Tibouchina urvilleana - Pflege der Prinzessinnenblume


TibouchinaDie in Brasilien beheimatete Tibouchina urvilleana verbringt den Sommer gerne unter freiem Himmel, denn mithilfe milden Sonnenscheins erreichen die schalenförmigen Blüten einen Durchmesser von bis zu 12 cm. In Zimmerkultur breiten sich die purpur bis violetten Blütenblätter zwar nur bis 6 cm breit aus, doch dieser Umstand schmälert die exotische Anmut des Veilchenbaumes keinesfalls. Mit südamerikanischem Temperament wartet die Prinzessinnenblume hingegen nicht auf, denn sie lässt sich reichlich Zeit, bis sie ab Juli/August ihre Blüten erscheinen lässt, die mit ein wenig Glück und gärtnerischem Geschick den Winter hindurch andauert.

Kurzer Steckbrief
  • Pflanzenfamilie der Schwarzmundgewächse.
  • Wissenschaftlicher Name Tibouchina urvilleana.
  • Wuchshöhe in freier Natur bis 4 Meter.
  • Wuchshöhe in Zimmerkultur bis 80 cm.
  • Beheimatet im tropischen Klima Brasiliens.
  • Blütezeit ab Juli/August.
  • Blütenfarben Purpurrosa, Violett-blau bis Lila.
  • Blütendurchmesser 6 cm bis 12 cm.
  • Ovales, samtiges, grünes Laub.
  • Weitere Bezeichnungen: Prinzessinnenblume, Veilchenbaum.
Die Südamerikaner bezeichnen die Tibouchina urvilleana darüber hinaus als Spinnenblume. Dieser Name rührt daher, dass an den Staubbeuteln in der Blütenmitte kleine Haken baumeln, die den Bienen Halt geben sollen. Aus der Ferne betrachtet, erinnern sie an Spinnenbeine, was den ungewöhnlichen Trivialnamen erklärt.

Standort und Substrat

Das Zentrum ihres natürlichen Vorkommens ist die Neotropis im Südosten Brasiliens. Dort ist es warm, hell und sehr sonnig. Bietet der Hobbygärtner seiner Prinzessinnenblume ähnliche Standortbedingungen und fügt noch einen lockeren, nahrhaften Boden hinzu, ist ihm die strauchige Blume wohlgesonnen.
  • Sonnige, warme und windgeschützte Lage.
  • Für einige Stunden direkte Sonneneinstrahlung ist die Blume dankbar.
  • Lockeres, humoses Substrat mit hoher Durchlässigkeit.
  • Der Veilchenbaum mag Kalk nicht sonderlich gern, sondern bevorzugt leicht saure Erde.
  • Im Kübel eignet sich folglich Rhododendronerde mit Perlite oder Kies ganz ausgezeichnet.
Ab Mitte Mai, wenn die Gefahr verspäteter Bodenfröste vorüber ist, zieht die Tibouchina urvilleana um auf den Balkon oder die Terrasse. Das direkte UV-Licht, das sie an derartigen Plätzen erhält, wirkt sich förderlich auf das Wachstum und die Blütenbildung aus. Steht kein Platz unter freiem Himmel zur Verfügung, ist das kein Drama. In diesem Fall platziert der Pflanzenfreund den Veilchenbaum an einem Südfenster, das bei praller Mittagssonne beschattet werden kann.

Gießen und DüngenTibouchina

Der Wasserhaushalt der Tibouchina urvilleana sollte in einem ausgewogenen Verhältnis stehen. Das bedeutet, dass eine zu reichliche Gabe von Wasser ebenso zu vermeiden ist, wie ein zu knapp bemessenes Gießen. Ähnlich verhält es sich hinsichtlich der Nährstoffe.
  • Im Sommer während warmer Trockenphase reichlich gießen.
  • Erst wässern, wenn die Oberfläche des Substrats angetrocknet ist.
  • Im Untersetzer kein Wasser stehen lassen.
  • Der Wurzelballen darf nicht austrocknen.
  • Vorzugsweise mit kalkarmem Regenwasser gießen.
  • Von April bis September wöchentlich Flüssigdünger verabreichen.
Längst nicht immer ist es möglich, Regenwasser zu sammeln, um die Prinzessinnenblume damit zu verwöhnen. In diesem Fall weiß sich der Hobbygärtner zu behelfen mit abgestandenem oder abgekochtem Leitungswasser. Wer über einen Kondensations-Trockner verfügt, verwendet einfach das darin gesammelte Wasser. {infobox type=check|content=Da auch in Flüssigdünger Kalk enthalten sein kann, ist es ratsam, beim Kauf kalkarme Präparate zu bevorzugen.}

Schneiden

Der Veilchenbaum legt zwar ein beträchtliches Wachstumstempo an den Tag; im Hinblick auf die erwünschte Verzweigung ziert sich das tropische Gewächs hingegen. Für Abhilfe sorgt ein konsequenter Schnitt, der von frühester Jugend an, bis zu 3 Mal jährlich durchgeführt wird. Da die Prinzessinnenblume stets am diesjährigen Trieb blüht, fördert ein regelmäßiger Schnitt die Blühwilligkeit und unterstützt die Verzweigung.
  • Im März, Mai und Anfang Juli wird die Schere hervorgeholt.
  • Nach der Blüte alle neuen Triebe abschneiden.
  • Solange die diesjährigen Zweige entfernen, bis ein kompakter Habitus entsteht.
  • Zu lange, offenbar vergeilende oder abstehende Triebe kürzen.
  • Den Schnitt grundsätzlich hinter dem zweiten Blätterpaar ansetzen.
Die Schere sollte frisch geschliffen und desinfiziert sein. Werden die Triebe durch stumpfes Schneidwerkzeug gequetscht, erhöht sich die Gefahr eines Befalls durch Schädlinge, Pilzsporen oder Viren.

Überwintern

Tibouchina urvilleana sind aufgrund ihrer subtropischen Herkunft nicht winterhart. Ihr absolutes Temperaturminimum liegt bei 5° Celsius. Es ist trotzdem ratsam, eine Prinzessinnenblume, die auf dem Balkon oder der Terrasse den Sommer verbrachte, ab 10° Celsius ins Winterquartier einzuräumen. Den Veilchenbäumen, die im Zimmer kultiviert werden, sollte die Winterpause ebenfalls gegönnt werden. In einem beheizbaren Wintergarten kann die tropische Schönheit das ganze Jahr hindurch ohne Pause kultiviert werden.
  • TibouchinaVor dem Einräumen die Pflanze um die Hälfte kürzen.
  • Von Oktober bis März hell und kühl platzieren.
  • Ideale Temperaturen bewegen sich zwischen 10° und 15° Celsius.
  • Nur wenig gießen und keinen Dünger verabreichen.
Das Winterquartier wird vorzugsweise alle 1 bis 2 Tage gründlich durchgelüftet, sofern es draußen nicht friert. Diese Maßnahme fördert das Wohlergehen der Prinzessinnenblume und sorgt für ein Raumklima, in dem sich die gefürchteten Spinnmilben nicht gerne ansiedeln.

Vermehren

Soll die Prinzessinnenblume ihr glamouröses Dasein nicht mehr alleine fristen, sondern adäquate Gesellschaft erhalten, ist die Vermehrung durch Stecklinge der günstigste und unkomplizierteste Weg.
  • Im Frühjahr ca. 10 cm lange Kopfstecklinge schneiden.
  • Das Messer unmittelbar unterhalb eines Blattknotens ansetzen.
  • Anschließend den Steckling zur Hälfte entlauben.
  • Nährstoffarme Anzuchterde in einen kleinen Topf füllen und den Steckling einpflanzen.
Da die Keimtemperatur der Tibouchina urvilleana bei 22° Celsius liegt, bietet sich die Verwendung eines beheizbaren Vermehrungskastens an. Alternativ wird eine Plastiktüte über den Topf gestülpt, der auf der warmen Fensterbank einen geeigneten Aufenthaltsort findet. Während der Steckling eifrig daran arbeitet, ein eigenes Wurzelsystem zu bilden, wird das Substrat leicht feucht gehalten und die Plastiktüte alle 1 bis 2 Tage gelüftet. Nach durchschnittlich 8 Wochen ist der Anzuchttopf durchwurzelt und der Steckling zu einer jungen Prinzessinnenblume gereift. Umgetopft in herkömmliches Substrat, sollte die Pflanze den ersten Sommer im Haus verbringen und erst ab dem darauf folgenden Frühjahr das Leben unter freiem Himmel kennenlernen. {infobox type=check|content=Wer bereits jetzt damit beginnt, die Triebe zu entspitzen, fördert eine schöne Verzweigung von Beginn an.} Aussaat

Hobbygärtner, die bereits eine Tibouchina urvilleana besitzen, haben die Möglichkeit, die Samen der Kapselfrüchte zu ernten und für die Vermehrung zu nutzen. In diesem Fall ist es allerdings fraglich, welcher Hybride sich daraus ergibt, denn eine sortenreine Vermehrung ist das nicht. Kein Botaniker kann vorhersagen, welche Eigenschaften der Eltern- und Großelternpflanzen sich in den Samen durchsetzen werden. Strebt der Gartenfreund durch die Aussaat eine bestimmte Sorte der Prinzessinnenblume an, lohnt es sich, das Saatgut im qualifizierten Fachhandel zu erwerben.
  • Im zeitigen Frühjahr eine beheizbare Saatschale mit Aussaaterde füllen.
  • Als Substrat für die Aussaat eignet sich zudem Kokohum oder ein Torf-Sand-Gemisch.
  • Bestens geeignet sind zudem Torfquelltöpfe, in denen je 1-2 Samen gepflanzt werden.
  • Als Lichtkeimer werden die Samen nur ausgestreut und nicht mit Erde bedeckt.
  • Am hellen Standort das Substrat leicht feucht halten, jedoch nicht durchnässen.
Bei einer konstanten Temperatur zwischen 22° und 25° Celsius erfolgt die Keimung innerhalb von 3 bis 6 Wochen. Erscheinen zusätzlich zu den Keimblättern die ersten echten Laubblätter des Veilchenbaums, werden die kräftigsten Pflanzen pikiert und in eigenen Töpfen weiterkultiviert. Ab diesem Zeitpunkt besteht das Substrat aus Einheitserde, der Perlite beigemischt wurde. In der Folge verfährt der Hobbygärtner ähnlich, wie bei der Vermehrung durch Stecklinge.

Umtopfen


Die Prinzessinnenblume ist insbesondere in jungen Jahren überaus wüchsig, sodass sie ihr jeweiliges Pflanzgefäß im Handumdrehen durchwurzelt hat. Folglich steht mindestens ein Mal pro Jahr das Thema Umtopfen auf dem Plan. Die beste Zeit für den Umzug in einen neuen Kübel ist das zeitige Frühjahr, wenn die Winterpause beendet ist und der neue Austrieb sich noch in den Startlöchern befindet.
  • TibouchinaDer neue Kübel ist maximal 5 cm größer im Durchmesser, als der bisherige.
  • Die Wahl fällt nur auf ein Gefäß, das über einen Wasserablauf im Boden verfügt.
  • Darüber wird eine Drainage angelegt aus Bims, Lavagrus oder Tonscherben.
  • Der Veilchenbaum wird ausgetopft und in das frische Substrat neu eingepflanzt.
  • Ein praktischer Gießrand von ca. 5 cm verhindert, das Gießwasser überschwappt.
Fraglos ist es verlockend, den neuen Kübel deutlich größer zu wählen, um wenigstens 1 oder 2 Jahre nicht umtopfen zu müssen. Diese Entscheidung erfolgt indes zu Lasten der Blühwilligkeit der Tibouchina urvilleana. Sie wird zunächst ihre gesamte Energie dafür verwenden, das große Pflanzgefäß zu durchwurzeln, sodass für die erwünschte Blütenbildung keine Reserven mehr zur Verfügung stehen.

Krankheiten und Schädlinge

Die Prinzessinnenblume gilt allgemeinhin als robuste, widerstandsfähige Pflanze, der so schnell keine Krankheit oder Schädling etwas anhaben kann. Bei zu trockener Luft während des Winters lauern hingegen die Spinnmilben darauf, sich über den Veilchenbaum herzumachen. Ein Befall ist zunächst auf den Blattunterseiten erkennbar, wo sich gelblich-braune Sprenkel oder weiße Gespinste zeigen. Das effektivste Bekämpfungsmittel ist Feuchtigkeit. So kann es bereits genügen, im Umfeld der Tibouchina urvilleana Luftbefeuchter aufzustellen oder mit Wasser gefüllte Schalen. Findige Hobbygärtner kamen auf die Idee, den Untersetzer des Kübels mit Kieselsteinen und Wasser zu füllen. Auf diese Weise kann sich keine Staunässe bilden, trotzdem steigt permanent feuchte Luft entlang des Veilchenbaums nach oben und vertreibt auf Dauer die lästigen Plagegeister.

Häufig gestellte Fragen

Meine Prinzessinnenblume verkahlt von innen her unaufhaltsam. Was kann ich dagegen unternehmen?
Die Prinzessinnenblume ist eine von Natur aus immergrüne Pflanze. Fallen plötzlich die Blätter ab, kann dies auf verschiedene Ursachen zurückzuführen sein: Der Platz ist zu dunkel, sie erhält zu wenig Wasser oder sie steht zu kalt. In diesem Fall ist es ratsam, den Fehler zu beheben und den Veilchenbaum kräftig zurückzuschneiden.

Die Blätter meiner Tibouchina urvilleana werden immer wieder gelb, wohin ich sie auch stelle. Worauf ist dieses Schadbild zurückzuführen?
Wird die Prinzessinnenblume mit zu kalkhaltigem Wasser gegossen, reagiert sie darauf mit gelb verfärbten Blättern. Eine weitere Ursache kann ein zu trockener oder zu nasser Wurzelballen sein. Darüber hinaus verträgt der Veilchenbaum keinen kalten Durchzug.

Kann ich die Prinzessinnenblume durch Absenker vermehren?
Dabei handelt es sich zwar um keine gängige Methode der Vermehrung; trotzdem dürfte es einen Versuch wert sein. Sie füllen einen etwa gleich hohen Kübel mit einer Mischung aus Einheitserde und Perlite. Anschließend ziehen sie einen noch jungen, biegsamen Trieb der Tibouchina urvilleana bis dort hinunter. Wo der Absenker die Erde berührt, wird er entlaubt, mit einer Rasierklinge leicht angeritzt und mit dem Substrat bedeckt. Damit er nicht sogleich wieder in die Höhe schnellt, beschweren Sie den Trieb mit Steinen. Die Triebspitze muss noch aus dem Substrat hervorschauen. In den folgenden Wochen und Monaten gießen Sie Mutterpflanze und Absenker gleichermaßen. Durch leichtes Ziehen am Trieb stellen Sie fest, ob sich ein stabiles Wurzelsystem gebildet hat, um die neue Prinzessinnenblume in einen eigenen Kübel mit herkömmlichem Substrat zu pflanzen und wie ein adultes Exemplar zu pflegen.