Strauchveronika, Hebe - Pflege-Anleitung und Sorten

Hebe-BlueteDie Strauchveronika beginnt klein und unscheinbar, kann sich je nach Sorte aber zu einem beeindruckend großen Strauch entwickeln. Mit sattgrünen Blättern und farbigen Blüten zieht sie dann Blicke auf sich - und das nicht nur im Garten. Robust und pflegeleicht kann sie ebenso gut im Wohnzimmer gedeihen. Damit die Hebe ihre volle Schönheit entfalten und für lange Zeit behalten kann, müssen bei dem Neuseeländischen Strauch dann aber doch einige Besonderheiten beachtet werden. Denn nicht zuletzt aufgrund seiner ursprünglichen Herkunft unterscheiden sich die Anforderungen von anderen Gewächsen.

Kurzer Steckbrief der Strauchveronika:
  • Ursprung in Neuseeland
  • In etwa 140 Arten erhältlich
  • Gehört zu der Familie der Wegerichgewächse
  • Kann je nach Sorte von 15 Zentimetern bis zu zwei Meter hoch werden
  • Die Hebe ist ein immergrüner Strauch
  • Blütezeit sortenabhängig etwa von Mai bis Juli oder August bis Oktober

Standort

Die Strauchveronika benötigt einen recht schattigen und kühlen Standort, an dem sie geschützt steht. Sie sollte also weder lange Zeit pralle Sonne ertragen müssen, noch im kalten Wind stehen oder allzu starken Regen abbekommen. Gut geeignet sind daher Standorte im Osten, Norden oder Westen, die durch andere Gewächse, Mauern oder Hauswände zumindest etwas abgeschirmt sind. Auch ein überdachtes Stehen auf dem Balkon oder der Terrasse bekommt der Hebe gut.

Wer die Strauchveronika gar nichts ins Freie stellen möchte oder kann, sollte eine Fensterbank im lichten Schatten wählen. Oder den Strauch in ausreichender Entfernung zum Fenster stellen, sodass dieser nur wenig Sonne erhält. Aufgrund der Artenvielfalt sollte jeweils individuell entschieden werden, wo der optimale Standort zu finden ist. Denn die Ansprüche können sich leicht unterscheiden.

Substrat

Die Hebe gedeiht am besten in einer lockeren und damit gut durchlässigen Erde, die weder zur Verdichtung noch zu Staunässe neigt. Optimal ist eine Mischung aus:
  • Blumenerde auf Humusbasis
  • Torf oder Kokosfaser
  • Sand
Zusätzlich ist es ratsam, der Strauchveronika eine Drainageschicht zu gönnen. Diese kann aus Tonscherben, grobem Kies oder Steinen bestehen. Auf den Boden des Topfes oder Kübels eingebracht, verbessert diese Schicht den Wasserabfluss und sorgt dafür, dass die Wurzeln nicht beständig nass sind.

Kultur in Topf und Kübel

Hebe-PflanzeGrundsätzlich werden die Heben in Arten mit großen und kleinen Blättern eingeteilt. Die großblättrigen Sorten zeigen sich gegenüber Frost empfindlich. Die Kleinblättrigen vertragen geringe Minustemperaturen zwar, zumindest kurzzeitig, können durch diese aber ebenfalls Schaden nehmen. Ein ganzjähriges Auspflanzen der Strauchveronika ins Freie ist daher wenig sinnvoll. Besser ist es stattdessen, diese in Topf oder Kübel zu kultivieren. Auch in diesem können sie von Frühjahr bis Herbst in das Gartenbeet gestellt werden.

Der Pflegeaufwand richtet sich dann vor allem danach, ob der Strauch überdacht oder unter freiem Himmel steht.

Gießen

Am besten gedeiht die Strauchveronika, wenn sie häufig aber sparsam gewässert wird. Schwemmendes Gießen bekommt ihr hingegen nicht. Staunässe sollte sogar dringend vermieden werden. Als Orientierung für den richtigen Zeitpunkt dient die Beschaffenheit des Schädlinge werden. Zum Gießen optimal sind Regenwasser und weiches Leitungswasser.  
Zusätzlich sollte beachtet werden, dass die Hebe von Frühjahr bis Herbst zwar nach Bedarf aber häufiger gegossen wird. Von Herbst bis Frühjahr wird die Menge reduziert.

  An besonders heißen Tagen, bei starker Sonneneinstrahlung oder anhaltender Trockenheit sollte die Strauchveronika zusätzlich zum Gießen mit weichem Wasser besprüht werden.

Düngen

Bei der Düngung der Strauchveronika ist eine Besonderheit zu beachten, denn sie erfolgt gerade dann, wenn die Überwinterung beginnt. Zusätzliche Nährstoffe bekommt die Hebe also vom Herbst bis zum Frühjahr.

Zum Einsatz kann ein handelsüblicher Volldünger in flüssiger Form kommen, der im zweiwöchigen Rhythmus dem Gießwasser zugesetzt wird. Um chemische Verbrennungen und eine Überversorgung zu vermeiden, sollte vor allem anfänglich eine starke Verdünnung gewählt werden.

Überwintern

Ob die Strauchveronika den Sommer im Freien oder im Wohnzimmer verbracht hat, ein geschütztes Quartier sollte ihr zur Überwinterung in jedem Fall gegönnt werden. Ideal ist ein heller Raum, in dem durchgängig etwa 5 °C bis 10 °C herrschen. Derartige Bedingungen finden sich beispielsweise in ungeheizten Wintergärten, Treppenhäusern, Garagen oder Kellern. Stimmt zwar die Temperatur, das Licht fehlt aber, kann diese Bedingung mit einer speziellen UV-Pflanzlampe erfüllt werden.
Weiterhin muss auf das Folgende geachtet werden:
  • Sparsam gießen aber nicht austrocknen lassen
  • Bei Gelbfärbung der Blätter für mehr Licht sorgen
  • Regelmäßig düngen
  • Vor und während der Überwinterung auf Krankheiten und Schädlinge hin kontrollieren
Sobald im Freien keine Temperatureinbrüche und Nachtfröste zu erwarten sind, darf die Hebe wieder nach draußen verbracht werden. Kommt es dann doch einmal zu Minusgraden sollte sie zur Vorsicht ins Haus gestellt werden.

Steht sie ohnehin in der Wohnung, ist eine stufenweise Erhöhung der Temperatur sinnvoll. Sie sollte also nicht direkt aus dem kühlen Winterquartier in das geheizte Wohnzimmer wandern.

Verschnitt

Die Strauchveronika kommt ohne Verschnitt aus, neigt dann aber zum Verkahlen im unteren Bereich. Das kommt meist zustande, weil hier nicht ausreichend Licht an die Pflanze gelangt. Regelmäßiges, formgebendes Verschneiden schafft Abhilfe. Zudem kann es einen dichteren Wuchs begünstigen und die Hebe so ansprechender gestalten.

Ratsam ist wieder der gleiche Ansatz wie beim Gießen - regelmäßig aber wenig. Besser als radikal einzukürzen ist es also, höchstens

  Je nach Blütezeit sollte die Strauchveronika im späten Frühjahr verschnitten werden, bevor die ersten Knospen auftreten - oder im frühen Herbst nach der Blüte.

Vermehrung

Hebe-Blueten aus der NäheDie
  1. Für die Vermehrung Triebe wählen, die noch nicht verholzt sind.
  2. Entlang der Kopfstecklinge einen Knoten, also eine Verdickung unter den Blättern suchen und direkt darunter schneiden. Als Werkzeug ein desinfiziertes und scharfes Messer oder eine Schere wählen.
  3. Nach dem Abschneiden sind die Blätter im unteren Drittel des Stecklings vorsichtig abzulösen.
  4. Die so vorbereiteten Kopfstecklinge werden in eine Mischung aus Sand und Torf oder lockere Anzuchterde gebracht. Nur der kahle Teil des Triebs sollte in dem Substrat stecken.
  5. Abschließend wird die Erde angefeuchtet aber nicht durchnässt. Das Gefäß wird an einen warmen und mäßig hellen Standort verbracht. Die Bodentemperatur sollte bei etwa 20 °C liegen.
Neue Austriebe und Blätter verraten, wenn die jungen Heben Wurzeln ausgebildet haben. Sobald jede der kleinen Strauchveronikas kräftiges Wachstum zeigt, dürfen sie in das endgültige Substrat gepflanzt werden.

  Ein Zimmergewächshaus oder eine Abdeckung aus Glas oder Plastik stellt die nötige Luftfeuchtigkeit sicher. Gelegentliches Besprühen mit Wasser ist ebenfalls ratsam.

Umtopfen

Ein Umtopfen der Strauchveronika ist immer dann angeraten, wenn das Pflanzgefäß nicht mehr ausreicht oder keine Standstabilität gegeben ist. Diese Maßnahme kann und sollte also nach Bedarf erfolgen.

Wie bei den meisten Gewächsen ist es sinnvoll, keinen allzu großen Topf zu wählen. Eine Vergrößerung von zwei bis vier Zentimetern im Umfang reicht vollkommen aus. Nicht direkt mehrere Größen zu überspringen ist ratsam, da ansonsten anfangs nur Wurzeln ausbreitend wachsen. Die Ausbildung neuer Blätter lässt hingegen auf sich warten.

Um mit dem Umtopfen nicht nur für mehr Platz sondern auch ein verringertes Risiko von Krankheiten und Schädlingen zu sorgen, sollte das alte Substrat gründlich entfernt werden. Löst es sich nicht von allein, darf es ruhig mit leichtem Druck abgespült werden. Das empfiehlt sich auch für den Rest der Pflanze.

Empfehlenswerte Sorten

Hebe speciosa
Hebe-Bluete ganz nahDie Hebe Sorte speciosa zeichnet sich durch ihre herausragende Höhe aus - wortwörtlich. Bis zu zwei Metern kann sie erreichen. Sie beginnt zwischen Juni und Juli zu blühen und zeigt dann rötliche bis bläuliche Blüten, die sich dekorativ von den großen Blättern absetzen.

Hebe Andersonii 'Variegata'
Ebenso wie die Hebe speciosa ist der Hebe Andersonii 'Variegata' eine der größten Sorten. Sie beeindruckt jedoch nicht nur mit einer Höhe von etwa 180 Zentimetern, sondern auch mit dem Farbspiel innerhalb der Blätter. Weißbunt, mit gelben und silbergrauen Einschüssen sind diese einer ansprechender Blickfang. Zu diesen gesellen sich im Juli zusätzlich helllila Blüten, die bis in den Herbst hinein erhalten bleiben.

Hebe pimeleoides 'Quick Silver'  
Die Quecksilber Hebe unterscheidet sich bereits durch ihre Blattfarbe deutlich von anderen Strauchveronika Sorten. Sie zeichnet sich durch ein silbriges Grün aus und ist offener beblättert, dadurch wirkt sie schlanker und lichter.

Ihre Blüten sind Hellblau bis Purpurfarben und zeigen sich ab Juli. Die Strauchveronika 'Quick Silver' erreicht eine Höhe von 15 bis 30 Zentimetern.  

Hebe ochracea 'James Stirling'  
Die Strauchveronika 'James Stirling' fällt gleich zweifach, durch Form und Farbe, auf. Ihre winzigen Blätter erinnern an Nadeln und stehen dicht beieinander. Sie erscheinen in sanft grünen bis goldenen Tönungen. Mit einer Höhe von bis zu 20 Zentimetern bleibt diese Hebe Sorte sehr niedrig und passt dadurch gut in Steingärten. Auch als Unterpflanzung kann sie eingesetzt werden.
 
Hebe gracillima 'Emerald Green'
Smaragdgrüne Blätter, die dicht stehen und linsenförmig besonders dekorativ aussehen, ziehen bei der Strauchveronika 'Emerald Green' ganzjährig Blicke auf sich. Im frühen Sommer gesellen sich weiße Blüten hinzu, die einen besonders schönen Kontrast zum leuchtenden Grün bilden. Und das auf einer Höhe von bis zu 120 Zentimetern.

Typische Pflegefehler, Krankheiten und Schädlinge

Die Strauchveronika ist an sich wenig anfällig für Krankheiten und Schädlinge, kann durch Fehler in der Pflege aber geschwächt werden. Zu diesen zählen:
  • Ein zu dunkler oder zu heller Standort
  • Zu geringe Temperaturen im Sommer
  • Ein zu warmes Winterquartier
  • Staunässe
  • Überdüngung oder fehlende Nährstoffe
Bei Verfärbungen, abfallenden Blättern oder Störungen des Wachstums sollten also zunächst die Kulturbedingungen überprüft werden.
Geht es um typische Krankheiten und Schädlinge, treten an der Hebe vor allem die Folgenden auf:
Schild- und Blattläuse sind an den sichtbaren Parasiten selbst zu erkennen, sie äußern sich allerdings auch durch Schadspuren. Dazu gehören Verfärbungen, eingerollte Blätter, Flecke und Blattverlust. Treten diese im Sommer an der Strauchveronika auf, können ihre natürlichen Feinde zum Einsatz kommen. Darunter Marienkäfer, Gallmilben, Florfliegen, Schlupfwespen und Erzwespen. Alternativ können die Schädlinge mit Wasser, einer Bürste oder einem Lappen entfernt werden. Der zusätzliche Einsatz eines Insektizids auf Ölbasis hat sich ebenfalls als effektiv erwiesen.

Spinnmilben zeigen sich ähnlich kleiner Spinnen an netzartigen Gespinsten zwischen und auf den Blättern. Abhilfe schaffen das Entfernen der befallenen Teile und der Einsatz eines entsprechenden Insektizids.

Sowohl Schimmel als auch Fäulnis erfordern ein schnelles Handeln, da sie nicht selten das Absterben der Pflanze zur Folge haben. Anzeichen dieser Pilzerkrankungen sind meist graue, pilzige Beläge und ein muffiger Geruch. Gegenmaßnahmen sollten das Entfernen aller geschädigten Pflanzenteile, einen umfassenden und gründlichen Substratwechsel, die Reinigung des Topfes und den Einsatz eines Fungizids einschließen.

Häufige Fragen

Ist die Strauchveronika giftig?
Die Strauchveronika ist weder für den Menschen noch für Haustiere giftig. Nach Lust und Laune angekaut werden sollte sie natürlich dennoch nicht. In Haushalten mit Tieren und kleinen Kindern stellt sie allerdings keine direkte Gefahr dar.

Kann die Hebe als Heckenpflanze dienen?
Hochwachsende Sorten der Strauchveronika können verschnitten oder natürlich wachsend als Sichtschutz und Hecke dienen. Für ein dicht wachsendes Ergebnis sollte die individuelle Breite der jeweiligen Art berücksichtigt werden.

Wieso verfärben sich die Blätter der Strauchveronika gelb?
Die Blätter der Hebe verfärben sich in der Regel nur dann gelblich, wenn ihnen nicht ausreichend Licht zur Verfügung steht. Wird dieser Zustand nicht rechtzeitig geändert, werden die Blätter in der Folge braun und fallen ab. Besonders häufig ist dieser Vorgang im unteren Bereich der Strauchveronika zu beobachten.