Ursache: Rosenrost

RosenrostGegenmaßnahmen: Ackerschachtelhalm-Brühe oder Gemüse-Pilzfrei Polyram

Symptomatisch für Rosenrost (Phragmidium mucronatum) sind gelborange bis rotbraune Flecken auf den Blattoberseiten. Weisen abgefallene Blätter zusätzlich dunkle Ränder auf sowie gelbliche, langgezogene Sporenlager auf den Blattunterseiten, besteht kein Zweifel am Befall mit der verbreiteten Pilzkrankheit. Sind vereinzelte Blätter betroffen, beheben Sie mit einem Naturmittel das Problem. Gegen hohen Befallsdruck beendet ein gut verträgliches Fungizid aus dem Gemüseanbau den Blattverlust. So handeln Sie richtig:

  • Blätter mit Rosenrost aus dem Garten entfernen
  • im Frühstadium bekämpfen mit Ackerschachtelhalm-Brühe
  • 1000 g frische Ackerschachtelhalm-Blätter in 10 l Wasser 2 Stunden köcheln, abkühlen und abseihen
  • Brühe verdünnen mit weichem Wasser im Verhältnis 1 zu 10
  • an 3 Tagen vormittags aufsprühen
  • stark befallene Rosen behandeln mit Gemüse-Pilzfrei Polyram gemäß Anleitung des Herstellers

Die Wirksamkeit von Schachtelhalm gegen Rosenrost ist so überzeugend, dass bekannte Hersteller von Pflanzenschutzmitteln den Sud fix und fertig anbieten. Vorreiter ist die Firma Neudorff mit Schachtelhalm-Extrakt. Weitere Anbieter sind Aries, Bellaflora und Florissa.

Tipp: Rosensorten mit einfachen Blüten trumpfen auf mit robuster Resistenz gegen Krankheiten, Schädlinge und widrige Witterung. Fernerhin bereichern die Naturschönheiten den bienenfreundlichen Garten, weil üppig gefüllte Blüten emsigen Bienen und Hummeln keinen Nektar spenden.

Ursache: Rosenblattlaus

RosenblattlausGegenmaßnahme: Bekämpfung mit Seifenlösung

Unter tausenden Blattlausarten hat sich die Rosenblattlaus (Macrosiphum rosae) spezialisiert auf die Königin der Blumen. Mit 3 bis 4 Millimetern sind die grünen Läuse nicht zu übersehen, wenn sie sich über Blätter und Triebe hermachen. Kontrollieren Sie Ihre Rosen vom Frühjahr bis zum Sommer alle paar Tage auf einen Befall, um den daraus folgenden Blattverlust mit diesem Hausmittel einzudämmen:

  • 40 Gramm reine Kernseife, 1 Teelöffel Spiritus auflösen in 1 Liter warmem Wasser
  • einfüllen in eine Sprühflasche
  • wiederholt auf Ober- und Unterseiten der Blätter aufsprühen

Rosenblattläuse sind clever und bilden Abwehrstrategien gegen Seifenlösung, wenn das Hausmittel häufig angewendet wird. Wechseln Sie hin und wieder zu einem Niem-haltigen Präparat, um einer Resistenz entgegenzuwirken. Das Mittel Neem-Plus-Schädlingsfrei von Neudorff enthält Niem und Rapsöl, um dreisten Rosenblattläusen den Garaus zu bereiten.

Ursache: Nährstoffmangel

Flüssigdünger verabreichen - Rosen verlieren BlätterGegenmaßnahme: Bodenaktivator und organisch-mineralischen Dünger verabreichen

Wer den hohen Nährstoffbedarf von Rosen unterschätzt, wird mit Blattverlust bestraft. Rosen zählen zu den stark zehrenden Pflanzen und sind auf regelmäßiges Düngen angewiesen. Weisen abgefallene Blätter keine Indizien auf für Krankheiten und Schädlinge, stellen Sie bitte die Nährstoffversorgung auf den Prüfstand. So düngen Sie darbende Rosen mit Blattverlust vorbildlich:

  • flüssigen Pflanzenstimulator Vitanal-Rosen wöchentlich ins Gießwasser zur schnellen Nährstoffversorgung
  • Anfang April und Ende Juni idealerweise düngen mit abgelagertem Rinderdung oder Stallmist in Pelletform
  • Ende Juli/Anfang August einmalig mit Kalium düngen zwecks Stärkung der Winterhärte
  • alternativ organischen Spezialdünger für Rosen verabreichen gemäß Anleitung des Herstellers

Organischer Dünger hat den Vorteil, dass im gleichen Zug das Bodenleben aktiviert und gestärkt wird. Damit sich Regenwürmer und Kollegen ihrer wichtigen Humusproduktion widmen können, leisten Kompost und Dung einen wertvollen Beitrag. Ist die Nährstoffversorgung im Lot, bleiben Rosenblätter fortan dort, wo sie hingehören.

Häufig gestellte Fragen

Wir haben Rosensträucher im sandigen Boden gepflanzt. Kann das die Ursache für Blattfall im Sommer sein?

Karger, magerer Sandboden stellt für viele Rosen eine extreme Herausforderung dar. Wenn es an Nährstoffen mangelt, werfen die Pflanzen einen Großteil ihrer Blätter ab, um Energie zu sparen. Indem Sie die Bodenqualität optimieren, gleichen Sie das Defizit aus. Arbeiten Sie jährlich gut verrotteten Kompost in die Erde ein. Alle 3 Jahre verbessern Sie das Substrat mit 200 Gramm Geohumus je Quadratmeter. Verabreichen Sie Anfang April und Ende Juni einen organischen Rosendünger.

Nach einer bitterkalten Nacht Anfang Mai verlieren unsere Rosen ihre Blätter. Was tun?

Verspätete Bodenfröste sind ein häufiger Grund für unplanmäßigen Blattverlust an Rosen. Schneiden Sie erfrorene Triebe zurück bis ins gesunde Holz. Setzen Sie die Schere dort an, wo das Gewebe im Triebinneren hell, cremefarben bis saftig grün ist. Anschließend bringen Sie das Wachstum in Schwung mit einem organischen Rosendünger oder einer großzügig gemessenen Portion Kompost.

Die Blätter unserer Rosen färben sich gelb, bevor sie abfallen. Gut zu erkennen sind die grünen Blattadern. Welche Ursache steckt dahinter?

Sie beschreiben das typische Erscheinungsbild von Eisenmangel. Verantwortlich für die Unterversorgung mit Eisen ist zumeist ein zu hoher Kalkgehalt im Boden, der das wichtige Spurenelement festlegt. Die Blätter vergilben mit deutlich erkennbaren grünen Blattadern und fallen ab. Eine Blattdüngung mit Chelat transportiert Eisen direkt auf die verbliebenen Blätter. Gießen Sie zukünftig primär mit gesammeltem Regenwasser und düngen Sie nicht mehr mit Gartenkalk.

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