Aloe Vera Pflanze - Haltung & Pflege-Anleitung

Nahansicht einer Aloe Vera PflanzeEs gibt ca. 250 Aloe Arten, aber nur eine Aloe Vera. Diese vielseitige Pflanze überzeugt mit ihrem Aussehen, ihrer Robust- und Pflegeleichtigkeit und auch noch mit ihren Heilfähigkeiten. Aloe Vera hilft bei vielen Wehwehchen, aber auch bei ernsthaften Erkrankungen wie Krebs, Diabetes und vielen anderen. Wer Naturmedizin bevorzugt, sollte sich unbedingt solch eine Pflanze anschaffen. Uns geht es hier um die Pflege, aber Sie sollten sich unbedingt mit der Heilpflanze beschäftigen. Es lohnt sich. Wie die Aloe Vera kultiviert wird und was dabei zu beachten ist, erfahren Sie im Folgenden. Lesen Sie weiter!


Kurzer Steckbrief zur Aloe Vera

  • Wahrscheinlich stammt die Aloe Vera ursprünglich von der Arabischen Halbinsel. Meist wird aber Südafrika als Heimat angegeben. 
  • Heute ist sie in allen tropischen und subtropischen Regionen der Welt zu Hause.
  • Wächst stammlos oder nur mit sehr kurzem Stamm 
  • Ist sprossend und bildet eine Rosette
  • Blattspreite 40 bis 50 cm lang und 6 bis 7 cm breit 
  • Blätter graugrün, manchmal rötlich überhaucht 
  • Bildet dichte Gruppen 
  • An den Blatträndern befinden sich im Abstand von 10 bis 20 mm etwa 2 mm lange, feste Zähne
  • Typisch für die Aloe Vera ist der Blattsaft, der im getrockneten Zustand kräftig gelb ist. 
  • Der Blütenstand ist ein oder zweimal verzweigt und 60 bis 90 cm lang 
  • Die Blüten sind gelb und sitzen an langen Blütenstielen. Es ist eine auffällige Blüte.
  • Ein interessanter Link zum Thema Heilpflanze:http://info.kopp-verlag.de/neue-weltbilder/lebenskunst/mike-adams/die-wunderpflanze-aloe-vera-ein-natuerliches-mittel-bei-krebs-hohem-cholesterinspiegel-diabetes-.html

Standort

Aloe Vera im TopfDie Aloe Vera wächst bevorzugt in tropischen und subtropischen Gebieten. Das macht ihren Wunsch nach Wärme und Sonne klar. Wichtig zu wissen ist, dass die Pflanzen immer erst langsam an die Sonne gewöhnt werden müssen, egal ob nach der Überwinterung im Haus oder bei einer frisch gekauften Pflanze.

  • Im Sommer im Freien, möglichst sonnig und unbedingt etwas geschützt, vor allem vor Regen, aber auch vor Wind, der Gefäße gern umfallen lässt.
  • Da die Pflanze keinen Frost verträgt, muss sie beizeiten eingeräumt werden 
  • Junge Pflanzen vertragen Sonne nur bedingt. Sie stehen besser im Halbschatten. Abend- und Morgensonne sind kein Problem, aber Mittagssonne kann die empfindlichen Blätter verbrennen. 
  • Diese Aloe mag keine hohe Luftfeuchtigkeit. Ein Badezimmer ist der falsche Platz.

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäße

Das Pflanzsubstrat muss durchlässig, recht trocken und nach Möglichkeit etwas kalkhaltig sein. Da stehendes Wasser und auch nasse bzw. feuchte Erde nicht gut vertragen werden, muss die Erdmischung besonders gut zusammengestellt werden.

  •  Geeignet sind Kakteen- oder Sukkulentenerden.
  •  Normale Erde ist mit Granitsplit, Perlite und grobem Sand durchlässiger zu machen. 
  •  Auf alle Fälle nährstoffarme Erde, es ist eine Wüstenpflanze.

  Ein möglichst schweres Gefäß verwenden und auch eines, dass nach unten hin nicht schmaler wird. Gefäße mit der Aloe-Pflanze fallen häufig um und dabei brechen Blätter ab. Da die Rosetten meist nicht gerade nach oben wachsen, kommt es häufig zu einem Übergewicht auf einer Seite und alles kommt ins Kippen. Um das zu verhindern, ist ein entsprechend schweres Gefäß mit guter Standfestigkeit wichtig.

Pflanzen

Das Pflanzen der Aloe Vera ist einfach. Wichtig ist eine Drainage


im Pflanzgefäß, damit überschüssiges Wasser gut ablaufen kann und die Erde nicht zu nass ist. Beim Pflanzen ist darauf zu achten, die Blätter nicht zu verletzen. Aus den Wunden läuft wertvoller Pflanzensaft und die „Narben“ bleiben sichtbar. Man sollte also vorsichtig mit dem Gewächs umgehen. Da diese Aloe wie viele andere Arten recht schnell wächst, muss sie auch regelmäßig umgetopft werden. Man merkt schnell, wann der richtige Zeitpunkt gekommen ist. Beim Gießen lässt sich kaum noch ein Eckchen Erde finden, auf welches das Gießwasser gegossen werden kann.
  • Aloe Vera Pflanze im TopfUmtopfen ist meist nach zwei bis maximal drei Jahren notwendig. 
  • Dazu die Erde schön austrocknen lassen.
  • Die Pflanze immer so weit unten wie möglich greifen und keinesfalls an den Blättern. 
  • Vorsichtig aus dem alten Gefäß lösen.
  • Jetzt können auch gleich Kindel von der Pflanze gelöst werden. Diese nutzt man zur Vermehrung.
  • Die Aloe vorsichtig in ihr neues Gefäß setzen und Erde auffüllen. 
  • Gefäß öfters auf eine feste Oberfläche klopfen, damit die Erde nachrutscht. Die Pflanze ist schwer und braucht Halt. In lockerer Erde ist das nicht gegeben und sie kippt zur Seite.
  • Notfalls die Pflanze die ersten Wochen mit Stäben an allen Seiten stützen. Das sichert, dass sie gerade einwurzelt. Der Wurzelballen muss komplett mit Erde bedeckt sein.
  • Nach dem Einpflanzen gut wässern, aber überschüssiges Wasser entfernen.

      Aloe bildet gern Kindel oder Ableger. Diese entziehen der Mutterpflanze Kraft und Nahrung und sollten beizeiten aus dem Topf entfernt werden. Man kann sie separat einsetzen. Sobald also diese Kindel Blätter von ca. 10 cm Länge besitzen, werden sie aus der Erde gezogen, möglichst ohne sie zu verletzen. Im Notfall muss die Mutterpflanze umgetopft werden. Dabei lassen sich diese Ableger gut abtrennen.

Gießen und Düngen

Wassertropfen auf Aloe Vera PflanzeWichtig ist, dass die Aloe Vera nie zu nass gehalten wird. Zu nasses Pflanzsubstrat ist die Todesursache Nummer 1 bei sukkulenten Pflanzen. Sie können Wasser in ihren Blättern speichern und lange von diesem Vorrat zehren. Besser als zu viel zu gießen ist, deutlich zu wenig zu gießen. Mangel fällt durch schlaffe Blätter auf und lässt sich leicht und ohne Folgen beheben. Wurzelfäule durch Nässe wird meist erst sichtbar, wenn es zu spät ist und die Pflanze verfault von unten heraus.
  •  Im Sommer so gießen, dass der Pflanzballen nur ganz leicht feucht ist.
  •  Im Winter

    fast austrocknen lassen. Da reicht es, alle 4 bis 6 Wochen einmal zu gießen.
  •  Überschüssiges Gießwasser muss ablaufen können! 
  •  Staunässe ist unbedingt zu vermeiden

  Die Aloe Vera niemals von oben gießen. Wasser in den Blattrosetten ist absolut ungünstig und oft auch tödlich. Es führt zu Fäulnis, ebenso, wenn direkt über die Blätter gegossen wird. Also, immer nur auf die Erde um den Stamm gießen!

  • Düngen mit Spezialdünger für Sukkulente oder mit Universaldünger. 
  • Gedüngt wird während der Wachstumszeit im Sommer, alle zwei bis vier Wochen 
  • Wer die Pflanze zu medizinischen Zwecken nutzt, sollte unbedingt Biodünger verwenden.

Schneiden

Es ist nicht zwingend notwendig, eine Aloe Vera zu schneiden. Will man Blätter verwenden, müssen diese natürlich entfernt werden und das möglichst fachgerecht. Ansonsten werden auch Blätter die beschädigt sind oder von der Spitze her trocken werden entnommnen.  Es kann auch Sinn machen, die Wurzel zu schneiden, nämlich, um das starke Wachstum zu kontrollieren. Ein unkontrollierter Schnitt verunziert die Pflanze und kann ihr gesundheitlichen Schaden zufügen.
  • Nahansicht Aloe Vera PflanzeFür die Gewinnung des Gels die äußersten, untersten Blätter nutzen und diese vorsichtig mit einem scharfen Messer so nah an der Basis abtrennen, wie möglich ist. 
  • Welke und kranke Blätter werden ebenso herausgeschnitten.
  • Verblühte Blüten ebenfalls entfernen, es sei denn, man will Samen ernten. Ansonsten abschneiden, damit die Pflanze ihre Kraft nicht in die Ausbildung von Samen steckt, sondern in das Wachstum selbst.

Überwintern

Die Aloe Vera mag es warm. Unsere kalten Winter sind nichts für sie. Wenn die Außentemperaturen unter 10° c sinken, wird die Pflanze ins Winterquartier gebracht. Lieber zu früh einstellen, als zu spät. Bei Temperaturen ab +4°C stirbt die Aloe Vera ab.

  • Nicht winterhart. 
  • Verträgt Temperaturen unter 10°C nicht wirklich gut 
  • Temperaturen unter 4°C töten die Pflanze. Sie wird weich und geht ein.
  • Die Aloe benötigt viel Licht und Temperaturen zwischen 12 und 15°C. Das warme Wohnzimmer ist also nicht ideal.

Vermehren

Die Aloe Vera zu vermehren ist ganz einfach. Die Pflanze bildet Kindel aus und das meist ziemlich reichlich. Diese können ganz leicht abgetrennt und separat eingepflanzt werden. Alternativ kann man Ableger von der Pflanze abtrennen.

Ableger

  • Ableger (Seitentrieb) ohne Wurzel von der Mutterpflanze abtrennen.
  • Diesen 30 bis 40 Stunden bei trockener Luft lagern, dass die Schnittwunde gut abtrocknet. 
  • Diesen Ableger dann in entsprechendes Substrat pflanzen.
  • Regelmäßig wässern, bis sich Wurzeln und neue Blätter gebildet haben. 
  • Dann wie eine erwachsene Pflanze weiterpflegen.

Kindel

  • Mutterpflanze aus dem Topf nehmen und leicht Erde abschütteln. 
  • Kindel vorsichtig abziehen, ohne die Wurzeln zu verletzen. 
  • Beide Pflanzen separat eintopfen. 
  • Jedes Kindel bekommt ein eigenes Gefäß.

Aloe Vera ernten

Gelgewinnung Aloe Vera PflanzeBis geerntet werden kann, vergehen meist mindestens drei bis vier Jahre. So lange dauert es, bis sich die wertvollen Wirkstoffe vollständig entfalten. Die Blätter ernten kann man das gesamte Jahr über. Man schneidet die ältesten Außenblätter ab, mit einem sehr scharfen und sauberen Messer und immer so nah am Stamm, wie möglich. Man muss etwas vorsichtig vorgehen, denn die Blätter haben scharfe Blattspitzen an den Rändern.
  • Die Blätter enthalten einen rötlich-gelben Saft. Dieser riecht unangenehm und schützt die Pflanze in der Natur vor Fressfeinden. 
  • Das Blatt oder die Blätter waschen. 
  • Die geernteten Blätter 1,5 bis 2 Stunden senkrecht nach unten in einen Behälter stellen, damit der Saft herauslaufen kann.

Krankheiten und Schädlinge

Eigentlich ist die Aloe Vera nicht anfällig für Krankheiten. Sie treten eher selten auf und sind meist auf Pflegefehler zurückzuführen. In der Regel liegt es an zu vielen Wassergaben, ständig feuchtem Substrat und der damit einhergehenden Wurzelfäule. Diese Erkrankung ist nicht behandelbar und führt zum Absterben der Pflanze. Man kann noch versuchen, mit dem vollständigen Einstellen der Wassergaben etwas zu retten, aber meist ist es zu spät. Schädlinge treten leider öfter auf als Krankheiten. Schmierläuse lieben Sukkulente, also auch die Aloe Vera. Allen voran wäre da die Wolllaus zu nennen.
  • Diese Insekten bilden auf Blättern oder meist auf den Ansätzen weiße Nester und Nachwuchs. Ab einer bestimmten Größe sind diese mit bloßem Auge zu erkennen. Wollläuse saugen Pflanzensaft und entziehen der Aloe Kraft. Außerdem schwächen sie die Pflanzen und sie werden anfälliger für Keime. Wollläuse können abgesammelt werden, aber das ist mühsam und meist erwischt man nicht alle, weil sie sich gut verstecken. Oft muss auf chemische Mittel zurückgegriffen werden. Wer die Blätter verwenden möchte, muss damit natürlich äußerst vorsichtig umgehen. Meist muss man längere Zeit auf das Ernten verzichten, bis sich die Gifte abgebaut haben. Besser ist das Abwischen befallener Regionen oder ganzer Pflanzen mit einem alkoholgetränkten Wattebausch. Dieser Vorgang sollte einige Male wiederholt werden. 
  • Auch Wurzelläuse können Schaden an den Pflanzen anrichten. Diese sitzen für uns unsichtbar an den Wurzeln, stechen diese an und ernähren sich ebenfalls vom Pflanzensaft. Zu erkennen sind Wurzelläuse an ihren ebenfalls weißen Nestern am Boden, den Wurzeln und an den Innenseiten des Pflanzgefäßes. Bekämpft werden Wurzelläuse wie Wollläuse.

Häufige Fragen

Warum lässt meine Aloe Vera die Blätter hängen?
Das kann verschiedene Gründe haben. Oft handelt es sich bei der vermeintlichen Aloe Vera um eine andere Aloeart und die wachsen einfach nicht so aufrecht, sondern mit ausgebreiteten Blättern. Da ist alles in Ordnung, es ist eine andere Art. Ansonsten liegt es meist an zu viel Wasser. Die Pflanze schwächelt und fault bereits, die Blätter klappen nach unten, werden immer weicher und sterben mitsamt der Wurzel ab. Außerdem kann es Lichtmangel sein, vor allem im Winter.

Die Aloe Vera hat nach dem Umtopfen ihre Farbe verändert. Woran liegt das und ist das schädlich für sie?
Nach dem Umpflanzen bzw. umtopfen verändert die Aloe Vera ihre Farbe häufig ins bräunliche. Auch werden die Blätter manchmal etwas dünner. Das ist normal und liegt am Eingewöhnungsprozess. Man muss sich keine Sorgen machen. Die Pflanze bildet einfach erst einmal Wurzeln aus, damit sie Halt hat und sich mit Wasser versorgen kann. Schon nach recht kurzer Zeit sieht die Pflanze wieder normal aus.