Unkraut im Rasen vernichten - Rasenunkräuter bestimmen

Unkraut im Rasen Unkraut zu jäten gehört zu den lästigen Aufgaben eines Gärtners. Bereits innerhalb kurzer Zeit überwuchern die unliebsamen Pflanzen nicht nur Gemüse- und Zierbeeten, sondern sprießen auch auf Wegen und im sorgfältig angelegten Rasen. Um zu verhindern, dass das Unkraut vollständig alle anderen Pflanzen verdrängt, sollten Sie sofort wirksame Gegenmaßnahmen ergreifen. Chemische Produkte sind nicht zwangsläufig die beste Methode, häufig können Sie Unkraut auch mit einfachen und mechanischen Mitteln erfolgreich vernichten. Um die richtige Technik zur Bekämpfung anwenden zu können, sollten Sie zudem die Art des Unkrauts zuvor bestimmen.

Unkraut im Rasen erfolgreich bekämpfen

Eine üppig grünende und dicht wachsende Rasenfläche setzt einiges an Pflegeaufwand und Zeit voraus. Keinesfalls darf die Grünfläche in der Hauptvegetationszeit jedoch sich selbst überlassen bleiben, sonst machen sich Löwenzahn und anderes Unkraut dort breit. Wenn bereits vorhanden, sollten Sie die unliebsamen Pflanzen sofort bekämpfen. Denn einige Gewächse, wie beispielsweise Weiß- und Rotklee, neigen zu einer unkontrollierten und schnellen Vermehrung. Innerhalb kurzer Zeit werden die Rasenpflanzen vollständig zurückgedrängt und aus dem mühevoll angelegten Rasen wird eine wild wuchernde, artenreiche Wiese. Um Unkraut im Rasen zu vernichten, müssen Sie nicht sofort zu chemischen Produkten greifen. Einige Mittel können die Umwelt schädigen und stellen auch eine potenzielle Gefahr für nutzbringende Insekten dar. Unabhängig von der Art und Stärke des Unkrautwuchses können Sie die störenden Gewächse auch auf natürliche Art und Weise bekämpfen. Der Erfolg hängt hierbei vom Aufwand und der regelmäßigen Durchführung der Bekämpfungsmethoden ab.

  Übermäßiges Auftreten von Moos und anderen Unkraut-Arten ist häufig auf einen Nährstoffmangel oder ein extrem verdichtetes Erdreich zurückzuführen.

Natürlich und umweltschonend Unkraut vernichten

Dem Unkraut im eigenen Garten stehen Sie keinesfalls hilflos gegenüber. Mit einfachen Methoden gelingt es Ihnen, den störenden Beiwuchs langfristig zu entfernen. Bevor Sie jedoch zu Vertikutierer, Messer und Ausstecher greifen, sollten Sie zuerst die Ursache des übermäßigen Unkrautwuchses ermitteln. Denn fast alle Probleme des Rasens lassen sich durch die richtige Pflege beseitigen oder zumindest gezielt abschwächen. Neben dem regelmäßigen Mähen gehört auch die Versorgung mit Nährstoffen und Wasser mit zu den wichtigsten Pflegemaßnahmen. Manuelle Maßnahmen setzen das passende Werkzeug und Geduld voraus. Bei dieser Art der Bekämpfung wird der Rasen jedoch häufig in Mitleidenschaft gezogen. Nach wie vor gilt deswegen: Vorbeugung ist die beste und effektivste Lösung. Einer Verdichtung des Bodens wirken Sie mit Vertikutieren entgegen. Bei dieser Methode werden abgestorbene Pflanzen und Moospolster


entfernt. Durch die gleichzeitige Auflockerung des Erdreichs gelangen Sauerstoff und auch Wasser wieder direkt an die Wurzeln der Rasenpflanzen. Vertikutiert wird im Frühjahr oder Herbst, wenn die Temperaturen im Freiland nicht zu hoch sind. Denn dann erholt sich der Rasen schnell von dem Eingriff und treibt rasch neu aus. Gehen Sie dabei folgendermaßen vor:
  • Mähen Sie den Rasen auf etwa 3 Zentimeter tief ab.
  • Rasen mähenMesser oder Räder des Vertikutiergerätes sollten ungefähr 3 Millimeter tief in den Boden schneiden.
  • Vertikutieren Sie jede "Grasbahn" nur in eine Richtung.
  • Danach den Rasen ausreichend wässern und wenn nötig düngen.
  • Kahle Stellen mit einem Erde-Sand-Gemisch auffüllen.
  • Rasensamen bei Bedarf ausbringen.
Einige Pflanzenarten, wie beispielsweise Löwenzahn, können Sie nur durch Ausstechen komplett entfernen. Richtig angewandt können Sie mithilfe eines Unkrautstechers gezielt die unerwünschten Gewächse mitsamt dem festsitzenden Wurzelwerk aus dem Boden ziehen. Die Geräte sind im Gartencenter auch mit verlängertem Stiel erhältlich, sodass die Arbeit rückenschonend ausgeführt werden kann. Häufig verbleiben Wurzelreste im Erdreich, welche neu austreiben. Aus diesem Grund muss die Maßnahme mehrmals wiederholt werden. Bei einem geringen Auftreten von Unkräutern können Sie die Pflanzen auch gezielt mit einem Messer ausstechen.

  Moos benötigt zum Wachstum einen kalkarmen Boden. Bringen Sie mehrmals pro Jahr Kalk über den Rasen aus, um das Unkraut wirksam zu unterdrücken.

Abhilfe mit chemischen Produkten

Die chemische Lösung sollte erst dann zum Einsatz kommen, wenn mechanische Methoden versagt haben oder eine schnelle Hilfe nötig ist. Langfristig gesehen verhindern die Mittel aus dem Fachhandel jedoch nicht das kontinuierliche Nachwachsen von Löwenzahn und anderen Unkrautarten. Chemische Moos- und Unkrautvernichter werden aufgebracht, sobald das Blattwerk der Pflanzen eine gewisse Größe aufweist. Die Inhaltsstoffe vieler Mittel dringen dabei über die Blattoberfläche ein und regen die Pflanzen zum übermäßigen und schnellen Wachstum an. Innerhalb weniger Tage sterben die Gewächse ab und können bequem aus dem Rasen entfernt werden. Einige Inhaltsstoffe sind auch in Kombination mit Rasendünger erhältlich, was den Einsatz erleichtert. Bringen Sie die Mittel an regenfreien Tagen aus und halten Sie sich bei der Dosierung strikt an die Herstellerangaben. Vermeiden Sie Hautkontakt mit den chemischen Stoffen und halten Sie einige Tage auch kleine Kinder und Haustiere von der behandelten Rasenfläche fern.

Unerwünschte Pflanzenarten bestimmen

Eine alte Gärtnerweisheit besagt: "Wer ein Jahr das Unkraut unbeachtet stehen lässt, muss es die nächsten sieben Jahre ernten". In dieser Aussage steckt mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit.

Denn die Samen vieler Pflanzen sind in der Lage, ungekeimt jahrelang im Boden zu verbringen und selbst den widrigsten Umständen unbeschadet zu trotzen. Einjährige Gewächse können Sie in den meisten Fällen bequem aus dem Erdreich stechen, da es sich mit den Wurzeln nicht fest verankert. Bei mehrjährigen Pflanzen hingegen sind Geduld und Zeit gefragt. Die am häufigsten auftretenden Rasenunkräuter können Sie leicht selbst bestimmen:

Ackerschachtelhalm (Equisetum arvense)

  • Pflanze weist verzweigte und behaarte Rhizome auf.
  • Triebe können eine Wuchshöhe von bis zu 50 Zentimetern erreichen.
  • Wächst bevorzugt auf feuchten Böden.
  • Kann zur Vorbeugung und Bekämpfung von Schädlingen eingesetzt werden.

Zaunwinde (Calystegia sepium)

  • Krautig wachsende, meterlange Rankpflanzen.
  • Laubblätter besitzen eine pfeilförmige bis langgestreckte Form.
  • Charakteristisch sind die kelchförmigen, weiß- bis rosafarbenen Blüten.
  • Über 30 verschieden Calystegia Arten sind in heimischen Gärten vertreten.

AckerwindeAckerwinde (Convolvulus arvensis)

  • Rankpflanze, welche sich an Nutz- und Zierpflanzen emporwindet.
  • Die Blätter sind länglich und spitz zulaufend.
  • Bildet ein weitverzweigtes und knotenartiges Wurzelwerk aus.
  • Die weiß- bis rosafarbenen Trichterblüten erreichen eine Größe von etwa 5 Zentimetern.
  • Gedeiht bevorzugt an trockenen Standorten.
  • Durch die vegetative Vermehrung schwer zu entfernen.

Hundspetersilie (Aethusa cynapium)

  • Ein- bis zweijährige, hochgiftige Pflanze.
  • Das krautige Gewächs erreicht eine Höhe von bis zu 1 Meter.
  • Gefiederte Laubblätter mit einer dreieckigen Form.
  • Aethusa cynapium besitzt weiße Blütenstände.
  • Ähnelt entfernt der essbaren Garten-Petersilie.
  • Beim Zerreiben der Pflanze tritt ein unangenehmer Geruch auf.

Hirtentäschelkraut (Capsella bursa-pastoris)

  • Krautiges, mehrjähriges Gewächs mit einer flaumigen Oberfläche.
  • An den aufrechten Stängeln sitzen unscheinbare, weiße Blüten.
  • Die kleinen, herzförmigen Samentaschen gaben der Pflanze ihren Namen.
  • Laubblätter sind unregelmäßig gezackt, ähneln Löwenzahnrosetten.
  • Erreicht eine Höhe von bis zu 50 Zentimetern.
  • Tief verankertes und festsitzendes Wurzelgeflecht.

Wegmalve (Malva neglecta)

  • Krautig wachsende, sommergrüne Pflanze.
  • Nierenförmige, gezähnte Laubblätter mit gefurchten Blattnerven.
  • Kegelförmige, weiß-rosa Blüten mit drei äußeren Kelchblättern.
  • Die Frucht erinnert entfernt an Käselaibchen.
  • Erreicht eine Höhe von bis zu 45 Zentimetern.
  • Wächst auf feuchten, stickstoffhaltigen Böden.

Gartenschaumkraut (Cardamine hirsuta)

  • Krautig wachsende, einjährige Pflanze.
  • Der Frühblüher zeigt bereits im März seine weißen Blüten.
  • Die aufrecht wachsenden, kahlen Stängel erreichen eine Höhe von etwa 35 Zentimetern.
  • Stängelblätter sind nierenförmig und unpaarig gefiedert.

Schöllkraut (Chelidonium majus)

  • Der runde Stängel verzweigt sich mehrfach.
  • Die hellgrünen Blätter besitzen die Form von Eichenblättern und sind leicht behaart.
  • Markant sind die vier gelben Blütenblätter.
  • Kann bis zu 50 Zentimeter hochwachsen.
  • Beliebte und vielseitige Heilpflanze.
  • Beim Abbrechen oder Zerreiben zeigt sich ein gelber Pflanzensaft.

SternmiereVogelmiere (Stellaria media)

  • Einjährige Pflanze mit eiförmigen Blättern.
  • Bevorzugt nährstoffreiches Substrat.
  • Die kleinen, sternförmigen Blüten sind weiß.
  • Wächst kriechend, erreicht eine Länge von etwa 45 Zentimetern.
  • Wertvoller Mulchersatz und vielseitig in der Küche einsetzbar.

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

  • Die länglichen, gezackten Blätter sind rosettenartig angeordnet.
  • Der hohle Stängel kann bis zu 30 Zentimeter erreichen.
  • Leuchtend gelbe Korbblüten, welche später zu den bekannten Pusteblumen werden.
  • Vielseitig nutzbare Pflanze.
  • Besitzt einen starken Vermehrungsdrang.

Gemeines Kreuzkraut (Senecio vulgaris)

  • Einjährige, etwa 30 Zentimeter hohe Pflanze.
  • Schmale, gefiederte und gezähnte Blätter.
  • Vom Aussehen erinnert das Gewächs entfernt an Disteln.
  • Unscheinbare, gelbe Blüten.
  • Wächst bevorzugt auf nährstoffreichen Flächen.

Acker-Vogelknöterich (Polygonum aviculare» syn. Persicaria avicularis)

  • Wächst auf Wegen und zwischen Steinen.
  • Die Wurzeln der krautigen Pflanze reichen bis zu 80 Zentimeter in den Boden hinein.
  • Einjähriges Gewächs mit niederliegenden, selten aufrecht stehenden Stängeln.
  • Die Blätter sind elliptisch-lanzenförmig und besitzen eine blaugrüne Färbung.

Strahlenlose Kamille (Matricaria discoidea syn. Matricaria matricarioides)

  • Ähnelt der Echten Kamille.
  • Krautig wachsende, einjährige Pflanzen.
  • Den gelbgrünen und intensiv duftenden Röhrenblüten fehlen die weißen Zungenblüten.
  • Die Pflanze erreicht eine Wuchshöhe zwischen 5 und 45 Zentimetern.
  • Idealer Stickstoffanzeiger.
  • Wächst bevorzugt auf nährstoffreichen und lehmhaltigen Böden.

Labkraut (Galium aparine)

  • Mehrjährige, krautig wachsende Pflanze.
  • Erreicht eine Höhe von bis zu 85 Zentimetern.
  • Rundliche, kurz behaarte Stängel.
  • Die Triebe wachsen aufrecht, selten am Boden kriechend.
  • Die ungefähr 25 Millimeter großen Blätter besitzen eine nadelähnliche Form.
  • Goldfarbene, rispenförmig angeordnete Blüten.

FuchsschwanzFuchsschwanz (Amaranthus retroflexus)

  • Die gefiederten, aufrecht stehenden Blüten weisen eine rötliche bis violette Färbung auf.
  • Kräftige Stängel mit einer Höhe von bis zu 2 Metern.
  • Einjährige Pflanzen.
  • Dunkelgrüne bis rot-grüne, eiförmige Blätter.
  • Einige Arten werden als wichtige Nutzpflanzen kultiviert.

Giersch (Aegopodium podagraria)

  • Blätter erinnern entfernt an die Form eines Ziegenfußes.
  • Ausdauernd krautige Pflanze.
  • Erreicht eine Wuchshöhe von bis zu 1 Meter.
  • Kantige, kahle Stängel.
  • Starke vegetative Vermehrung durch unterirdische Triebe.
  • Doppeldoldige Blüten mit aufrechtem Wuchs.
  • Beliebtes Wildgemüse.

Häufig gestellte Fragen

Unterdrückt ein Unkrautvlies wirksam Klee und Moos im Rasen?
Neben dem Rasen macht Unkraut auch vor Zier- und Nutzbeeten nicht halt. Präventiv können Sie auf diesen Flächen auf zahlreiche Tricks zurückgreifen, um den unerwünschten Pflanzenwuchs einzudämmen. Eine wirksame Maßnahme beispielsweise ist das Anpflanzen von niedrig wachsenden Bodendeckern, welche das Erdreich vor Sonnenlicht abschirmen. Ein Unkraut-Vlies aus dem Baumarkt oder Gartencenter kann jedoch ebenfalls effektiv zur Bekämpfung von Unkraut beitragen. Das Vlies wird vollständig über die zu bepflanzende Fläche gelegt und etwa 1 bis 2 Zentimeter hoch mit Substrat bedeckt. Um die gewünschten Pflanzen zu setzen, wird das Material an den jeweiligen Stellen eingeschnitten. Aufgrund dieser Funktionsweise ist das Unkraut-Vlies für Rasenflächen leider ungeeignet. Greifen Sie auf andere Methoden zurück, um die lästigen Gewächse einzudämmen und wirksam zu beseitigen.

Kann ich Gasbrenner oder kochendes Wasser zur Bekämpfung von Unkraut einsetzen?
Auf einige Hausmittel sollten Sie bei der Gartenpflege eindeutig verzichten. Dazu gehört definitiv auch der Einsatz von offenem Feuer oder kochendem Wasser. Häufig wird besonders bei der Bekämpfung von Unkraut auf der Terrasse die Verwendung von Gasbrennern empfohlen. Gezielt sollen damit einzelne Pflanzen direkt vernichtet werden. In einzelnen Fällen funktioniert diese Methode effizient. Die Gefahr bei einem Selbstversuch besteht jedoch, dass der Boden der Terrasse irreparablen Schaden nimmt oder Sie mehr als nur das Unkraut absengen. Das gilt vor alledem dann, wenn Sie diese Methode im Rasen versuchen. Heißes Wasser, Salz, Essig und auch offenes Feuer sind ungeeignet, um Unkraut im Rasen zu vernichten.