Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.
Die Rotbuche trägt den botanischen Namen Fagus sylvatica und ist ein häufig gesehener Laubbaum in den heimischen Wäldern. Der Baum verzaubert mit einer prächtigen Blattfärbung im Herbst, die verschiedene und strahlende Rot- und Orangetöne annehmen kann. Zum Beginn des Frühlings besticht Fagus sylvatica mit einem frischgrünen Laubaustrieb, der diesen Laubbaum sehr schön und edel aussehen lässt.
Da die Rotbuche zu den Bäumen gehört, die in den hiesigen Breitengraden beheimatet und die vorliegenden Standortbedingungen gewöhnt sind, ist die Pflege relativ einfach. Darüber hinaus kann die Pflanze auch als Rotbuchenhecke kultiviert werden und als Sichtschutz dienen.
Steckbrief
- Einheimischer Laubbaum, an hiesige Standortbedingungen gewöhnt
- Sattgrünes Blattwerk, verfärbt sich zum Herbst in bunten Farbtönen von Rot bis Orange
- Wächst sehr schnell und erreicht enorme Wuchshöhen von bis zu 40 m
- Kommt sowohl mit sonnigen als auch mit schattigen Standorten zurecht
- Lässt sich als Hecke kultivieren und dient der Sichtbegrenzung
- Stellt keine hohen Ansprüche an den Erdboden, insgesamt sehr anspruchslos
- Erste Blütezeit nach 15-20 Jahren
- Bildet Bucheckern als Früchte aus, jedoch erst nach ca. 30 Jahren
- Extrem winterhart und robust, braucht keinen zusätzlichen Winterschutz
- Reagiert empfindlich auf Verunreinigungen in der Luft und im Boden
Standort & Pflanzsubstrat
Die Rotbuche ist in den Wäldern von Mitteleuropa beheimatet und kommt deshalb als ansässiger Laubbaum sehr gut mit den hiesigen Bedingungen zurecht. Fagus sylvatica ist sowohl schattige als auch sonnige Standorte gewöhnt und kann sich an diese hervorragend anpassen. Die Pflanze ist extrem robust und braucht nicht besonders viel Pflege, außerdem stellt diese auch keine hohen Ansprüche an den Boden und den Standort. Bei der Standortauswahl ist jedoch zu bedenken, dass der Laubbaum schnell und enorm in die Höhe wachsen kann:
- Sowohl für sonnige Plätze geeignet, als auch schattentolerant
- Ideal sind lichte Standorte mit sonnigen und schattigen Perioden
- Auch als Rotbuchenhecke pflanzbar
- Dient als Hecke dem Sichtschutz
- Sehr wetter- und windresistent
- Bevorzugt kalkreiche und lehmige Böden, kann jedoch auch auf leichten Böden gedeihen
- Optimal ist ein frisches bis feuchtes und nährstoffreiches Pflanzsubstrat
- Gedeiht hervorragend in warmen Kalkböden
- Standort sollte ein genügendes Platzangebot zur Entfaltung haben
Einpflanzen & Pflanzabstand
Die Rotbuche lässt sich sowohl als einzelstehender Baum als auch als Hecke kultivieren und bereichert jede Gartenlandschaft. Da die Fagus sylvatica lange leben und sehr groß und breit werden können, brauchen diese ein ausreichendes Platzangebot. Da die Pflanze sehr empfindlich gegenüber einer Luft- und Bodenverschmutzung ist, genauso wie gegenüber Industrieabgasen, sollte ein Standort neben vielbefahrenen Straßen und neben Fabriken vermieden werden:
- Als Einzelbaum auf einen gewissen Abstand zu Mauern, Häusern und empfindlichen Pflanzen achten, ideal sind 10-15 m
- Erde vor dem Pflanzen gut auflockern und mit Kompost anreichern
- Bei der Heckenpflanzung maximal 2-4 Pflanzen pro Quadratmeter
- Pflanzloch tief und breit ausheben, optimal ist die dreifache Größe des Wurzelballens
- Kies in die Erde einarbeiten, um eine Verdichtung des Bodens und Staunässe zu verhindern
- Junge Pflanzen direkt nach dem Einsetzen ausgiebig angießen
- Zur Förderung des Austriebs und der buschigen Wuchsform junge Rotbuche etwa um ein Drittel zurückschneiden
Gießen
Die Rotbuche ist vor allem in den trockenen Sommermonaten auf zusätzliche Wassergaben angewiesen, da der Baum längere Trockenzeiten nicht verträgt. Fagus sylvatica leidet unter Staunässe, welche sich besonders bei starken Regenfällen schnell bilden kann. Deshalb sind lehmige und undurchlässige vor dem Einpflanzen zu bearbeiten:
- Während trockener Wetterlagen und im Sommer öfter gießen
- Pflanzsubstrat regelmäßig überprüfen und wässern, wenn die Oberfläche trocken ist
- Staunässe ist schädlich, unbedingt verhindern
- Boden mit Kies oder anderem Granulat auflockern, um diesen durchlässiger zu machen
- Kommt auch mit kalkhaltigem Wasser zurecht, genauso wie mit Leitungswasser
- Im Winter und während anhaltender Regenperioden sind zusätzliche Wassergaben nicht nötig
- Liebt hohe Luftfeuchtigkeit, welche an Standorten neben Teichen und anderen Wasserflächen gegeben ist
Düngen
Die Rotbuche bereitet sich bereits sehr früh auf die Winterruhe vor und beginnt schon zum Ende des Sommers mit einer Pause beim Wachstum. Ab diesem Moment muss auch das Düngen unterbleiben, um den Laubbaum nicht zu schädigen:
- Düngergaben zwischen März und August, danach unbedingt einstellen
- Ideal sind Düngemittel mit Langzeitwirkung
- Zu Beginn des Frühlings großzügig einige Lagen Kompost in den Erdboden rundum den Baum einarbeiten
- Herkömmlicher Dünger für Hecken aus dem Fachhandel eher ungeeignet
- Düngemittel darf nicht an Blätter und Triebe gelangen, da dies zu verätzten Stellen führt
Blätter, Blüten & Früchte
Das Laub ist die größte Attraktion bei der Rotbuche, erst glänzt es sattgrün und leuchtet dann im Herbst in märchenhaften Farbtönen auf. Wenn der Baum sich an seinem zugewiesenen Standort wohlfühlt, kann es durchaus passieren, dass dieser das trockene Laub im Winter beibehält und weiterhin als Sichtschutz dient. Fagus sylvatica bildet sowohl Blüten als auch Früchte aus, jedoch erst nach jahrzehntelangem Wuchs:
- Sommergrünes Blattwerk, wechselständig
- Breite und elliptische bis ovale Blattform
- Blätter sind 5-10 cm lang, mit ca. 5-9 Nervenpaaren
- Blattränder sind leicht wellig
- Früher Blattaustrieb im April, Blätter teilweise über den Winter haftend
- Herbstfärbung erstrahlt in orangegelb, orangerot, kupferfarben bis rotbraun, insbesondere ab Mitte November
- Erste Blüten frühestens nach 15 bis 20 Jahren
- Männliche Blüten bilden viele kugelige Büschel mit langen Stielen
- Weibliche Blüten sind zweiblütig und eher unauffällig
- Früchte sind dreieckige Bucheckern, diese bestehen aus zwei einsamigen Nüssen
- Bucheckern liegen in einer weich-dornigen Fruchthülle und sind in größeren Mengen aufgrund der Oxalsäure schwach giftig
- Rötlichbraune Knospen sind bis zu 20 mm lang und zugespitzt
Wuchs, Wurzeln & Zweige
Die ausgewachsene Rotbuche ist ein mächtiger und dichtbelaubter Baum und hat im Freistand bis zum Boden herabhängende Äste. Die Baumkrone kann sehr weit ausladend nach oben und zu den Seiten streben und braucht ein entsprechendes Platzangebot, ansonsten kann es zu Schäden durch den Wuchs kommen. Dasselbe Problem entsteht auch bei den kräftigen Wurzeln, die sich immens ausbreiten können und im Weg stehende Hindernisse durchbrechen:
- Breit- bis rundkronige Wuchsform
- Bildet mächtige, hochwachsende und gerade Stämme mit einer glatten Rinde aus
- Starkwüchsig, möglicher Jahrestrieb von 40 bis zu 60 cm
- Wuchshöhe von 2 bis 40 m
- Kann bis zu 400 Jahre alt werden
- Herz- und Tiefwurzler, braucht genügend Platz im Erdreich
- Sehr kräftige und untereinander verwachsene Wurzeln mit einer extrem intensiven Durchwurzelung des Oberbodens
- Haupttriebe sind zickzackförmig geknickt, Seitentriebe sind aufstrebend
- Zweige glänzen matt, sind kahl und changieren in der Farbe von rotbraun bis olivbraun
- Die kräftigen Zweige sind an der Spitze grau-wollig und behaart
- Als Hecke dicht verzweigter Wuchs
Schneiden
Die Rotbuche ist sehr schnittverträglich und verfügt über eine hohe Ausschlagsfähigkeit, deshalb wird diese Pflanze vielerorts als Hecke eingesetzt. Bei der Schnitttechnik kann der Gartenbesitzer kreativ vorgehen, da die Rotbuchenhecke relativ robust ist:
- Etwa zweimal im Jahr Rückschnitt durchführen und den Baum oder die Hecke auch auslichten
- Niedrig angesetzte Heckenpflanzen zwischendurch zurechtstutzen
- Ersten Schnitt vor dem Austrieb bis Ende März realisieren
- Scharfe Heckenschere benutzen, um unnötige Wunden zu verhindern
- Mit Maßband für die benötigte Breite und Höhe arbeiten
- Zum Frühlingsbeginn kann auch ein radikaler Rückschnitt angesetzt werden
- Zweiter Beschneidungstermin ist bis zum Ende Juli, bevor der Laubbaum in die Wachstumspause kommt
- Unerwünschte Seitentriebe komplett entfernen, Haupttriebe jedoch nur vorsichtig ausdünnen
- Zum Verlauf der Wuchsform hin beschneiden
- Für hohe Bäume werden Leiter und lange Astscheren benötigt
- Abgestorbene Pflanzenteile über das ganz Jahr verteilt beseitigen
Überwintern
Da die Rotbuche ein typischer Waldbaum im gemäßigten ozeanischen Klima ist, stellen die kalten Winter keine Gefahr für die Pflanze dar. Das Landschaftsgehölz ist in den hiesigen Breitengraden stark vertreten und auch als Parkbaum sehr beliebt. Aufgrund der winterharten und robusten Eigenschaften kann Fagus sylvatica auch tiefe Minuswerte und langanhaltenden Frost ohne Probleme überstehen:
- Extrem frosthart und widerstandsfähig gegenüber Minusgraden
- Selbst junge Bäume und Rotbuchenhecken brauchen keinen Winterschutz
Vermehren
Die Vermehrung der Rotbuche ist durch die Anzucht aus Samen und mit Triebstecklingen möglich. Bei der Aufzucht im Blumentopf haben die Triebe und die Samen größere Überlebenschancen.
- Idealer Zeitpunkt zum Setzen von Triebstecklingen ist das Frühjahr
- Herbst ist auch möglich, aber nicht so effektiv
- Trieb auf eine Länge von 8-12 cm kürzen, obere Blätter erhalten, untere entfernen
- Wurzelbildung nach einigen Wochen
- Bilden sich neue Triebe, an dem gewünschten Standort einpflanzen
- Da sich Bucheckern erst nach ca. 30 Jahren ausbilden, wird dafür ein älterer Baum, z. B. aus dem Wald, gebraucht
- Laubbaum ist Dunkelkeimer und braucht eine Kälteperiode vor dem ersten Austrieb
- Im Kühlschrank dicht eingepackt einige Wochen lagern
- Aussaat direkt im Garten oder im Blumentopf möglich, ungefähr 1-2 cm tief in die Erde drücken und ausreichend bedecken
Krankheiten & Schädlinge
Zwar ist die Rotbuche sehr robust und widerstandsfähig, trotzdem kann der Laubbaum bei falscher Pflege und ungeeignetem Standort von Krankheiten und Schädlingen befallen werden. Wenn der Pflanze umgehend geholfen wird, kann sich diese schnell erholen und erneut prächtig gedeihen.
- Natürliche Fressfeinde im Garten unterstützen
- Bei Befall mit der Buchenblattlaus mit Sud aus Ackerschachtelhalm oder Brennnessel abwaschen
- Apiognomonia-Pilz (Blattbräune), wird durch anhaltende Regenphasen gefördert, mit Fungiziden bekämpfen
- Buchenblatt-Gallmücke, befallenes Laub außerhalb entsorgen
- Pestizide nur bei sehr starkem Befall einsetzen
Häufig gestellte Fragen
Was ist bei der Auswahl des Standortes für die Fagus sylvatica zu beachten?
Die Rotbuche kann sowohl an sonnigen, halbschattigen und schattigen Standorten gedeihen. Wichtig ist ein genügendes Platzangebot, da sich der Laubbaum noch oben und in die Breite enorm ausbreiten kann. Wenn der Baum zu nah an Gebäuden und anderen Pflanzen steht, kann es zu irreversiblen Schäden kommen. Ein Umzug ist im Nachhinein so gut wie unmöglich.
Wie beschneide ich den ausufernden Wuchs der Rotbuche?
Aufgrund des starken Wachstums ist ein Rückschnitt zweimal im Jahr angebracht, speziell bei der Rotbuchenhecke muss radikal beschnitten werden, um die gewünschte Form zu erreichen. Der Laubbaum ist sehr schnittverträglich und treibt schnell wieder aus. Auf scharfes Werkzeug ist unbedingt zu achten, um den Baum nicht unnötig zu verletzen.
Was passiert mit den Blättern zum Ende des Sommers?
Zum Herbstbeginn fangen die Blätter an sich in leuchtenden Farbtönen zu verfärben. In der Regel werden diese anfangs gelb, dann orange und zum Schluss rot und strahlen in der Herbstsonne. Wenn sich der Baum wohlfühlt, können die Blätter sogar über den Winter an den Ästen haften bleiben. Auf diese Weise bleibt der Sichtschutz des Baumes oder der Hecke bestehen.