Pflanzenkrankheiten

Zucchini: die häufigsten Krankheiten und Schädlinge


Zucchini krank

Krankheiten und Schädlinge verderben dem Hobbygärtner die Freude am Gärtnern. Leiden Nutzpflanzen, wie Zucchini, an Krankheiten, kommt oft ein Ernteausfall hinzu. Daher beschreiben wir hier die häufigsten Krankheiten und Schädlinge beim Zucchini-Anbau.

Pilzerkrankungen

Echter Mehltau

Bei Zucchini kann Echter Mehltau durch die beiden Pilzarten Sphaerotheca fuliginea und Erysiphe cichoracearum verursacht. Sie können einzeln oder gemeinsam auf den Zucchinipflanzen vorkommen. Besonders gut entwickeln sich die Pilze, wenn warme und trockene Bedingungen vorherrschen. Die Übertragung erfolgt durch Pilzsporen in der Luft. Sie überdauern aber auch auf Pflanzenresten und Unkräutern.

Echter Mehltau, Erysiphe cichoracearum

Erysiphe cichoracearum, Quelle: Jerzy Opioła, Golovinomyces cichoracearum a1 (2), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0

Schadbild:

  • Anfangsstadium: fleckenförmiger, weißer Pilzrasen auf der Blattoberseite
  • weiterer Verlauf: Flecken verschmelzen miteinander, bedecken das ganze Blatt
  • Endstadium: Blätter vertrocknen, verbräunen und sterben ab
  • bei starkem Befallsdruck: Pilzrasen auch auf den Stängeln

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Unkräuter regelmäßig entfernen
  • befallene Pflanzenteile sofort abschneiden (im Hausmüll entsorgen)
  • resistente Sorten anbauen
  • empfohlene Hausmittel: Milch-Wasser-Mischung, Natron-Wasser-Mischung, Backpulver-Rapsöl-Wasser-Mischung, Knoblauchsud, Ackerschachtelhalm-Brühe

Grauschimmel/Grauschimmelfäule

Für die Grauschimmelfäule ist der Pilz Botrytis cinerea verantwortlich. Besonders günstige Bedingungen für seine Ausbreitung sind Temperaturen zwischen 22 und 25 Grad Celsius und eine anhaltend hohe Luftfeuchtigkeit, die verhindert, dass Pflanzenoberfläche abtrocknen kann. Botrytis cinerea ist ein Schwächeparasit, der nur bereits vorgeschädigtes Gewebe infizieren kann. So sind beispielsweise Fraßspuren von Schnecken Einfallstore für den Pilz. Infektion erfolgt durch Sporenflug.

Schadbild:

  • mausgrauer, samtartiger Sporenrasen
  • auf Blättern, Stängeln und Blütenansatzstellen der Früchte
  • verbreitet sich rasend schnell

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Stängel und Blätter trocken halten (von unten gießen)
  • befallene Pflanzenteile sofort entfernen
  • spezielle Fungizide aus dem Fachhandel

Hinweis: Da Botrytis cinerea auch auf abgeschnittenen Pflanzenresten weiterlebt, sollten Sie befallene Pflanzenteile in einer gut verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgen.

Welken

Fusarium oxysporum f. sp. cucumerinum ist ein Gefäßparasit. Hat der Pilz die Pflanze infiziert, wächst er in den Leitungsbahnen aufwärts. Dadurch verstopfen die Leitungen, und die Zucchinipflanzen beginnen zu welken.

Schadbild:

  • welkende Pflanzen trotz ausreichender Wasserversorgung
  • während des Absterbens der Pflanze: Wurzelfäule
  • brauner und rissiger Stängelgrund
  • rosafarbenes Pilzgeflecht am Stängeln manchmal erkennbar
  • Braunfärbung verstopfter Stängel

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • befallen Pflanzen sofort entfernen
  • Werkzeuge desinfizieren

Tierische Schädlinge

Blattläuse

Von etwa 850 Blattlausarten, die in Mitteleuropa leben, haben verschiedene Arten Zucchinipflanzen zum Fressen gern. In der Regel handelt es um grünliche bis fleischfarbene Tiere. Sie treten ab dem Frühsommer auf und saugen an Blättern, Triebspitzen und Blütenknospen.

Blattläuse

Schadbild:

  • Verkrüppelungen der befallenen Pflanzenteile
  • Ausscheidung von Honigtau (Einfallstor für Rußtaupilze)
  • explosionsartige Vermehrung

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Ansiedlung von natürlichen Fressfeinden der Schädlinge wie Marienkäfer, Florfliegen und Schwebfliegen
  • befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden und im Hausmüll entfernen
  • empfohlene Hausmittel: Schmierseife-Wasser-Lösung, Knoblauchsud, Oregano-Wasser-Mischung, Milch-Wasser-Gemisch, Kali-Seifenlauge, Zwiebelsud, Brennnesselsud,
  • Schwarzer Tee, Rapsöl-Wasser-Mischung, Spülmittel-Wasser-Mischung, Kartoffelwasser, Essig-Mischung

Minierfliegen

Die Weibchen von Liriomyza huidobrensis legen ihre Eier in das Blattgewebe. Die Maden der Minierfliege fressen dann das Blattgewebe zwischen der Blattober- und Unterseite. Es bilden sich kanalartige Miniergänge.

Schadbild:

  • Miniergänge als filigranes Muster
  • fließen bei starkem Befall zusammen

Tipp: Halten Sie das Blatt ins Gegenlicht, lassen sich die Maden und ihre schwarzen Kotkrümel in den Gängen erkennen.

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • befallene Pflanzenteile sofort entfernen (im Hausmüll entsorgen)
  • Gelbtafeln aufstellen (vermindert zumindest das Auftreten adulter Tiere)
  • natürliche Fressfeinde: Brackwespen, Schlupfwespen, Erdwespen aus dem Fachhandel)
  • empfohlene Hausmittel: Brennnesseljauche (Abschreckung durch Geruch)

Spinnmilben

Die Gemeine Spinnmilbe (Tetranychus urticae) wird nur einen halben Millimeter groß. Mit freiem Auge sind die Tiere daher nicht zu erkennen. Sie wird oft als “Rote Spinne” bezeichnet, kann aber auch gelbgrün, olivgrün oder braun gefärbt sein. Spinnmilben saugen den Saft der Blätter an der Blattoberseite aus.

Spinnmilben, Schädlinge Zucchini

Schadbild:

  • kleine, gelbe Sprenkelungen an der Blattoberseite
  • Blätter vergilben und verdorren
  • Blattunterseite: sehr feine Gespinste mit winzig kleinen Tierchen
  • bei starkem Befall Gespinste auch an den Trieben
  • sehr schnelle Vermehrung

Maßnahmen und Vorbeugen:

  • befallene Pflanzenteile großzügig abschneiden (im Hausmüll entsorgen)
  • Einsatz von Nützlingen: Raubmilben oder Raubwanzen
  • empfohlene Hausmittel: Rapsöl-Wassergemisch, Zwiebel-Knoblauch-Sud, starker Ackerschachtelhalm-Tee, Brennnesseljauche

Thripse

Thripse, wie zum Beispiel Frankliniella occidentalis, sind ein bis zwei Millimeter große Tiere aus der Ordnung der Fransenflügler (Thysanoptera, auch Thripse genannt). Besonders wohl fühlen sich die Tierchen, wenn die Luft trocken und warm ist.

Thripse

Quelle: xpda, Thysanoptera P1300645b, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0

Schadbild:

  • verteilte, kleine, weiße Flecken auf der gesamten Blattfläche
  • zahlreiche schwarze und lackartig glänzende Kotkrümel auf den Blättern
  • bei starkem Befall absterben der Blätter
  • verkrümmte und verkrüppelte Zucchini-Früchte

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Einsatz von Nützlingen: Raubmilben (Amblyseius cucumeris, Hypoaspis miles) gegen Thripspuppen
  • frühzeitiger Einsatz notwendig
  • Befallsnachweis: klebrige Blautafeln aufstellen
  • empfohlene Hausmittel: Wasser-Olivenöl-Spülmittel-Lauge, Brennnesselsud, Knoblauchtee

Bakterien und Viruserkrankungen

Bakterielle Weichfäule

Pectobacterium carotovorum ist meistens der bakterielle Erreger dieser Krankheit an der Zucchini. Das Bakterium lebt im Boden und ist weit verbreitet. In die Zucchinipflanzen dringen die Bakterien durch offene Wunden oder Fraßschäden ein. Die Verbreitung der Bakterien erfolgt durch Spritzwasser beim Gießen oder durch Regen.

Schadbild:

  • weichfaule junge Zucchini
  • Fäulnisbeginn an der Blütenansatzstelle
  • Zersetzung des Fruchtfleisches im Inneren
  • Haut bleibt länger intakt
  • Übler Geruch durch verfaulenden Fruchtbrei

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Pflanzenoberfläche möglichst trocken halten
  • befallene Zucchini sofort entfernen und im Hausmüll entsorgen
  • bislang keine Maßnahmen gegen die Krankheit

Eckige Blattfleckenkrankheit

Der Erreger der Eckigen Blattfleckenkrankheit ist das Bakterium Pseudomonas syringae pv. lachrymans. Es wird mit dem Saatgut übertragen. Kann aber auch auf befallenem Pflanzenmaterial im Boden überdauern. Das Bakterium dringt durch Verletzung oder andere offene Stellen in die Pflanze ein. Förderlich für den Befall mit dieser Krankheit an Ihren Zucchini sind Temperaturen zwischen 24 und 28 Grad Celsius sowie häufige Blattnässe.

Eckige Blattfleckenkrankheit, Zucchini Krankheiten

Schadbild:

  • durchscheinende, gelbliche, unregelmäßige Flecken auf den Blättern (Eingrenzung durch Blattadern)
  • im Krankheitsverlauf: Braunfärbung der Flecken, zusammenfließen und Entstehung von trockenen, papierartigen Flecken, einreißen der Blattränder, herausfallen des vertrockneten Blattgewebes
  • bei hoher Luftfeuchtigkeit oder Taubildung: Bakterienschleimtropfen auf der Blattunterseite
  • Zucchini-Früchte: wässrige, dunkle, weiche Flecke oft mit weißem Zentrum, austretender Bakterienschleim aus dem Zentrum möglich
  • schnelles Verfaulen der Zucchini

Maßnahmen und Vorbeugen:

  • befallene Pflanzen entfernen
  • Pflanzen oberflächlich trocken halten
  • für ausreichenden Fruchtwechsel sorgen (keine Kürbisgewächse)
  • auf Befallsflächen: mindestens dreijährige Anbaupause einhalten
  • resistente Sorten anbauen (“Flamingo” oder “Saladin”)

Gurkenmosaikvirus

Das Gurkenmosaikvirus (Cucumber mosaic virus, CMV der CuMV) wird durch Blattläuse übertragen. Für die Infektion mit dem Virus reicht es aus, wenn die Blattlaus weniger als Minute saugt. Die ersten Symptome der Krankheit treten nach 10 bis 14 Tagen an der Zucchini auf. Das Schadbild hängt von der Witterung ab.

Gurkenmosaikvirus

Quelle: DieterO, Gurkenmosaikvirus, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC0 1.0

Schadbild:

  • trübes Wetter mit Temperaturen unter 20 Grad Celsius: Pflanzenwelke
  • bei Temperaturen über 24 Grad Celsius: Mosaikscheckungen (mosaikartige Blattaufhellungen)
  • Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad Celsius: auftreten beider Krankheitsbilder möglich
  • Zucchini-Früchte: warzenartige Missbildungen und Scheckung
  • gestauchter Wuchs der Pflanzen

Maßnahmen und Vorbeugung:

  • Blattläuse frühzeitig bekämpfen
  • bislang keine Maßnahmen bekannt

Häufig gestellte Fragen

Woher kommen Pilzerkrankungen?

Pilzerkrankungen werden meist durch Pilzsporen in der Luft verbreitet, wobei die Erreger der Pilzerkrankungen in der Regel sehr widerstandsfähig sind.

Was kann ich gegen Viruserkrankungen?

Gegen Krankheiten, die von Viren verursacht werden, können Sie nicht viel tun. Denn oft gibt es keine effektiven Maßnahmen oder chemische Mittel.

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