Unkraut

Unkraut großflächig und dauerhaft entfernen


Unkraut dauerhaft entfernen

Unkraut zu entfernen, zählt zu den unliebsamsten Beschäftigungen von Gartenbesitzern und Hobbygärtnern. Vor allem bei großflächiger Ausbreitung kommt es auf die richtige Methode für die dauerhafte Bekämpfung an.

Unkraut auf Beeten entfernen

Wenn sich unerwünschtes Unkraut großflächig über Beete erstreckt, gibt es mehrere Alternativen, um es dauerhaft zu entfernen.

Umgraben

Das tiefe Umgraben ist wichtig, damit es so unterhalb der Erdoberfläche gelangt, wo kein Licht hinkommt. Ohne Licht keimen keine Samen und bereits gewachsenes Unkraut stirbt ohne Lichtzufuhr zuverlässig ab. Mit der Zeit verrottet es zu wertvollem Humus, den Pflanzen im Beet gern aufnehmen. Folgendermaßen sollte vorgegangen werden:

  • geeignetes Werkzeug: Spaten, Gartenfräse
  • beachten: tief gehender erster Stich, da nur eine Umwälzung der Erde, um Beikraut nicht wieder an die Erdoberfläche zu befördern
  • Stück für Stück umgraben, auch in Zwischenbereichen, wo (bisher) kein Beikraut zu sehen ist (Samen könnten hier liegen)
  • sichtbares, auf Oberfläche liegendes Unkraut manuell entfernen
Umgraben um Unkraut zu entfernen

Rigolen

  • Tiefkultur
  • zwei Spatenblätter tiefes Umgraben
  • Spaten zunächst eine Blattlänge tief einstechen
  • Erde leicht anheben
  • an gleicher Stelle nochmals Blattlänge tiefer ansetzen
  • anschließend Erde umwälzen
  • Beet danach nicht betreten
  • deshalb schmale Pfade auslassen
  • mit kleinen Steinplatten oder Ähnlichem bedecken
  • lassen Unkraut an Lichtmangel eingehen

Dunkle Folie

Das gleiche Prinzip wie beim Umgraben, ist über das Auslegen einer dunklen Folie zu erreichen. Diese Methode ist allerdings weniger aufwendig, aber optisch nicht schick im Garten anzusehen. Auch hierbei sind unliebsame Unkräuter der Dunkelheit ausgesetzt und sterben ab. Anzuwenden ist eine dunkle Folie aber lediglich auf solchen Beeten, wo keine anderen Pflanzen involviert sind und ebenso der Dunkelheit ausgesetzt werden, da auch diese unweigerlich unter der Folie sterben würden. Optimal lässt sich die Methode beispielsweise in folgenden Situationen/auf folgenden Böden durchführen:

  • Erdflächen, auf denen zeitnah Rasen gesät oder Rollrasen ausgelegt wird
  • neu angelegte Gemüsebeete, vor dem Auslegen der Samen
  • Bodenvorbereitung für Pflasterarbeiten
  • in Kies-/Steinbeeten
  • zum Entfernen aus Fugen großer Terrassen, Gehwege oder Einfahrten

Tipp: Manches Unkraut ist sehr hartnäckig und wehrt sich gegen das Absterben durch Lichtmangel. Deshalb ist es ratsam die dunkle Folie mindestens zwei Wochen durchgehend über die Fläche ausgelegt zu lassen und sie mindestens an den Rändern in gleichmäßigem Abstand mit Steinen oder Ähnlichem zu beschweren.

Unkrautvlies

Unkrautvlies

Ein Unkrautvlies ist eine ideale Kombination zur dunklen Folie. Ohne diese wird es häufig unter Rollrasen und Weg- oder Terrassenpflasterungen gelegt. Das Wirkungsprinzip basiert ebenfalls auf der Verdunklung des Bodenbereichs. Da es aber Unkräuter als Dunkelkeimer gibt, wie beispielsweise Löwenzahn, ist auf stark und großflächig befallenen Böden Unkrautvlies plus dunkler Folie auszubreiten. Da die Folie nicht wasserdurchlässig ist, wird sie nach zwei Wochen wieder abgenommen. Das Unkrautvlies bleibt dauerhaft auf der Erdoberschicht.

Für die Bepflanzung wird so verfahren:

  • Loch ins Vlies schneiden
  • dort hindurch Pflanzen ins Beet setzen
  • für bevorstehende Rasensaat/Rollrasen-Verlegung: Vlies mindestens 20 Zentimeter hoch mit Erde belegen

Mulchschicht

Eine Mulchschicht auf der Erdoberfläche sorgt ab einer bestimmten Schichthöhe dafür, dass im Boden befindliches Beikraut eingeht, weil kein Licht hindurch gelangt. Gleichzeitig gelangt umherfliegender oder von Vögeln herunterfallender Unkrautsamen nicht bis in die Erde. Er bleibt zwischen den kleinen Teilchen hängen, sodass keine Keimung erfolgen kann und auf diese Weise langfristig kein neues Unkraut zu bekämpfen ist.

Am besten eignet sich Rindenmulch aus Kiefern, weil die Rinden reich an Gerbsäure sind, die Wildkraut stark im Wachstum hemmt. Zeitgleich verringert Rindenmulch die Wasserverdunstung, schützt vor Kälte und bereichert nach der Verrottung den Boden mit wertvollen Nährstoffen.

Rindenmulch gegen Unkraut
Kiefernmulch

Um Unkraut dauerhaft zu entfernen, tragen Sie Rindenmulch folgendermaßen auf:

  • kräftiges, hochgewachsenes Unkraut jäten
  • Boden harken und auflockern (verbessert Wasserdurchlässigkeit und verringert Schimmelrisiko)
  • Zeitungspapier oder Pappe auf Boden legen (verlangsamt Verrottungsprozess von Mulch)
  • Mulchschicht mindestens fünf, besser sieben Zentimeter hoch aufschütten
  • sollen Pflanzen gesetzt werden, gilt: erst pflanzen, dann mulchen (verhindert, dass Mulch ins Erdreich gelangt und oberflächlich nicht mehr vollständig wirken kann)
  • auf gleichmäßige Verteilung und bestmögliche Dichte achten
  • Vorgang etwa alle drei Monate wiederholen

Tipp: Wer die Möglichkeit hat, frischen Rindenmulch zu kaufen oder selbst herzustellen, sollte dies dem Kauf im Handel vorziehen. Hier ist meist nicht bekannt, wie lange das Material bereits in Säcken verpackt, bereits der Verrottungsprozess in vollem Gange und folglich zügig wieder nachzumulchen ist.

Weitere geeignete Mulchmaterialien

Wenn geeignete Mulchmaterialien der eigene Garten hergibt und Rindenmulch nicht vorhanden ist, dann kann alternativ auch Folgendes als Mulch fungieren:

  • Rasen- und Astschnitte
  • Pflanzen zur Gründüngung
  • Laub
  • Kleingehäckseltes China-Schilfgras
  • Stroh

Unkraut auf Rasenflächen entfernen

Haben sich Unkrautpflanzen großflächig im Rasen breit gemacht, verhelfen folgende Arbeitsschritte zum dauerhaften Bekämpfen:

  • Beikraut mit Unkrautstecher samt Wurzeln entfernen
  • anschließend Rasen mähen
  • danach vertikutieren und Rasenfläche mit Rechen gut “säubern”
  • düngen: mit Kalk gegen Moos, regelmäßig mit nähr- und stickstoffreichem Dünger düngen stärkt Rasen und lässt ihn dichter wachsen (Verdrängung von Beikraut)
  • kahle Stellen nachsäen

Unkraut abbrennen

Gasbrenner
  • bietet an Fassaden/Wänden/Mauern und auf Wegen sichere und langfristige Bekämpfung
  • spezielle Gasbrenner aus dem Handel
  • geeignet für Unkrautarten mit kurzen Wurzeln
  • schnelles Nachwachsen tiefer wurzelnder Unkräuter

Hinweis: Auf Rasenflächen und bei sehr hohen Temperaturen sollten Sie generell auf die Anwendung dieser Methode verzichten.

Häufig gestellte Fragen

Ist ein Bekämpfen des Unkrauts mit Salz oder Essig erfolgversprechend?

Salz und Essig gelten als zuverlässige “Unkrautvernichter”. Allerdings vernichten sie auch alle Pflanzen in naher Umgebung. Es gibt ein (strittiges) Gesetz gegen die Ausbringung von Salz und Essig (§2, Absatz 2 des Pflanzenschutzgesetzes), aber 2017 entschied das Oberlandesgericht Oldenburg, dass beide weder Pflanzenschutzmittel noch Unkrautvernichter sind, sondern es sich bei ihnen um reine Lebensmittel handle. Fakt ist dennoch, dass Salz und Essig die Bodenqualität negativ beeinflussen und Boden-Lebewesen angreifen.

Wie ist großflächig gewachsenes Unkraut dauerhaft aus Hochbeeten zu entfernen?

Hier können ebenso wie im Gartenbeet dicke Mulchschichten längerfristig Abhilfe schaffen, wenn die Hochbeete bepflanzt sind. Stehen sie lediglich mit Erde gefüllt, legen Sie eine dunkle, lichtundurchlässige Tüte/Folie auf die Erde. Das sind die einfachsten und wirkungsvollsten Methoden zur Bekämpfung von Unkraut in Hochbeeten.

Empfiehlt sich der Einsatz von Kies/Schotter zur Unkrautbekämpfung?

Viele Gartenbesitzer setzen zum Bekämpfen von Unkraut auf das Ausbringen von Kies und/oder Schotter/Splitt. Das ist definitiv eine funktionierende Methode, aber diese sollte sehr gut bedacht sein. Schotter- und Kiesgärten sind aus ökologischer Sicht katastrophal, denn sie nehmen Tieren den Lebensraum und vielen die Futterquelle. Deshalb sollten Schotter, Splitt und Kies nicht die Lösung sein, dauerhaft Unkraut loszuwerden und dem vorzubeugen.

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