Teppichmispel, Cotoneaster radicans - Pflege der Kriechmispel


MispelnDie Teppichmispel zählt zu den unbestreitbaren Favoriten unter den immergrünen Bodendeckern. Diese Popularität verdankt sie ihren unzähligen glänzenden Blättchen auf bis zu 70 cm langen, dichten Trieben. Im Mai und Juni erstrahlen dann die kleinen, weißen Blüten, denen im Spätsommer leuchtend rote Beeren folgen. Dabei ist die Kriechmispel so genügsam, dass sie selbst im Schatten hoher Gehölze, auf steinigen Hängen oder entlang sonnendurchfluteter Mauerkronen gedeiht. Zu jeder Jahreszeit setzt sie neue farbenfrohe Akzente, während sie zuverlässig jegliches Unkraut unterdrückt. Im Gegenzug erwartet die Cotoneaster radicans lediglich ein Minimum an Pflege.

Kurzer Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Rosengewächse (Rosaceae).
  • Wissenschaftlicher Name Cotoneaster radicans.
  • Beheimatet in den Gebirgsregionen von China.
  • Wuchshöhe 10 cm bis 15 cm.
  • Immergrün und winterhart bis -30° Celsius.
  • Weiße Blüten in Mai und Juni.
  • Kriechender Spalierstrauch bis 70 cm Breite.
  • Hellrote, kugelförmige Früchte ab September.
  • Verwendung als bodendeckender Zierstrauch.
  • Trivialnamen Teppichmispel, Kriechmispel.
Charakteristisch für einen Spalierstrauch sind unzählige Zweige, die dicht am Boden liegend gedeihen und wurzeln. Die filigranen Äste formieren sich zu einem kompakten, blickdichten Habitus, was die vorrangige Nutzung als Bodendecker oder Rasenersatz erklärt. Im Gegensatz zum Spalierbaum bedarf es keiner Hilfsmittel, sollte sich die zu bedeckende Ebene zu einem Hang oder einer Böschung neigen. Der Zierstrauch wird vollkommen eigenständig Halt finden.

Standort und Bodenbeschaffenheit

Die Teppichmispel präsentiert sich bemerkenswert tolerant gegenüber den Eigenschaften der Pflanzerde. Es ist nicht zuletzt diese Standortunabhängigkeit, die den Gärtner überzeugt. Nichtsdestotrotz kristallisieren sich verschiedene Konditionen heraus, die den Idealzustand darstellen:
  • Sonnige bis halbschattige Lage.
  • Humose, frische Pflanzerde mit neutralem pH-Wert.
  • Reich an Nährstoffen und gut durchlässig.
  • Als Substrat im Kübel eignet sich handelsübliche Blumenerde.
Wird Kriechmispeln ein Platz im Schatten zugewiesen, erfolgt dies zu Lasten der Blüte im Frühling sowie des herbstlichen Fruchtbehangs. Ihre Aufgabe als Bodendecker wird sie trotzdem emsig erfüllen und ihre feinen Äste dicht an dicht ausstrecken, um ihrem Namen alle Ehre zu machen.

Gießen und Düngen

Die Flexibilität von Kriechmispeln setzt sich in Bezug auf den Wasser- und Nährstoffhaushalt fort. Mit Dauerregen verstehen sie sich ebenso gut zu arrangieren, wie mit Trockenheit. Extreme Bedingungen, wie Staunässe oder Dürre bedürfen hingegen des Eingreifens durch den Gartenfreund.
  • Im Pflanzjahr regelmäßig und gut bemessen gießen.
  • Adulten Exemplare genügt in der Regel das natürliche Regenaufkommen.
  • Lediglich bei längerer Trockenheit mit Wasser versorgen.
  • Als Kübelpflanze benötigt die Teppichmispel gleichmäßige Feuchtigkeit.
  • Im Frühjahr einen Mehrnährstoff-Dünger verabreichen für ein üppiges Wachstum.
Der Bodendecker wird folglich nicht nach einem fest zementierten Zeitplan gewässert, sondern abgestimmt auf die Witterung und die Standortbedingungen. Dabei gilt die Faustregel: Soviel wie nötig und so wenig wie möglich.

  Da sich zwischen den polsterbildenden Bodendecker-Pflanzen Kompost nur schwerlich in den Boden einarbeiten lässt, bevorzugt der erfahrene Hobbygärtner Flüssigdünger, der unmittelbar an die Wurzeln gegeben wird.

Schneiden

Ein Pflege- und Rückschnitt ist im Prinzip nicht erforderlich. Lediglich dann, wenn die Triebe in eine unerwünschte Richtung kriechen, wird die Teppichmispel gekürzt. Nimmt der Gartenfreund sich indes die Zeit, die Spitzen der Triebe von Mai bis August hin und   Einen Schnitt nach August vermeidet der versierte Gartenfreund, denn dem anschließenden Austrieb steht nicht mehr genug Zeit zur Verfügung, um bis zum ersten Frost auszureifen. Darüber hinaus unterliegt es der Entscheidung des Gärtners, ob er die Kriechmispel im zeitigen Frühjahr radikal zurückschneidet, sofern er die Blüte und den herbstlichen Beerenschmuck fördern möchte.  

Überwintern

Rote Früchte an MispelDie Cotoneaster radicans ist aufgrund ihrer Herkunft winterhart bis -30° Celsius. Trotzdem ist es angeraten, ihr einen leichten Winterschutz zu gönnen, insbesondere dann, wenn sie an exponierten Lagen des Gartens angesiedelt wurde. Die größte Gefahr für den Bodendecker geht nicht von frostigen Temperaturen oder Schneemassen aus, sondern kommt als Kahlfrost daher. Diese für die meisten winterharten Pflanzen schädliche Witterung wird erzeugt, wenn tiefe Minustemperaturen mit winterlicher Trockenheit zusammenfallen.
  • Die Bodendecker mit Gartenvlies, Stroh oder Reisig bedecken.
  • Kübel auf einen isolierenden Holz- oder Styroporblock stellen.
  • Die Pflanzgefäße zusätzlich mit Folie umwickeln, damit der Wurzelballen nicht durchfriert.
Da immergrüne Pflanzen auch im Winter über ihre Blätter Feuchtigkeit verdunsten, erhalten sie an frostfreien Tagen eine kleine Dosis Gießwasser.

Vermehren

Hegt der Gartenfreund den Wunsch, weitere Exemplare der dankbaren Kriechmispel in seinem grünen Reich anzusiedeln, hat er die Wahl unter drei Vermehrungstechniken, die allesamt mit gärtnerischen Grundkenntnissen zu bewältigen sind.

Stecklinge

  • Im Spätsommer ca. 8 cm bis 10 cm lange Triebe abschneiden.
  • Die untere Hälfte von Blättern und Früchten befreien.
  • Kleine Töpfe mit nährstoffarmer Anzuchterde füllen.
  • Die Stecklinge in Bewurzelungspulver tauchen und einpflanzen.
Platziert an einem warmen, hellen Ort, entwickelt jeder Trieb in den folgenden Wochen und Monaten ein eigenes Wurzelsystem. Im Verlauf dieser Zeit wird das Substrat leicht feucht gehalten. Idealerweise stülpt der Hobbygärtner eine Klarsichttüte über das Anzuchtgefäß und bindet diese mit einem Gummi zusammen. Auf diese Weise schafft er ein feucht-warmes Mikroklima, das die Bewurzelung fördert. Wichtig zu beachten ist, dass die Haube alle 1 bis 2 Tage gelüftet wird, damit sich kein Schimmel bildet. Bis zum kommenden Frühjahr dürfte der Topf vollständig durchwurzelt sein, sodass die junge Teppichmispel kräftig genug ist, um im Freiland oder im Kübel ausgepflanzt zu werden.

Absenker

  • Im Juni/Juli einen kräftigen Trieb in der Mitte entlauben.
  • Neben der Mutterpflanze
  • Darin den entlaubten Teil des Zweiges hineinlegen und mit Erde bedecken.
  • Die Spitze des Absenkers wird senkrecht an einem Stöckchen fixiert.
Während der Trieb weiterhin von der Mutterpflanze mit Nährstoffen versorgt wird, wurzelt er am eingepflanzten Bereich. Das Substrat darf während dieser Zeit nicht austrocknen. Den Winter hindurch deckt der umsichtige Gartenfreund den Ableger mit einer dicken Schicht aus Laub ab. Bis zur nächsten Vegetationsperiode verfügt der Trieb über eigene Wurzeln und kann mit einem Schnitt von der Mutterpflanze entfernt werden.

  Wird der entlaubte Bereich des Absenkers ganz leicht mit

Samen

Da die Samen zu den Kaltkeimern zählen, bedarf es einer Stratifizierung. Das bedeutet, dass sie einen Kältereiz erfahren müssen, damit die Keimung in Gang gesetzt wird. Mutter Natur schützt mehrjährige, winterharte Pflanzen auf diese Weise davor, dass die Samen bereits im Herbst sprießen. Die Keimlinge würden die frostigen Temperaturen des Winters nicht überstehen. Diese Form der Vermehrung bietet sich insbesondere dort an, wo reine Arten von Teppichmispeln kultiviert werden.
  • Im Herbst den reifen Früchten die Kerne entnehmen.
  • Diese sorgfältig vom Fruchtfleisch reinigen.
  • Kleine Töpfe mit Aussaaterde füllen und die Samen einpflanzen.
  • Für ca. 3 Wochen bei 18° bis 20° Celsius aufbewahren und feucht halten.
Im Anschluss an die Wärmeperiode versenkt der Gartenfreund die Töpfe im Beet und deckt sie mit Laub, Stroh oder Reisig ab. Im Februar/März werden sie wieder hervorgeholt und am hellen, warmen Fensterplatz aufgestellt. Die Samen sind nun bereit zu keimen, sofern das Substrat konstant feucht gehalten wird. Bei Bedarf werden die Keimlinge pikiert, sobald sich zu den Keimblättern die ersten echten Laubblätter zeigen und sich die Pflanzen gegenseitig behindern.

Pflanzen

Rote Früchte an MispelIm Frühling oder im Herbst ist Pflanzzeit für die Cotoneaster radicans. Die Pflanzstelle wird sorgfältig von Unkraut, Wurzeln und Steinen befreit. Neigt die Beeterde zu Staunässe, empfehlen Experten eine Zugabe von Sand oder Kies. Für perfekte Startbedingungen sorgen Gartenkompost und Hornspäne, die in die Pflanzerde eingearbeitet werden. Ist die Bodenvorbereitung abgeschlossen, wird die Pflanzung in Angriff genommen. Bewährt hat sich in dieser Hinsicht die Dreieckspflanzung. Die Bodendecker werden im Dreieck auf dem Terrain ausgelegt, um sie anschließend einzupflanzen. Jede Teppichmispel erhält auf diese Weise ausreichend Platz, um sich wunschgemäß auszubreiten. Für etwas Abwechslung im optischen Erscheinungsbild sorgt der kreative Hobbygärtner, indem er verschiedene Bodendecker miteinander kombiniert. So entfaltet sich ein malerisches Bild, wenn die Prachtspiere (Astilbe), Efeu (Hedera), die Teppich-Golderdbeere (Waldsteinia ternata) oder das Dickmännchen (Pachysandra terminalis) hinzugenommen werden. Bis sich die Kriechmispel fest im Beet etabliert hat, erhält sie regelmäßig eine gut bemessene Dosis Gießwasser. Als hilfreich hat sich zudem erwiesen, die noch im Topf befindlichen Pflanzen im Vorlauf solange in ein Gefäß mit Wasser zu stellen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.

  Wird nach der Pflanzung ein leichter Rückschnitt vorgenommen, fördert dies die Wuchsdichte von Beginn an.

Krankheiten und Schädlinge

Ungeachtet ihrer robusten Konstitution, ist die Teppichmispel anfällig für Feuerbrand, einer weltweit gefürchteten Pflanzenkrankheit, die durch das Bakterium Erwinia amylovora ausgelöst wird. Für Menschen ungefährlich, ist die Infektion ungemein schädlich für sämtliche Kernobstarten. Da sie sich seuchenartig ausbreitet, sollte sich der Gartenfreund mit ihren typischen Charakteristika vertraut machen:
  • welkende Blüten
  • braun oder schwarz verfärbte Blätter
  • gekrümmte Triebspitzen
  • austretender Bakterienschleim
Bislang ist es den Wissenschaftlern nicht gelungen, ein Bekämpfungsmittel zu entwickeln. Folglich haben vorbeugende Maßnahmen einen entsprechend hohen Stellenwert. Hierzu zählt unter anderem, dass der Schnitt grundsätzlich mit desinfiziertem Werkzeug zu erfolgen hat. Ferner sollte von einer Pflanzung der Teppichmispel in unmittelbarer Nähe von Obstbäumen Abstand genommen werden.

  Feuerbrand ist meldepflichtig, selbst wenn auch nur der Verdacht einer Infektion besteht. Die zuständige Behörde ordnet daraufhin an, wie die Rodung und Entsorgung der befallenen Pflanzen zu erfolgen hat.

Häufig gestellte Fragen

Wir planen, einen Hang mit Kriechmispeln zu bepflanzen, um das dortige Unkrautwachstum einzudämmen. Können wir den freien Raum zwischen den Pflanzen solange mit Rindenmulch bedecken, bis sie sich ausgebreitet haben?
Rindenmulch ist für diesen Zweck ungeeignet. Das Material entzieht dem Boden wichtige Nährstoffe, die  junge Cotoneaster radicans dringend benötigen, um anzuwachsen. Wir empfehlen Ihnen, ab April den Pflanzen einen Mehrnährstoffdünger zu verabreichen, um das Wachstum zu forcieren. Bis sich die Pflanzendecke geschlossen hat, kommen Sie um regelmäßiges Jäten nicht herum. Wenn Sie pro Quadratmeter 6 bis 8 Bodendecker pflanzen, ist diese Phase rasch überstanden.

Völlig überraschend färben sich jetzt im Herbst die Blätter der Teppichmispel braun. Woran kann das liegen?
Braune Blätter signalisieren, dass die Pflanze einen Schaden erlitten hat. Es kann sich um Trockenheit, die Bildung von Staunässe, die Aufnahme von Auftausalz oder Hundeurin handeln.

Unsere 3 Jahre alten Mispeln zeigen heuer - im Gegensatz zu den Vorjahren - eine leuchtende Herbstfärbung. Das ist zwar ein bezaubernder Anblick; für eine immergrüne Pflanze doch eher ungewöhnlich. Werden die Blätter im Winter nun alle abfallen?
Es ist ein völlig natürlicher Vorgang, wenn immergrüne Pflanzen ab und zu Teile ihres Laubs abwerfen. Unterlagen sie im Sommer einem Trockenstress oder Dauerregen, erhöht sich mitunter die Menge der abgeworfenen Blätter. Im nächsten Frühjahr werden sie allesamt ersetzt durch einen frischen, grünen Neuaustrieb.