Fittonie, Mosaikpflanze, Fittonia - Pflege

Fittonia-Blätter"Mosaikpflanze" klingt sehr nach Hausgewächs für den Fliesenleger, dabei passt die Fittonie eher ins Büro des Neurologen – die Blattzeichnung erinnert deutlich an ein Nervengeflecht, deshalb heißt die interessante Blattschmuckpflanze im Englischen auch "nerve plant". Weniger unheimlich, als es klingt, das "Silbernetzblatt" mit den sehr fein geäderten dunkelgrünen Blättern mit weißen oder purpurvioletten Streifen ist vielmehr eine richtige Schönheit. Allerdings eine recht kleine Schönheit, die krautigen Pflanzen wachsen am Boden kriechend oder als niedrige Kletterpflanzen, und eine durchaus anspruchsvolle Schönheit, in Bezug auf die Umgebung und in der Pflege.

Kurzer Steckbrief: Fittonie
  • Die Fittonien bilden eine Gattung der Akanthusgewächse
  • Diese Lippenblütler-Familie mag tropische Wärme lieber als unser Klima
  • Der Großteil der ca. 4000 Arten hat sich in den Tropen entwickelt
  • Auch die Fittonie, sie kommt aus dem südamerikanischen Regenwald
  • Die Gattung Fittonia umfasst rund 15 Arten
  • Von denen hauptsächlich zwei Arten kultiviert werden
  • Eine Mosaikpflanze um 15 cm Höhe und eine, die bis 60 cm hoch wird
  • In Handel wird sehr viel häufiger die kleine Fittonie verkauft
  • Die dafür in vielen bunten Sorten zu haben ist ...

Standort

Die kleinen Mosaikpflanzen wachsen als hübsche Bodendecker oder niedrige Kletterpflanzen. Sie können am besten im Terrarium oder im Flaschengarten gezogen werden, weil sie eine sehr hohe, konstante Luftfeuchtigkeit brauchen, die eigentlich nur in solchen Umgebungen erreicht werden kann. Allerdings muss ein guter Luftaustausch gewährleistet sein, Mosaikpflanzen mögen keine stehende Luft.

Fittonia-BlättermeerWie ganz normale Zimmerpflanzen sind Fittonien nur schwer zu kultivieren – in der Luftfeuchtigkeit, die die Mosaikpflanzen mögen, möchten Sie nicht mehr leben. Allenfalls eine Haltung in einer Schale mit Kieselsteinchen und Wasser im Badezimmer oder in einer (tatsächlich genutzten) Küche wäre denkbar, dort ist die Luftfeuchtigkeit höher und der Luftaustausch stimmt. Ihr eigentlich passender Standort ist jedoch Terrarium oder Flaschengarten, umgeben von einer Luftfeuchtigkeit, die in normalen Wohnräumen auf Dauer eher nicht vorteilhaft wäre.

Unsere Zimmertemperaturen sind der Fittonia dafür nur recht, die Fittonia-Arten sind nämlich im tropischen Südamerika heimisch und gleichbleibend freundliche Temperaturen gewohnt. Eine Haltung bei gleichmäßigen Temperaturen um 20 °C, plus minus ein paar Grad, ist am besten.  

In Südamerika wächst die Mosaikpflanze "im alleruntersten Stockwerk" des Regenwalds, in gemütlicher, schummeriger Dämmerung. Sie kommt bei uns mit hellem Halbschatten aus, in Terrarien auch gerne mit dem Licht einer Leuchtstofflampe. Heller geht, aber die Fittonie braucht einen Standort mit indirektem oder zumindest gebrochenem Licht, direkte Sonneneinstrahlung einiger Stärke verursacht sofort Verbrennungen auf den Blättern.

  Mosaikpflanzen werden gelegentlich als ganz normale Zimmerpflanzen verkauft, ohne den geringsten Hinweis darauf, dass es sich in Bezug auf die Liebe zu hoher Luftfeuchtigkeit schon fast um Wasserpflanzen handelt. Wenn Sie in Wohnräumen mit ganz normalem Klima leben (und auch weiter leben möchten), keine Pflanzen in Bad/Küche wollen und Pflanzen nicht so gerne sterben sehen, sollten Sie die Fittonie im Laden lassen. Menschlicher Wohnraum ist kein Dschungel, unterscheidet sich auch aus gutem Grund in seinem


Klima vom Dschungelklima, deshalb erfordert die Haltung von Dschungelpflanzen im normalen Wohnraum immer einen erheblichen Aufwand. Der vom Handel aber gerne heruntergespielt wird ...

Substrat, Pflanzgefäß, Umtopfen

Blätter der FittoniaMosaikpflanzen wachsen am besten in humoser Erde, die Feuchtigkeit speichern kann, aber so durchlässig ist, dass sie nie matschig nass wird. Also in einem ganz normalen Topfkultursubstrat oder in einer mit Sand aufgelockerten Gartenerde, die gerne leicht sauer sein kann.

Fittonien bilden ein breites, flaches Wurzelwerk aus und passen damit gut in geräumige und flache Pflanzgefäße. Wenn ausreichend hohe Luftfeuchtigkeit geboten werden kann, machen sie sich auch sehr gut in Hängeampeln. Die Pflanzgefäße können hier gerne aus Kunststoff sein, besser als aus Ton, der den Wurzelbereich austrocknen lassen kann.

Gesunde Fittonien wachsen freudig in eine recht weitläufige Wuchsform mit vielen feinen Wurzeln, sie sollten jedes Jahr umgetopft werden. Die richtige Zeit dafür ist gekommen, wenn Sie auch den Rest Ihrer tropischen Zimmerpflanzen umtopfen, im Frühjahr oder Frühsommer. Sie bekommen dann auch immer frische Erde (Kultursubstrate im Topf neigen zu Bodenverdichtung mit folgender Staunässe) und einen etwas größeren Topf.

  Fittonien in ausgedehnten Pflanzschalen oder Terrarien müssen nicht aufwendig umgetopft bzw. in komplett frische Erde gesetzt werden, wenn Sie diese Pflanzen fortlaufend erneuern. Sie beschneiden dazu die Altpflanze und deren Wurzel, ersetzen in diesem Wurzelbereich alle lockere Erde durch frische Erde und pflanzen die abgeschnittenen Blattspitzen neben die Altpflanze ins frische Erdreich.

Gießen

Der Boden unter den Mosaikpflanzen sollte immer Feuchtigkeit enthalten, mäßige Feuchtigkeit, wenn der Boden zu nass wird, faulen Fittonien. Davon erholen Sie sich dann trotz komplettem Erdaustausch in der Regel nicht mehr, gießen Sie also immer erst dann, wenn sich die oberste Erdschicht leicht trocken anfühlt. Auch auf funktionierende Wasserabläufe sollten Sie achten, damit sich auf keinen Fall Staunässe bildet. Kurzzeitige Trockenheit ist auch nicht ideal, wird aber im Regelfall besser vertragen.

Wenn die Mosaikpflanze nicht ohnehin im Terrarium oder Flaschengarten wächst, sollte die hohe Luftfeuchtigkeit in ihrer Umgebung nicht nur aus dem Wasser in der Kieselschale kommen, sondern auch durch häufiges Benebeln gefördert werden. Wirklich Benebeln, nasse Blätter sollen die sensiblen Fittonien auch wieder nicht mögen ...

  In Bezug auf die Feuchtigkeit um sie herum ist die Fittonia wirklich empfindlich und anspruchsvoll. Wenn sie einmal völlig austrocknet, zeigt sie gerne einen spektakulären

"Ohnmachtsanfall", einen richtigen Zusammenbruch. Wenn Sie das schnell bemerken und sie sofort gründlich bewässern, wird sie sich in den meisten Fällen schnell erholen, wenn das aber wiederholt passiert, werden diese "Ohnmachtsanfälle" irgendwann ihren Tribut fordern.

Düngen

Eingetopfte FittoniaMosaikpflanzen müssen während der Vegetationsperiode gedüngt werden, einmal wöchentlich mit einem schwach konzentrierten Flüssigdünger oder zu Beginn der Saison mit einem Langzeitdünger, der kontrolliert nach und nach freigesetzt wird. Jeder ganz normale Mehrnährstoffdünger für Blattpflanzen eignet sich, hoch konzentrierte Flüssigdünger sollten allerdings verdünnt werden.

Vermehren

Fittonien wachsen als Ausläufer bildende Bodendecker

oder niedrige Kletterpflanzen, von beiden können Sie auch noch Kopfstecklinge von den Triebspitzen schneiden und die Mosaikpflanzen mit diesen vermehren.

Die Stecklinge sollten mindestens zwei Augen enthalten, sie können im späten Frühjahr oder im frühen Sommer geschnitten werden. In Anzuchterde sollten sie innerhalb von zwei bis drei Wochen Wurzeln bilden, bei zu kalter und zu trockener Umgebung können Sie mit Bewurzelungspulver nachhelfen. Absenker sollen auch funktionieren, insgesamt sollen die Keimlinge und Jungpflanzen aber noch empfindlicher sein als die schon recht zickigen erwachsenen Fittonien, mit zu großen Erwartungen sollten Sie also nicht an die Mosaikpflanzen-Vermehrung gehen.

Überwintern

Die ausdauernden krautigen Pflanzen können im Winter einfach durchkultiviert werden, bei Temperaturen von mindestens 17 °C oder höher, dann werden sie ganz normal weiterversorgt.

Wenn Sie im Winter nicht genügend Luftfeuchtigkeit bieten können, könnten Sie versuchen, die Mosaikpflanzen etwas kühler (bis zu 13 °C hinunter) und dunkler zu überwintern, dann wird die Bewässerung reduziert und kein Dünger gegeben.

Arten und Sorten

Die Gattung Fittonia umfasst 15 Arten. Die Artenabgrenzung innerhalb der Gattung ist umstritten, weshalb Sie mehrere Fittonia-Arten unter einem Namen kaufen können:
  • Fittonia albivenis kann Ihnen auch als F. argyroneura, F. verschaffeltii oder F. verschaffeltii var. argyroneura begegnen. Diese kleinen immergrünen Blattschmuckpflanzen wachsen nur 10 bis 15 cm hoch.
  • Fittonia gigantea können bis zu 60 cm hoch werden, haben purpurfarbene Stängel, dunkelgrüne Blätter und karminrote Blattadern.
Die anderen Arten sind in Kultur nur selten erhältlich, die Kultivare bei uns im Handel stammen in der Regel von der niedrigwüchsigen F. albivensis. Bekannt sind zum Beispiel die Sorten:
  • 'Pearcey', mit auffallenden, stark rot gefärbten Adern
  • 'Argyroneura', mit weiss bis silber geaderten Blättern
  • 'Argyroneura minima' hat rosa Blattadern, die sich nach außen verbreiten und das ganze Blatt rosa einfärben
  • Es gibt weitere Zuchtsorten, mit Blattadern in pink, creme, grün und mit verschiedenen Blattfarben

Häufig gestellte Fragen

Wann blüht die Mosaikpflanze?
Die Frage ist eher, ob sie überhaupt blüht, das muss in einer Kultur bei uns nämlich nicht unbedingt passieren, die meisten Fittonien in Zimmerkultur bilden niemals Blüten. Auf jeden Fall kann es einige Zeit dauern, und an eine bestimmte Zeit halten sich die Blüten dann auch nicht unbedingt. Spektakulär sind die Blüten auch nicht wirklich, aber ungewöhnlich: Wenn sie erscheinen, sieht es aus, als wenn sie mitten aus einem Blatt wachsen, wie interessant das wirkt, können Sie unter commons.wikimedia.org/wiki/File:Fittonia_albivenis_003.JPG betrachten.

Meine Fittonia zeigt mal schlaffe und welke und mal eingedrehte Blätter - woran liegt das?
Klingt nach einem Wechselbad von zu viel und zu wenig Feuchtigkeit, Sie sollten sich wahrscheinlich darauf konzentrieren, genau den Gießrhythmus zu finden, der Ihrer Mosaikpflanze zusagt. Ein Zettel neben der Pflanze kann helfen, auf dem Sie einige Zeit die Daten der Wassergaben beobachten (alle zwei Tage, alle drei Tage ...) und in die richtige Richtung anpassen. Welke Blätter sprechen für zu viel, verzwirbelte Blätter für zu wenig Feuchtigkeit. Zu warme und dauerhaft zu trockene Luft mag die Mosaikpflanze auch nicht, wenn Sie bei 23, 24 °C leben, sollte die Fittonia vielleicht in einen kühleren Nebenraum umziehen ...