Schädlinge

5 heimische Zeckenarten in Deutschland


Zeckenarten

Zecken sind auch in Deutschland beheimatet und kommen in großer Artenvielfalt vor. Über einzelne Arten, ihre Merkmale und das gesundheitliche Gefahrenpotential, das von ihnen ausgeht, informiert dieser Ratgeber.

Heimische Zeckenarten in Deutschland

Von den weltweit rund 900 Zeckenarten sind etwa 15 in der Bundesrepublik heimisch. Grundsätzlich wird dabei zwischen der Schildzecke und der Lederzecke unterschieden.

Zu den Schildzecken gehören:

  • Gemeine Holzbock
  • Schafzecke
  • Auwaldzecke
  • Igelzecke

Unter die Kategorie der Lederzecken fällt die heimische Art der Taubenzecke

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)

Auwaldzecke (Dermacentor reticulatus)
Quelle: Krzysztof Ziarnek, Kenraiz, Dermacentor reticulatus kz02, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0
  • Körpergröße: Larven 1,4 bis 1,8 mm, adulte Zecke 3,8 bis 4,8 mm, vollgesogenes Weibchen 10 mm
  • Habitat: Weiden, hohes Gras, Wälder, Waldböden, Hausgärten, Parkanlagen
  • Bevorzugte Witterung: stellt keine Ansprüche
  • Aktivität: von März bis Juni und von August bis November
  • Lebensdauer: 1 bis 2 Jahre
  • Wirte; adulte Zecken saugen an mittelgroßen bis großen Säugetieren (Schafe, Hunde, Rinder, Wild, Pferde, Schweine), Menschen werden nur selten gebissen, Larven saugen an Nagetieren
  • Anzahl der Wirte: 1
  • Übertragbare Krankheiten: Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE), Omsk Blutungsfieber (OHF) beim Menschen, Hundemalaria (Babesia canis) bei Hunden, Rickettsien noch nicht erforscht

Hinweis: Die Auwaldzecke zählt zu den für den Menschen eher unbedenklichen Zeckenarten. Für Hunde ist sie umso gefährlicher, da sie ein Überträger der Hundemalaria ist. Eine Ansteckung von Hund zu Mensch ist ausgeschlossen. Hundebesitzer sollten Ihre Tiere nach Spaziergängen durch Wälder oder hohes Gras stets gründlich absuchen. Besonders in den Bundesländern Baden-Württemberg, Berlin und Brandenburg weist die heimische Zecke ein häufiges Vorkommen auf. Aufgrund ihrer Körpergröße und der charakteristischen Zeichnung auf dem Rücken, ist die Auwaldzecke recht einfach zu identifizieren.

Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus)

Gemeine Holzbock (Ixodes ricinus), Zecke
Quelle: H. Krisp, Gemeine-Holzbock-Ixodes-ricinus, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY 3.0
  • Körpergröße: Larven ca. 0,7 mm, adulte Zecke ca. 2,5 bis 3,5 mm (Männchen kleiner als die Weibchen), vollgesogenes Weibchen ca. 11 mm
  • Habitat: Gehölze, Wälder, Heiden, Parkanlagen, Gärten
  • Bevorzugte Witterung: gemäßigte Verhältnisse, frost- sowie schneefreie Perioden
  • Aktivität: ganzjährig bis auf den Winter
  • Lebensdauer: 2 bis 3 Jahre, in Ausnahmefällen auch bis zu 7 Jahre
  • Wirte: adulte Zecken saugen an mittelgroßen bis großen Säugetieren (Vieh, Schafe, Hunde, Wild, Pferde und Menschen), Larven ernähren sich vom Blut kleinerer Tiere ( Mäuse, Kaninchen, Vögel oder Reptilien)
  • Anzahl der Wirte: je 3 Mahlzeiten bei 3 unterschiedlichen Wirten
  • Übertragbare Krankheiten: Borreliose, Zeckenübertragene Hirnhautentzündung (FSME) u.v.m

Igelzecke (Ixodes hexagonus)

Igelzecke (Ixodes hexagonus), Zecke
Quelle: André Karwath aka Aka, Ixodes hexagonus (aka), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 2.5
  • Körpergröße: Larven kleiner als 1 mm, adulte Zecke 3,5 bis 4 mm, vollgesogenes Weibchen 10 mm
  • Habitat: vorwiegend Wälder, aber auch städtische Umgebung (Hausgärten, Parkanlagen)
  • Bevorzugte Witterung: stellt keine Ansprüche
  • Aktivität: von März bis Juni und von August bis November
  • Lebensdauer: 1 bis 2 Jahre
  • Wirte: vor allem Igel, aber auch Menschen, Pferde, Schafe, Hunde, Katzen, Füchse und Mäuse
  • Anzahl der Wirte: mehrere, saugt große Mengen Blut
  • Übertragbare Krankheiten: Borreliose , menschliche Babesiosis, Zeckenstichfieber

Schafzecke (Dermacentor marginatus)

Schafzecke (Dermacentor marginatus), Zecke
Quelle: Lucarelli, Dermacentor marginatus, male, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • Körpergröße: adulte Zecke 4,6 bis 5,8 mm, vollgesogen 15 mm
  • Habitat: Schafsweiden, Wälder, hohes Gras
  • Bevorzugte Witterung: milde Temperaturen
  • Aktivität: von März bis April und von September bis Oktober
  • Lebensdauer: 1 bis 2 Jahre
  • Wirte: adulte Zecken saugen vorwiegend an großen Säugetieren (Schafe, Hunde, Rehe) Menschen befallen sie nur selten, Larven saugen fast ausschließlich an kleinen Nagetieren
  • Anzahl der Wirte: 1
  • Übertragbare Krankheiten: Russische Frühling/Sommerhirnhautentzündung (RSSE), Omsk Blutungsfieber (OHF), Q-Fieber

Hinweis: Die heimische Schafzecke gilt als hauptsächliche Ursache dafür, dass sich das Q-Fieber auch in Deutschland verbreitet.

Taubenzecke (Argas reflexus)

  • Körpergröße: 5 bis 10 mm
  • Habitat: Taubennester
  • Bevorzugte Witterung: stellt keine Ansprüche
  • Aktivität: ganzjährig
  • Lebensdauer: bis zu 20 Jahre (überlebt auch lange Hungerperioden)
  • Wirte: bevorzugt Tauben, weicht auch auf andere Vögel wie zum Beispiel Hühner aus, Menschen und Säugetiere werden zwar gelegentlich gestochen, eignen sich aber nicht al Wirt
  • Anzahl der Wirte: saugt mehrmals an unterschiedlichen Wirten, nimmt immer nur kleine Mengen Blut auf
  • Übertragbare Krankheiten: überträgt keine Krankheiten auf den Menschen, der Speichel kann aber heftige allergische Reaktionen hervorrufen

Hinweis: Menschen und Haustiere kommen mit den Taubenzecken nur selten in Berührung. Als Taubenhalter ist dennoch Vorsicht geboten, denn das präventive Töten befallener Tiere garantiert nicht das Verschwinden dieser Zecken. Bis zu einem Jahr überlebt Argas reflexus, indem sie die aufgenommenen Blutreserven in ihrem Versteck verstoffwechselt. Sind diese aufgebraucht, befällt sie aus Hungersnot auch Menschen. Gleichzeitig bedeutet das den Tod dieser Zeckenarten, da sie ausschließlich Vogelblut vertragen.

Häufig gestellte Fragen

Wie verbreiten sich heimische Zeckenarten?

Zecken legen als Parasiten weite Strecken auf ihrem Wirt zurück. An sich sind die Milben sehr bewegungsfaul. Sie haften sich ans Fell von Füchsen, Hunden oder Vögeln und lassen sich abfallen, nachdem sie gesättigt sind. Auf diese Weise breiten sich verschiedene heimische Zeckenarten überall in Deutschland aus.

Wo besteht das höchste Risiko, gestochen zu werden?

Viele Menschen meiden im Sommer Wälder, da sie dort die größte Gefahr vermuten. Anders als gedacht erfolgen jedoch 40 % der Stiche im eigenen Garten. Als “Hot-Spots” gelten hier Zäune, Steinwände, Holzstapel, Gartenhäuser, Vogelfutterstationen, Gebüsch, Komposthaufen, dichte Blumenbeete und hohe Gräser.

Wie schütze ich mich vor Zeckenbissen?

Grundsätzlich gilt es, die oben aufgeführten Gefahrenherde zu meiden. Auch das Tragen langer Kleidung sowie Zeckensprays aus dem Handel schwächen das Risiko, gestochen zu werden. Wer in anderen Bundesländern Urlaub macht, sollte sich zuvor über mögliche Gefahrenzonen informieren. Nach Spaziergängen sollte der gesamte Körper auf Zeckenbisse abgesucht werden.

Nimmt die Vielfalt der Zeckenarten in Deutschland zu?

In den letzten Jahren wurden immer mehr verschiedene Zeckenarten nach Europa eingeschleppt. Allein ein Urlaub mit Haustier in gefährdeten Gebieten steigert das Risiko. Neuerdings warnen Forscher vor Riesenzecken, gegen die noch kein Impfstoff existiert.

Übertragen alle heimische Zeckenarten Krankheiten?

Manche heimische Arten sind für den Menschen unbedenklich, da sie nur tierisches Blut vertragen. Trotzdem sollte ein Zeckenbiss stets ernst genommen werden. 10 % aller Zeckenbisse lösen folgenschwere Infektionen aus. Ärzte schätzen diesen Wert als besorgniserregend ein.

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