Bananenschalen, Kaffee und Tee als Garten-Dünger

Kaffee und Tee auf dem KompostDamit die Pflanzen in Haus und Garten ihre volle Pracht entwickeln, benötigen sie Nährstoffe. Um diese heranzuschaffen, begibt sich der kundige Hobbygärtner nicht mehr ins Gartencenter. In der Regel sind sämtliche Zutaten bereits im Haus, in Form von Bananenschalen, Kaffee- und Teesatz. Die darin enthaltene Menge an Stickstoff, Phosphor und Kalium kann unter günstigen Bedingungen bereits genügen, um auf den Kauf von Langzeit- oder Flüssigdünger vollständig zu verzichten. Das schont nicht nur den Geldbeutel, sondern verbessert die persönliche Umweltbilanz erheblich. Wie sich Abfall in Garten-Dünger verwandelt, wird im Folgenden erläutert.

Kurzer Steckbrief:
  • Kaffeesatz enthält Stickstoff, Phosphor und Kalium.
  • Die Konzentration der Nährstoffe in Teesatz ist geringer.
  • Getrocknete Bananenschalen sind reich an Kalium.
  • Kaffeesatz lockt Regenwürmer an.
  • Der pH-Wert des Bodens wird durch Kaffee gesenkt.
  • Kaffee wirkt abschreckend auf Nacktschnecken und Wühlmäuse.
  • Kaffee und Tee dienen als biologisches Insektizid und Fungizid.
Bananenschalen, Kaffee- und Teesatz sind nicht nur als Garten-Dünger nützlich, sondern unterstützen die Gartenarbeit in vielerlei Hinsicht. Dabei darf die Wirksamkeit der darin enthaltenen Ingredienzien nicht unterschätzt werden, denn auch bei der Anwendung biologischer Mittel kann es zu schädlichen Überdosierungen kommen.

Die Düngekraft von Kaffee

Kompost-CollageDas steigende ökologische Bewusstsein unter den Gartenfreunden, hat zu einer Fülle wichtiger Erkenntnisse geführt, die dazu beitragen, chemische Präparate bei der Pflege der Pflanzen außen vor zu lassen. Als herausragend erweist sich dabei die Verwendung von Kaffeesatz als Garten-Dünger. Was nach dem Aufbrühen des belebenden Heißgetränks im Filter übrig bleibt, wurde bis vor kurzem noch gedankenlos in der Mülltonne entsorgt. Dabei sind unter anderem im Kaffeesatz 2 % Stickstoff, 0,8 % Kalium und knapp 0,4 % Phosphor enthalten; wichtige Nährstoffe für Zier- und Gemüsepflanzen, die der Hobbygärtner bislang in Form von industriell hergestellten Düngemitteln im Handel erwarb.
  • Stickstoff ist der Antrieb des Wachstums.
  • Kalium stärkt das Zellgewebe und die Widerstandskraft gegen Witterungseinflüsse.
  • Phosphor forciert die Photosynthese und damit das Wachstum von Blättern, Blüten und Wurzeln.
Bei einem Mangel dieser Nährstoffe kümmern Blüten, Blätter und Früchte vor sich hin, weil die Photosynthese ihre Aktivitäten zurückfährt. Eine Überversorgung mit Stickstoff, verursacht wiederum aufgeweichte, schlaffe Pflanzenteile und matschiges Obst. Es gilt also, bei der Verabreichung von Düngemitteln nach einer gezielten Strategie vorzugehen. Dieser Grundsatz gilt ebenso, wenn Kaffeesatz als Garten-Dünger zum Einsatz kommt.
  • Das Kaffeemehl nach dem Brühvorgang auf dem Backblech trocknen lassen.
  • Filtertüten, Pads oder Kapseln werden wie gewohnt entsorgt.
  • Alle 4 Wochen 1/2 bis eine 3/4 Tasse Kaffeesatz in das Substrat einarbeiten.
  • Ab Juli/August den Pflanzen keinen Dünger mehr verabreichen.
Die Dosierung richtet sich nach der Art und Größe der Pflanze. Daher können an dieser Stelle nur allgemeine Erfahrungswerte genannt werden. In dieser Hinsicht wird jeder Hobbygärtner im Laufe der Zeit das wirksamste Quantum an Kaffee-Dünger für seine Zier- und Nutzpflanzen ermitteln. Wichtig zu beachten ist, dass Kaffeesatz den pH-Wert des Bodens senkt. Dieses Attribut mag Rhododendren, Azaleen und blaue Hortensien freuen; anderen Pflanzen hingegen weniger gut bekommen.

  Werden


dem Kaffeesatz zerkleinerte Eierschalen untergemischt, neutralisiert diese Maßnahme den säuernden Einfluss des Kaffees auf die Pflanzerde.

Noch unkomplizierter geht die Verteilung von Kaffee als Garten-Dünger vonstatten, wenn das Mehl dem Wasser in der Gießkanne untergerührt wird. Die Mischung kommt unmittelbar auf die Erde, wobei eine Überkopf-Wässerung der Pflanzen vermieden wird. Als Nachteil dürfte sich bei dieser Variante auswirken, dass der Kaffeesatz nass verteilt wird, was in der Folge zu Schimmelbildung führen kann.

Teestunde für Gartenpflanzen

Kaffee-Abstinenzler müssen nicht auf eine biologische Düngekraft verzichten, denn in der Tat besitzt Tee ebenfalls eine kräftigende Wirkung auf die Zier- und Nutzpflanzen des Gartens. Der Anteil an Nährstoffen befindet sich zwar auf einem etwas niedrigeren Niveau; trotzdem sind die Gewächse dankbar für eine kleine Teestunde ab und zu. Im gleichen Zug lockern frische oder gebrauchte Teeblätter die Gartenerde auf. Natürlich gilt bei der Verwendung von Tee als Garten-Dünger ebenfalls der Grundsatz, dass jegliche Verpackung, wie Beutel oder Tee-Eier, zuvor entfernt werden.
  • Rosen profitieren von der enthaltenen Gerbsäure, wenn Teeblätter unter den Mulch gemischt werden.
  • Erhalten Rosen Tee als Gießwasser, stärkt dies ihre Vitalität und lässt die Blätter glänzen.
  • Ein Aufguss aus schwarzem Tee dient als gehaltvoller Dünger für Sukkulenten und Farne.
  • Zimmerpflanzen, die gerne in saurem Substrat stehen, lieben es, mit Tee gegossen zu werden.
  • Teeblätter werden in die Erde eingearbeitet und verleihen den Pflanzen zusätzliche Energie.
  • Ein Tee aus Brennnesseln vertreibt Blattläuse, wenn er ca. 12 Stunden ziehen konnte.
  • Kamillentee für die Befeuchtung der Aussaat, fördert die Keimung und hemmt Pilzinfektionen.
Erfahrenen Hobbygärtnern ist bei der Verwendung von Tee als Garten-Dünger bewusst, dass es sich um eine unterstützende Maßnahme handelt und nicht die Verwendung von Kompost ersetzt. Den Kompost selbst reichern Teeblätter hingegen sehr wohl mit zusätzlichen Nährstoffen an, um über diesen Umweg wiederum zur Gesunderhaltung der Pflanzen beizutragen.

Bananenschalen als Garten-Dünger?

kompost mit Kaffee und Tee-SatzEs verbreitet sich wie ein Lauffeuer unter den Hobbygärtnern: Bananenschalen sind das ideale, umweltbewusste Düngemittel der Zukunft. Der hohe Vitamin- und Nährstoffgehalt von Bananen ist unbestritten und jedem Gartenfreund von Kindesbeinen an bekannt. Die Schalen sind ebenfalls reich an Kalium, Magnesium, Phosphat und weiteren Mineralien, was sie zu geeigneten Kandidaten für die Düngung von Gartenpflanzen macht; allerdings lediglich als Ergänzung, denn der Hauptdarsteller in Form von Stickstoff, ist in Bananenschalen nicht vorhanden. Erwarb der Gartenfreund die süßen Früchte im Supermarkt um die Ecke, hält

er zudem eine nicht unmaßgebliche Menge Gift in der Hand, mit denen die Bananen während der Aufzucht und des Transportes behandelt werden. Angesichts dieser Tatsache, kommen einzig Bananen aus biologischem Anbau infrage, wenn deren Schalen als Garten-Dünger dienen sollen.
  • Bananenschalen in kleine Stücke schneiden und in die Erde einarbeiten.
  • Als Ergänzung zum Kaffee- oder Teesatz sind die Schalen sehr gut geeignet.
  • Alternativ auf einem Gitter trocknen, kleinschneiden und im Herbst dem Substrat beifügen.
  • Dank des hohen Kaliumgehaltes, stärken Bananenschalen die Winterhärte der Pflanzen.
Getrocknete Bananenschalen bieten sich an als gehaltvolles Mulchmaterial im Frühjahr. Im Mixer oder der Küchenmaschine werden sie zerkleinert und dem Rindenmulch, Grasschnitt oder Laub untergemischt.

  Bananenschalen, die nicht aus dem Bio-Anbau stammen, wandern auf den Kompost. Dort werden die enthaltenen Pestizide im Laufe der Zeit durch die anderen Kompostmaterialien nahezu vollständig aufgelöst.

Übrigens bieten sich Bananen nachweislich bestens an zur Reinigung von Blattschmuckpflanzen. Werden die großen grünen Blätter mit dem Inneren einer Bananenschale sanft abgewischt, verschwinden Staub und andere Ablagerungen sogleich, und es erscheint ein schimmernder Glanz.

Weitere biologische Garten-Dünger

Neben Bananenschalen, Kaffee und Tee, hält Mutter Natur weitere Dünger für die Pflanzen des Gartens bereit, die wohlgemerkt für sich alleine keine bemerkenswerte Wirkung erzielen; in der sinnvollen Kombination bei wiederholter Anwendung hingegen schon.

Eierschalen
Zerstoßene Eierschalen sind äußerst kalkhaltig. Sie dienen daher der Erhöhung des pH-Wertes der Pflanzerde. Als Beigabe zum Kaffee- oder Teesatz neutralisieren Eierschalen deren säuernde Wirkung. Moorbeetpflanzen sollten folglich nicht in Berührung kommen mit Eierschalen.

  Die Eierschalen sollten so klein wie möglich gemahlen werden, weil es andernfalls ewig dauert, bis sie sich zersetzen und ihre Aufgabe erfüllen.

Kaminasche
Wer in seinem Kamin oder Grill ausschließlich unbehandeltes Holz verbrennt, keine Hochglanz Katalogseiten, sondern schwarz-weiße Zeitungsblätter zum Entzünden benutzt, erhält einen biologischen Dünger in Form von

Holzasche. Als Naturdünger kann sie direkt im Beet verteilt werden in einer Dosierung von 30 Gramm pro Quadratmeter. Alternativ wird die Holzasche als dünne Schicht auf dem Komposthaufen verteilt. Ebenso, wie Kaffeesatz, wirkt auch Kaminasche basisch und erhöht somit den pH-Wert der Erde.

Zigarettenasche
Wird der Filter entfernt, eignet sich Zigarettenasche als Pflanzendünger, wenn sie in kleinen Rationen dem Gießwasser untergemischt wird. Pflanzen, die es vertragen, werden mit dem Mix alle paar Tage eingesprüht, wenn sie von Blattläusen bedroht sind, denn diese Schädlinge mögen den Geruch überhaupt nicht. Sollte dann noch Zigarettenasche übrig sein, wird sie auf dem Kompost entsorgt und gelangt über diesen Weg als Dünger an die Pflanzen.

Zwiebelschalen
Nicht nur in den Zwiebeln selbst, sondern ebenfalls in deren Schalen sind unter anderem Kalium, Calcium und Magnesium enthalten. Als Aufguss oder zerkleinert werden sie dem Substrat beigegeben, um als Zusatzstoff die Widerstandskraft gegen die Kälte des Winters zu stärken.

Speisenatron
Speisenatron unterstützt nicht nur die Hausfrau bei der Zubereitung leckerer Speisen, sondern tut darüber hinaus den Pflanzen des Gartens gut, die vorzugsweise in einem alkalischen Substrat gedeihen. Clematis, Rittersporn und Co. erhalten während des Sommers alle paar Wochen eine Dusche aus 2 Litern Wasser, denen 1 Esslöffel Speisenatron untergerührt wurde. Sie bedanken sich dafür mit noch prächtigeren Blüten.

Zündholzbriefchen
Wo Hortensien, Rhododendron oder Azaleen gepflanzt werden, wird eine Pflanzerde benötigt mit einem niedrigen pH-Wert einschließlich eines Anteils an Schwefel. Bis Anfang der 1990er Jahre war aufgrund der Luftemissionen noch reichlich Schwefel durch Abgase in der Natur vorhanden. Dank intensiver Umweltschutzmaßnahmen ist dem nun nicht mehr so. Folglich wird heute gezielt mit Schwefel gedüngt, insbesondere in der Landwirtschaft. Der Hobbygärtner verwendet einfach leere Zündholzbriefchen und legt sie aufgeklappt ins Pflanzloch, um den Schwefelbedarf zu decken.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich meine Zimmerpflanzen das ganze Jahr hindurch mit dem Satz von Kaffee oder Tee düngen?
Die große Mehrheit der Zimmerpflanzen legt im Winter eine Vegetationsruhe ein, während der sie weniger Wasser und keinen Dünger benötigen. Folglich empfehlen wir Ihnen, vom Frühjahr bis zum Spätsommer mit Kaffee- oder Teesatz sparsam zu düngen, indem Sie das getrocknete Mehl in das Substrat einarbeiten. Da das Frühjahr die bevorzugte Jahreszeit für das Umtopfen von Zimmerpflanzen ist, sollten Sie bei dieser Gelegenheit dem frischen Substrat eine gut bemessene Dosis Kaffee oder Tee beimischen, als ideale Startdüngung in eine neue Saison.

Wie kann ich Tee in der Bekämpfung von Schädlingen und Pilzinfektionen einsetzen?
Bestimmte Teesorten unterstützen Sie, um Schädlinge loszuwerden oder Pflanzenkrankheiten zu heilen. In diesem Fall ist es wichtig zu beachten, dass die Zutaten des Tees mindestens 12 Stunden ziehen können, nachdem sie mit sprudelnd kochendem Wasser übergossen wurden. Wie bei allen biologischen Mitteln, wird auch bei Tee eine einmalige Anwendung nicht ausreichen, um das Problem zu beheben. Daher raten wir Ihnen, mit Geduld die befallenen Pflanzen im Abstand von 2 bis 3 Tagen wiederholt einzusprühen.

Wie oft kann ich Kaffeesatz als Düngemittel einsetzen?
Die Häufigkeit der Anwendung von Kaffeesatz als Garten-Dünger hängt von der Pflanzenart ab. Wie bei chemisch hergestellten Düngern, gilt auch hier der Grundsatz 'Weniger ist mehr'. Zimmerpflanzen erhalten in der Regel ein Mal im Frühjahr und ein Mal im Sommer etwas Kaffeesatz. Im Freiland darf dieser biologische Dünger häufiger angewendet werden. Starkzehrer, wie Tomaten oder Grünkohl werden häufiger versorgt, als Schwachzehrer, wie Liebstöckel oder Beerensträucher.