Rindenmulch - Preise und Anwendung von Mulch

RindenmulchErfahrene Hobbygärtner wissen die Vorteile einer schützenden Schicht aus Rindenmulch im Garten zu schätzen. Die gehäckselte Baumrinde unterdrückt Unkraut, reduziert das Gießen, aktiviert das Bodenleben und hält die Erosion im Zaum. Darüber hinaus hat das natürliche Abdeckmaterial einen dekorativen Wert. Angesichts der zahlreichen Pluspunkte darf hingegen nicht übersehen werden, dass Rindenmulch auch einige Nachteile mit sich bringen kann. Bevor der Gartenfreund sich die zerkleinerten Rindenstücke anschafft, ist daher eine genaue Information empfehlenswert, die sich nicht nur auf die Preisgestaltung beschränkt, sondern die Anwendung von Mulch mit einbezieht.

Kurzer Steckbrief
  • Bodendeckung aus zerkleinerter Baumrinde
  • Unterteilung der Körnung in grob, mittel und fein
  • Grad der Ablagerung als Qualitätsmerkmal
  • Häufigste Holzarten: Kiefer, Fichte und Pinie
  • Anwendung auf Beeten, unter Bäumen und Sträuchern
  • Spezialverwendung im umweltfreundlichen Wegebau
  • Fehlende gesetzliche Regelung zur Zusammensetzung
  • Schadstoffbelastung durch Cadmium
Die Belastung von Rindenmulch durch das hochgiftige Schwermetall Cadmium wird häufig als Problem bei der Entscheidung über die Anwendung angesehen. Wie aktuelle, stichprobenweise Überprüfungen zeigten, hält die Mehrzahl der Hersteller die vorgeschriebenen Grenzwerte ein oder sie liegen sogar deutlich darunter.

Anwendung von Mulch


Die Einsatzmöglichkeiten von Rindenmulch im Hausgarten sind facettenreich und nicht selten ist selbst der erfahrene Hobbygärtner erstaunt über Varianten, die ihm bislang nicht in den Sinn kamen. Die folgende Darstellung ist daher darum bemüht, neben den altbewährten Anwendungen auch einige weniger bekannte Optionen zu erfassen.

Vorbereitende Arbeiten

Wo auch immer Rindenmulch genutzt wird, sind grundsätzlich im Vorlauf einige Arbeiten zu verrichten, damit die erwünschten Vorteile zum Zuge kommen.
  • Die zu mulchende Fläche gründlich von Unkraut befreien.
  • Anschließend wird der Boden mit der Harke feinkrümelig aufgelockert.
  • Eine Ausgleichsdüngung von Stickstoff durch Hornspäne oder Hornmehl einarbeiten.
  • Eine Dosierung von 40 g bis 80 g pro m² Fläche wird als ausreichend empfohlen.
  • Bei Bedarf ein Unkrautvlies an nicht bepflanzten Stellen ausbreiten.
Die Verabreichung von Stickstoffdünger vor der Ausbreitung ist sinnvoll, weil der nährstoffarme Rindenmulch zu Beginn eine Immobilisation dieses Nährstoffes auslösen kann. Trotzdem verfügt dieser Mulch natürlich über einen gewissen Gehalt an Pflanzennährstoffen, der auf der Verpackung gütegesicherter Produkte als detaillierte Angaben zu finden sein sollte.

  Eine professionelle Bodenanalyse liefert genaue Angaben über die Zusammensetzung. Daraus kann selbst der Laie einen Düngeplan entwickeln, der eine Überdüngung mit all ihren negativen Folgen ausschließt.

Abdeckung von Beetflächen

Ist das zu mulchende Areal entsprechend der erläuterten Vorgaben präpariert, kommt der Rindenmulch zum Einsatz. Idealerweise befinden sich im Beet bereits gut etablierte Stauden. Nicht geeignet ist die gehäckselte Baumrinde unter folgenden Bedingungen:
  • wenn die Stauden erst kürzlich gepflanzt wurden.
  • wenn die Beetfläche mit Bodendeckern bewachsen ist.
  • wenn sich auf dem Areal Pflanzen befinden, die einen alkalischen Boden bevorzugen.
Angesichts dieser Konditionen, raten die Experten zu Rindenhumus, der aus feinkörnigem, zumeist gemahlenem Material besteht und den Stickstoff weit weniger bindet, als die gröbere Variante. Da sich sein pH-Wert um 5 bewegt, gedeihen auch kalkliebende Pflanzen in der Umgebung von Rindenhumus.
In allen anderen

  Sollten sich bereits Stauden im Beet befinden, werden sie vor dem Mulchen mit umgedrehten Blumentöpfen abgedeckt, damit sie im Eifer des Gefechts nicht eingegraben werden.

Mulchen unter Bäumen und Sträuchern

Da Bäume und Sträucher von Natur aus bereits daran gewöhnt sind, dass der Boden um sie herum überzogen ist mit Laub, Reisig oder Nadeln, kann Rindenmulch hier seine Vorzüge besonders effektiv ausspielen. Natürlich darf auf den Baumscheiben und den Strauchreihen kein Unkraut stehen. Handelt es sich um Flachwurzler, ist besondere Vorsicht geboten beim Auflockern des Bodens, bevor der Mulch verteilt wird. Stachelbeerepflanze mit MulchDieser darf unter hoch wachsenden Gehölzen gerne auch etwas grobkörniger sein, ohne die harmonische Wirkung zu beeinträchtigen. Aufgetragen wird der Rindenmulch zwischen 4 cm und 8 cm hoch, abhängig von der Aufgabe, die er erfüllen soll. Das entspricht 40 bis 80 Litern pro Quadratmeter. Wirklich sicher wird der Durchbruch von Unkraut hingegen ab einer Mulchhöhe von 10 cm verhindert.

Befestigen von Gartenwegen

Ein Gartenweg aus Rindenmulch passt sich nicht nur in das naturverbundene Gesamtbild sehr viel besser ein; er bietet zudem den Vorteil, dass auf ein aufwändiges Betonfundament verzichtet werden kann.
  • Mit einer Schnur und Holzpfählen den Verlauf des Wegs markieren.
  • Ein geschwungener Verlauf übertrumpft einen schnurgeraden Weg.
  • Anschließend entlang der Leine mit dem Spaten die Kanten abstechen.
  • Daraufhin wird die Erde ca. 10 cm bis 15 cm tief abgetragen.
  • Kommen Steine und Wurzeln zum Vorschein, werden sie beseitigt.
  • Für die Randbegrenzung an beiden Seiten einen kleinen Graben ausheben.
  • Ist dieser Graben mit Sand gefüllt, werden die Randsteine darin verlegt.
  • Im letzten Schritt wird der Rindenmulch verteilt und mit einer Walze verdichtet.
Sollte im Bereich des Gartenweges die Gefahr von Staunässe bestehen, ist es ratsam, vor der Verteilung des Rindenmulchs eine Drainage aus Kies aufzutragen. Diese Vorsichtsmaßnahme hat gleichzeitig den Vorteil, dass der Gartenweg selbst nach einem kräftigen Regenschauer sogleich wieder betreten werden kann. Übrigens muss die Randgestaltung des Gartenwegs mit Rindenmulch nicht zwingend aus Steinen bestehen. Eine kleine Buchsbaumhecke oder Birkenstämme, die aneinander gereiht werden, verstärken die naturverbundene Wirkung des Weges zusätzlich.

  Damit die Wegbefestigung aus Rindenmulch bei jedem Schritt angenehm federt, sollte der

Sitzplatz im Garten mit Mulch

Ein mit Steinen gepflasterter Sitzplatz im dicht gepflanzten Garten wirkt zumeist wie ein Fremdkörper. Wie viel urwüchsiger wirkt die Sitzgelegenheit unter freien Himmel, wenn sie auf einem Untergrund aus Rindenmulch angelegt wurde?
  • Ein eventuell bereits vorhandener Rasen muss nicht ausgegraben werden.
  • Die geplante Fläche überlappend mit Zeitungspapier belegen.
  • Darüber eine Unkrautfolie ausbreiten.
  • In der Folge den Rindenmulch ca. 10 cm dick ausbreiten.
Damit die Gartenmöbel nicht in der Mulchschicht versinken, sollte sie mit einer Rasenwalze verdichtet werden. Wollen sich Sämlinge der umliegenden Gartenpflanzen auf dem Rindenmulch
Spielplätze unter Schaukeln und Rutschen sichern


Unter Spielplatzgeräten ist in Deutschland laut DIN EN 1176 bereits ab einer Fallhöhe von 60 cm ein Fallschutz vorgeschrieben. Rasen ist diesen Erfordernissen aufgrund der hohen Abnutzung ab einer Fallhöhe von 1,50 m nur selten geeignet. Rindenmulch erfüllt hingegen beste Voraussetzungen, bei einer entsprechend dicken Schicht, selbst Stürze aus 2 Meter bis 3 Meter zu dämpfen. Bis 2 Meter ist eine Rindenmulch-Schicht von 30 cm vorgeschrieben, die sich auf 40 cm erhöht, wenn die Fallhöhe diese 2 Meter übersteigt. Die Korngröße darf dabei zwischen 20 mm und 80 mm liegen.

  Bestehen die Spielgeräte aus Holz, sollte auf Rindenmulch als Fallschutz verzichtet werden, weil die darin befindliche Gerbsäure die Standpfosten faulen lässt.

Frostschutz bei Rosen

Wenngleich die meisten Rosensorten winterhart sind, verwöhnt der besorgte Hobbygärtner sie trotzdem mit einem Schutz vor den frostigen Temperaturen.
  • Nach dem Schnitt werden die Rosen bis über Veredelungsstelle mit Rindenmulch angehäufelt.
  • Bodendecker-Rosen werden idealerweise komplett mit den zerkleinerten Baumrinden bedeckt.
Überschreiten im Frühjahr die Temperaturen dauerhaft den Gefrierpunkt, zieht der Rosenfreund den Rindenmulch mit der Harke einfach auseinander und verteilt ihn im Beet.

Bunter Rindenmulch zur Dekoration

In der kreativen Gartengestaltung hat Rindenmulch sich mittlerweile einen Stammplatz erobert. Neben den typischen Brauntönen, bietet der Handel nun auch farbigen Mulch an in Schwarz, Rot, Gelb, Blau, Türkis oder Grün. Damit erhält der fantasievolle Hobbygärtner ein nützliches und dekoratives Gestaltungselement an die Hand, das wirkungsvolle Akzente setzt unter Gehölzen, Stauden oder Rosen. Wird diese vergleichsweise teure Spielart des Rindenmulchs zu dünn aufgetragen, kommt die Wirkung der Unkrautunterdrückung nicht zum Tragen. Darüber hinaus ist zu bedenken, dass im Laufe der Zeit die Farbe verblasst und eine neue Schicht des farbigen Mulchs her muss.

  Umweltbewusste Gartenfreunde müssen nicht auf farbigen Rindenmulch verzichten, denn das Holz wurde mit Eisenoxid-Pigmenten behandelt, die ökologisch vollkommen unbedenklich sind.


Nachteile halten sich im Rahmen
  • Sack mit RindenmulchGemüse- und kalkliebende Pflanzen vertragen keinen Rindenmulch.
  • Rindenmulch entzieht dem Boden Stickstoff, während er verrottet.
  • Die Feuchtigkeitsbindung zieht Nacktschnecken an.
  • Eine zu dünne Schicht Rindenmulchs lässt Unkraut trotzdem durchbrechen.
  • Vögel bringen die Mulchschicht durcheinander, während sie Regenwürmer suchen.
Weitere Mankos des Rindenmulchs konnten trotz gründlicher Recherche nicht ausfindig gemacht werden.

Preise

Grundsätzlich sollte beim Kauf von Rindenmulch auf das RAL-Qualitätssiegel geachtet werden, weil nicht zertifizierte Billigsorten häufig Grünkompost, Sägemehl und andere unerwünschte Beimischungen enthalten. Die folgenden Preise bieten lediglich einen überschläglichen Überblick. Die Differenzierungen beziehen dabei auf 0-8 mm für fein, 8-16 mm für mittel und 16-25 mm für grob.
  • Pinien-Dekorrinde fein ab 8,85 Euro für 70 Liter.
  • Pinien-Dekorrinde mittel ab 8,95 Euro für 70 Liter.
  • Pinien-Dekorrinde grob ab 9,95 Euro für 70 Liter.
  • Kiefernmulch fein ab 4,40 Euro für 70 Liter.
  • Kiefernmulch mittel ab 4,40 Euro für 70 Liter.
  • Kiefernmulch grob ab 4,50 Euro für 70 Liter.
  • Fichtenmulch fein ab 2,90 Euro für 70 Liter.
  • Fichtenmulch mittel ab 2,80 Euro für 70 Liter
  • Fichtenmulch grob ab 2,75 Euro für 70 Liter.
  • Farbiger Rindenmulch ab 13,95 Euro für 50 Liter.
Deutlich preisgünstiger gestalten sich die Angebote der Kompostwerke. Hier gibt es Rindenmulch schon ab 4,24 Euro für 100 Liter. Bei allen angegebenen Preisen kommen die Lieferkosten hinzu, die angesichts des recht hohen Gewichts im Auge behalten werden sollten. Selbstabholer haben folglich spürbare finanzielle Vorteile beim Kauf von Rindenmulch.

Häufig gestellte Fragen

Kann ich Rindenmulch auch selbst herstellen?
Wenn Sie in Ihrem Garten Bäume und Sträucher beherbergen, können sie das alljährlich anfallende Schnittgut dazu verwenden, Rindenmulch selbst herzustellen. Hierzu benötigen sie einen Häcksler, den Sie von einem freundlichen Nachbarn leihen oder im Baumarkt mieten können. Das Gerät zerschreddert das Holz und liefert Ihnen auf diese Weise Rindenmulch.

Auf dem Rindenmulch hat sich ein dichter Pilzteppich gebildet. Ist das schädlich?
Als reines Naturprodukt enthält Rindenmulch häufig schon bei der Anlieferung Pilzsporen, zumal ihm keine Mittel zugesetzt werden, die derartige Organismen abtöten würden. Mit ihrer feuchten Wärme bieten die Baumrindenstücke den Pilzen ideale Lebensbedingungen, sodass sie sich schnell vermehren. Gefährlich oder gar giftig sind sie nicht. Wenn Sie sich an der Optik stören, nehmen Sie einfach eine Schaufel zur Hand und heben die Pilze ab.

Was ist der Unterschied zwischen Rindenmulch und Holzschnitzeln?
Bei beiden Materialien handelt es sich um reine Naturprodukte. Der Unterschied liegt darin, dass es sich bei Rindenmulch um zerkleinerte Baumrinde von Nadelhölzern handelt. Holzschnitzel dagegen bestehen ausschließlich aus gehäckseltem Holz ohne Rinde und Laub und verfügen daher über eine deutlich längere Lebensdauer. Dieser Umstand macht sich natürlich im Preis bemerkbar, denn ein 70-Liter-Sack mit Holzschnitzeln kostet ab 16,99 Euro.