Hängegeranien - Pflege, Schneiden und Überwintern

Hängende GeranienGeranien sind wohl der Klassiker unter den blühenden Balkonblumen. Über Monate verwandeln sie Kästen und Kübel in ein Blütenmeer und kommen dabei mit wenig Pflege aus. Aus Katalogen und aus dem Süden unseres Landes, aus Bayern, kennt man die über und über mit Geranien vollhängenden Balkone. Diesen Blütenreichtum zu erzielen macht etwas Arbeit und mit einjährigen Pflanzen ist das nicht zu schaffen. Dafür müssen sie überwintert werden.

Gerade in Bayern überwintern viele ihre Pflanzen beim Gärtner im Treibhaus und die werden dann schon beizeiten vorgetrieben, so dass sie lange Zeit haben, um so üppig zu gedeihen. Im Normalfall wird nicht so ein Aufwand betrieben. Geranien, oder Pelargonien, wie sie auch heißen, werden mit jedem Jahr kräftiger und blühen mehr. Etwas Pflege, vor allem Gießen und Düngen sind notwendig, damit sich so eine Pracht entfalten kann.

Kurzer Steckbrief
  • Über 250 Geranienarten
  • Stochschnabelgewächs
  • Zuchtsorten aus Hybriden von Pelargonium peltatum und anderen Wildarten
  • Geranien stammen ursprünglich aus Südafrika
  • Durch Züchtung sind die heutigen modernen Sorten entstanden
  • Es gibt auch stehende und halbhängende Sorten
  • Langanhaltende Blüte
  • Verschiedene Blütenfarben – rot, rot-weiß, weiß, rosa

Schöne Sorten

  • Sunflair®Night – ganz dunkelrot
  • Lollipop®Cherry – dunkelroter Rand, innen heller
  • Lollipopp®Mandarin – roter Rand, innen heller
  • Lollipopp®Candy – pinkfarbener Rand, innen weiß
  • Rainbow Neon - pink
  • Rainbow White – weiß
  • Viletta®Burgundy – Burgunderrot
  • Viletta®Burgundy/white – innen weiß, außen burgunderfarbiger Rand
  • Lachs-Cascade – lachsrosa
  • Lila Compact Cascade – lila
  • Feuer-Cascade – rot
  • Ville de Dresden – weiß
  • Ville de Paris - hellrosa

Pflege der Hängegeranien

HängegeranienHängegeranien unterscheiden sich in der Pflege kaum von anderen Geranienarten. Wichtig ist, dass man gesunde Pflanzen kauft. Dabei ist ein gutes Wurzelwerk wichtig. Braune oder sehr weiche Wurzeln, die schnell abreißen oder gar schon faulig riechen, zeigen erste Symptome nach zu reichlichem Gießen. Die Pflanzen müssen gesund aussehen. Dafür auch schon mal den Ballen aus dem Gefäß nehmen.

Ansonsten ist eine gute Pflanzerde wichtig und dass die Gewächse viel Sonne abbekommen. Sie müssen regelmäßig gegossen und gedüngt werden. Beim Gießen ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt. Der Ballen sollte nicht austrocknen, darf aber auch nicht zu nass sein, vor allem auf Dauer. Da auch Hängegeranien Starkzehrer sind, darf reichlich gedüngt werden. Geschnitten wird wenig, dafür ist Ausputzen empfehlenswert. Die Überwinterung ist nicht schwierig und hat den Vorteil, dass die Pflanzen mit jedem Jahr üppiger werden. Die Vermehrung gelingt leicht durch Kopfstecklinge. Krankheiten und Schädlinge können vorkommen. Bei guter Pflege sind Krankheiten aber selten. Gegen Schädlinge ist man machtlos.

Standort

Das Ursprungsland der Geranien, Südafrika, macht schon deutlich, dass die Pflanzen die Sonne mögen. Durch Zucht kommen sie heute auch mit weniger Sonne aus, blühen aber besser, je sonniger sie platziert werden. Es wird immer wieder angegeben, dass sie auch mit Schatten zurechtkommen. Das stimmt zwar, sie kommen zurecht, aber ihre Pracht entfalten sie nicht.
  • Warm und vollsonnig
  • Maximal halbschattig, sonst lässt die Blüte nach
  • Vertragen Hitze sehr gut
  • Günstig ist ein etwas regen- und windgeschützter Platz

Pflanzsubstrat

Hänge-Geranien am HausBeim Pflanzsubstrat ist wichtig, dass es durchlässig ist, aber auch etwas Wasser speichern kann. Da auch Hängegeranien Starkzehrer sind, ist eine nährstoffreiche Erde empfehlenswert. Im Handel angebotene Spezialerde für Geranien kann genutzt werden, ist aber recht teuer. Ansonsten kann man auch gute Balkonpflanzenerde nutzen und die bei Bedarf noch etwas durchlässiger machen, z.B. indem man Kies oder Perlite untermischt.
  • Strukturstabil
  • Gut durchlüftet
  • Muss Wasser aufnehmen und halten können, aber nicht so stark, dass die Wurzeln dauernass sind
  • Nährstoffreich
  • Spezielle Geranien- bzw. Pelargonienerde
  • Gute Balkonpflanzenerde, evtl. noch etwas durchlässiger machen

Pflanzen

Geranien sind leicht zu pflanzen. Wichtig ist, die Gefäße nicht zu zeitig ins Freie zu stellen, da die Gewächse doch recht kälteempfindlich sind. Außerdem dürfen die Pflanzen nicht zu dicht gesetzt werden, damit sie sich nicht gegenseitig behindern. Die Wurzeln benötigen reichlich Platz, um sich auszudehnen, um dann oberhalb auch eine kompakte Pflanze bilden zu können. Ist der nicht vorhanden, bilden sich  keine so üppig wachsenden und blühenden Pflanzen.
  • Auf einen 100 cm langen Kasten nur 4 Geranien
  • Bei zu dichter Bepflanzung gibt es häufig Probleme
  • Beim Pflanzen darauf achten, dass der Wurzelkranz am Ballen geöffnet ist – Wurzeln besser
  • Nicht vor den Eisheiligen ins Freie stellen

Gießen und Düngen

rote hängende PelargonienGeranien benötigen reichlich Wasser und Nährstoffe. Sie gehören zu den Starkzehrern. Wasser benötigen sie nicht so viel, wie andere Balkonpflanzen, der Pflanzballen sollte aber nicht austrocknen. Zu wenig Wasser macht sich damit bemerkbar, dass die Pflanzen das Wachstum einstellen und keine Blüten mehr
bilden. Zu viel Wasser führt zu Fäulnis. Gedüngt werden sollte reichlich, am besten wöchentlich.
  • Regelmäßig gießen, aber mit Gefühl
  • Fingerprobe machen – die oberste Erdschicht sollte gut abgetrocknet sein
  • Nicht zu viel und nicht zu wenig Wasser
  • Am besten, für gleichmäßige Feuchtigkeit sorgen
  • Kurzzeitige Trockenheit ist meist kein Problem, sollte aber nicht zu oft vorkommen, denn das schwächt die Pflanzen
  • Am besten handwarmes Regenwasser verwenden
  • Langzeitdünger – am besten für Balkonblumen
  • Gleich beim Pflanzen zugeben
  • Nach 6 Wochen dann wöchentlich düngen
  • Immer exakt nach Anleitung anmischen

Schneiden

Geschnitten werden muss nicht viel. Verblühtes und Welkes sollte regelmäßig entfernt werden. Das ist wichtig, damit es keinen Nährboden für Keime und Krankheiten gibt. Außerdem wird so die Neubildung von Knospen und Blättern gefördert. Ansonsten wird beim Einräumen im Herbst und bei Austriebsbeginn im Frühjahr geschnitten. Um das Wachstum, die Verzweigung und Blütenreichtum zu fördern, sollte schon reichlich weggeschnitten werden.
  • Abgeblühte Blütendolden ausbrechen, unbedingt mit dem gesamten Stiel
  • Das Ausbrechen fördert eine rasche und reichliche Blütenbildung
  • Nach Nässe zusammenklebende Blütenblätter ebenfalls entfernen
  • Beim Einräumen schneiden
  • Bei Austriebsbeginn etwa 10 cm hoch abschneiden, immer etwa 0,5 cm schräg über einer Knospe.
Tipp - Je kräftiger geschnitten wird, umso mehr Neutriebe entstehen und an denen bilden sich die Blüten. Generell wird jeder Schnitt vertragen. So können Hängegeranien auch als Kletterpflanze kultiviert werden. Wichtig beim Schnitt ist, ein oder mehrere Haupttriebe beim Schneiden auszusparen und im Frühling nur die abgehenden Seitentriebe zu schneiden.

Überwintern

HängegeranienGeranien können problemlos überwintert werden, Hängegeranien natürlich auch. Man lässt die Pflanzen so lange wie möglich im Freien. Leichte Fröste werden vertragen, zumindest, wenn der Standort etwas geschützt ist. So gegen Ende Oktober, auf alle Fälle aber vor strengen Frösten, müssen die Pflanzen eingeräumt werden.
  • Überwinterungsquartier bei 5 bis 10°C
  • Licht ist günstig, muss aber nicht unbedingt viel sein. Bei zu wenig Licht bilden sich extrem helle Blätter. Die kann man im Frühjahr zurückschneiden. Sie nehmen aber in der Regel bei Licht auch wieder Farbe an.
  • Pflanzen aus dem Blumenkasten nehmen und Erde von den Wurzeln schütteln
  • Triebe auf 10 cm zurückschneiden
  • Pflanzen einzeln in Zeitungspapier einrollen und die Rolle mit der Öffnung nach oben in eine Kiste stellen
  • Hin und wieder die Triebe besprühen
  • Im Frühjahr dann wieder heller stellen und auch wärmer.
  • Die Pflanzen benötigen einige Zeit, um sich wieder an das Licht zu gewöhnen.
  • Gleichzeitig eintopfen und zurückschneiden
  • Wieder langsam mit gießen beginnen
  • Bald treiben die Pflanzen aus
  • Alternativ können die Pflanzen auch in der Erde gelassen werden.
  • Dann unbedingt stark zurückschneiden, auf maximal 20 cm Höhe
  • 3 Verdickungen müssen erhalten bleiben, daraus treibt die Geranie im nächsten Jahr wieder aus
  • Wenig gießen, aber nicht ganz austrocknen lassen
  • Nicht düngen
Tipp - Regelmäßig auf Schädlingsbefall kontrollieren! Die Plagegeister breiten sich gern während der Überwinterung aus. Besonders häufig sind Blattläuse und Spinnmilben. Wichtig ist, frühzeitig einzuschreiten, bevor sie sich stark vermehren können. Je größer der Befall, umso schwieriger die Bekämpfung. Werden die Pflanzen dunkel überwintert, macht es Sinn, alle Blätter abzuschneiden.

Vermehren

Die Vermehrung gelingt gut über Stecklinge. Am besten verwendet man gleich die Triebe, die beim Zurückschneiden im Frühjahr anfallen. Ansonsten werden im Sommer Kopfstecklinge geschnitten. Das ist besonders dann zu empfehlen, wenn der Platz für eine Überwinterung für größere Pflanzen fehlt.
  • Kopfstecklinge im Sommer schneiden (Juni)
  • Diese dürfen weder verholzt noch hellgrün sein.
  • Am besten sind halbausgereifte Stecklinge.
  • Diese zu mehreren in Pflanztöpfe stecken
  • Bei Austriebsbeginn im Februar auseinanderpflanzen
  • Hell und warm stellen
  • Gleichmäßig leicht feucht halten und nach etwa 2 Wochen auch schon etwas düngen

Krankheiten und Schädlinge

HängegeranienGeranien generell sind wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge, auf die Hängesorten trifft das ebenfalls zu. Trotzdem können welche auftreten
  • Geranienrost – Pilzbefall, zu erkennen an gelblich bis braun verfärbten Blättern, manchmal Pusteln an der Blattunterseite oder Flecken und Ringe an der Oberseite. Stark befallene Pflanzen entsorgen, bevor der Pilz sich ausbreitet. Ansonsten befallene Teile herausschneiden. Sehr ansteckend, breitet sich schnell aus
  • Graufäule – ebenfalls eine Pilzerkrankung, zu erkennen an einem gräulichen Pilzrasen und gräulich, schwarzen Flecken, meist durch zu viel Wasser. Vorbeugen durch gezieltes Gießen, nicht zu viel und nicht zu wenig, befallene Blätter, Blüten und Stängel entfernen
  • Bakterienwelke – zu erkennen an öligen, aber durchsichtigen Flecken auf den Blättern. Die betroffenen Partien fangen an zu welken und verfärben sich mit der Zeit schwarz. Die Krankheit wird meist eingeschleppt, die Pflanze ist schon beim Kauf infiziert. Infizierte Pflanzen entsorgen
  • Blattfleckenkrankheit – runde, braune Flecken mit gelbem Hof oder dunkle punktförmige Flecken, meist ausschließlich an älteren Blättern
  • Blattläuse – möglichst frühzeitig erkennen und bekämpfen. Deutliche Zeichen sind Verkrüppelungen an jungen Blättern. Bevor Chemie eingesetzt wird, die Plagegeister lieber mit einem feuchten Tuch abwischen oder mit der stumpfen Seite eines Taschenmessers oder Messers entfernen. Ansonsten ein Rapsöl-Präparat verwenden, das ist nicht schädlich für die Umwelt.
  • Thripse – zu erkennen an Vernarbungen entlang der Blattadern an der Blattunterseite, hellgesprenkelte Blüten und verkümmerten Blütenständen mit wenigen Blüten, meist nur durch Insektizide zu bekämpfen
  • Spinnmilben – schwer mit bloßem Auge auszumachen, zu erkennen an fahl gefärbten älteren Blättern und mangelndem Wachstum. Besonders häufig bei Trockenheit auftretend. Außerdem gibt es Vernarbungen an den Blattunterseiten älterer Blätter, schwer zu bekämpfen, meist nur mit Chemie

Häufig gestellte Fragen

Woran liegt es, dass die Stecklinge schwarz werden?
Meist handelt es sich um die Stecklingsfäule. Das liegt häufig an zu viel Wasser, manchmal aber auch an Lichtmangel oder einer Verletzung.

Woran liegt es, dass die Geranien gelbe Blätter bekommen? Die Blattadern bleiben dabei grün.
Das liegt an Eisenmangel. Hier hilft ein handelsüblicher Eisendünger. Das Problem wächst sich schnell aus.