Katze frisst KatzengrasUm ihre Zimmerpflanzen zu schützen, stellen viele Katzenbesitzer Katzengras auf. Das soll die Stubentiger vom Knabbern an den Grünpflanzen abhalten. Der Volksmund ist der Meinung, Katzen müssen Gras fressen, damit sie verschluckte Haare wieder auswürgen können. Zahlreiche Tierärzte und leidgeprüfte Katzenbesitzer sind eher anderer Meinung. Viele Katzen vertragen das Gras gut, aber es gibt auch negative Erfahrungen. Wir haben hier viel Wissenswertes über Katzengras zusammengetragen und natürlich auch, wie man es selbst heranzieht und welche Sorten geeignet sind. Informieren Sie sich!


Inhaltsverzeichnis
Kurzer Steckbrief zum Katzengras
  • Verschiedene grasähnliche Pflanzen
  • Von Katzen besonders geliebt
  • Als Futterergänzung oder aber Erbrechanimation
  • Unterstützt das Herauswürgen unverdaulicher Haarbälle
  • Wird unterschiedlich gut angenommen
  • Meist für reine Wohnungskatzen
  • Verschiedene Grassorten als Katzengras im Handel erhältlich
  • Kann aber leicht selbst gezogen werden
  • Blätter dürfen nicht zu hart und scharfkantig sein – Schnittverletzungen
  • Gräser dürfen nicht mit Pflanzenschutzmitteln behandelt sein!
  • Gräser können Nährstoffe speichern
  • Gräser ziehen auch Giftstoffe aus der Raumluft, z.B. Nikotin
  • Deshalb sollten diese Gräser nicht in von Nikotinluft belasteten Räumen stehen

Warum fressen Katzen Gras?

Eine alte Volksweisheit besagt: “ Wenn Katzen (auch Hunde) Gras fressen, gibt es Regen.“ Das kann natürlich nicht stimmen, denn beide Tierarten fressen täglich Gras. Es ist bis heute nicht erwiesen, warum Katzen Gras fressen. Meinungen gibt es dagegen viele. Der Trend geht zu dieser: Katzen verschlucken bei der Körperpflege viele ihrer Haare. Diese bilden sogenannte Haarbälle. Die können zu Verstopfung und sogar zu Darmverschluss führen. Das ist eine Tatsache. Katzen würden Gras fressen, damit sie diese Haarbälle wieder auswürgen können. Man sieht tatsächlich Gras in den Haarbällen, wenn diese ausgewürgt werden. Ich hatte in meiner Kindheit jahrelang Wohnungskatzen. Die bekamen nie Gras und würgten ihre Haarbälle auch so aus. Ich kenne auch Katzen, die machen sich überhaupt nichts aus Gras und fressen auch keine Grünpflanzen an. Sie kommen ohne aus. Viele Katzenbesitzer geben Gras als Nahrungsergänzung, denn es enthält Vitamin C und Folsäure. Außerdem soll es die Verdauung unterstützen. Erwiesen bzw. ausreichend erforscht ist keine dieser Thesen.
  • Alle Erklärungen sind hypothetisch
  • Auswürgen von Haarbällen
  • Unterstützung der Verdauung
  • Nahrungsergänzung
Tatsache ist, dass Freigänger-Katzen im Garten ebenfalls Gras fressen, nicht alle, aber viele. Auch diese würgen oft Haarbüschel heraus und gehen dann ihrem Tagesgeschäft nach, als wäre nichts gewesen. Einige Katzen scheinen das also irgendwie zu brauchen, zu mögen oder was auch immer. Wenn man die Katze so leicht glücklich machen kann, sollte man das auch tun, egal aus welchem Grund sie das Gras auch immer fressen.

Gräser für die Katzengrasnutzung

Katzengras muss sehr fein sein. Es sollte nicht verholzen. Sehr häufig kommt Zyperngras zum Einsatz. Gerade das ist aber recht umstritten, denn die Blattränder sind scharf und das Gras ist hart. Zahnfleischverletzungen und Schnitte im Mundbereich sind recht häufig. Wird es nicht richtig gekaut, was meist passiert, kann es im Hals stecken bleiben. Es muss unter Vollnarkose herausoperiert werden. Außerdem kann es zu Verletzungen im Inneren kommen. Häufiges Niesen, Appetitlosigkeit und Erbrechen sind die Folge, obwohl es Tage dauern kann, bis diese Symptome auftreten
  • Zyperngras (nicht günstig)
  • Hafer
  • Gerste
  • Weizen
  • Sesam
  • Zimmerbambus (Seychellengras)
  • Grünlilie (nehmen Schadstoffe aus der Luft auf, sind also bei Rauchern nicht so günstig)

  Die Blätter aller Gräser sollten nicht zu hart sein. Auf keinen Fall dürfen sie scharfkantig sein. Woran wir uns in die Finger schneiden können, sollte nicht in einem Katzenhals landen!

Vor- und Nachteile von Katzengras

Katzengras hat jetzt keine so gravierenden Vor- und Nachteile. Viele Katzen fressen es einfach gerne. Das sollte man ihnen auch lassen. Wichtig ist, weiches Gras zu verwenden. Dass sich Katzen an den Halmen verletzen, kann schon mal vorkommen. Allerdings kann das mit der richtigen Gräserauswahl vermieden werden. Die Fälle, in denen es zu Verletzungen oder Schlimmeren kommt, sind selten. Man sollte das nicht so tragisch sehen. Ich würde lieber Katzengras anbieten, als dass ich meine Grünpflanzen fressen lassen würde.

Katzengras selber ziehen

Die Vermehrung aus Samen ist eine sehr kostengünstige Variante. Gut geeignet sind verschiedene Getreidesorten. Die kann man im Handel oder auch direkt vom Bauern beziehen. Getreide sollte immer nur jung an die Katzen verfüttert werden. Es wächst allerdings schnell, verholzt und wird zur Ähre. Dann ist es nicht mehr brauchbar. Man muss also ständig wieder neu aussäen, so etwa alle 14 Tage oder 3 Wochen. Es reicht also, immer nur einen Topf auszusäen und dann nach 3 Wochen den nächsten.
Katzengras
  • Katzengras kann ganzjährig ausgesät werden.
  • Heimische Sorten keimen schon bei 2 bis 5° C.
  • Anzuchterde ist keimfrei und nährstoffarm und deshalb besonders gut geeignet.
  • Alternativ kann ein nährstoffarmes, wasser- und luftdurchlässiges Substrat genutzt werden.
  • Samen für 1 bis 2 Stunden in ein Glas Wasser legen. Sie keimen dann in der Regel besser und schneller.
  • Samen 2 bis 3 cm tief in die Erde legen.
  • Erde gleichmäßig feucht halten, aber keinesfalls nass!
  • Bei hohen Temperaturen oder niedriger Luftfeuchtigkeit sollte die Pflanzschale mit durchsichtiger Folie abgedeckt werden.

Pflege des Katzengrases

Die Pflege des Katzengrases ist nicht kompliziert. Beachten muss man, dass die verschiedenen Gräser unterschiedliche Bedingungen benötigen, sei es, was den Standort und das Pflanzsubstrat betrifft oder aber das Gießen. Zyperngras liebt es feucht, die anderen Gräser nicht so sehr. Nur wenn die Kulturbedingungen stimmen, gedeiht das Gras. Eigentlich sind Gräser ja keine Zimmerpflanzen. Besonders im Winter haben viele Katzenbesitzer Probleme mit der Kultivierung. Schuld sind zu niedrige Luftfeuchtigkeit und zu wenig Licht. Bevor man ewig rumexperimentiert, ist der Neukauf oder die Anzucht besser.

Standort und Substrat

Der Standort richtet sich natürlich nach der Gräserart. Nicht alle lieben die gleichen Bedingungen. Sie alle benötigen Licht. Allerdings ist vor knalliger Mittagssonne abzuraten. Besser ist eine Fensterbank im Ost- oder Westfenster.
  • Hell und sonnig
  • Keine direkte Mittagssonne
  • Besser Ost- oder Westfenster
  • Temperaturen zwischen 15 und 18° C sind ideal.
  • Zyperngras und Zimmerbambus mögen es wärmer, etwa 20 bis 25° C.
  • Niedrige oder höhere Raumtemperaturen schaden aber kaum.
  • Zu niedrige Temperaturen führen allerdings dazu, dass das Wachstum eingestellt wird. Das passiert ja auch bei Gräsern, die im Freien wachsen.
  • Im Sommer kann man Katzengras auch gern ins Freie stellen. Allerdings sollte es langsam an die Sonne gewöhnt werden. Knallige Mittagssonne ist nicht zu empfehlen. Schnell kommt es zu Verbrennungen.
  • Gerne einmal etwas mit Wasser besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen

  Bei Fußbodenheizung sollte man die Behälter so aufstellen, dass sie möglichst nicht direkt über einer Heizspirale stehen. Der Fußboden ist ja nicht gleichmäßig warm. Man sucht also eine kühlere Stelle, meist direkt am Fenster.

Auch hier gibt es keine einheitliche Regelung. Jedes Gras hat seine eigenen Wachstumsbedingungen.
  • Zyperngras – liebt gut durchfeuchtete, luftdurchlässige Böden, gerne auch etwas im sauren pH-Wert Bereich. Das Gras kommt besser mit Nässe, als mit Trockenheit klar.
  • Zimmerbambus – hier reicht normale Blumenerde, die mit Sand und Tongranulat aufgelockert und durchlässiger gemacht wird. Die Erde sollte gleichmäßig mäßig feucht gehalten werden. Staunässe wird nicht vertragen.
  • Getreide – wächst in luft- und wasserdurchlässiger Erde. Sie sollte humos und etwas lehmhaltig sein. In der Keim- und Wachstumsphase immer leicht feucht halten!Katzengras

Pflanzen

Pflanzen in dem Sinne muss man nicht, denn man sollte direkt in dem Gefäß aussäen, welches dann für die Katzen bereitgestellt wird. Allerdings gibt es bei diesen Gefäßen etwas zu beachten. Damit überschüssiges Wasser abfließen kann, was außer bei Zyperngras bei allen anderen Gräsern wichtig ist, sollte eine Drainage im Topfboden eingebracht werden.
  • Geeignet sind kleine Kiesel, Blähton, Terrakottatopfscherben, Hydroton und andere Materialien
  • Diese Schicht kommt als erstes unten in das Pflanzgefäß
  • Größere Abzugslöcher sollten mit Terrakottabruchstücken bedeckt werden, damit kleine Teile der Drainageschicht nicht herausfallen können.
  • Möglichst flache Gefäße nutzen.

  Von den meisten Getreidearten existieren zwei Kulturformen, einmal das Sommer- und das Wintergetreide. Das Sommergetreide benötigt etwas höhere Temperaturen, vor allem zum Keimen, als die Winterformen.

Gießen und Düngen

Außer dem Zyperngras müssen alle anderen Gräser nur mäßig gegossen werden. Wichtig ist, dass die Erde nicht zu nass ist. Die Drainage verhindert, dass sich überschüssiges Wasser staut. Allerdings darf das Pflanzgefäß auch nicht in einem Untersetzer oder einem Übertopf stehen.
  • Beim Zyperngras ist es umgedreht.
  • Hier ist es günstig, wenn viel und reichlich gegossen wird.
  • Das Pflanzgefäß darf gern im Untersetzer oder Übertopf stehen.
  • Getreide darf auch einmal für kurze Zeit austrocknen.
  • Zimmerbambus mag es gleichmäßig leicht feucht.
  • Alle Gräser mögen eine etwas höhere Luftfeuchtigkeit und freuen sich, wenn sie hin und wieder etwas mit Wasser besprüht werden.
Düngen sollte man gar nicht. Gräser speichern Nährstoffe in den Blättern, sozusagen für schlechte Zeiten. Die Katzen fressen diese mit und das ist nicht empfehlenswert.

Schneiden

Schneiden ist, wenn das Gras von den Katzen regelmäßig abgeerntet wird, meist unnötig. Wenn sie aber nur sporadisch ab und zu einmal naschen, bilden sich schnell Blütenstände. Ziel der Gräser ist, sich zu vermehren. Lange Halme sind oft recht hart und Katzen verschmähen sie. Man schneidet sie ganz einfach bis auf etwa 2 bis 4 cm Höhe ab. Dann sprießen wieder frische, weiche, junge Gräser. Zimmerbambus sollte nur sehr wenig geschnitten werden, damit er seine Form nicht verliert. Er wächst nur langsam und benötigt eigentlich keinen Schnitt. Gräser sind in der Regel nur einjährig. Irgendwann verabschieden sie sich und können entsorgt werden.

Katzengras

Vermehrung

Gräser werden in den allermeisten Fällen durch Aussaat vermehrt. Bei Zyperngras und auch beim Zimmerbambus können sich aber Seitentriebe bilden. Diese können abgetrennt werden, sobald sie eigene Wurzeln gebildet haben. Pflanzen, die im Topf gut wachsen und sich nach den Seiten ausbreiten, können aus dem Gefäß genommen und geteilt werden.

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind eher selten. Allerdings leiden die Pflanzen im Winter unter Lichtmangel und zu geringer Luftfeuchtigkeit. Sie sollten daher so hell wie möglich stehen und regelmäßig mit Wasser besprüht werden. Besonders für das Zyperngras ist das lebenswichtig. Schädlinge treten ebenfalls hauptsächlich während der Überwinterung auf. Hier sind es vor allem Schildläuse und Blattläuse. Blattläuse kann man mit Wasser abspülen. Schildläuse sind schwieriger zu bekämpfen. Sie mögen kühlere Temperaturen nicht. Oft reicht es, das Katzengras einfach kühl zu stellen, unter 10° C. Chemische Mittel dürfen natürlich nicht eingesetzt werden, denn die Katzen sollen oder wollen das Gras ja noch fressen. Wenn man zu viele der Plagegeister an dem Gras hat, sollte man es entsorgen und für Nachschub sorgen.

Häufige Fragen

Gibt es eine Alternative zu Katzengras, welche ähnliche Effekte bringt.
Viele Katzenbesitzer, welche schlechte Erfahrungen mit Katzengras gemacht haben, empfehlen Malzpaste. Diese enthält Öle, die sich positiv auf die Verdauung auswirken und behilflich sind, die Haare auch ohne Erbrechen auszuscheiden. Einige geben ihren Katzen auch Butter, ein etwa haselnussgroßes Stück. Auch das bringt die Haare wieder raus, auf ganz natürlichem Weg.

Es soll Katzenprodukte geben, welche die Ausscheidung geschluckter Haare auf natürlichem Weg unterstützen. Stimmt das?
Ja, das ist richtig. ROYAL CANIN bietet beispielsweise „Anti Hairball“ an, eine spezielle Fasermischung, welche die natürliche Ausscheidung der Haare fördert.