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Schwarzer Holunder, Sambucus nigra – Pflege & Schneiden


Schwarzer Holunder - Sambucus nigra

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Schwarzer Holunder trägt die botanische Pflanzenbezeichnung Sambucus nigra und stammt aus der Familie der Geißblattgewächse (Caprifoliaceae). Das Laubgehölz kann mehrere Meter hoch wachsen und wird von vielen Gärtnern aufgrund seiner Beeren als Obstpflanze genutzt. Der Holunder ist relativ anspruchslos und findet bei zahlreichen Heilanwendungen seine Verwendung.

Der strauchartige Laubbaum blüht im Frühling und verzaubert in dieser Zeit mit einer gelblich-grünen Blütenfarbe. Da das mehrjährige Gehölz zu den einheimischen Pflanzen gehört, ist es extrem frosthart und kann die hiesigen Winter ohne Probleme überstehen. Deshalb eignet sich die Sambucus nigra hervorragend für die heimatliche Gartenkultur.

Steckbrief Schwarzer Holunder

  • Anspruchsloses Laubgehölz mit strauchartigen Ausmaßen
  • Kommt mit sonnigen und schattigen Standortlagen zurecht
  • Bildet direkt nach dem Ende des Winters sein Blätterdach aus
  • Blüht im Frühling auf, betört mit grün-gelben und duftenden Blüten
  • Nach der Blüte reifen aus den Fruchtblättern schwarz glänzende Früchte heran
  • Blüten und Früchte verfügen über hohen Nährstoffgehalt und lassen sich verzehren
  • Verfügt über flache, aber stark verzweigte Wurzeln
  • Wächst in eine Höhe von bis zu 10 m heran, normal sind 2-6 m
  • Leuchte Herbstfärbung des Blätterdaches
  • Schlägt stark und schnell aus, braucht ausreichendes Platzangebot

Standort & Pflanzsubstrat

Der Schwarze Holunder ist nicht besonders anspruchsvoll, was die Standortbedingungen und die Bodenqualität angeht. Das heimische Wildgehölz ist in Waldlichtungen, an lichten Wegrändern, in gemischten Gebüschen und natürlich in Gärten häufig anzufinden. Der Strauch gedeiht sowohl in der Sonne als auch im Schatten, trotz der guten Schattenverträglichkeit wird dieser dort jedoch weniger blühen und fruchten.

Die Pflanze hat ein hohes Ausschlagsvermögen, welches bei der Standortauswahl unbedingt zu beachten ist. Deshalb muss ein genügend großes Platzangebot eingeplant werden, damit sich der Sambucus nigra frei und ohne Probleme entfalten kann. Die folgenden Aspekte sind bei dem Standort und dem Pflanzsubstrat zu beachten:

  • Schwarzer Holunder - Sambucus nigraIdeal sind sonnige Standorte, gedeiht aber auch im Halbschatten
  • Erdboden sollte mäßig trocken bis leicht feucht sein
  • Bevorzugt lehmige und stickstoffreiche Böden, ist durchaus salzverträglich
  • Als Pflanzsubstrat eignet sich normale und durchlässige Erde
  • Optimal ist ein neutraler bis leicht alkalischer pH-Wert
  • Gedeiht jedoch auch in einem sehr kalkreichen Erdboden
  • Findet seine Verwendung als Landschaftsgehölz für Hecken, Obstgehölze, Schutzpflanzungen und Ziersträucher
  • Perfekt für das Einpflanzen in Wild- und Naturhecken, Holunderbeeren dienen als willkommenes Vogelfutter
  • Schlägt stark in die Breite und in die Höhe aus, braucht genügend Platz

Schwarzer Holunder eignet sich idealerweise für die hervorgehobene Einzelstellung im Vorgarten oder in der Nähe der Nutzflächen im Garten. Nach der Blütezeit im Frühling mit einer wahren Blütenpracht, verschönern die dunkelfarbigen Holunderbeeren den Baum und kreieren ein apartes Ambiente.

Gießen & Düngen

Normalerweise ist das zusätzliche Gießen und Düngen nicht erforderlich, unter idealen Bedingungen regelt das Laubgehölz seinen Wasserbedarf und Nährstoffbedarf von selbst. Bei den folgenden Bedingungen sollte jedoch nachgeholfen werden:

  • Kann im Sommer auch starke Trockenheit kurzzeitig vertragen
  • Bei länger anhaltenden Trockenperioden ist zusätzliches Gießen zu empfehlen
  • Um das Austrocknen an heißen Sommertagen zu verhindern, großzügige Wassergaben verabreichen
  • Braucht in einem guten Gartenboden keinen extra Dünger
  • Bei einer mageren Bodenqualität ergänzend Düngen

Wenn der Schwarze Holunder an einem besonders nassen oder sumpfigen Standort am Rand eines Teiches oder am Ufer eines Baches gepflanzt wird, blüht er das ganze Jahr ohne zusätzliche Wasser- und Düngergaben prächtig auf und trägt viele Früchte.

Blüten, Blätter & Wuchs

Der Schwarze Holunder ist vor allem in Mitteleuropa stark verbreitet, er kommt aber auch im Rest von Europa und in Westsibirien vor und hat sich sogar bis nach Nordwestafrika durchgesetzt. In den meisten Fällen hat er strauchartige Ausmaße, manchmal wächst er aber auch zu einem kleinen Baum heran. Das Laubgehölz wirkt besonders während der Blütezeit in der hauseigenen Gartenfläche ungemein attraktiv, aber auch die Herbstfärbung sorgt für einen zusätzlichen Zieraspekt.

HolunderblüteDie auffälligen Blüten schmücken vor allem viele Bauerngärten, die über einen althergebrachten Baum- und Pflanzenbestand verfügen. Genauso auffällig wie die duftenden Blütenrispen sind die dicklichen und schwarzen Fruchtrispen, beide lassen sich für die Herstellung von Lebensmitteln nutzen. Die folgenden Charakteristika zeichnen den Sambucus nigra aus:

  • Großstrauch wächst mehrstämmig und aufrecht
  • Wuchshöhe in der Regel 2-4 m, manche Exemplare wachsen bis zu 6-10 m
  • Zweige sind häufig überhängig und verzweigen sich bogenartig und ausladend
  • Genügsamer Flachwurzler mit einem weitreichenden Wurzelwerk
  • Rinde und Zweige sind in einem graubraunen Farbton gehalten, übersät mit vielen Lentizellen
  • Lentizellen nimmt das Auge als hellere Erhebungen wahr, diese sind ausgefüllt mit einem weißen und dezent schaumstoffartigen Mark
  • Baumkrone ist dicht belaubt und als Sichtschutz geeignet
  • Blätter sind mattgrün, gegenständig und unpaarig gefiedert, die Blattränder sind gezahnt
  • Laubblätter sind ca. 30 cm lang und bestehen aus 5-7 Einzelblätter in elliptischer Form
  • Einzelblätter haben eine Länge von etwa 8-10 cm
  • Blattwerk beginnt seine Entfaltung in der Zeitspanne von März bis April
  • Im Herbst verfärben sich die Blätter von einem strahlenden Gelb bis zu einem intensiven Rot
  • Blütezeit ist von April bis Mai
  • Cremeweiße und tellerförmige Doldenblüten
  • Schirmrispen können bis zu 30 cm groß werden und bestehen aus unzähligen Einzelblüten
  • Einzelblüten sind normalerweise fünfzählig, mit jeweils fünf Kelchblättern, fünf ineinander verwachsenen Kronblättern, fünf freien Staubblättern mit den dazu gehörigen gelben Staubbeuteln und drei miteinander verwachsenen Fruchtblättern
  • Fruchtblätter bilden später drei Kerne aus
  • Ein geringer Teil der Blüten ist allerdings auch vierzählig
  • Frischer und fruchtiger Blütenduft, welcher für den Holunder extrem typisch und unverwechselbar ist

Aus den Blüten des Sambucus nigra lässt sich sehr schmackhafte und lieblich süße Holunderlimonade oder auch Holundersirup in Eigenregie herstellen, die nicht nur einen tollen Geschmack, sondern auch einen hohen Nährwert haben.

Beerenfrüchte

Die Holunderfrüchte lassen sich zu vielfältigen Nahrungsmitteln verarbeiten, diese sind allerdings erst nach dem Einkochen ess- und genießbar. Aufgrund des hohen Vitamingehaltes kann der Holundersaft bei einem täglichen Verzehr idealerweise zu der Vorbeugung von Erkältungskrankheiten genutzt werden. Auch wenn die Erkältung oder Grippe bereits voll zugeschlagen haben, hilft dieser unterstützend bei der schnellen Genesung.

Die folgenden Aspekte sind bei der Nutzung der Früchte ausschlaggebend:

  • Schwarzer Holunder - Sambucus nigraDreiteiliger Fruchtknoten entwickelt sich zu 3-samigen, kugelförmigen, 6-8 mm dicken und glänzenden Steinfrüchten, welche einen blutroten Saft innehaben
  • Beeren werden im Juni und Juli ausgebildet und sind im Herbst reif für die Ernte
  • Früchte haben einen hohen Gehalt an Vitamin A, B und C
  • Herstellung von Gelee, Marmelade und Saft möglich

Einsatz als Heilmittel

Der Schwarze Holunder und andere Unterarten sind bereits seit der Jungsteinzeit als Nahrungsmittel bekannt und sehr geschätzt. In den Zeitepochen der Antike und des Mittelalters war der heilkräftige Strauch eine wichtige Arzneimittelpflanze. Bereits die Gelehrten Dioscurides, Hippokrates, Plinius und Theophrast wussten von den vielen heilsamen Wirkungsweisen des Holunderstrauches und setzten diesen als hilfreiches Heilmittel bei ihren Patienten ein.

Die folgenden Einsatzmöglichkeiten sind bei der Pflanze bekannt:

  • Unterstützt das Immunsystem und ist ein wirkungsvolles Mittel zur Blutreinigung und zur Schmerzbekämpfung
  • Als Heilpflanze dient der Holunder als darmreinigendes Abführmittel und bei Erkrankungen der Augenkrankheit
  • Holunderblüten und Rinde wirken fiebersenkend, schleimlösend und schweißtreibend, deshalb sind diese oft in Erkältungstees enthalten
  • Findet auch bei Nieren- und Blasenleiden seine Verwendung
  • Hilft gegen giftige Schlangenbisse und gegen Infektionen nach Hundebissen
  • Darüber hinaus wurde die Pflanze im Mittelalter zum Färben der Haare verwendet

Schneiden

Für optimale Ernte-Erträge ist ein regelmäßiges Auslichten beim Schwarzen Holunder notwendig. Nach einigen Jahren kann ein radikaler Schnitt erforderlich sein, wenn sich der Strauch zu sehr in die Breite ausdehnt und anfängt seine Nachbarn zu belästigen.

Wenn das Laubgehölz einmal komplett bis zum Boden zurückgeschnitten wird, dann treibt es unbeeindruckt und ohne Probleme erneut wieder aus. Nach dem Radialschnitt fällt die Ausbildung der Blüte und der Früchte jedoch für mindestens ein Jahr aus, da der Schwarze Holunder am letztjährigen Holz blüht und dort auch fruchtet. Beim Beschneiden sind folgende Kriterien zu beachten:

  • Schwarzer Holunder - Sambucus nigraIm ersten Jahr ist ein Rückschnitt normalerweise nicht notwendig
  • Auslichten zu jeder Zeit möglich, vor allem das Herausschneiden von alten Trieben ist sinnvoll
  • Radikaler Schnitt trägt zur Verjüngung bei und schützt die Umgebung vor Schäden durch zu starkes Austreiben
  • Starker Rückschnitt lässt sich problemlos bis auf den Stock ansetzen
  • Treibt immer wieder aufs Neue aus dem Wurzelstock aus und regeneriert sich bereits durch einige wenige neue Blätter

Überwintern

Da der Schwarze Holunder zu den einheimischen Gewächsen gehört, ist ein spezieller Winterschutz nicht erforderlich. Das Laubgehölz ist extrem forsthart und unempfindlich gegenüber kalten Temperaturwerten.

Aussaat & Vermehren

In der Regel muss man der Schwarze Holunder nicht gezielt angebaut werden, da sich dieser oft von selber in den heimischen Gärten ansiedelt. Wenn jedoch bisher auf wilde Art und Weise keine Holunderbäume in den eigenen Garten gekommen sind, lässt sich diesem Tatbestand in Eigenregie nachhelfen:

  • Leichtes Vermehren mit Samen im Herbst oder Frühling
  • Breitet sich in der Regel durch Selbstaussaat von alleine aus
  • Der Holunder ist ein Kaltkeimer, die Samen brauchen eine Kälteperiode, um im Anschluss zu keimen
  • Alternativ lässt sich die Vermehrung mit Stecklingen durchführen
  • Im Hochsommer einige gesunde Triebe bis in den halb-verholzten Bereich hinein abschneiden
  • Blätter bis auf etwa die Hälfte kürzen, damit der Nährstoffbedarf niedrig bleibt
  • Abgeschnittenen Trieb in ein Wasserglas stellen, ideal ist ein warmer und heller Platz
  • Wenn der Trieb gut durchwurzelt ist, in einen Topf pflanzen oder direkt in den feuchten Erdboden umsiedeln
  • Eine Plastikhülle erhöht die Luftfeuchtigkeit und bietet guten Schutz vor Fressfeinden

Da sich der Schwarze Holunder im Garten wie Unkraut selber aussähen kann und nach dem Anwachsen nur sehr schwer zu entfernen ist, sind die Sämlinge so schnell wie möglich direkt nach dem Erscheinen herauszureißen und zu entfernen.

Krankheiten & Schädlinge
Der Schwarze Holunder ist eine sehr widerstandsfähige und robuste Pflanze, für die keine nennenswerten Krankheiten und Schädlinge bekannt sind.

Giftigkeit

Schwarzer Holunder - Sambucus nigraIn den Blättern und in den Früchten des Schwarzen Holunders ist der leicht giftige Inhaltsstoff Sambunigrin enthalten. Darüber befindet sich in den Beeren und den Samen ein harzartiger und unangenehmer Stoff. Folgende Aspekte und Maßnahmen sind von großer Wichtigkeit:

  • Roher Verzehr führt zu Durchfall, Erbrechen und Magenbeschwerden
  • Zu den typischen Symptomen einer Vergiftung gehören auch Beschwerden beim Atmen
  • Gefährlich für kleine Kinder, nicht unbeaufsichtigt in der Nähe des Strauches spielen lassen
  • Auch Haustiere können nach dem Verzehr unter Vergiftungserscheinungen leiden
  • Für die Nutzung als Lebensmittel unbedingt vorher kochen

Häufig gestellte Fragen

Was ist beim Einpflanzen des Schwarzen Holunders zu beachten?
Das strauchartige Laubgehölz kommt mit vielen unterschiedlichen Standortbedingungen zurecht und ist sehr anpassungsfähig und anspruchslos. Jedoch schlägt die Pflanze stark aus und braucht deshalb ein ausreichendes Platzangebot, damit es zu keinen Belästigungen von Pflanznachbarn und Gebäuden kommt.

Wann ist das Beschneiden des Sambucus nigra notwendig?
In den ersten Lebensjahren muss der Sambucus nigra nur ausgelichtet werden, verholzte Triebe und vertrocknete Zweige sind zu entfernen, damit die Blüte und die Früchte prächtig gedeihen können. Wenn mit der Zeit der Wuchs überhandnimmt, ist ein radikaler Schnitt nötig und ohne Probleme bis auf den Stock durchführbar.

Welche Pflanzenteile lassen sich zu Nahrungsmitteln weiter verarbeiten?
Die Blüten, die Früchte und die Rinde lassen sich zur Herstellung von Gelees, Marmeladen, Säften und Tees verwenden. Der Holunder ist reich an Vitaminen und übt viele heilsame Wirkungen auf den menschlichen Organismus aus.

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Tipps für Schnellleser

- Einheimisches Gewächs, extrem winterhart und anspruchslos
- Blüten, Früchte und Rinde lassen sich für Nahrungsmittel nutzen
- Braucht ein großes Platzangebot, aufgrund des ausladenden und stark verzweigten Wachstums
- Wuchshöhe 2-10 m, mit einem ausgeprägten Wurzelwerk
- Genügsam bei den Standortbedingungen, kommt mit Sonne und Schatten zurecht
- Bei extremer Trockenheit und beim Anwachsen auf zusätzliche Wassergaben angewiesen
- Nach dem Wurzelschlagen braucht der Holunder weder gegossen noch gedüngt werden
- Kann längere Trockenperioden überstehen
- Regelmäßiges Auslichten unterstützt reiche Blüten- und Fruchtausbildung
- Radikalschnitt möglich, wenn Wachstum überhandnimmt
- Robust gegen Krankheiten und Schädlinge
- Vermehrung durch Aussaat und Stecklinge
- Giftige Inhaltsstoffe, für die Nutzung als Nahrungsmittel unbedingt kochen

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