Schädlinge

Schlange im Garten: was tun? | 6 Schritte


Schlange im Garten

In den hiesigen Breitengraden kommt es nicht so häufig vor, doch es kann immer sein, dass sich eine Schlange auf der Suche nach Nahrung oder einen Schlafplatz in den eigenen Garten verirrt.

Schlangenart erkennen

Es gibt fünf Schlangenarten, die in den hiesigen Breitengraden in der Natur vorkommen. Hierbei handelt es sich um größtenteils ungefährliche Arten, denen der Lebensraum immer mehr genommen wird, beispielsweise durch Pestizide und andere Gifte auf den bewirtschafteten Feldern. Daher kommen sie gerne in unsere Gärten, wenn diese möglichst naturnah angelegt sind. So gibt es die folgenden Schlangenarten zu erwähnen:

1. Äskulapnatter (Zamenis longissimus)

Schlange im Garten - Äskulapnatter
  • ungiftig
  • bis zu 1,8 Meter lang
  • heller, schmaler Kopf
  • grünbrauner, glänzender Körper
  • helle Flecken auf Rücken

2. Aspisviper (Vipera Aspis)

Schlange im Garten - Aspisviper
  • Giftschlange
  • 60 bis 90 cm lang
  • gedrungener Körper
  • breiter, dreieckiger Kopf
  • Spitze der Schnauze erhöht
  • Rücken graubraun mit dunklem Muster
  • in Deutschland vom Aussterben bedroht

3. Kreuzotter (Vipera berus)

Schlange im Garten - Kreuzotter
  • Giftschlange
  • etwa 90 cm lang
  • bevorzugt Waldrand und feuchte Gebiete
  • schlitzartige Augen
  • Zickzackmuster auf dem Rücken

Hinweis: In den hiesigen Gebieten gibt es nur zwei Arten von Schlangen, die giftig sind. Das ist zum einen die Kreuzotter und zum anderen die Aspisviper. Doch auch diese Tiere treten lieber den Rückzug an, als zu beißen. Nur in einer Extremsituation könnte es zu einem Angriff kommen.

4. Ringelnatter (Natrix natrix)

Schlange im Garten - Ringelnatter
  • stellt für Menschen absolut keine Gefahr dar
  • ungiftig
  • dunkelgrauer Körper
  • zwei halbmondförmige gelbe Flecken im Halsbereich
  • zwischen 75 und 150 cm lang

5. Schlingnatter (Coronella austriaca)

Schlange im Garten - Schlingnatter
  • ungiftig
  • Verwechslungsgefahr mit Kreuzotter
  • graubraun und zierlich
  • auf Rücken unregelmäßig schwarzes Muster
  • besitzt runde Pupillen

Tipp: Ringelnatter und Schlingnatter sind die zwei Schlangenarten, die am häufigsten in unseren Gärten vorkommen.

Schlange vertreiben

Katze im Garten

Nach dem Erkennen der Schlangenart, kann über die Vertreibung nachgedacht werden. Handelt es sich um ein ungiftiges Exemplar und stört das Tier nicht weiter, dann sollte gar nichts unternommen werden. Ansonsten kann bei dem Vertreiben wie folgt vorgegangen werden:

  • Schlangen reagieren auf Bodenbewegungen
  • fliehen bei Erschütterungen
  • dort, wo Schlange gesehen wurde, fest aufstampfen
  • Katze als Haustier halten
  • Katzen sind Jäger
  • räumen auch gerne Schlangennester aus
  • Schlangen meiden Gärten mit Katzen oder Hunden

Hinweis: Nach dem Bundesnaturschutzgesetz stehen alle Schlangenarten unter Schutz, da sie vom Aussterben bedroht sind. Sie dürfen die Tiere daher auf keinen Fall jagen oder sogar töten. Vertreiben ist bei den menschenscheuen Tieren aber sowieso die bessere Maßnahme.

Schlangensichtung melden

Das Melden einer heimischen Schlange im Garten beim Ordnungsamt oder der Gemeinde muss nicht erfolgen. Denn da es sich um heimische Tiere handelt, die in ihrer natürlichen Umwelt vorkommen, sind hier keine Schritte von den Behörden, etwa auf eine Umsiedelung oder ähnliches zu erwarten. Gemeldet werden sollten jedoch immer die folgenden Umstände:

  • exotische Exemplare
  • Schlangen als Haustiere immer beliebter
  • bei Sichtung unverzüglich melden
  • nicht selbst einfangen
  • könnte gefährlich sein
  • ruhig verhalten
  • meist Würge- oder Giftschlangen

Komposthaufen sichern

Komposthaufen

In der Regel legen die Schlangen ihre Eier in einem warmen Nest ab. Hierfür bevorzugen die Tiere in den heimischen Gärten die Komposthaufen. Damit es dortnicht zu einer Ei-Ablage kommt, sollten die Schlangen gestört werden, damit sie sich ganz von selbst einen anderen Platz außerhalb des Gartens suchen. Dazu können sie beispielsweise den Kompost

  • häufig umschichten
  • abdecken
  • Seitenritze schließen
  • eventuell geschlossenen Komposter nutzen

Teich sichern

Befindet sich im Garten ein Teich mit Fischen und Fröschen, dann ist dies die bevorzugte Nahrung der Ringelnatter, die zudem auch noch gut schwimmen kann. Wurde eine Natter im Garten gesichtet, sollte der Teich gesichert werden:

  • Netz über Teich spannen
  • an allen Ecken gut feststecken
  • sehr engmaschiges hohes Gitter rund um Teich ziehen
  • tief im Boden verankern
Teichsicherung mit Netz
Teichsicherung mit Netz

Einen Teich gegen eine Ringelnatter, die bis zu 20 Jahre alt werden kann, zu schützen, kann sich schon sehr schwierig gestalten. Große Fische wie Karpfen oder ausgewachsene Kois werden jedoch seltener gefressen.

Tipp: Um speziell die Ringelnatter, die sich am häufigsten in den heimischen Gärten aufhält zu vertreiben, können Sie sich auch freilaufende Hühner anschaffen. Denn diese fressen vor allem die kleinen, gerade geschlüpften Nattern. So kommt es zu keiner Eiablage mehr in der Nähe der Hühner.

Schlange sitzt fest

In seltenen Fällen kann es vorkommen, dass sich eine der Natterarten in einen Spalt im Haus verirrt. So kommt es vor, dass das Tier zum Schutz in einen Lichtschacht gekrochen ist, hier aber nicht mehr herauskommt. Ist dies der Fall, sollte das folgende Verhalten gezeigt werden:

  • nicht selbst in Schacht/Spalt greifen
  • Experten beauftragen
  • Naturschutzbehörde informieren
  • diese wendet sich oft an die Feuerwehr
  • nach erfolgter Rettung wird Tier wieder ausgesetzt

Häufig gestellte Fragen

Soll ich ungefährliche und ungiftige Schlangen aus dem Garten vertreiben?

Handelt es sich um eine ungefährliche Art, dann sollten Sie sich freuen, eine Schlange in Ihrem Umfeld beherbergen zu dürfen. Denn dann ist ihr haben Sie einen Garten in gutem Zustand und auf einem ökologischen guten Niveau. Dies bestätigt auch der Naturschutzbund immer wieder.

Gehört die Blindschleiche nicht auch zu den Schlangenarten?

Nein, die Blindschleiche (Anguis fragilis) ist ein Kriechtier, dass zu den Eidechsen gezählt wird. Es handelt sich daher nicht um eine “echte” Schlange. Die Blindschleiche ist sehr harmlos und kommt sehr häufig in der Natur und den Gärten vor.

Ist der Biss beziehungsweise das Gift gefährlich?

In der Regel sind diese Bisse nicht tödlich. Denn die Giftzähne gelten eigentlich als ungefährlich. Vorsicht ist geboten, wenn ältere oder vorerkrankte Menschen, Kinder oder Allergiker gebissen wurden. Dann sollten Sie sich ruhig verhalten und einen Arzt aufsuchen.

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