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Schmetterlingsraupen bestimmen: 22 Arten


Schmetterlingsraupen bestimmen

Schmetterlingsraupen können in unscheinbaren Tarnfarben gehalten sein oder haben eine markante Musterung, um Fressfeinde abzuschrecken. Raupen ist häufig einfacher zu bestimmen als der spätere Schmetterling, da sie auffälligere Merkmale besitzen.

Grüne Grundfarbe

Raupen mit einer grünen Grundfarbe sind häufig im Bereich von Gräsern bzw. krautigen Pflanzen oder Laubblättern zu finden. Durch ihre grüne Farbe sind sie gut getarnt. Einige Arten haben allerdings zusätzliche Abwehrmechanismen gegen Feinde wie die Absonderung von stinkenden Sekreten.

Schmetterlingsarten von A bis H

Aurorafalter (Anthocharis cardamines)

Schmetterlingsraupen - Aurorafalter
Quelle: Entomolo, 13 chenille Aurore, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Färbung: seitlich weiß
  • Länge: 30 mm
  • Behaarung: kurze dunkle Borsten
  • Futterpflanzen: Kreuzblütler, bevorzugt Wiesen-Schaumkraut

Die Bestände des Aurorafalters nehmen zunehmend ab, da die Schmetterlingsraupen auf ausschließlich Kreuzblütler als Futterpflanzen spezialisiert sind. Durch den Rückgang von Feuchtwiesen, wo bevorzugt das Wiesen-Schaumkraut wächst, ziehen sie sich in feuchte Waldgebiete mit dichten Beständen an Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) zurück.

Braunwurz-Mönch (Shargacucullia scrophulariae)

Braunwurz-Mönch - Shargacucullia scrophulariae
  • Färbung: schwarze und gelbe Flecken
  • Länge: 50 mm
  • Behaarung: nein
  • Futterpflanzen: Braunwurz-Arten, Königskerzen-Arten

Hinweis: Die Grundfarbe vom Braunwurz-Mönch geht ins Hellgrüne bis fast Weiße. Optisch unterscheidet er sich vom Königskerzen-Mönch lediglich dadurch, dass der Braunwurz-Mönch eher dunkle Flecken hat, während der Königskerzen-Mönch größere gelbe Flecken aufweist.

Erbseneule (Ceramica pisi)

Erbseneule - Ceramica pisi
  • Färbung: breite gelbe Seitenstreifen
  • Länge: 45 mm
  • Behaarung: wenige Borsten
  • Futterpflanzen: variabel, bevorzugt Bohnen, Erbsen

Die Schmetterlingsraupen der Erbseneule sind häufig an Bohnen und Erbsen im Garten zu finden. Gelegentlich können sie auch einen braunen Grundton haben. Sie sind jedoch an den markanten gelben Seitenstreifen einfach zu bestimmen.

Großes Ochsenauge (Maniola jurtina)

Großes Ochsenauge - Maniola jurtina
Quelle: Martin lell, Maniola jurtina caterpillar 1, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Färbung: seitliche feine weiß-grüne Längslinie
  • Länge: 25 mm
  • Behaarung: weiße Haare, an der Spitze gekrümmt
  • Futterpflanzen: Süßgräser

Großer Schillerfalter (Apatura iris)

Schmetterlingsraupen: Großer Schillerfalter
Junges Exemplar
Quelle: Harald Süpfle, Großer Schillerfalter – Jungraupe 01 (HS), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0 DE
  • Färbung: seitliche gelbe Rückenlinien
  • Länge: 42 mm
  • Behaarung: kurze Borsten
  • Futterpflanzen: Weiden

Die Raupen vom Großen Schillerfalter sind aufgrund der markanten Kopfhörner und der Rückenlinien einfach zu bestimmen.

Hauhechel-Bläuling (Polyommatus icarus)

Hauhechel-Bläuling - Polyommatus icarus
  • Färbung: dezente Musterung mit weißen Flecken, 2 hellgrüne Seitenlinien
  • Länge: 13 mm
  • Behaarung: kurze Borsten
  • Futterpflanzen: verschiedene Klee-Arten wie der Gewöhnliche Hornklee, verschiedene Hauchhechel-Arten

Bläulings-Arten haben einen Flugradius von nur wenigen Metern. Finden die adulten Falter keine geeigneten Futterpflanzen mehr vor, verschwinden sie lokal. Obwohl in Gründungsmischungen immer wieder geeignete Futterpflanzen zu finden wären, finden sich diese Schmetterlingsraupen ausschließlich auf Wildpflanzen.

Schmetterlingsarten von K bis Z

Kleiner Kohlweißling (Pieris rapae)

Kleiner Kohlweißling - Pieris rapae
  • Färbung: gelbe Rücken- und Seitenstreifen, verteilt weiße kleine Flecken
  • Länge: 25 mm
  • Behaarung: dichte kurze Behaarung
  • Futterpflanzen: Kreuzblütler, vorwiegend Kohl-Arten

Hinweis: Neben dem Kleinen Kohlweißling gibt es auch den Großen Kohlweißling (Pieris brassicae). Er unterscheidet sich optisch durch gelb-schwarze Längsstreifen, ist aber gleichermaßen ein Schädling am Kulturgemüse.

Ligusterschwärmer (Sphinx ligustri)

Ligusterschwärmer - Sphinx ligustri
  • Färbung: sieben seitliche weiß-lila-farbene Streifen, gelbe Punkte
  • Länge: 100 mm
  • Behaarung: nein, schwarzes Analhorn
  • Futterpflanzen: Liguster, Flieder, Eschen, gelegentlich Johannisbeeren, Wald-Geißbart, Apfelbaum, Gewöhnlicher Schneeball, Heckenkirsche

Schwalbenschwanz (Papilio machaon)

Schmetterlingsraupen - Schwalbenschwanz
  • Färbung: schwarze Querstreifen, orangerote Punkte, Jungraupen mit weißem Sattelfleck
  • Länge: 45 mm
  • Behaarung: nein
  • Futterpflanzen: Karotten, Dill, Fenchel

Die Schwalbenschwanzraupe ist ein häufiger Gast im Gemüsebeet. Wer sie nicht am Dill oder Fenchel haben möchte, der sollte sie einfach zu Karotten setzen, wo sie keinen Schaden anrichten, wenn sie das Grün fressen. Alternativ können die Raupen auch zu Ruderalflächen mit Beständen der Wilden Möhre gebracht werden.

Sechsfleck-Widderchen (Zygaena filipendulae)

Sechsfleck-Widderchen - Zygaena filipendulae
  • Färbung: Grundfarbe kann ins gelbliche gehen, Doppelreihe mit schwarzen Flecken, Flecken können sehr groß sein
  • Länge: 22 mm
  • Behaarung: feine Haarbüschel
  • Futterpflanzen: Hornklee, Kornwicken

Taubenschwänzchen (Macroglossum stellatarum)

Schmetterlingsraupen - Taubenschwänzchen
Quelle: A. M. Liosi, Macroglossum.stellatarum.caterpillar.3017.Liosi, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 2.5
  • Färbung: feine gelbe Punkte, zwei seitliche gelbliche Längslinien, eine weiße Längslinie an der Körpermitte
  • Länge: 50 mm
  • Behaarung: nein, markantes Analhorn und ein weiteres kürzeres spitzes Horn am Hinterleib
  • Futterpflanzen: Rötegewächse, bevorzugt Labkräuter

Zitronenfalter (Gonepteryx rhamni)

Zitronenfalter - Goneptyeryx rhamni
Quelle: Harald Süpfle, Gonepteryx rhamni – caterpillar 02 (HS), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0 DE
  • Färbung: 2 weißliche Seitenlinien
  • Länge: 33 mm
  • Behaarung: nein
  • Futterpflanzen: Faulbaum, Kreuzdorn-Arten

Die Raupen vom Zitronenfalter sind lediglich bis Juni anzutreffen, bis sie sich verpuppen und Ende Juni schlüpfen. Im Vergleich zu den meisten anderen Arten, überwintert der Zitronenfalter als adulter Falter und nicht als Puppe, wie die meisten anderen Schmetterlingsarten.

Braune Grundfarbe

Die braune Grundfarbe ist ebenfalls eine Tarnung, allerdings haben die Raupen dennoch häufig grüne krautige Futterpflanzen. Die braune Farbe steht in diesem Fall für abgestorbene oder verholzte Pflanzenteile. Zudem sind sie häufig mit Nesselhaaren ausgestattet als zusätzliche Abwehr gegen Fressfeinde.

C-Falter (Polygonia c-album)

C-Falter - Schmetterlingsraupen
  • Färbung: schwarze unterbrochene Längsstreifen,
  • Länge: 30 mm
  • Behaarung: weiße und orangefarbene verzweigte Dornen
  • Futterpflanzen: Salweide, Hasel, Ulmen-Arten, Hopfen, Brennnessel

Die Raupen des C-Falters sind sehr einfach zu bestimmen, denn sie besitzen im vorderen Bereich orangerote bis fast braune Dornen und im hinteren Bereich sind sie weiß gefärbt.

Distelfalter (Vanessa cardui)

Distelfalter - Vanessa cardui
  • Färbung: Grundfarbe geht gelegentlich ins grünliche oder gelbliche, feines variables Muster mit schwarzen, gelben und braunen Flecken
  • Länge: 40 mm
  • Behaarung: Dornenring mit gelb-roten verästelnden Dornen
  • Futterpflanzen: variabel, vorwiegend Korbblütler, Hülsenfrüchtler, Kreuzblütengewächse, bevorzugt auch Distel-Arten

Distelfalter können bis zu zwei Generationen entwickeln. Lediglich die zweite Generation überwintert als Puppe.

Kaisermantel (Argynnis paphia)

Kaisermantel - Argynnis paphia
  • Färbung: zwei eng beisammen liegende gelbe Rückenlinien
  • Länge: 38 mm
  • Behaarung: braunorange Dornen
  • Futterpflanzen: Veilchen-Arten, gelegentlich Echtes Mädesüß

Mittlerer Weinschwärmer (Deilephila elpenor)

Schmetterlingsraupen - Mittlerer Weinschwärmer
  • Färbung: Augenflecken auf den ersten Gliedern, seitlich heller
  • Länge: 80 mm
  • Behaarung: nein
  • Futterpflanzen: Weidenröschen-Arten, Fuchsien, Gemeine Nachtkerze

Die Raupen des Mittleren Weinschwärmers sind im Jungstadium eher grün und färben sich später braun um. Bis zur Verpuppung kann die Farbe immer dunkler werden und oft sind sie graubraun bis fast schwarz.

Schwammspinner (Lymantria dispar)

Schwammspinner - Lymantria dispar
  • Färbung: fein weiß gepunktet
  • Länge: 700 mm
  • Behaarung: bläuliche und rote Warzen mit langen feinen Haaren
  • Futterpflanzen: Obstbäume, Eichen, Hainbuchen

Schwarze Grundfarbe

Schwarze Raupenarten sind oft einfach zu erkennen, denn sie heben sich optisch von ihren meist grünen Futterpflanzen ab. Sie treten jedoch häufig in größeren Gruppen auf, wodurch sie für Fressfeinde wie größere Tiere erscheinen. Zudem haben sie häufig weitere Abwehrmethoden wie Nesselhaare.

Admiral (Vanessa atalanta)

Admiral - Vanessa atalanta
Quelle: Harald Süpfle, Vanessa atalanta Raupe (HS), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 2.5
  • Färbung: seitlich grüne Fleckenreihen
  • Länge: 40 mm
  • Behaarung: kurze verzweigte Dornen
  • Futterpflanzen: Brennnessel

Die Schmetterlingsraupen mit schwarzer Grundfarbe sind oft schwer zu bestimmen, da sie anderen Arten ähnlichsehen und die gleichen Futterpflanzen bevorzugen. Die Raupenarten erkennen Sie jedoch gut an der Behaarung, denn die Haare bzw. Dornen weißen eine große Variabilität auf.

Eichen-Prozessionsspinner (Thaumetopoea processionea)

Schmetterlingsraupen - Eichen-Prozessionsspinner
  • Färbung: helle Rückenlinie
  • Länge: 50 mm
  • Behaarung: lange hell behaarte Warzen
  • Futterpflanzen: Eichen

Der Eichen-Prozessionsspinner fällt häufig dadurch auf, dass die Schmetterlingsraupen im Gänsemarsch die Strecke zurücklegen. Dadurch sehen sie für Fressfeinde wie eine lange Schlange aus, die sie nicht angreifen.

Hinweis: Die Haare der Raupen können schwerwiegende allergische Reaktionen auslösen, weshalb sogar verlassene Raupennester mit Resten der Behaarung gefährlich sein können.

Kleiner Fuchs (Aglais urticae)

Kleiner Fuchs - Aglais urticae
  • Färbung: feine weiße Punkte, zwei gelbe unterbrochene Seitenlinien
  • Länge: 30 mm
  • Behaarung: gelbe oder schwarze Stacheln
  • Futterpflanzen: Brennnessel

Die Schmetterlingsraupen vom Kleinen Fuchs ist die häufigste Art, die auf Brennnesseln zu finden ist. Sie können innerhalb weniger Tage bis zu einem Quadratmeter an Brennnesseln kahlfressen.

Landkärtchen (Araschnia levana)

Landkärtchen - Araschnia levana
Quelle: Gilles San Martin, Araschnia levana caterpillar, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 2.0
  • Färbung: feine weiße Flecken, unterbrochene gelbe oder weiße Rücken- und Seitenstreifen
  • Länge: 25 mm
  • Behaarung: schwarze Dornenpaare
  • Futterpflanzen: Brennnessel

Die Dornenpaare sind beim Landkärtchen erst ab dem zweiten Raupenstadium zu erkennen.

Tagpfauenauge (Aglais io)

Tagpfauenauge - Aglais io
  • Färbung: bis auf den Kopfbereich überall weiße feine Punkte
  • Länge: 42 mm
  • Behaarung: schwarze Dornen
  • Futterpflanzen: Brennnessel, Hopfen

Hinweis: Viele Schmetterlingsraupen haben Brennnesseln als Futterpflanzen und lassen sich darauf auch einfach bestimmen. Wer im Garten mehrere Stellen mit Brennnesseln hat, kann viele Raupenarten natürlich fördern.

Häufig gestellte Fragen

Gibt es Raupen von Marienkäfern?

 Nein, obwohl die Insekten im Jungstadium einer sehr kleinen Raupe ähnlichsehen, handelt es sich dabei um eine Larve. Lediglich die Larven von Schmetterlingen werden, aufgrund ihrer Fortbewegungsform, als Raupen bezeichnet.

Sehen die Schmetterlingsraupen in jedem Stadium gleich aus?

Nein, bei einigen Arten haben die Jungraupen eine andere Grundfarbe oder Musterung. Dies ist beispielsweise beim Distelfalter oder beim Schwalbenschwanz der Fall. Eine Bestimmung ist häufig einfacher an erwachsen Raupen, da Jungraupen einfacher mit anderen Raupenarten verwechselbar sind.

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