Pflanzenlexikon

Strelizie – Pflege-Anleitung


Paradiesvogelblume - Strelizie

Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.

Die Strelizie ist eine tolle Blühpflanze. Die beeindruckenden Blüten überzeugen durch ihre Größe, die ungewöhnliche Form und die Farben. Sie gaben der Pflanze auch die Deutsche Bezeichnung Paradiesvogelblume, die auf die vogelkopfähnlichen Blüten zurückgeht. Es gibt 5 Arten, die sich recht gut durch die Blütenfarben unterscheiden lassen. Die schönsten Blüten trägt Strelitzia reginae.

Die Pflege dieser Pflanzen ist nicht schwierig, lediglich die Überwinterung ist nicht ganz einfach, weil ein geeigneter Platz vorhanden sein muss. Außerdem wachsen Strelizien recht zügig und können recht groß werden. Das muss bedacht werden. Was es sonst noch über die Pflege der Strelizie zu wissen gibt, erfahren Sie im nachfolgenden Text.

Steckbrief

  • Familie der Streliziengewächse, Bananengewächse
  • etwa 5 Arten
  • stammen aus dem südlichen Afrika
  • auch Paradiesvogelblume genannt
  • Wappenblume von Los Angeles
  • große, ausdauernde, krautige Pflanzen
  • bilden verzweigte Rhizomen-Horste
  • mehrtriebige, stammlose Staude
  • 1 bis 2 m hoch
  • immergrüne, länglich-ovale, ledrige Blätter an langen Stielen
  • Blütenstand kommt aus der Basis
  • kräftiger Stängel
  • imposante Blüten in Orange und Himmelblau
  • entspringen einem kahnförmigen, rotgerandeten Hochblatt
  • kostbare Schnittblumen
  • Blütezeit zwischen Februar bis August
  • bildet holzige Kapselfrüchte

Pflege

Paradiesvogelblume - Strelizie

Die Pflege der Strelizie ist recht einfach. Die Pflanzen sind in unserem Klima nur im Gefäß zu kultivieren. Dieses muss groß genug sein, um den Wurzeln ausreichend Platz zu geben. Die Pflanze kann den Sommer über im Freien verbringen, muss aber im Herbst rechtzeitig wieder eingestellt werden. Die Pflanzen brauchen viel Licht und auch Sonne macht ihnen nach der Eingewöhnung nichts aus. Was sonst noch bei der Pflege der Paradiesvogelblume zu beachten ist, lesen Sie im Folgenden.

Standort

Strelitzien mögen die Sonne und sollten den Sommer im Freien verbringen. Nach der Überwinterung müssen die Pflanzen allerdings langsam an die Sonneneinstrahlung gewöhnt werden, sonst gibt es böse Verbrennungen, die nicht wieder verschwinden.

  • sonnig und windgeschützt
  • im Sommer im Freien
  • langsam an Sonne gewöhnen
  • bei windigem Standort reißen häufig großen Blätter ein
  • nur ein optischer Mangel
  • bei Zimmerpflanzenhaltung so hell wie möglich stellen
  • ohne ausreichende Sonne bilden sich keine Blüten
  • regelmäßig lüften
  • hohe Luftfeuchtigkeit erhält Gesundheit

Pflanzsubstrat

Paradiesvogelblume - Strelizie - Strelitzia reginae

Das Wichtigste beim Substrat ist, dass es durchlässig ist. Staunässe vertragen Strelizien nicht. Zu trocken sollten sie aber auch nicht stehen. Die Erde muss also auch etwas Wasser halten können.

  • lehmig humose Gartenerde mit Sand
  • einheitserde, aber durchlässiger machen
  • lockere Blumenerde auf Kompostbasis

Pflanzen

Beim Pflanzen der Strelizie im Kübel ist auf eine Drainage zu achten. Diese sollte im Topfboden eingebaut werden. Überschüssiges Wasser muss unbedingt ablaufen können. Ansonsten ist es wichtig, beim Pflanzen und Umtopfen sehr vorsichtig mit der Wurzel umzugehen, denn diese sind sehr empfindlich.

  • nach Blüte umtopfen
  • ausreichend große Gefäße verwenden
  • Drainage ist wichtig
  • Wurzeln beim Pflanzen und Umpflanzen nicht verletzen
  • junge Pflanzen etwa alle drei Jahre umtopfen, wenn Wurzeln zu groß für Gefäß geworden sind
  • bei älteren Pflanzen ist das nur selten nötig
  • sehr vorsichtig mit Wurzeln umgehen, reagieren empfindlich auf Störungen
Paradiesvogelblume - Strelizie

Gießen und Düngen

Strelizien brauchen nicht unbedingt viel Wasser. Ausgepflanzt kommen sie mit recht wenig zurecht, wie man im südlichen Afrika immer wieder sehen kann. Sie stehen dort als Begrenzung zwischen den Fahrstreifen der Straßen. Im Gefäß benötigen sie dagegen mehr Wasser. Dort sollte das Substrat keinesfalls austrocknen. Staunässe wird aber auch nicht vertragen.

  • in Wachstumszeit regelmäßig gießen
  • Wasserbedarf ist abhängig von Anzahl und Größe der Blätter
  • viel Blattmasse – hohe Verdunstung – hoher Wasserbedarf
  • durchdringend gießen, Wasser muss unten wieder herauslaufen
  • nach Viertelstunde überschüssiges Wasser aus Untersetzer entfernen
  • keine Staunässe
  • vor nächster Wassergabe Erde oberflächlich abtrocknen lassen
  • bis August 14-tägig düngen
  • am geeignetsten flüssiger Volldünger
  • nicht überdüngen
  • nicht zu viel Stickstoff, dann gedeihen Blätter, aber es gibt nur sehr wenig und kleine Blüten

Tipp: Meist wird angegeben, dass Strelizien kein kalkhaltiges Wasser vertragen. Ich kann das nicht bestätigen. Ich habe seit Jahren eine Pflanze und recht kalkhaltige Wasser. Inzwischen ist die Strelizie ziemlich groß geworden, blüht zuverlässig jedes Jahr und entwickelt sich kräftig.

Schneiden

Paradiesvogelblume - Strelizie - Strelitzia reginae

Strelizien müssen nicht geschnitten werden, können es aber. Im Prinzip reicht es, verbräunende bzw. welke Blätter zu entfernen. Die schneidet man besser nicht ab, sondern reißt sie komplett von der Pflanze, damit keine Stummel stehen bleiben. Wem das optisch nicht gefällt, schneidet die Stängel ab und entfernt den Rest, wenn er völlig abgetrocknet ist.

  • regelmäßiger Schnitt unnötig
  • schneiden, wenn Pflanze zu groß geworden ist
  • Blätter und verwelkte Blüten entfernen

Tipp: Auf saubere Schnittwerkzeuge achten, damit keine Krankheiten verbreitet werden.

Überwintern

Strelizien sind nicht winterhart und können nicht im Freien überwintern. Sie benötigen ein entsprechendes Winterquartier. Ende November geht die Pflanze in die Winterruhe. In dieser Zeit wird fast gar nicht gegossen. Der Wurzelballen sollte allerdings nicht gänzlich austrocknen.

  • nicht winterhart
  • vor ersten Frost einräumen
  • junge Pflanzen schon einräumen, wenn Temperaturen unter 10°C fallen
  • ältere Pflanzen sind robuster
  • so hell wie möglich überwintern bei 8 bis 13°C
  • Zusatzbeleuchtung kann hilfreich sein
  • je wärmer überwintert wird, umso heller muss Raum sein
  • wenig gießen, aber nicht ganz austrocknen lassen
  • je kühler die Temperaturen, umso weniger Wasser verbrauchen Pflanzen
  • lieber zu trocken als zu nass halten

Tipp: Die Überwinterung im warmen Zimmer ist möglich, aber nicht ideal. Die Pflanzen müssen regelmäßig besprüht werden. Wichtig ist auch die regelmäßige Kontrolle auf Schädlingsbefall. Bei ungünstigen Bedingungen werden die Pflanzen geschwächt und sind anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Vermehren

Paradiesvogelblume - Strelizie

Strelitzien können durch Aussaat vermehrt werden, was nicht ganz einfach ist und am besten in einem beheizbaren Zimmergewächshaus gelingt. Außerdem können ältere, stattliche Pflanzen auch geteilt werden.

Teilen

  • im späten Frühjahr
  • Pflanze aus Gefäß nehmen
  • Nebenspross mit mindestens drei Blättern abtrennen
  • separat einpflanzen in Gefäß mit Komposterde
  • 5 bis 8 Wochen warm, hell und ohne Sonneneinstrahlung stellen
  • Erde zwischen Wassergaben gut abtrocknen lassen
  • nicht düngen
  • später wie erwachsene Strelizien weiterkultivieren

Aussaat

  • Sämlinge blühen erst nach 3 bis 4 Jahren
  • ideal zur Anzucht ist beheizbares Zimmergewächshaus
  • Samen einen Tag in lauwarmen Wasser einweichen
  • Anzuchterde – locker, nährstoffarm, pH-Wert nicht über 7
  • am besten Anzuchterde
  • kleine Gefäße verwenden
  • einzeln aussäen
  • Drainage einbauen und Erde auffüllen
  • Samenkern 2 bis 3 cm in Erde drücken
  • zur Bewässerung Gefäß in wassergefüllten Untersetzer stellen, damit sich Erde vollsaugen kann
  • wenn Erdoberfläche feucht ist, Gefäß trockenstellen
  • warm stellen, am besten 25 bis 30°C
  • muss erst hell stehen, wenn Trieb sich zeigt
  • Tüte über Gefäß stülpen, um Luftfeuchte zu erhöhen
  • Lüften nicht vergessen
  • Substrat nur sehr wenig feucht halten, Wassersprüher verwenden
  • sobald sich Sämling zeigt, Tüte abnehmen
  • erst nach 2 Monaten sehr vorsichtig düngen, 1 x pro Woche mit einem Viertel der angegebenen Menge
  • im ersten Winter durchdüngen

Krankheiten und Schädlinge

Strelizien sind nicht sehr empfindlich und eigentlich recht robust. Krankheiten sind in der Regel auf Pflegefehler zurückzuführen. Bei Schädlingen sind es vor allem Schild- und Wollläuse, die den Pflanzen zu schaffen machen.

  • Zu wenig Wasser – eingerollte Blätter
  • Zu viel Wasser – Wurzelfäule
  • Schildläuse – an kleinen bräunlichen Erhebungen an Stängeln und Blättern zu erkennen und am Honigtau, den Ausscheidungen der Läuse. Dies sind klebrige Flecken unter den Pflanzen. Man kann die Schilde vorsichtig abkratzen und die Blätter und Stängel mit Alkohol abwischen, am besten mehrmals in einigem Anstand. Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit gut um vorzubeugen.

Häufig gestellte Fragen

Woran kann es liegen, wenn eine Strelitzie nicht blüht?

Bei jungen Pflanzen ist das häufig der Fall. Sie brauchen ein paar Jahre, um Blüten zu bilden. Gerade bei durch Aussaat gezogene Pflanzen können 6 bis 10 Jahre vergehen. Hat man die Pflanze blühend gekauft, kann das nicht der Grund sein. Überdüngung führt häufig dazu, dass die Blüte ausfällt. Außerdem kann ein zu dunkler Standort Schuld sein, wenn die Blüte ausfällt, ebenso wie ein zu kalter Platz.

Wann ist bei Kübelhaltung mit der Blüte der Strelizie zu rechnen?

Eigentlich sollte die Strelizie im Sommer blühen. Bei mir blühen die Pflanzen schon im März, Mitte März. Ich überwintere in einem heizungslosen Kellerraum mit Zusatzbeleuchtung und mache ansonsten nichts anderes, wie oben beschrieben. Im Sommer stehen die Pflanzen im Freien, voll in der Sonne. Im Winter gieße ich sehr wenig und dünge nicht. Ende Februar zeigen sich die Blütenstängel und wenn die Blüten aufgehen, stellen wir den Kübel ins Wohnzimmer, damit wir etwas von der Pracht haben. Ich habe Mitte März Geburtstag und unsere Gäste bestaunen jedes Jahr die prächtigen Blüten.

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Tipps für Schnellleser

- Tolle Blühpflanze mit beeindruckenden Blüten
- Nur in Kübelkultur haltbar, nicht frostfest
- Standort – sonnig und warm
- Im Sommer gern im Freien
- Langsam an die Sonne gewöhnen
- Pflanzsubstrat – durchlässig und humos
- Unbedingt Drainage im Gefäß
- Wurzeln nicht verletzen
- Regelmäßig gießen
- Wasserbedarf abhängig von Blätteranzahl und Größe
- Durchdringend gießen
- Keine Staunässe, aber auch nicht austrocknen lassen
- Bis August 14tägig düngen mit flüssigem Volldünger
- Phosphorbetont düngen, wenig Stickstoff
- Nicht überdüngen
- Muss nicht geschnitten werden
- Überwintern hell, bei 8 bis 13°C
- Vermehren – Aussaat und Teilen
- Krankheiten – durch Pflegefehler
- Schädlinge - Schildläuse

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