Miniermotten - Mittel zur Bekämpfung

MiniermotteEs sind die Raupen der Miniermotten, die sich im Blattinneren ihrer Wirtspflanzen von Zelle zu Zelle bohren. Da die Schädlinge dabei die Ober- und Unterseite unberührt lassen und sich raffinierter Weise ebenso wenig den Rändern nähern, ist die Befalls-Diagnose häufig erst anhand des Schadbildes möglich. Die Fraßgänge färben sich gelb oder braun, trocknen aus und die Blätter sterben ab. Die Liste ihrer bevorzugten Opfer ist lang und umfasst zahlreiche unter Hobbygärtnern ausnehmend beliebte Grünpflanzen und Gehölze. Dank effizienter Mittel muss kein Hobbygärtner das destruktive Unwesen der Schmetterlinge und ihrer Brut kampflos hinnehmen.



Kurzer Steckbrief

  • Botanische Ordnung der Schmetterlinge (Lepidoptera).
  • Familie der Miniermotten.
  • Wissenschaftlicher Name: Gracillariidae.
  • Von 1.000 Arten weltweit, sind 230 in Europa aktiv.
  • Kleine Falter mit gefransten Flügeln und einem Saugrüssel.
  • Flügelspannweite 5 mm bis 9 mm, selten größer.
  • Körperfarbe fleischfarben bis oliv.
  • Zumeist spezialisiert auf separate Wirtspflanzen.
  • Das Larvenstadium bestimmt das Erscheinungsbild.
  • Raupen existieren hauptsächlich als Minierer.
Gemessen an der Zeitrechnung der Insektenkunde (Entomologie), sind Miniermotten erst kürzlich in Europa aufgetaucht. Die ersten Exemplare wurden in den 1970er Jahren in Frankreich gesichtet und dokumentiert. Die Plage nahm in den 1990er Jahren dann Fahrt auf, als das Auftreten der Thuja-Miniermotte invasiven Charakter annahm und die Forscher bei der Entwicklung von Gegenmaßnahmen in Atem hielt. Mittlerweile halten die Mittel zur Bekämpfung der Miniermotten wenigstens annähernd Schritt mit dem Prozess ihrer Evolution, sodass von einer Invasion wirksam entgegengetreten werden kann.

Erkennungsmerkmale und Lebensweise

Die schier unübersehbare Vielzahl an Arten gestaltet es schwierig für den Hobbygärtner, den Schädling eindeutig zu identifizieren. Einige wenige gemeinsame Charakteristika kennzeichnen trotzdem die Miniermotten.
  • Winzig kleine, schlanke Falter, die ab April in der Abenddämmerung ausfliegen.
  • In Ruhestellung am leicht erhobenen Oberkörper zu erkennen.
  • Gefranste, teils transparente Flügel in braun oder beige mit kleinen Flecken.
Abhängig von der Insektenart, überwintern die Miniermotten als Falter oder Raupen unter der Baumrinde, häufiger jedoch im Laub. Da die Schädlinge vergleichsweise kälteresistent sind, beginnen sie schon früh im Jahr mit der Eiablage bzw. mit dem Fressgelage im Inneren der Blätter und Nadeln. Ein Weibchen legt durchschnittlich 40 Eier, aus denen sich innerhalb von 2 bis 3 Wochen neue Larven entwickeln, die sich ins Blattinnere bohren und durch die Gänge des Blattgewebes fressen. Abhängig von der Art und der Witterung, entwickeln sich 1 bis 3, schlimmstenfalls 4 Generationen an Miniermotten pro Jahr. Die Verpuppung der Larven findet in der Regel in den Minen statt, wobei sie Kokons bilden, die bereits mit bloßem Auge gut sichtbar sind. Von der letzten Generation vor Beginn des Winters verbleibt ein Teil der Puppen im Kokon, um im nächsten Jahr mit dem schändlichen Treiben ab April fortzufahren. Bevorzugte Wirtspflanzen der Miniermotten sind:
Miniermotte auf einem Blatt
  • Thujas
  • Rosskastanien
  • Ahorn und Robinien
  • Azaleen
  • Flieder
Die Schädlinge haben zudem keine Skrupel, sich über Kern- und Steinobstgehölze sowie Laubbäume aller Art herzumachen. Folglich ist zu befürchten, dass die Miniermotten in den nächsten Jahren ihr Beutespektrum stetig vergrößern werden.

Sofortmaßnahmen

Angesichts eines Anfangsverdachtes, ist es empfehlenswert sich im ersten Schritt Gewissheit darüber zu verschaffen,


ob es sich tatsächlich um einen Befall durch Miniermotten handelt. Zu diesem Zweck bietet der Handel Pheromonfallen an, die den paarungsbereiten Männchen suggerieren, dass sie dort von Weibchen erwartet werden. Sie bleiben in den Klebefallen hängen und verenden. Auf diese Weise wird die Ausbreitung der Miniermotten zwar gestört, jedoch nicht wirksam unterbunden. Der signifikante Vorteil der Lockstoff-Fallen liegt vielmehr darin, dass der Gartenfreund sich ein Bild über den Befallsdruck in seinem grünen Reich machen kann, um entsprechende Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

  Da die Schädlinge bis zu 3 oder 4 Generationen pro Jahr hervorbringen, sollten die Pheromonfallen bis Mitte/Ende Oktober in den Pflanzen verbleiben.

Erbrachten die Lockstoff-Fallen den Nachweis, dass es sich um Miniermotten handelt, die sich im Garten tummeln, leitet der kundige Hobbygärtner weitere Bekämpfungsmaßnahmen ein:
  • Sämtliche betroffenen Blätter entfernen und verbrennen.
  • Alle 3-4 Tage einen Kontrollgang durch den Garten vornehmen.
  • Dabei auch am Boden liegendes, infiziertes Laub aufsammeln und entsorgen.
Da nur noch in wenigen Regionen Deutschlands das Verbrennen von Gartenabfällen erlaubt ist, werden die befallenen Blätter in Plastiktüten gesammelt, die fest verschlossen in den Hausmüll wandern. Verantwortungsbewusste Hobbygärtner geben das infizierte Laub bei den Fachleuten einer Kompostsammelstelle ab mit dem Hinweis, um welche Schädlinge es sich handelt.

Nützlinge

Der Einsatz von Pheromonfallen in Verbindung mit einer sorgfältigen Beseitigung aller befallenen Blätter leistet einen wichtigen Beitrag, damit sich Miniermotten im Hausgarten nicht zu einer Invasion entwickeln. Einen 100 %igen Schutz bieten diese Maßnahmen hingegen nicht, denn die Larven wissen jedes noch so winzige Versteck zu nutzen. Gleichwohl gibt es Hoffnung, denn zu jedem Schädling wartet Mutter Natur stets auch mit einem oder mehreren natürlichen Gegenspielern auf. Statt zur chemischen Keule zu greifen, macht sich der umweltbewusste Gartenfreund deren Aktivitäten zunutze.
  • Die befallene Pflanze wird in Gartenvlies oder ein engmaschiges Schutznetz verpackt.
  • Darunter werden die Nützlinge freigelassen, die sich sogleich auf die Larven stürzen.
  • Sind alle Raupen der Miniermotten vernichtet, werden die Nützlinge freigelassen.
Den Pflanzen selbst fügen die natürlichen Gehilfen bei der Bekämpfung der Miniermotten keinen Schaden zu. Finden sie keine Larven mehr vor, verlassen sie den Garten, um sich auf die Suche nach neuen Nahrungsquellen zu begeben. Zu den wichtigsten Nützlingen zählen:
  • Schlupfwesen
  • Brackwespen
  • Erzwespen
Da ihr natürliches Aufkommen stark begrenzt ist, werden sie in Fachbetrieben gezielt gezüchtet und in artgerechter Verpackung geliefert. Weitere Nützlinge, die in freier Natur reichlich vorhanden sind:

  Hobbygärtnern, die unter einer Allergie gegen Wespenstiche

leiden, sei geraten, beim Einsatz der Insekten geeignete Schutzkleidung zu tragen oder auf die Unterstützung alternativer Nützlinge zu vertrauen.

Vorbeugende Maßnahmen

Damit sich die Miniermotten erst gar nicht im Hausgarten heimisch fühlen, kann der Hobbygärtner zu folgenden vorbeugenden Mitteln greifen, die übrigens auch andere Schädlinge abschrecken:
  • Miniermottenbefall an einem KastanienblattKein abgefallenes Laub herumliegen lassen.
  • Befallene Blätter nicht auf dem Kompost entsorgen.
  • Keine chemischen Insektizide anwenden, weil diese auch die Nützlinge vernichten.
  • Den Garten naturnah und einladen gestalten für Insekten und Vögel.
Einige Nistkästen, aufgehängt in den Bäumen, laden Vögel zum Verweilen ein. Insbesondere

Meisen schätzen die Larven der Miniermotten als bevorzugte Beute, wobei sie auch Blattläuse nicht links liegen lassen. Alte Blumentöpfe, gefüllt mit Holzwolle und aufgedreht aufgestellt, verheißen Insekten einen geschützten Rückzugsort. Von hier aus starten sie dann zum Beutezug durch den Garten, wobei sie auch die Raupen der Miniermotten nicht verschonen.

Regelmäßiger Rückschnitt

Zu den Miniermottenarten, die Hobbygärtnern besonders viel Kopfzerbrechen bereiten, zählt die Thuja-Miniermotte (Argyresthia thuiella), die selbst nicht davor zurückschreckt, ganze Hecken zu vernichten. In diesem Fall sind es insbesondere die Triebenden, die durch die gefräßigen Larven erheblichen Schaden nehmen. Nachdem die Falter ausgeflogen sind durch die gebohrten Löcher, verfärben sich die Nadeln gelb, dann braun und grau, um letztendlich abzufallen. Mit einem rechtzeitigen und gezielten Schnitt im Frühjahr hat der erfahrene Hobbygärtner die Möglichkeit, dem Befall vorzubeugen oder zumindest das Ausmaß des Schadens einzudämmen. Wichtig zu beachten ist, dass die übrigen Rahmenbedingungen der Thujas stimmen, wie Standort, Substrat und Bodenverhältnisse.

  Da sich im Schnittgut der Thujapflanzen Larven der Miniermotten verstecken könnten, wird es nicht auf dem Kompost entsorgt.

Im Rahmen des regelmäßigen Schnitts im Frühjahr hält der Gartenfreund die Ausbreitung der Miniermotten an seinen Thujas unter Kontrolle. Da die Schädlinge hingegen im Juli/August zu einer erneuten Attacke ansetzen, empfehlen Experten, nach einer kombinierten Strategie vorzugehen. Dabei kommt zusätzlich zum Rückschnitt im Juli ein zugelassenes Insektizid zum Einsatz, das einerseits die erneute Eiablage verhindert und neue Raupen daran hindert, in die Triebe einzudringen. Übrigens konnten verschiedene Hobbygärtner gute Erfolge durch die Spritzung mit Brennnessel-Jauche statt eines teuren Insektizids vermelden.Brennnessel-Jauche lässt sich ganz einfach selbst herstellen:
  • 1 kg Brennnesselblätter zerkleinern.
  • In einen Bottich füllen und 10 Liter Wasser hinzufügen.
  • Gut umrühren, einen Deckel auflegen und an einem sonnigen Platz aufstellen.
  • Während der nächsten 14 Tage regelmäßig mit einem Holzstab umrühren.
Der sehr strenge Geruch, den die Jauche verbreitet, kann durch die Zugabe von Gesteinsmehl deutlich reduziert werden. Somit wird das natürliche Mittel zur Bekämpfung der Miniermotten für die menschliche Nase etwas erträglicher, was der Wirksamkeit hingegen keinen Abbruch tut.

Kastanienminiermotte Einhalt gebieten


Eine der in Deutschland populärsten Baumarten zählt leider auch zu den Favoriten der Miniermotten: die Rosskastanie. Nicht selten setzt entlang der Straßen, die von Kastanienbäumen gesäumt sind, bereits im Sommer das typische Herbstbild ein, indem braun-gelb verfärbte Blätter in rauen Mengen fallen. Pheromonfallen oder Nützlinge haben hier kaum Erfolgsaussichten. Um der Miniermotten-Plage Herr zu werden, haben sich ganze Nachbarschaften zusammengeschlossen, um das zu Boden gefallene Laub in Plastiktüten zu sammeln und einer fachgerechten Entsorgung zuzuführen. Darüber hinaus werden die bereits beschriebenen Nistkästen in den Kastanienbäumen aufgehängt. Im gleichen Zug sind Städte und Gemeinden dazu übergegangen, vorzugsweise die Scharlach-Rosskastanie (Aesculus x carnea "Briotii") in Parks und entlang der Straßen zu pflanzen, weil diese sich als resistent gegenüber den Miniermotten erwiesen hat.

  Gartenfreunde, die eine oder mehrere prachtvolle Kastanien in ihrem Garten kultivieren, geben freilaufenden Hühnern oder Laufenten die Gelegenheit, die Raupen und überwinternden Miniermotten-Puppen zu vertilgen.

Biologische Pflanzenschutzmittel

Wenn sämtliche erläuterten Mittel zur Bekämpfung der Miniermotten nicht zum gewünschten Erfolg führen, bietet sich dem geplagten Hobbygärtner als letzter Ausweg der Griff zu biologischen Pflanzenschutzmitteln an, die für den Einsatz im Haus- und Kleingarten erlaubt sind:

AMN Biovit von Mack

  • Miniermotte auf HolzHauptbestandteil des Präparats ist Knoblauch.
  • Die behandelte Pflanze nicht den Geruch hingegen nicht an.
  • Vorbeugende Wirkung im April bei Obst, Gemüse und Zierpflanzen.
  • Preis für 1 Liter Sprühflasche: ca. 11 Euro.
Kastanienminiermotten-Set (3 Artikel)
  • Trichterfalle mit 1 Pheromonkapsel im Baum aufhängen.
  • Zusätzlich Leimringe um den Stamm überlappend wickeln.
  • Deutliche Reduzierung der Vermehrung von Miniermotten.
  • Preis des Sets ohne Leimringe mit 5 Pheromonkapseln: ca. 36 Euro.
Calypso von Bayer
  • Systemische Fraß- und Kontaktwirkung.
  • Nur anzuwenden mit vorliegendem Sachkundenachweis.
  • Nicht Bienen- oder Hummelgefährlich.
  • Gut Ergebnisse in Kombination an Thujas nach einem Rückschnitt.
  • Preis von 20 ml ca. 27 Euro.
Natria Bio-Schädlingsfrei Neem
  • Basiert auf dem natürlichen Wirkstoff des Neem-Baumes.
  • Bewirkt einen sofortigen Saug- und Fraßstopp.
  • Ungefährlich für Nützlinge aller Art.
  • Preis für 30 ml ca. 8 Euro.
Die Online Datenbank des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit gibt aktuell und für jedermann frei zugänglich detaillierte Informationen, welche Präparate für den Einsatz im Haus- und Kleingarten zugelassen sind.

Häufig gestellte Fragen

Muss ich überhaupt etwas gegen die Miniermotten in meinem Garten unternehmen?
In nahezu jedem Garten sind Miniermotten vorhanden. Wenn Sie prinzipiell auf den Einsatz chemischer Mittel verzichten, sind genügend Nützlinge vor Ort, um das biologische Gleichgewicht aufrecht zu erhalten. Lediglich dann, wenn eine große Anzahl Blätter die typischen Schädigungen aufweist, ist eine Bekämpfung empfehlenswert.

Zu welcher Jahreszeit ist der höchste Befallsdruck durch Miniermotten zu erwarten?
Die Schädlinge beginnen zwar bereits im April mit ihrem Unwesen. Den Höhepunkt ihrer Betriebsamkeit erreichen sie hingegen erst im Sommer. Zu dieser Zeit erzielen die Bekämpfungsmittel die höchsten Erfolgsquoten.