Ginster, Besenginster - Pflege-Anleitung und Schneiden

Blüten des GinsterDas sehenswerte und imposante Gewächs verschönert oft als Zierstrauch die heimischen Gärten und kann bei der richtigen Pflege eine stattliche Höhe von 130 cm bis 250 cm erreichen. Der attraktive Strauch gedeiht auch in mageren Böden an vollsonnigen Stellen im Garten sehr gut, die für andere Pflanzen weniger geeignet sind. Denn Ginster ist im Allgemeinen recht anspruchslos, pflegeleicht und benötigt weder eine Düngung noch eine zusätzliche Wassergabe. Nur einen Standortwechsel mag das sonst so pflegeleichte Gewächs mit seinen gelb blühenden Schmetterlingsblüten nicht sonderlich.

Kurzer Steckbrief
  • Strauchartiger, aufrechter und dornenloser Strauch
  • Gehört zur Gattung Geißklee
  • Kann eine Höhe von 60 cm - 250 cm erreichen
  • Wuchs breitet sich auch im Umfang aus
  • Mehrjährig
  • Trotzt zahlreicher Blätter wirkt der Strauch nur wenig belaubt
  • Im Alter bildet sich eine Pfahlwurzel
  • Blüht zwischen Mai und Juni
  • Umpflanzung im Garten nicht ratsam
  • Benötigt als Kübelpflanze ausreichend Wasser aber keine Düngung
  • Kann bei guter Pflege bis zu 12 Jahre alt werden

  Ginster gehört zu den Giftpflanzen und enthält das Alkaloid Spartein deshalb ist Vorsicht bei Mensch und Tier geboten.

 

Wissenswertes

Der Cytisus scoparius verdankt seinen Namen den überhängenden rutenartigen Zweigen, die früher zur Besenherstellung genutzt wurden. Er ist in ganz Mitteleuropa beheimatet und wächst auf sonnigen Abschnitten bis zu Höhenlagen von rund 900 m auf Wiesen, an Waldrändern, auf Heiden, Sandböden, Kahlschlägen und Wegen. Der Besenginster, der auch unter der Bezeichnung Gilbkraut, Besenkraut oder Besenginsterheide bekannt ist, liebt sonnige Standorte und eher magere Böden. So erreicht er als schnellwüchsige Pflanze im ersten Jahr bereits eine Höhe von bis zu 45 cm und im 2. Jahr, wo er auch zu verzweigen beginnt, bis zu 1 m. Die Blütezeit beginnt oft nach Neuanpflanzung im 3. Jahr. Im 4. Jahr wächst das Besenkraut dann am stärksten, bevor nach dieser Zeit das Wachstum dann konsequent abnimmt. Wenn dieser schöne Frühlingsbote mit seinen unzähligen großen Blüten die Gärten verzaubert und gegen Ende Mai mit einem Schleier die kalkarmen Böden ziert, ist das ein klassisches Zeichen, das der Frühsommer vor der Tür steht und der Frühling sich verabschiedet.

  Besenginster harmoniert mit Azaleen, Sedum-Arten und Rosenwaldmeister sehr gut aber auch mit wunderbar mit Kiefern, Wachholder und Zwerg-Nadelgehölzen.

Standort und Boden

Die mehrjährige Gartenpflanze bevorzugt als reine Sonnenanbeterin einen vollsonnigen Standort. Sie übersteht auch längere Trockenperioden und gedeiht auch hervorragend in heißen und extrem trockenen Südlagen bevorzugt im durchlässigen Boden. Grund hierfür ist das winzige Laub, das nur sehr wenig des kostbaren Wassers verdunstet. Ein normaler bis nährstoffarmer Boden ist für diese Pflanze geradezu ideal. Doch der Ginster entwickelt sich auch prächtig in sauren (kalkfreien), humusreichen und neutralen Böden. Auf keinen Fall sollte er in feuchtes, nasses und kalkhaltiges Substrat gepflanzt werden denn dann neigt der wunderschöne Strauch schnell zum Verfaulen.

  Ginster bricht nährstoffreiche Böden auf und reichert diese mit Stickstoff an. Deshalb können später an dieser Stelle auch sehr


gut Nadelbäume wachsen.

Gießen und Düngen

GinsterstrauchDas sonnenverwöhnte Gewächs ist ideal als Kübelpflanze für sehr warme Orte wie etwa dem Balkon oder der Terrasse im Sommer geeignet. Da in einem Blumenkübel dem Besenginster jedoch Grenzen gesetzt sind, muss er ausreichend mit Wasser versorgt werden. Hat er hingegen im Garten seinen Standort erhalten versorgt er sich selbst aus seinen weitreichenden Pfahlwurzeln mit Wasser, die noch tief im Erdreich vorhanden sind. Deshalb ist eine zusätzliche Wasserversorgung nicht erforderlich. Auch gedüngt werden will der genügsame Besenginster nicht. Denn seine Nährstoffe erhält er über Knöllchenbakterien, die an den Pfahlwurzeln sitzen und Luftstickstoff in Dünger umwandeln. Deshalb ist eine Düngung des Ziergeholzes weder im Kübel noch im Garten notwendig. Ganz im Gegenteil: Wenn der Ginster zusätzlich Nährstoffe erhält, beginnt der naturgemäß drahtige Strauch in die Höhe zu sprießen. Außerdem hätte die Pflanze dann eine nur stark eingeschränkte Lebenserwartung aufgrund mangelnder Winterhärte.

Überwinterung

Auch wenn der Besenginster als winterharte Pflanze angeboten wird kann es vor allen in sehr strengen Wintern vorkommen dass der Strauch auch hierzulande bis auf den Stamm einfriert. Als Freilandpflanze überlebt er diesen Prozess dann häufig nicht.
  • Winterharter Strauch
  • Benötigt keinen speziellen Winterschutz
  • Kübelpflanzen sollten während der kalten Jahreszeit geschützt untergebracht werden
  • Ideale Orte sind beispielsweise Gartenecken oder Hauswände

Umtopfen

Da der Besenginster zu den Pfahlwurzlern gehört, sollte er nach Möglichkeit einmal in einen Kübel oder Topf angepflanzt nicht mehr umgetopft werden, da hierbei die Wurzeln verletzt werden könnten, wodurch ein erneutes Anwachsen erschwert wäre. Soll er jedoch einen neuen Platz im heimischen Garten erhalten, ist der komplette Wurzelballen behutsam und möglichst mit großem Wurzelwerk auszugraben.

  Noch junge Ginstersträucher sollten nicht wurzelnackt, sondern stets als Ballenware oder aus dem Topf in den Garten oder Kübel gepflanzt werden.

Schneiden

Der reich blühende Strauch sollte jedes Jahr regelmäßig einen leichten Rückschnitt erhalten so kann er verzweigen und ein dichtes, buschiges Wachstum bilden. Denn wird ihm Freiraum gewährt übernimmt er durch Selbstaussaat recht schnell das Revier und beansprucht eine große Fläche für sich. Liegen die Triebe dann erst einmal auf dem Boden bilden sie Wurzeln aus denen sich neue Pflanzen entwickeln können, die sich rasch im Garten ausbreiten. Gartenanfänger treffen dann nicht selten eine falsche Entscheidung und kürzen die Zweige radikal, was der Besenginster jedoch überhaupt nicht verträgt. Aus diesem Grund sollten die Triebe lediglich einen leichten Rückschnitt und

im Frühjahr noch einmal auf eine Höhe von max. 50 bis 60 cm verschnitten werden. Sind nach einem strengen Winter vermehrt erfrorene Triebe am Ziergehölz vorhanden sind auch diese im Frühjahr mit einem kräftigen Rückschnitt, der bis zum gesunden Holz bei älteren Sträuchern vorgenommen werden kann, zu entfernen.

  Zeigt der Ginster im Frühling braune Spitzen, war möglicherweise der Zeitpunkt für den Rückschnitt zu spät gewählt, sodass Frost in die frisch geschnittenen Zweige eintreten konnte.

Vermehrung

Soll der Besenginster Strauch im heimischen Garten als Blickschutz dienen oder zum Blickfang als Kübelpflanze auf der Terrasse oder dem Balkon werden kann er auf verschiedene Weise durch Stecklinge oder Aussaat vermehrt werden.  

Stecklinge
  • Vorzugsweise im Spätherbst oder
  • von April bis Mai 15 bis 20 cm lange Stecklinge von kräftigen, jungen Trieben abschneiden
  • In Saaterde, die mit Sand vermischt wurde, stecken
  • Bei Temperaturen von 21 bis 24 Grad an einem warmen Ort stellen
  • Keine direkte Sonneneinstrahlung!
  • Substrat feucht halten
  • Stecklinge nach ausreichender Wurzelbildung in Garten oder Kübel pflanzen
Aussaat

Eine Aussaat ist generell möglich doch bei dieser Art der Vermehrung ist auch Geduld gefragt bis sich aus dem Samen kleine Pflänzchen bilden. Samen mit erlangen der Reife ab August entnehmen, der dann im nächsten Frühling zu keimen beginnt.

Wenn erforderlich sollte dieser getrocknet und gegebenenfalls etwas angerauht werden. Die Aussaat kann im Monat März dann direkt im Garten oder Kübel erfolgen. Alternativ kann der Samen des Besenginsters aber auch in Schalen mit einem sandhaltigen Substrat gesät und bei 15 bis 21 Grad an einem schattigen Ort aufgestellt werden. Nach der Aussaat sollte die Pflanze angegossen werden. Später darf die Erde jedoch dann nur leicht feucht gehalten werden und nicht zu nass sein da Stecklinge zu Fäulnis neigen. Wichtig ist aber auch den Raum in dem sich die Aussaatschale befindet

stets gut zu lüften. Haben die kleinen Pflanzen dann schließlich eine Höhe von 6 bis 7 cm erreicht werden sie pikiert. In den Garten oder Kübel kann der junge Besenginster das ganze Jahr über.

Schutz vor Waldtieren

Besenginster ist ein wahrer Festschmaus für Kaninchen und Rehe vielleicht weil Triebe und Laub des Ziergeholzes, die berauschenden Inhaltsstoffe Spartein und Cytisin enthalten. Deshalb ist davon auszugehen, dass alle Gartenbesitzer die in Feld- oder Waldnähe wohnen wenn auch unfreiwillig diese Waldtiere anlocken. Damit der Ginster vor Wildverbiss jedoch geschützt werden kann, ist es empfehlenswert eine Einfriedung beispielsweise aus Maschendraht um das Ziergehölz anzubringen.

Schädlinge und Krankheiten

Der wunderschöne Strauch bleibt bei idealen Bedingungen von Schädlingen verschont und auch Krankheiten sind bei der robusten Pflanze bislang nicht bekannt.

Häufig gestellte Fragen und Antworten

Ist es richtig, dass Ginster gern von Zecken bewohnt wird?
Auch wenn bekanntermaßen Zecken vorwiegend im hohen Gras zu finden sind, können diese für Menschen gefährlichen Tierchen auch im Besenginster der Wälder angesiedelt sein. Deshalb sollten bei Waldspaziergängen Kinder wie Erwachsene diese Sträucher meiden. Zierginster im heimischen Garten birgt jedoch keine Gefahr vorausgesetzt er befindet sich nicht in den sogenannten Risikogebieten, wo die Wärme liebenden Zecken von streunenden Tieren mitgebracht werden und sich auf die Zweige des Ginsters fallen lassen.  

Welche giftigen Inhaltsstoffe sind speziell im Besenginster enthalten?
Nicht nur der Besenginster ist giftig, sondern alle Arten dieser Gattung enthalten in ihren Pflanzenteilen verschiedene Alkaloide in unterschiedlicher Menge und Zusammensetzungen, die für Menschen und Tiere gefährlich sind. Explizit im Besenginster sind die Alkaloide Spartein, Genistein und Sarothamnin im Samen enthalten. Auch in dem Kraut sowie in den Blüten sind neben Tyramin noch andere Phenethylamine vorhanden.

Welcher Unterschied besteht genau zwischen den Edelginster Sorten und dem gewöhnlichen Besenginster?
Der Cytisus scoparius als gewöhnlicher Besenginster wird über Aussaat vermehrt und ist die heimische Wildform. Dieser schöne Strauch wird in der Regel zwischen 1,5 - 2,5 m hoch und erblüht im strahlenden Gelb. Der Edelginster hingegen entstand durch Züchtung oder Mutation und wird ausschließlich über Stecklinge vermehrt. Er ist in den verschiedensten Sorten erhältlich und erstrahlt in den Farben rot, weiß, apricot und gelb aber auch in Kombinationen, die aus zwei Farbtönen bestehen können. Edelginster wird darüber hinaus mit einem schwächeren Wuchs angeboten, wodurch er ideal auch für kleinere Gärten wie Hausgärten hervorragend geeignet ist.