ObstgartenPflanzenkrankheiten

Zwetschgenbaum & Pflaumenbaum-Krankheiten mit Bildern

Krankheiten am Pflaumen- und Zwetschgenbaum

Pflaumen und Zwetschgen zählen zu den sortenreichsten Obstsorten, ganz gleich ob frisch vom Baum oder als leckerer Kuchenbelag. Doch leider ist weder der Pflaumen- noch der Zwetschgenbaum vor Krankheiten gefeit.

Häufige Krankheiten an Pflaumen- und Zwetschgenbaum

Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über Schadbilder verschiedener Krankheiten, die Pflaumen- und Zwetschgenbäume besonders oft heimsuchen. Daneben finden Sie auch Tipps zur Bekämpfung.

Monilia-Fruchtfäule

Verursacher der Fruchtfäule (Monilia laxa, M. fructigena) sind pilzliche Erreger. Sie dringen über Verletzungen der Fruchthaut in die Frucht ein und schädigen das Fruchtfleisch. Begünstigt wird ein Befall durch anhaltend feuchtes Wetter während der Fruchtreife zwischen Juli und August.

Schadbilder

Monilia-Fruchtfäule (Monilia fructigena) an Pflaume
Bei Monilia fructigena spricht man oftmals auch von ‘Polsterschimmel’.
  • Triebe, Blüten und Früchte betroffen
  • Symptome von Blütezeit bis Fruchtreife
  • brauner Schimmel und weiße Sporenringe an noch grünen Früchten
  • später Fruchtoberfläche von Sporenlagern besiedelt
  • nahe der Infektionsstelle vermehrter Harzfluss (Gummifluss)
  • erkrankte Früchte schrumpfen
  • bleiben als Mumien am Baum oder fallen ab
  • vereinzelt Triebsterben möglich

Bekämpfung und Vorbeugung

  • befallene Triebe und Fruchtmumien entfernen
  • nicht auf Kompost entsorgen, besser verbrennen
  • bis ins gesunde Holz zurückschneiden
  • mindestens 20 bis 30 cm tief
  • nur für Haus- und Kleingarten zugelassene Spritzmittel verwenden
  • vorbeugend Früchte zur Kontaktvermeidung ausdünnen

Hinweis: Monilia kann bei besonders anfälligen Sorten zu massiven Ernteeinbußen führen. Die Ausbreitung erfolgt über Sporen und Kontakt benachbarter Früchte.

Narren- oder Taschenkrankheit

Auch diese durch Pilze verursachte Krankheit (Taphrina pruni) tritt insbesondere während längerer Regenperioden und hauptsächlich am Pflaumen- und Zwetschgenbaum auf. In der Regel sind aber nicht alle Früchte betroffen.

Schadbilder

Narrenkrankheit (Taphrina pruni) an Hauszwetschge
Quelle: Sternrenette, Narrenkrankheit der Pflaume (Hauszwetschge), Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 4.0
  • befallene Früchte wachsen schneller als gesunde
  • Früchte bilden keinen Kern, reifen nicht, verkümmern
  • sind gekrümmt und flach gedrückt, ähnlich einer Schote
  • Fruchtschale später von weißen, pelzigen Belag überzogen
  • Fruchtfleisch hart, grün, saftlos, ungenießbar
  • auch Triebe und Blätter betroffen
  • Äste befallener Triebe verdickt oder verdreht
  • Blasenbildung auf Blattoberseiten

Bekämpfung und Vorbeugung

  • befallene Früchte im Hausmüll entsorgen
  • auch heruntergefallene Früchte aufsammeln
  • betroffene Triebe komplett entfernen, unabhängig von der Jahreszeit
  • vorbeugende Austriebsspritzung mit kupferhaltigen Pflanzenschutzmitteln
  • bei feuchter Witterung zweite Behandlung vor der Blüte empfehlenswert

Hinweis: Der Pilz überwintert in hängengebliebenen Früchten. Wird nichts unternommen, werden die Früchte im nächsten Jahr von den alten Fruchtmumien erneut infiziert.

Pflaumen- oder Zwetschgenrost

Rost (Tranzschelia pruni spinosae) an Pflaume und Zwetschge wird durch sogenannte Rostpilze hervorgerufen und tritt in feuchten Sommern etwa im Juni und August auf. Er befällt normalerweise nur die Blätter und nicht die Früchte.

Schadbilder

Pflaumenrost (Tranzschelia pruni spinosae)
  • erste Symptome im Sommer
  • kleine gelbliche, später bräunliche, mosaikartige Flecken auf den Blättern
  • später Sporenlager auf Blattunterseiten
  • schwarze Pusteln mit Wintersporen
  • Blätter vergilben und fallen bei starkem Befall vorzeitig ab
  • Infektionen der Zweige möglich, aber unauffällig

Bekämpfung und Vorbeugung

  • Bekämpfung in der Regel nicht notwendig
  • zugelassenen Pilzbekämpfungsmittel nur bei starkem Befall
  • verursachende Pilze sind wirtswechselnde Rostpilze
  • deshalb vorbeugend Zwischenwirte reduzieren
  • Zwischenwirte sind besonders Anemonen, Leberblümchen und Winterling
  • Hauptwirte sind Pflaumen und Zwetschgen

Tipps: Gut abgewaschen können Sie die Früchte bedenkenlos verzehren oder weiterverarbeiten.

Scharka- oder Pockenkrankheit

Hervorgerufen durch das Scharka-Virus, gehört diese Krankheit zu den bedeutendsten an Pflaumen- und Zwetschgenbaum. Sie befällt Blätter und Früchte, sorgt für Ernteeinbußen und schlechte Fruchtqualität. Bei Wärme und Trockenheit treten Symptome verstärkt auf. Als Überträger gelten Blattläuse.

Schadbilder

Scharkakrankheit an Früchten
Quelle: User:MarkusHagenlocher, Scharka Fruchtsymptome, Bearbeitet von Gartenlexikon.de (MKr), CC BY-SA 3.0
  • im Frühjahr olivgrüne Ringe auf den Blättern
  • entwickeln sich zu schwarzen Punkten aus abgestorbenem Gewebe
  • an unreifen Früchten pockenartige Einbuchtungen in Fruchthaut
  • Fruchtfleisch rötlich bis zum Kern
  • von gummiartiger Konsistenz, bitterer Geschmack
  • frühzeitiger vermehrter Abfall von Früchten

Vorbeugen statt Bekämpfen

  • direkte Bekämpfung nicht möglich
  • deshalb Ausbreitung verhindern
  • dazu übertragende Insekten (Blattläuse) bekämpfen
  • infizierte Pflanzen roden
  • bei Neupflanzungen scharkatolerante Sorten (z. B. “Jojo”) wählen

Hinweis: Diese Krankheit ist in Deutschland meldepflichtig.

Schrotschusskrankheit

Die Ursache für einen Befall eines Pflaumen- und Zwetschgenbaums mit der Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) ähnelt denen der anderen Krankheiten, denn auch hier handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die in einem niederschlagsreichen Frühjahr auftreten kann. Befallen werden sowohl Knospen und junge Blätter als auch Triebe und Früchte, wobei die Infektionsgefahr im Sommer abnimmt.

Schadbilder

Schrotschusskrankheit (Stigmina carpophila) an Blatt der Sauerkirsche (Prunus cerasus)
Schrotschusskrankheit an Blatt der Sauerkirsche (Prunus cerasus)
  • erst helle, später dann rötliche, schrotkorngroße Blattflecken
  • fleckige Bereiche sterben ab, fallen aus Blattgewebe
  • ungleichmäßige Durchlöcherung der Blätter
  • im Endstadium Löcher mit roter Umrandung
  • junge Blätter und kleine Früchte verkümmern, fallen ab
  • dünne Triebe können absterben
  • Befall oberer Kronenpartien meist geringer
  • an Zweigen und Früchten nur gelegentlich

Bekämpfung und Vorbeugung

  • befallene Äste und Zweige bis ins gesunde Holz zurückschneiden
  • Schnittgut verbrennen oder im Hausmüll entsorgen
  • Baum im Anschluss gründlich wässern
  • Baumscheibe mit Grünschnitt oder gehäckseltem Material gut mulchen
  • vorbeugend mit zugelassenen Kupferpräparaten spritzen

Hinweis: Eine wirksame Bekämpfung mit entsprechenden Spritzmitteln ist im Haus- und Kleingarten nicht möglich. Als besonders anfällig gilt übrigens die ‘Bühler Frühzwetschge’.

Valsa- oder Krötenhautkrankheit

Von der Valsa-Krankheit (Leucostoma cincta, L. personii) werden vor allem bereits geschwächte Pflaumen- und Zwetschgenbäume befallen. Eine Infektion erfolgt bei kühlen Temperaturen im Frühjahr oder Herbst.

Schadbilder

  • vereinzelte welke Triebe im Sommer
  • Absterbeerscheinungen an Ästen und Zweigen
  • schwarze, warzenähnliche Verdickungen auf absterbendem Holz
  • Rindenstruktur ähnelt einer Krötenhaut
  • bei feuchter Witterung tritt Sporenmasse aus

Vorbeugen statt Bekämpfen

  • Schnitt außerhalb der Hauptinfektionszeit
  • Wundverschluss größerer Schnittwunden
  • Blattspritzungen mit kupferhaltigen Mitteln
  • mit Beginn und während des Befalls
  • auf optimale Versorgung mit Wasser und Nährstoffen achten

Häufig gestellte Fragen

Worin unterscheiden sich Zwetschge und Pflaume?

Die Zwetschge ist eine Unterart der Pflaume. Sie ist länglich, hat ein festeres Fruchtfleisch, aus dem sich der Kern leicht lösen lässt. Zudem behält sie auch nach dem Erhitzen ihre Form, wodurch sie sich hervorragend zum Backen eignet. Die Pflaume ist eher rund, saftiger und fällt beim Erhitzen zusammen. Der Kern sitzt fester und lässt sich nur schwer von Fruchtfleisch lösen.

Lassen sich derartige Krankheiten vermeiden?

Komplett vermeiden lassen sie sich nicht. Aber um die Gehölze bestmöglich zu schützen, sollte man sie regelmäßig schneiden, damit das Innere der Krone gut belüftet wird. Nur so können die Blätter nach einem Regenguss schnell wieder abtrocknen. Eine zu dichte Krone bietet pilzlichen Erregern beste Bedingungen.

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