Honigpalme, Jubaea chilensis - Aussaat, Anzucht und Pflege

HonigpalmenAls kältetolerante und sehr robuste Fiederpalme zählt die seltene Honigpalme (botanisch: Jubaea chilensis) zu den beliebtesten Palmenarten in Europa. Die zu den Palmengewächsen (botanisch: Arecaceae) zählende Pflanze stammt ursprünglich aus Chile und dient zur Gewinnung von Palmhonig, Palmzucker oder Palmwein. Ihre gelben Früchte besitzen ungefähr die Größe einer Walnuss. Die enthaltenden Samen sind essbar und schmecken leicht nach Kokos. Sie bildet den für Palmen charakteristischen Stamm erst nach 15 Jahren aus und kommt nach ca. 50 Jahren erst das erste Mal zur Blüte.

Kurzer Steckbrief
  • stammt ursprünglich aus Chile
  • sehr robuste und winterharte Palme
  • kältetolerant bis zu einer Temperatur von - 15 °C
  • Synonym: Jubaea spectabilis Kunth.
  • Wuchshöhe im Kübel 3 bis 7 m
  • Wuchshöhe im Freiland bis 30 m
  • grauer Stamm mit max. Durchmesser von 1,5 m
  • bis zu 5 m lange Fiederblätter
  • blüht das erste Mal nach 50 Jahren
  • purpurfarbene Blüten
  • gelbe, walnussgroße Früchte
  • Pflanzung in Solitär

Standort und Substrat

  • heller Standort für Honigpalmen im Kübel
  • am besten am Fenster Richtung Süden
  • Vollsonne für im Garten ausgepflanzte Exemplare
{infobox type=check|content=Im Haus überwinterte Honigpalmen im Kübel können von Frühling bis Herbst auf die Terrasse gestellt werden. Jedoch vertragen sie nach dem Ausräumen noch keine volle Sonne und mögen anfangs lieber ein halbschattiges Plätzchen.} Honigpalmen mögen lehmiges und sandiges Substrat, dem etwas Kies, Lavagranulat oder Blähtonbruch zugesetzt wurde. Als Basis dient einfache Palmenerde. Reiner Humus oder Torf eignet sich nicht, da diese Materialien keine Drainagewirkung besitzen und damit die Belüftung der Palmenwurzeln verhindern. {infobox type=check|content=Geben Sie eine auf die Kübelgröße zugeschnittene Kokosmatte um die Pflanze auf die obere Erdschicht. Damit wird das Austrocknen des Substrats verhindert. Bei Pflanzung im Freiland ist eine Schicht aus Rindenmulch, Häkselgut oder Rasenschnitt sehr gut dafür geeignet.}

Gießen und Düngen

  • von Frühling bis Herbst gleichmäßig wässern
  • Wurzelballen muss bis in die Tiefe feucht sein
  • Honigpalme nicht "ertränken" und keine Staunässe bilden
{infobox type=check|content=Gießen Sie erst, wenn die obere Erdschicht etwas abgetrocknet ist. Auch wenn die Blätter schlaff aussehen, prüfen Sie die Erde erst auf Feuchtigkeit. Manchmal haben schlaffe Blätter auch andere Ursachen als Wassermangel. Am besten zerreiben Sie dazu einige Erdkrümel zwischen Ihren Fingern. So können Sie besser spüren, ob die Erde trocken oder feucht ist.}
  • alle 2 Wochen ab Beginn der Wachstumsphase
  • handelsüblicher Palmendünger ist ausreichend
  • alternativ kann Langzeitdünger verwendet werden
  • in oberste Substratschicht einarbeiten
Schneiden

Die Spitze der Honigpalme darf nicht abgeschnitten werden, sonst kann sie nicht weiter wachsen. Denn an ihrer Spitze befindet sich ihr einziger Vegetationspunkt. Möchten Sie Blätter abschneiden, die unansehnlich geworden sind, dann warten Sie, bis sie ganz braun sind. Schneiden Sie dann den Blattstil sehr vorsichtig an der Basis ab und lassen ca. 3 cm vom Stiel am Stamm stehen.

Überwintern

In der Winterzeit wird das Gießen eingeschränkt. Lassen Sie zwischen den Wassergaben das Substrat bis zu 2 Drittel abtrocknen, bevor Sie wieder gießen. Haben Sie die Honigpalme im Garten stehen, müssen Sie im Winter trotzdem regelmäßig gießen, da gerade trockenes Winterklima den Palmenblättern viel Feuchtigkeit entzieht. Bei normalen Wohnungstemperaturen gedeiht die Jubaea chilensis auch im Haus in der Winterzeit sehr gut. Doch aufgepasst, zu trockene Heizungsluft macht sie sehr anfällig für Spinnmilben. Sind die Palmen jedoch an raues Klima gewöhnt, so halten sie eine Temperatur bis -15 °C aus. Kurzzeitig werden auch tiefere Temperaturen vertragen. Aber riskieren sollten Sie nichts! Bei sehr strengen Frösten schützen Sie ausgepflanzte Honigpalmen am besten, indem Sie die Palmwedel vorsichtig zusammenbinden und mit einem alten Schlafsack, einer alten Stepp- oder Daunendecke oder einem dicken Jutetuch schützen. Den Palmenstamm können Sie mehrmals mit einer Luftpolsterfolie umwickeln oder in eine isolierende Schicht Stroh, Rindenmulch oder Reisig einpacken, damit er gut vor sehr strengen Nachtfrösten geschützt ist. Entfernen Sie den Frostschutz an wärmeren Tagen, damit die Palme Luft bekommt und sich im Isoliermaterial kein Kondenswasser bildet, das in der Nacht gefrieren kann. Packen Sie die Pflanze aber am Abend wieder gut ein. {infobox type=check|content=Vor allem junge Honigpalmen sollten erst an das Freiland gewöhnt werden, bevor sie den Winter über im Garten verbleiben können.} Umtopfen

Je nachdem wie schnell die Honigpalme im Kübel wächst, muss sie regelmäßig umgetopft werden. Am besten im Frühling. Nehmen Sie dazu immer ein größeres Pflanzgefäß als vorher. Vor allem sollte es sehr hoch sein, da die Honigpalmen wie alle anderen Palmen Pfahlwurzeln besitzen, die ausreichend Platz nach unten hin benötigen. Vergessen Sie nicht das Abflussloch im Pflanzgefäß mit einer Tonscherbe oder Kieselsteinen zu bedecken. Damit wird verhindert, dass Erde den Wasserablauf verstopft. Geben Sie als Drainage eine dünne Schicht Lavagranulat oder kleine Kiesel auf den Boden des Kübels und erst anschließend das Substrat hinein. Bei manchen sehr großen Palmen in Kübeln können Sie auch die obere Erdschicht abnehmen und mit einer Schicht frischem Substrat ersetzen.

Verwendung
Aus dem zuckerhaltigen Saft der Honigpalme wird Palmwein, Palmhonig oder Palmzucker hergestellt. Da die Palme dazu gefällt werden muss, ist Ihr Bestand sehr gefährdet.

Vermehren

HonigpalmeDie Honigpalme kann durch Aussaat ihrer Samen im Frühjahr vermehrt werden. Sie sind im Fachhandel sowie in gut sortieren Onlinehops, die sich auf Palmen oder andere Exoten spezialisiert haben, erhältlich. Manchmal werden die Samen der Honigpalme auch unter dem Namen Coquitos vertrieben. Das ist spanisch und bedeutet so viel wie Kokosnüsschen. Bevor Sie die Samen aussäen können, müssen diese 2 bis 3 Tage in Wasser vorgequollen werden. Sobald sie gut aufgequollen sind, werden die Samen bis zur Hälfte in Anzuchterde gesteckt. Sie können große, flache Saatschalen dafür nutzen oder jeden Samen einzeln in einen Topf setzen. Halten Sie das Anzuchtsubstrat immer feucht. Damit eine hohe Luftfeuchtigkeit und ein gutes Keimklima entstehen, legen Sie etwas Folie über die Töpfe oder Schalen. Lüften Sie die Folien regelmäßig! Damit beugen Sie der Bildung von Schimmel entgegen. Die Keimtemperatur muss mindestens 18 °C betragen. Allerdings dauert die Keimung auch bei höheren Temperaturen sehr lang, sodass Sie viel Geduld aufbringen müssen, wenn Sie eine Honigpalme selbst ziehen möchten. Manchmal dauert es 3 bis 12 Monate, bevor der Samen zu keimen beginnt.

Krankheiten und Schädlinge

Kübelpalmen werden im Haus bei zu trockener Heizungsluft häufig von Spinnmilben oder Wollläusen heimgesucht. Um diesen Befall vorzubeugen hilft ein regelmäßiges Besprühen oder Abduschen der Pflanzen mit Wasser. Auch Freilandexemplare können Sie im Sommer abbrausen.

Spinnmilben

Befall

Die gemeine Spinnmilde bildet feine Gespinste, die besonders in eingerollten Blättern und den Blattachseln der Pflanzen zu erkennen sind. Möchten Sie den Befall von Spinnmilben schon im Anfangsstadium richtig nachweisen, so können Sie ein weißes Papiertaschentuch nutzen und damit die Unterseite der verdächtig scheinenden Blätter abreiben. Ist Ihre Honigpalme mit der gemeinen Spinnmilbe befallen, dann erkennen Sie das an kleinen roten, rotbraunen oder gelben Punkten sowie an schlierigen Streifen am Taschentuch. Das sind die Milben, die Sie abgestreift haben. Ist die Pflanze sehr stark befallen, erkennen Sie das an den gesprenkelten, gelblich verfärbten und später graubraunen Blättern. Die Spinnmilben saugen am liebsten den Pflanzensaft in der Nähe der Blattadern an der Blattunterseite.

Bekämpfungsmaßnahmen

Duschen Sie die Palmen im Kübel lauwarm ab oder sprühen Sie sie mit lauwarmem Wasser gut ein und stülpen eine große Folientüte für 1 oder 2 Tage darüber. Dadurch bildet sich ein Klima mit sehr hoher Luftfeuchtigkeit, dass die gemeine Spinnmilde gar nicht mag. Nachdem Sie die Folie abgenommen haben, wischen Sie die Blätter sauber oder entfernen gegebenenfalls braune Pflanzenteile. Zusätzlich ist ein Pflanzenschutzmittel auf Niem-Basis zu empfehlen.

Wollläuse

Befall

Die Gespinste der Wollläuse sind sehr gut auf den Palmen zu erkennen. Sie saugen nicht nur den Pflanzensaft aus der Honigpalme, sondern scheiden in ihrem Speichel auch Gifte ab. Ebenso produzieren sie Honigtau, der als klebrige Masse an den Pflanzen haftet. Die befallenen Blätter färben sich gelb und schrumpeln. Ist die Palme sehr stark von Wollläusen befallen, kann sie sogar absterben.

Bekämpfungsmaßnahmen

Isolieren Sie die befallene Honigpalme von anderen Pflanzen, damit sich die Wollläuse nicht weiter ausbreiten können. Sie können zunächst versuchen die Wollläuse mit einem Papiertaschentuch abzuwischen, bevor Sie ein Pflanzenschutzmittel mit Niemöl einsetzen. Achten Sie darauf, dass die Poren der Pflanze mit dem Öl nicht verstopft werden. Halten Sie sich strikt an die Anweisungen auf der Verpackung des Mittels. {infobox type=check|content=Beim Abwischen mit einem Papiertaschentuch ist es allerdings möglich, dass die Larven verteilt werden, die sich unter den weiblichen Wollläusen befinden können. Niempräparate stören aber das Wachstum der Larven, sodass diese nach und nach eingehen.}

Häufig gestellte Fragen

Ich war im Urlaub und meine Nachbarin hat vergessen, meine Honigpalme zu gießen. Der Ballen der Palme ist total ausgetrocknet und die Blätter hängen herab. Kann ich sie noch retten?
Ja, Sie können Ihre Honigpalme noch retten. Tauchen Sie den Topf oder Kübel vollständig bis zur Substratoberfläche so lange in Wasser, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen. Die Wurzeln der Palme müssen sich richtig gut vollsaugen können. Stellen Sie den Kübel anschließend wieder an seinen Standort. Sobald in den nächsten Tagen die Substratoberfläche abgetrocknet ist, gießen Sie wieder regelmäßig wie bisher.

Über die Winterzeit hatte ich meine Honigpalme in einem dunklen Zimmer stehen. Nun steht sie auf der Terrasse und plötzlich sind braune, unregelmäßige Flecken aufgetaucht. Was ist das und was kann ich tun?
Da Ihre Honigpalme an einem lichtarmen Standort überwintert wurde, darf sie im Frühling noch nicht direkt in die pralle Sonne gestellt werden. Sonst entstehen diese unregelmäßigen, braunen Flecken an den Blättern, wie bei Ihrer Pflanze. Die harten UV-Strahlen der Sonne haben die Blätter verbrannt. Stellen Sie die Honigpalme erst einmal 2 Wochen an einen halbschattigen Platz in Ihrem Garten auf, damit sie sich an die Sonne gewöhnen kann.

Ich habe meine Honigpalme reichlich gegossen, aber warum hängen Ihre Wedel trotzdem herab?
Wahrscheinlich haben Sie die Palme zu oft und zu viel gegossen. Wenn Pflanzen über einen längeren Zeitraum zu nass stehen, können sie kein Wasser mehr aufnehmen, da ihre Wurzeln beginnen zu faulen und damit unwiderruflich zerstört werden. Da die Palme dadurch kein Wasser mehr bekommt, hängen ihre Wedel schlapp herab. Das ist ein Zeichen von Wassermangel innerhalb der Pflanze. Sie sollten die Honigpalme unverzüglich austopfen, die fauligen sowie abgestorbenen Wurzeln abschneiden und die so präparierte Pflanze in ein neues Gefäß mit frischem Substrat setzen. Gießen Sie die nächsten 1 bis 2 Monate sparsam. Mit dieser Rettungsmaßnahme müsste Ihre Honigpalme sich bald wieder erholen.