Großes Immergrün, Vinca major - Pflege-Anleitung

ImmergrünBodendeckende Pflanzen sind vielseitig im Garten einsetzbar und erleichtern die Pflege in Zierbeeten. Der kompakte Wuchs von Vinca major macht die Pflanze für Steingärten, sowie zur Randbepflanzung von Hügelbeeten und Hanggärten interessant. Großes Immergrün entwickelt sich zu einem rasant wachsenden Halbstrauch, welcher innerhalb kürzester Zeit wirksam Unkraut unterdrückt. Das leicht giftige Hundsgiftgewächs lässt sich einfach kultivieren und gibt sich auch mit Standorten im Vollschatten zufrieden. Nutzen Sie das große Immergrün, um kahle Stellen unter großwüchsigen Laub- und Nadelbäumen zu bedecken oder um dekorativ Kübel auf der Terrasse zu begrünen.

Inhaltsverzeichnis
Steckbrief
  • Vinca major gehört zur Familie der Hundsgiftgewächse.
  • Bodendeckende Pflanze mit wurzelnden Ranktrieben.
  • Ursprünglich im Mittelmeerraum und Kaukasus heimisch.
  • Erreicht eine Höhe zwischen 20 und 30 Zentimetern.
  • Die immergrünen, ledrigen Blätter sind dunkelgrün und eiförmig.
  • Blütezeit ist - abhängig von der Sorte - zwischen April bis Juni
  • Die sternförmigen Blüten sind weiß, blau oder rötlich-violett.
  • Alle Pflanzenteile sind giftig.

Standort und Substrat

Das große Immergrün benötigt einen hellen Standort, reagiert jedoch überaus empfindlich auf direkte und lang anhaltende Sonneneinstrahlung. Mit einigen Sonnenstunden Abend oder am Vormittag kommen die Gewächse problemlos zurecht. Ein unförmiger Wuchs und fahle Blätter sind häufig ein Anzeichen für einen falsch gewählten Pflanzort. Nicht nur das Wachstum stagniert, die Halbsträucher werden dadurch anfällig für Krankheiten und schadhafte Insekten. Die Urform von Vinca major gedeiht auch an dunklen Standorten. So ist das bodendeckende Gewächs auch zur Unterpflanzung von Laub- und Nadelbäumen geeignet. Humusreich, durchlässig und warm - das sind die Grundbedingungen, welche die Pflanze an den Boden stellt. Doch selbst auf sandigem und kalkhaltigem Erdreich fühlt sich Vinca major wohl. Einer Verdichtung des Bodens sollten Sie durch das Untermischen


kleinerer Kieselsteine entgegenwirken. Nicht nur die Wurzeln können sich durch diese Maßnahme schneller und besser entwickeln, gleichzeitig beugen Sie stehender Nässe vor.

  Alle Pflanzenteile des Hundsgiftgewächses sind giftig. Kultivieren Sie deswegen die Pflanze fernab von kleinen Kindern und neugierigen Haustieren.

Gießen und Düngen

Einige Hobbygärtner neigen dazu, übermäßig viel und häufig zu gießen. Was nur allzu häufig zum Tod vieler Pflanzen führt. Die Versorgung mit Wasser sollte besonders an heißen Sommertagen zum festen Ritual gehören, allerdings nur dort, wo es wirklich notwendig ist. Auch das große Immergrün reagiert überaus empfindlich auf Staunässe. Sind die Wurzeln der Pflanze öfter stehender Nässe ausgesetzt, steigt die Gefahr von Wurzelfäule. Infizierte Gewächse erholen sich nur selten von dieser Pilzkrankheit und sterben vollständig ab. Vinca major sollte immer erst gegossen werden, sobald die ersten 2 Zentimeter des Bodens vollständig abgetrocknet sind. Vermeiden Sie es nach Möglichkeit, in der Mittagshitze zu gießen. Gedüngt werden kann auf zwei Arten: mit Kompost oder Produkten aus dem Gartencenter. Normalerweise reicht es vollkommen aus, wenn Sie im Frühjahr und Spätsommer Kompost unter das Erdreich mischen. Auch welkes Laub, welches noch vor dem Winter rings um das große Immergrün zusammengerecht wird, trägt zu einer wichtigen Versorgung mit Nährstoffen bei. Langzeit- oder Flüssigdünger sollten Sie gemäß der Anleitung anwenden. Wobei hier eher die Devise gilt: Weniger ist mehr. Vinca major gehört nicht zu den stark zehrenden Pflanzen und gibt sich mit wenigen Nähr- und Mineralstoffen zufrieden. In den Wintermonaten sollten Sie komplett auf die Gabe von Dünger verzichten.

Pflanzen

Gepflanzt werden kann das Immergrün ganzjährig, für die Kultivierung im Freiland sollten Sie diese Maßnahme allerdings im Frühling anwenden. Damit kann die Pflanze den Anfang der Vegetationszeit zur Ausbildung der Wurzeln optimal nutzen. Im Spätherbst gesetzt, benötigt das große Immergrün eine schützende Bodenschicht aus Rindenmulch oder Reisig. Vor dem auspflanzen, muss der Standort vorbereitet werden. Befreien Sie das Erdreich von alten Pflanzen, abgestorbenen Wurzeln und Unkraut. Einmal etabliert kann sich Vinca major durch sein schnelles Wachstum und seine Robustheit gegen andere Pflanzen behaupten. Doch bis es soweit ist, sollten Sie einen ausreichenden Mindestabstand zwischen Immergrün und anderen Gewächsen hin einhalten.
Immergrün
  • Boden ausreichend auflockern.
  • Das Pflanzloch muss doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen des Immergrüns sein.
  • Erdaushub mit Humus vermischen.
  • Halb reifen Kompost in das Pflanzloch streuen.
  • Gewächs einsetzen und Erdaushub vorsichtig zurückfüllen.
  • Durch regelmäßiges Festdrücken zwischendurch

    lassen sich Hohlräume vermeiden.
  • Fest angießen.
Der halb reife Kompost auf dem Boden der Grube sorgt durch seine langsame Verrottung für Wärme und versorgt die Pflanze einige Monate lang mit wichtigen Nährstoffen. Dennoch ist dieser Schritt zwar empfehlenswert, jedoch nicht zwingend notwendig. Halten Sie das Substrat stets ausreichend feucht und entfernen Sie wucherndes Unkraut sofort. Der Mindestabstand zwischen den einzelnen Pflanzen beträgt etwa 35 Zentimeter, insgesamt können Sie bis zu 6 Gewächse pro Quadratmeter setzen. Das Hundsgiftgewächs lässt sich auch in einem Kübel ohne größeren Aufwand halten. Damit können Sie beispielsweise halbschattige Ecken auf dem Balkon oder der Terrasse begrünen. Bevor Sie die Pflanzen in ein ausreichend großes Gefäß einsetzen, sollten Sie eine Drainage am Kübelboden anlegen. Diese muss nicht höher als 2 oder 3 Zentimeter sein und aus porösem Material bestehen. Damit beugen Sie Staunässe vor, welche besonders leicht bei Topfpflanzen entsteht.

  Einen besonders aparten Blickfang erhält man, wenn man verschiedenfarbig blühende Arten des Immergrüns nebeneinandersetzt.

Vermehren

Fühlt sich die Pflanze am ausgewählten Standort wohl, zeigt sie dies durch einen starken Vermehrungsdrang. Doch Sie können das bodendeckende Immergrün auch durch Wurzelteilung, über Stecklinge oder bewurzelte Seitentriebe vermehren. Wurzelteilung: Graben Sie im Frühjahr eine der älteren Pflanzen aus und zerteilen Sie den fleischigen Wurzelstock mithilfe einer scharfen Axt oder eines Spatens in gleich große Stücke. Diese können sofort und ohne weitere Maßnahmen sofort in Substrat eingesetzt werden.

Stecklinge

Schneiden Sie mehrere, etwa 15 Zentimeter lange Triebe von kräftigen Gewächsen ab. Bis auf 3 bis 4 obere Blattpaare werden die Stecklinge vollständig entlaubt. Anschließend die Stecklinge zu 2/3 ins Erdreich stecken und dieses ausreichend feucht halten. Ob die Ausbildung der Wurzeln erfolgreich war, erkennen Sie an der Ausbildung neuer Triebe und Knospen. Verlieren Sie nicht die Geduld, häufige Rückschläge sind bei dieser Art der Vermehrung nicht ungewöhnlich.

Ableger

Die schnell wachsenden und am Boden liegenden Ranktriebe bilden Wurzeln aus. Diese können mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze abgetrennt und an anderer Stelle eingepflanzt werden. Diese Aktion eignet sich auch dafür, um kahle Stellen innerhalb des Immergrün-Polsters wieder aufzufüllen.

Schneiden

ImmergrünDas große Immergrün ist gut dafür geeignet, um schnell größere Flächen in Zierbeeten, Steingärten oder direkt unter Bäumen zu bedecken. Doch durch den starken Austrieb der Pflanzen beschränken sich diese nicht nur auf die vorgesehene Fläche, sodass ein Rückschnitt häufig unumgänglich ist. Bereits im März können Sie mit dem Schnitt beginnen.
  • Bei einem bodennahen Rückschnitt treibt die Pflanze buschig aus.
  • Ein radikaler oder falsch durchgeführter Schnitt schädigt das Gewächs nicht.
  • Dabei anfallende Triebe können zur Vermehrung genutzt werden.
Ein Formschnitt ist bei den Hundsgiftgewächsen nicht notwendig. Auch im Kübel kultivierte Gewächse können im Frühjahr zurückgeschnitten werden. Wichtig ist es lediglich darauf zu achten, dass einige "Augen" bzw. schlafende Knospen erhalten bleiben, aus welchen die Pflanze neu austreiben kann.

Überwintern


Die Urform von Vinca major ist winterhart und hält Temperaturen bis zu -15°C stand. Anders sieht es jedoch mit den zahlreichen Zuchtformen aus, welche teilweise nur einstellige Minusgrade vertragen. Zur Sicherheit sollten Sie bei allen bodendeckenden Immergrün-Arten eine schützende Schicht aus Reisig oder Rindenmulch ausbringen. Das Material wärmt nicht nur, sondern versorgt durch seine langsame Zersetzung das Substrat mit Nährstoffen. Immergrüne Pflanzen müssen auch in der kalten Jahreszeit gegossen werden, das gilt im Zierbeet ebenso wie für Gewächse im Kübel. Die Versorgung mit Wasser erfolgt an frostfreien Tagen, wenn das Substrat die Feuchtigkeit aufnehmen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Blattläuse und andere schadhafte Insekten sind kaum auf den ledrigen Blättern des Immergrüns anzutreffen. Auch gefräßige Nacktschnecken meiden die giftigen Pflanzen, jedoch steigt die Anzahl der Pilzerkrankungen. Mit der richtigen Pflege können Sie die Widerstandsfähigkeit der Halbsträucher fördern.

Rostkrankheit

Dunkelbraune Pusteln an der Unterseite der Blätter deuten auf eine Pilzinfektion hin. Im Verlaufe der Krankheit rollen sich die Blätter auf, die Pusteln werden rissig und entlassen die pulverförmigen Pilzsporen. Schneiden Sie infizierte Pflanzenteile großzügig weg und entsorgen Sie das herabgefallene Laub umgehend über den Hausmüll. Keinesfalls die Überreste auf dem Kompost ablegen, denn der Rostpilz kann sich auch über abgestorbene Triebe und Blätter noch weiter verbreiten. Um in der Nähe stehende Halbsträucher zu schützen, sollten Sie ein Fungizid aus dem Fachhandel ausbringen. Zusätzlich stärkt das Gießen mit Brennnessel- oder Ackerschachtelhalmbrühe die Gewächse.

Stängel- und Blattfäule

Eine weitere, durch Pilzerreger hervorgerufene Krankheit befällt ebenfalls Blätter und Triebe der bodendeckenden Pflanzen. Die Stängel werden schwarz und sterben ab, an welken Blättern sind häufig die schwarzen Fruchtkörper des Pilzes anzutreffen. Entfernen Sie auch hier umgehend alle befallenen Pflanzenteile und bringen Sie vorsorglich spezielle Mittel aus dem Fachhandel aus.

Sorten

ImmergrünIm Fachhandel sind verschiedene Zuchtformen des großen Immergrüns mit unterschiedlichen Blatt- und Blütenfärbungen erhältlich. Alle Sorten lassen sich miteinander kombinieren und bilden einen aparten Kontrast in Ihrem Garten.

Vinca major Hirsuta


Immergrünsorte mit hellen Blättern und kleinen, blauen Blüten. Wird nur etwa 15 Zentimeter hoch.

Vinca major Reticulata

Blau blühende Sorte, ein halbschattiger Pflanzort wird bevorzugt.

Vinca major Variegata

Auffallend buntblättriges Gewächs mit blauen Blüten.

Vinca major Alba

Weiß blühende Pflanze, benötigt einen halbschattigen Standort.

Häufig gestellte Fragen

Worin besteht der Unterschied zwischen dem kleinen und großen Immergrün?
Vinca major und Vinca minor unterscheiden sich durch die Größe der eiförmigen Blätter und der Blüten. Das kleine Immergrün wird nur bis zu 20 Zentimeter hoch und weist ein eher niederliegendes, kompaktes Wuchsbild auf. In der Pflege und bei den Anforderungen an Substrat und Standort gleichen sich beide Vinca-Arten. Dem großen Immergrün wird nachgesagt, dass es weitaus weniger kälteresistent als sein kleiner Verwandter ist. Das gilt vor alledem für die zahlreichen Zuchtformen von Vinca major. Doch selbst wenn die Triebe vollständig abfrieren, treibt die Pflanze im Frühjahr zuverlässig wieder aus.

Mein Immergrün weist kleine Löcher am Blattrand auf, was ist die Ursache?
Selten aber nicht auszuschließen ist der Befall mit dem Dickmaulrüssler. Dieser Schädling ernährt sich von den Blättern der befallenen Pflanze, während der gefräßige Nachwuchs die unterirdischen Wurzeln bevorzugt. Die Insekten sind wenig wählerisch und gehören mit zu den hartnäckigsten Schädlingen in heimischen Gärten. Während erwachsene Tiere kaum einen nennenswerten Schaden bei den Gewächsen anrichten können, sieht es bei den Larven anders aus. Denn nicht nur die Pflanzwurzeln sind betroffen, die Fraßstellen bieten Pilzerregern eine ideale Brutstätte. Sammeln Sie die adulten Käfer in den Abendstunden ab. Eine der effektivsten Mittel gegen die im Boden lebenden Larven sind Nematoden. Diese nur etwa 0,1 Millimeter langen Fadenwürmer werden über das Gießwasser ins Substrat gespült. Von dort aus befallen sie die Larven und töten diese innerhalb weniger Tage ab. Gleichzeitig können Sie auch die Besiedlung natürlicher Fressfeinde fördern. Dazu gehören u.a. Igel, Vögel, Maulwürfe und Erdkröten.