Beeteinfassung selber bauen - von Metall bis Stein


Buchsbäume als BeeteinfasungDer Übergang vom Rasen zu den Beeten muss meist mehrmals im Jahr mit einem Rasenkantenstecher oder dem scharfen Spaten bearbeitet werden, um Übergewachsenes abzustechen. Eine schöne und praktische Alternative bieten Beeteinfassungen. Sie sind in nahezu allen Materialien erhältlich und je nach Modell auch sehr einfach anzubringen. Preiswerte Varianten aus Gummi oder Kunststoff sind weniger langlebig und stabil als solche aus Metall oder Stein. Aber auch Ziegel oder andere Materialien können für eine Beeteinfassung zweckentfremdet werden.

Kurzer Steckbrief
  • Beeteinfassungen trennen verschiedene Bereiche im Garten voneinander
  • meist senkrecht in den Boden eingelassene Sperrvorrichtungen
  • bilden einen sauberen Übergang zwischen den Beeten oder Rasen und Beet
  • können aus den unterschiedlichsten Materialien hergestellt sein
  • schützen vor unkontrolliertem Wachstum der Nutzpflanzen
  • verhindern, dass sich Unkraut oder andere Flachwurzler ausbreiten
  • schützen die Erde vor Wegschwemmen durch Regen- oder Gießwasser
  • dienen als Stütze von Hochbeeten
  • in Höhen zwischen 10 Zentimeter und über einem Meter (Palisaden) erhältlich

Materialien

Je nachdem, welche Optik erzielt, wie viel Geld ausgegeben und welcher Aufwand betrieben werden soll, sind verschiedene Materialien für eine Beeteinfassung möglich. Einige Beetumrandungen eignen sich nur für gerade Linien, andere auch für geschwungene oder runde Abgrenzungen.
  • Metall: Edelstahl, Aluminium, verzinktes Blech
  • Kunststoff (Rasenkante aus Polypropylen oder Palisaden)
  • Gummi
  • Steine, Ziegel
  • Holz (geflochtene Weidenruten, Holzpflöcke)
  • Beton
  • Steinguss (selbst entworfen aus Zement und Sand, Form notwendig)
  • Nutzpflanzen wie Buchsbaum
Eine gute Beeteinfassung sieht nicht nur schön aus, sie verhindert zudem, dass sich das Unkraut ungehindert ausbreitet. Zudem erleichtert sie auch das Rasenmähen. Einige Materialien sehen besonders natürlich aus und fügen sich unsichtbar ins Landschaftsbild. Andere geben dem Garten Struktur oder bilden sogar echte Highlights. Bei der Auswahl des Materials sollten folgende Eigenschaften im Vordergrund stehen:
  • witterungsbeständig (rostfrei)
  • langlebig
  • formstabil
  • frostbeständig
  • UV-beständig
  • farbbeständig
  • frei von Chemikalien oder Schadstoffen

Holz

Egal ob als Geflecht aus Weidenruten oder Holzpflöcken zum Einschlagen, Beeteinfassungen aus Holz wirken immer sehr natürlich. Da das Material aber nicht besonders witterungsbeständig ist, benötigt es zwingend ein wenig Pflege. Aber schon bei der Auswahl des Holzes können die ersten Fehler begangen werden. Besonders langlebig sind Hölzer aus:
Holzbearbeitung
  • Eiche
  • Douglasie
  • Lärche
Zwar sind diese Hölzer ein wenig teurer als Fichte oder Birke, dafür aber deutlich haltbarer. Auf Material, das mit Schadstoffen belastet ist, sollte der Umwelt zuliebe im Garten besser verzichtet werden. Andererseits ist völlig unbehandeltes Holz für den Einsatz im feuchten Gartenboden ungeeignet. Das Holz muss mit einer speziellen Imprägnierung behandelt sein, damit es nicht zu viel Feuchtigkeit aufnimmt und zu faulen beginnt.
  • vorbehandelte Hölzer können sofort verwendet werden
  • unbehandelte Hölzer selbst mit Schutzlasur streichen
  • die meisten Beeteinfassungen oder Palisaden aus Holz können einfach mit einem Gummihammer ins Erdreich getrieben werden
  • das Einsetzen ist bei feuchtem Boden einfacher
  • ist der Untergrund sehr sandig oder weich, muss zusätzlich eine Tragschicht aus Kies oder Split eingefüllt und verdichtet werden
Zu den beliebtesten Varianten aus Holz zählen Palisaden. Das können runde Holzpflöcke sein, die unten angespitzt sind, oder auch Rollboards. Rollboards sind halbrunde Hölzer, die durch Draht miteinander verbunden sind. Diese werden als   Wer nicht unbedingt natürliche Materialien verwenden möchte, sondern nur Holzoptik bevorzugt, kann auf Kunststoffvarianten zurückgreifen, die von Farbe bis Maserung dem natürlichen Vorbild nachempfunden sind.

Gummi

Beeteinfassungen aus Steinen sind meist arbeitsaufwendig und kostenintensiv. Eine günstige und zudem noch leicht zu verlegende Alternative stellt eine Begrenzung aus Gummiband dar. Im Handel sind Rollen mit etwa fünf Metern Band für schon für etwa 20 Euro erhältlich, teilweise sogar aus Recyclingmaterial hergestellt. Für die Verlegung muss das Erdreich nicht aufgegraben werden. Eine leichte Auflockerung reicht vollkommen aus, um das Band etwa zu einem Drittel ins Erdreich zu drücken. Harte oder verdichtete Böden können mit einem Spaten etwa zehn Zentimeter tief eingestochen werden. Zugeschnitten wird das Gummiband einfach mit der Schere. Gummibänder sind in vielen Farben erhältlich und fallen zwischen den Beeten kaum auf. Für die Überbrückung von Höhenunterschieden sind die Bänder nicht geeignet, da sie keine Stabilität bieten.

  Ein Gummiring eignet sich auch gut für das Mulchen oder für einen Winterschutz von empfindlichen Pflanzen wie Rosen.

Metall

Eine Rasenkante verhindert, dass das Gras in die Beete hineinwuchert. Rasenkanten sind aber auch als Begrenzung von Gartenwegen wirkungsvoll. Häufig werden diese Rasenkanten aus Holzpalisaden oder Steinen gebaut. Günstiger und leichter zu verlegen sind Rasenkanten aus Metall, wie Edelstahl oder Aluminium. Sie sind in vielen verschiedenen Ausführungen erhältlich:
  • gerades Flachprofil
  • Wellenprofil
  • geschmückte und verzierte Profile
  • verwitterte oder gerostete Oberfläche
Vor allem die stabilen Edelstahlkanten sind wirklich simpel zu verlegen. Die einzelnen Elemente werden schräg aufs Erdreich aufgesetzt und mit einem Kunststoff- oder Gummihammer bis zur gewünschten Tiefe in den Boden getrieben. Besonders einfach geht dies, wenn der Boden feucht ist. Bei verdichtetem Gartenboden kann mit dem Spaten vorgestochen werden. Erhältlich sind:
  • Rundprofile von 50-200 Zentimeter Durchmesser
  • Eckverbindungsprofile 90 Grad
  • gerade Profile zwischen 30 und 300 Zentimeter
  • Höhe ab 15 Zentimeter (bis 30)

Ziegel oder Klinker

Natürlich können auch Steine oder Ziegel einfach als Abgrenzung auf das Beet gelegt werden. In einem naturnahen Garten hat diese Variante einen besonderen Reiz. So können einfach Ziegel oder Backsteine in Reihen überlappend aufeinandergeschichtet werden. In der Blumenbeeteinfassung
  • etwa 15-20 Zentimeter Erdreich ausheben
  • an die späteren Ecken jeweils einen Holzstab einschlagen
  • Richtschnur zwischen die Stäbe spannen
  • Schotter- oder Sandbett einfügen und verdichten
  • Mörtelbett aus Magerbeton einfügen
  • Ziegel in gewünschter Richtung in das Bett eindrücken
  • dabei an der Richtschnur orientieren
  • mehrere Tage aushärten lassen
  • Erde einfüllen

  Ziegel oder Klinkersteine müssen nicht teuer

Palisaden

Wer eine langlebige Lösung für die Einfassung höher gelegener Gartenbeete sucht, ist mit Natursteinen oder auch Betonpalisaden gut bedient. Passendes Material ist in Baumärkten und im Baustoffhandel in Höhen zwischen etwa 30 und 120 Zentimetern erhältlich. Schon bei der Planung muss mit einberechnet werden, dass später etwa ein Drittel des Steines im Boden verschwindet. Denn damit sie dem Druck des Erdreiches auch auf Dauer standhalten und nicht umkippen, müssen sie recht tief eingebaut werden. Da aber im Garten die Gefahr besteht, dass das Erdreich von unten durch das Regenwasser ausgewaschen wird, sollten Palisaden grundsätzlich in einem Betonbett verlegt werden.
  • entsprechend tiefen Graben ausheben
  • mindestens ein Drittel der Palisade muss im Boden verschwinden
  • zusätzlich etwa 20-30 Zentimeter Erdschicht aushebenden Grund zunächst mit Schotter auslegen und verdichten (etwa 10 Zentimeter Schichtdicke)
  • Richtschnur spannen (zur Ausrichtung der Steine in Höhe und Vorderkante)
  • dazu eine Schnur an einem Holzstab befestigen
  • an die äußere Kante der Beeteinfassung einsetzen
  • Schnur auf die Vorderkante der Steine einstellen
  • zweiten Stab am Ende der Reihe einsetzen
  • Schnur auf gleicher Höhe befestigen
  • Steine einsetzen
  • mit Wasserwaage und anhand der Richtschnur immer wieder kontrollieren
  • Betongemisch (erdfeucht) einfüllen
  • am besten jeweils abwechseln rechts und links des Steines
  • nach der Fixierung die komplette Beeteinfassung vorsichtig mit Wasser besprengen
  • dadurch verfestigt sich der Beton langsam
  • Vorsicht, dass kein Erdreich ausgespült wird
  • vor dem Auffüllen mit Erdreich mindestens drei Tage aushärten lassen

  Um das Auswaschen der Erde durch die Fugen der Palisaden zu verhindern, solle zur Hangseite eine Sperrbahn, beispielsweise aus Dachpappe, eingebaut werden.

Natursteine und Betonsteine

Besonders natürlich wirken Steine, egal ob aus Naturstein, Ziegel oder künstlich hergestellt. Sie zeigen sich zudem sehr witterungsbeständig und eignen sich auch gut für runde Beete an Hausecken oder für eine Insel mitten im Rasen. Beeteinfassungen aus Stein machen zwar deutlich mehr Arbeit als einfache Konstruktionen, sind aber auch nach Jahren immer noch schön anzusehen.
  • obere Erdschicht abtragen
  • ein Drittel der Steinhöhe plus 20-30 Zentimeter für das Fundament
  • eine dicke Schicht Sand oder Split einfüllen und diese verdichten
  • runde oder halbrunde Elemente sollten immer sehr exakt vorgezeichnet werden
  • hierzu eine Schnur an einen Holzstab binden
  • im gewünschten Radius zweiten Stab anbringen
  • bei gespannter Schnur Kreiselement in den Sand zeichnen
  • in kurzen Abständen Holz- oder Metallstäbe in den vorgezeichneten Kreis setzen
  • eine Schnur zwischen die einzelnen Stäbe spannen
  • diese markieren die spätere Grenze der Beeteinfassung
  • nun einen Wall aus Sand-Trasszement-Gemisch aufschütten
  • die Steine bündig einsetzen und jeweils mit einem Gummihammer leicht einklopfen
  • Innen- und Außenflanken des Pflasterbetts mit Reibebrett glätten und formen
  • der Wall sollte etwa 5 Zentimeter rechts und links der Steine glatt überstehen
  • Seitenkanten leicht abschüssig glätten (nicht zu steil)
  • einige Tage aushärten lassen und mit Erde auffüllen

BuchsbäumeLebende Beeteinfassungen

In englischen Gärten oder in Kräuterbeeten von Klostern sind schon seit Hunderten von Jahren Beeteinfassungen aus Pflanzen wie dem Buxus sempervirens (Buchsbaum) beliebt. Sie bringen nicht nur eine strikte Linie und Ordnung in den Garten, sondern verhindern zudem, dass sich die Kulturpflanzen ungehindert ausbreiten. Wer sich eine solche "natürliche" Beeteinfassung zulegen möchte, braucht viel Geduld. Buchsbaum wächst extrem langsam und benötigt immer wieder Formschnitte, damit er eine optische Wirkung zeigt. Auch Beeteinfassungen aus Polsterpflanzen wie Phlox, Steinkraut oder Blaukissen sind besonders hübsch.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange halten Zäune aus geflochtenen Weiden?
Die großen Temperaturunterschiede zwischen Sommer und Winter und die permanenten Feuchtigkeitswechsel setzen in unseren Breitengraden dem dünnen und recht trockenen Holz stark zu. Deshalb sind solche Beeteinfassungen meist nach etwa drei bis vier Jahren verwittert.

Welche Pflanzen eignen sich als Beeteinfassung?
Neben dem beliebten Buchsbaum sind auch polsterbildende Gewächse am Rand von Beeten oder als Wegbegrenzung einzusetzen. Sie bieten eine Vielzahl von dekorativen Kombinationen. Neben Teppichphlox, Steinbrech, verschiedenen Nelkenarten und niedrig wachsenden, halbkugelförmigen Gräsern wie dem Blauschwingel eignen sich auch verschiedene Kräuter, die allerdings regelmäßig geschnitten werden müssen, damit sie sich gut verzweigen. Die Pflanzen sollten jedoch immer dem Standort (sonnig, halbschattig oder schattig) angepasst werden. Zudem empfiehlt es sich, den Boden mit Sand oder Split etwas abzumagern.

Wie tief muss ich Palisaden einsetzen?
Palisaden müssen mindestens ein Drittel ihrer Höhe im Boden stehen, damit sie Halt haben. Zusätzlich sollte ein Graben von 20 Zentimetern ausgehoben werden. Ist der Boden gut tragfähig, reicht bei Holzpalisaden eine 20 Zentimeter dicke Schicht an verdichtetem Split, um Staunässe zu vermeiden. Bei sehr sandigem Boden muss zusätzlich eine etwa 10 Zentimeter dicke Betonschicht eingegossen werden. Dann reduziert sich die untere Drainageschicht jedoch auf etwa 10 Zentimeter. Stein- oder Betonpalisaden müssen grundsätzlich in ein Betonfundament mit darunterliegender Stütz- und Drainageschicht verlegt werden. Hierfür ist eine Schotterschicht von etwa 10-15 Zentimetern einzuplanen. Die Steine werden dann direkt auf diese Schicht aufgesetzt. Vor und hinter den Steinen wird abwechselnd Beton eingefüllt.