Blauglockenbaum, Paulownia tomentosa - Pflege des Kaiserbaums


Blauglockenbaum - Paulownia tomentosa Der japanische Kaiserbaum ist eine seltene Augenweide in heimischen Gärten. In Asien galt der schnell wachsende Baum jahrhundertelang als Glücksbringer und Statussymbol. Die glockenförmigen, rosa-violetten bis blauvioletten Blüten des Baumes verströmen einen betörenden Duft und gehören mit zu den ersten farbenprächtigen Boten des nahenden Frühlings. Ein Blauglockenbaum gehört mit zu den schnell wachsenden Baumsorten, mit seinem enormen Platzbedarf ist das sommergrüne Gewächs nicht für jeden Garten geeignet. Besonders in den jungen Jahren ist die Paulownia anfällig für Frosteinbrüche, sie unbeschadet durch die kalte Jahreszeit zu bringen ist aufwendig.

Steckbrief
  • Der Blauglockenbaum gehört zur Ordnung der Lippenblütlerartigen.
  • Stammt ursprünglich aus West- und Zentralchina, wurde dort als Zierbaum mit traditionellen Wurzeln kultiviert.
  • Die sommergrüne Pflanze kann eine Wuchshöhe von über 15 Metern erreichen.
  • Der Blauglockenbaum ist auch unter den Namen Kiribaum, Kaiserbaum und Kaiser-Paulownie bekannt. Der Gattungsname "Paulownia tomentosa" ehrt die Großfürstin Anna Paulowna, Königin der Niederlande.
  • Auffällig sind die intensiv blau gefärbten Blütendolden mit einer Gesamtlänge von bis zu 40 Zentimetern.
  • Die Blätter des Baumes sind essbar, die Früchte hingegen gelten als ungenießbar und leicht giftig.
  • Blütezeit ist von April bis Mai, vor dem Austrieb der herzförmigen Blätter.
  • Die verholzten Fruchtkapseln ähneln im Winter geöffneten Vogelschnäbeln.

Standort und Boden

Blauglockenbaum - Paulownia tomentosa Für Paulownia tomentosa kommen nur sonnige bis halbschattige Standorte infrage. Der Baum sollte, sofern möglich, auch warm und windgeschützt stehen. Das tiefreichende Wurzelwerk kann massive Schäden an Mauern, sowie an unterirdisch verlaufenden Rohren und Kabeln verursachen. Blauglockenbäume können eine Wuchshöhe von über 15 Metern erreichen, durch das schnelle Wachstum sogar bedeutend schneller, als andere Zierbäume.

Bei Früh- und Spätfrösten laufen junge Kiri-Bäume Gefahr, enorme Schäden zu erleiden. Pflanzen Sie den Baum deswegen wenn möglich nur in wintermilden Regionen oder kultivieren Sie ihn ausschließlich im Pflanzgefäß. Das Substrat sollte tiefgründig und nährstoffreich sein. Staunässe wird vom Blauglockenbaum nicht vertragen, werten Sie schwere Böden mit Sand und Kieselsteinen auf. Bis auf diese wenigen Besonderheiten gilt der Kaiserbaum als anspruchslos dem Erdreich gegenüber.

Gießen und Düngen

Die asiatischen Zierbäume verfügen über einen enormen Feuchtigkeitsbedarf. Ältere Exemplare von Paulownia tomentosa sind durch das weitverzweigte und massive Wurzelwerk selbst dazu in der Lage, Wasser aus tiefer liegenden Bodenschichten aufzunehmen. Junge und frisch gepflanzte Kaiserbäume sollten Sie hingegeben besonders an heißen Sommertagen regelmäßig mit reichlich Wasser versorgen. Nährstoffe werden dem Boden in Form von Kompost im Frühjahr und Spätsommer hinzugefügt. Mulchen Sie regelmäßig den Boden und entfernen Sie wuchsstarke Pflanzennachbarn, welche mit dem Blauglockenbaum um die Nährstoffe konkurrieren könnten. Um das Gewächs besonders während der Blütezeit zu stärken, sollten Sie Rasenschnitt oder eine verdünnte Brennnesseljauche regelmäßig rund um den Blauglockenbaum ausbringen. Auf Flüssig- und Langzeitdünger können Sie verzichten, jedoch fügt das regelmäßige und richtige Düngen mit diesen Mitteln dem Baum keinen Schaden zu.

Pflanzen

Wie bereits erwähnt, ist der Kiri-Baum aufgrund seiner Größe ungeeignet für Vorgärten und kleinere Grünflächen. Gönnen Sie der Pflanze eine Solitärstellung in einem größeren Garten, sodass die volle Schönheit und Blütenpracht des asiatischen Blauglockenbaumes zur Geltung kommen kann. Wenn Sie das Gewächs nicht selbst vorziehen möchten, so erhalten Sie fertig bewurzelte Bäumchen als Ballen- oder Topfware im gut sortierten Fachhandel. Die Pflanzung bietet sich im Frühjahr an. Damit verbleibt dem Baum genügend Zeit, um sich bis zum Winter am neuen Standort zu akklimatisieren und vollständig anzuwurzeln.
  • Blauglockenbaum - BaumstammDas ausgehobene Pflanzloch sollte mindestens den doppelten Umfang betragen, als der Wurzelballen der Pflanze aufweist.
  • Lockern Sie den Boden im Pflanzloch ausgiebig auf.
  • Den Erdaushub mit Kompost und geringen Mengen an kleinen Kieselsteinen vermischen.
  • Setzen Sie den Baum bis zum oberen Wurzelhals ein und füllen Sie das Substrat zurück.
  • Die Erde behutsam festdrücken und im Anschluss ordentlich mit Wasser einschlämmen.
Das Holzgewächs wurde traditionell in Japan zur Geburt einer Tochter gepflanzt. Zur Hochzeit des Mädchens diente das Holz dann zur Herstellung von Schränken und Truhen, welche die Aussteuer der Braut darstellten. Bereits im ersten Jahr der Pflanzung kann der junge Baum einen Wachstumszuwachs von knapp 2 Metern bekommen.

Kultivierung im Kübel

Paulownia tomentosa gehört mit zu den wenig blau blühenden Zierbäumen auf der ganzen Welt. Verständlich, dass in vielen Gärtnern der Wunsch reift, diese seltene Schönheit selbst ihr eigen zu nennen. Doch nicht immer ist ein ausreichend großer Garten vorhanden, auch winterharte und zugige Standorte sprechen gegen eine Pflanzung des Kaiserbaums. Naheliegend deswegen die Vorstellung, die asiatische Schönheit in einem Kübel auf der großräumigen Terrasse zu kultivieren. Eines vorweg: Ein Blauglockenbaum wächst bei guter Pflege sehr schnell und kann innerhalb weniger Jahre zu groß für ein Pflanzgefäß werden. Wichtig bei dieser Art der Pflanzung sind folgende Punkte:
  • Ein stabiler und großer Kübel.
  • Drainageschicht aus porösem Material am Gefäßboden.
  • Einen windgeschützten, sonnigen Platz auf der Terrasse.
{infobox type=check|content=Wenn Sie weder über
einen ausreichend großen Garten noch über eine geräumige Terrasse verfügen, sollten Sie auf eine Kultivierung des asiatischen Zierbaums verzichten.} Von April bis September sollten Sie das Substrat regelmäßig mit einem Langzeit- oder Flüssigdünger versorgen. Das schnelle Wachstum des Baumes macht das Umsetzen in ein größeres Pflanzgefäß etwa alle 2 bis 3 Jahre notwendig. Ein starker Rückschnitt im Frühjahr fördert einen buschigen und starken Austrieb des Kiri-Baums.

Vermehren

Normalerweise tritt nicht die Frage nach der Vermehrung des Kaiserbaums auf, sondern eher das Gegenteil ist der Fall. Denn stimmen Standort und Pflege, äußert die Pflanze ihr Wohlbefinden darüber in Form einer verstärkten Selbstaussaat. Entfernen Sie die jungen Blauglockenbäume umgehend. Es spricht jedoch nichts dagegen, die Samen des Baumes gezielt an einem anderen Standort zu kultivieren. Um die empfindlichen Keimlinge zu robusten, mehrjährigen Pflanzen heranzuziehen, sollten Sie folgendermaßen vorgehen:
  • Blauglockenbaum - Paulownia tomentosa Kaufen Sie die Samen über den Fachhandel oder sammeln Sie diese im Herbst selbst.
  • Ausreichend trocknen lassen.
  • Das Anzuchtgefäß sollte flach und breit sein.
  • Als Substrat hat sich Torf oder ein anderes nährstoffarmes Material bewährt.
  • Die feinen Samen dünn auf dem Anzuchtsubstrat ausbringen.
  • Der Standort sollte hell und warm sein.
  • Das Erdreich ausreichend feucht halten, Staunässe dabei jedoch vermeiden.
  • Zur Erhöhung der Luftfeuchtigkeit können Sie das Gefäß mit einer perforierten, durchsichtigen Folie abdecken.
Unter idealen Bedingungen setzt die Keimung bereits innerhalb weniger Tage ein. Pikieren Sie die jungen Keimlinge, sobald die Pflanzen eine Größe von etwa 5 Zentimetern erreicht haben. Mit zunehmender Größe sollten Sie die Keimlinge noch weitere selektieren und den stärksten Gewächsen ein extra Pflanzgefäß zugestehen. In den ersten vier Jahren ist Paulownia tomentosa extrem frostempfindlich. Gewöhnen Sie die jungen Pflanzen so schnell wie möglich an direktes Sonnenlicht, aber schützen Sie die Bäume vor Kälte und späten Frosteinbrüchen. Im Herbst sollten Sie die Pflanzen im Kübel in ein Winterquartier umsiedeln.

{infobox type=check|content=Kaiserbäume können in wintermilden Gebieten rasch ungewollt zu einer Plage werden. Entfernen Sie welke Blütenstände deswegen rasch über den Hausmüll.}

Schneiden

Einen speziellen Erziehungsschnitt benötigt der schnell wachsende Kiribaum nicht. Wenn Sie dennoch einen Rückschnitt vornehmen möchten, so ist der beste Zeitpunkt dafür von Ende Mai bis Ende Juli. Denn bereits im Herbst bildet das asiatische Ziergewächs die Blütenanlagen für das Folgejahr aus. Wenn Sie diese entfernen, leidet die üppige Blütenpracht des Baumes oder bleibt sogar ganz aus. Unabhängig von der Blütezeit und -Bildung können Sie jedoch kranke, welke und bereits abgestorbene Triebe auch noch im Spätsommer oder Frühjahr schneiden. Werden diese Pflanzenteile im Spätherbst oder Winter entfernt, kann der Baum dadurch Frostschäden erleiden.

Rückschnitt mit GartenschereDer Zierbaum kann durch einen konsequenten jährlichen Rückschnitt auch in der Höhe reguliert werden. Kürzen Sie dafür bereits im Frühjahr die oberen Triebe ein, achten Sie dabei aber auf einen gleichmäßigen Kronenaufbau. Führen Sie diese Maßnahme bereits bei jungen Pflanzen durch, um einen kompakten Wuchs zu erreichen.

{infobox type=check|content=Reinigen Sie alle Gartenwerkzeuge ausreichend vor und nach dem Gebrauch. So minimieren Sie die Gefahr einer Übertragung von Pilzerregern.}

Überwintern

Der Blauglockenbaum ist ein wärmeliebendes Gewächs. Besonders Jungpflanzen fallen häufig frostreichen Winter mit zweistelligen Minustemperaturen zum Opfer. Mit zunehmenden Alter werden die Pflanzen jedoch widerstandsfähiger.
  • In den ersten vier Jahren den Kiribaum im Gewächshaus überwintern.
  • Die Umgebungstemperatur im Winterquartier sollte 5°C nicht unterschreiten.
  • Alternativ den Kaiserbaum komplett mit einer speziellen Folie umwickeln.
  • Eine wärmende Schicht aus Reisig, Humus oder Rindenmulch sollte jährlich im Oktober ausgebracht werden.
Für den alljährlichen Umzug der Jungpflanzen ins frostsichere Winterquartier bietet sich in den ersten "Lebensjahren" des Baumes eine Kultivierung im Kübel an.

Schädlinge und Krankheiten

So empfindsam die asiatische Schönheit auch im Winter sein mag, so widerstandsfähig sind die Bäume gegenüber zahlreichen Pilzerregern und schadhaften Insekten.

Phyllosticta paulowniae: Etwa 10 Millimeter große, gelbbraune bis graue Flecken auf der Blattoberseite sind ein Hinweis auf den Mikropilz. Dieser Erreger tritt besonders häufig in niederschlagsreichen Sommermonaten auf und kann zu einem vorzeitigen Blattverlust der Kaiserbäume führen. Dauerhaften Schaden nimmt die Pflanze durch den Befall jedoch nicht. Entsorgen Sie im Herbst das Falllaub über den Hausmüll und stärken Sie die Pflanze durch das regelmäßige Gießen mit einem verdünnten Sud aus Brennnesseln.

Schnecken

SchneckeDiese gefräßigen Gartenbewohner haben junge Blauglockenbäume zum Fressen gern. Durch die starke Selbstaussaat des Baumes fallen diese Fraßschäden jedoch kaum ins Gewicht. Wenn Sie gezielt Paulownia tomentosa aus Samen ziehen, schützen Sie die jungen Keimlinge durch das Auslegen eines Kupferdrahts oder der Kultivierung im Kübel.

Häufig gestellte Fragen

Mein Blauglockenbaum ist 5 Jahre alt und hat noch nie Blüten ausgebildet, was könnte die Ursache sein?
Die nahe liegendste Begründung für diese Frage: Die Blüten des Kiribaums haben die kalte Jahreszeit nicht überlebt. Bereits im Herbst werden die Blütenanlagen des Kaiserbaums für das Folgejahr angelegt. Diese Pflanzenteile sind - auch in milden Regionen - äußerst empfindlich und können durch Spätfrost oder lang anhaltende Minustemperaturen Schaden nehmen. Ältere Exemplare von Paulownia tomentosa werden mit der Zeit abgehärtet und passen sich teilweise den klimatischen Bedingungen am Standort an. Ein zu spät durchgeführter Rückschnitt kann ebenfalls dazu führen, dass die Blüte im nächsten Jahr ausbleibt. Der beste Zeitpunkt für einen Erziehungs- oder Auslichtungsschnitt liegt zwischen Ende Mai und Juli.

Können fest verwurzelte Bäume noch einmal umgepflanzt werden?
Haben Sie einen falschen Standort gewählt oder müssen Sie den Pflanzort aus anderen Gründen wechseln, so können Sie den Kaiserbaum in den ersten vier Jahren problemlos umsetzen. Gehen Sie beim Ausgraben behutsam vor, um die empfindlichen Wurzeln der Paulownia so wenig wie möglich zu beschädigen. Ältere Bäume sollten an Ort und Stelle verbleiben. Wenn der asiatische Zierbaum an einer anderen Stelle in voller Pracht erstrahlen soll, so vermehren Sie das Gewächs durch Samen oder greifen Sie auf ein größeres Exemplar aus dem Handel zurück.