Japanischer Ahorn, Fächerahorn, Acer palmatum - Pflege-Anleitung

Japanischer-Fächerahorn-Acer-PalmatumDer Japanische Ahorn wird auch als Fächerahorn (Acer palmatum) bezeichnet und ist eine Augenweide für jeden Garten und jede Terrasse. Das überwiegend winterharte Zierbäumchen hat eine strauchähnliche Form und ist relativ pflegeleicht bei der Handhabung. Die Auswahl eines geeigneten Standorts ist ausschlaggebend für einen gesunden und üppigen Wuchs, außerdem sollte der Boden ausreichend vorbereitet und gegossen werden, damit sich der Baum wohlfühlen kann.

Im Herbst verfärben sich die Blätter in leuchtenden Farbtönen, die sortenabhängig von gelb über orange bis rot reichen. Darüber hinaus sind die trugdoldenartigen Blüten sehr attraktiv und genauso intensiv in der Farbgestaltung.

Kurzer Steckbrief
  • Attraktiver Zierbaum für Garten und Terrasse
  • Leuchtende Herbstfärbung der Blätter in gelben, orangenen und roten Farbtönen
  • Blüten mit purpurroten Kelchen und rosafarbenen Kronblättern
  • Optimal für Japanische Themengärten geeignet
  • Genügend winterfest für die hiesigen Breitengrade
  • Bedarf an Sonneneinfall ist sortenabhängig
  • Vorzugsweise sonniger bis halbschattiger Standort
  • Für Kübel- und Gartenhaltung geeignet, als Solitär oder im Verbund mit anderen Pflanzen
  • Einfache Vermehrung durch Stecklinge
  • Winterharte und robuste Sorten

Standort, Substrat und Boden

Der Japanische Ahorn eignet sich ideal als Solitär an einer besonders schönen Ecke im Garten oder als Kübelpflanze auf der Terrasse. Der Baum bringt eine harmonische Note in einen japanisch gestalteten Garten und vervollständigt das thematische Gesamtbild. Sehr wichtig sind die Standortbedingungen für den Acer palmatum, damit sich der Baum stets wohlfühlen und kräftig gedeihen kann. Die verschiedenen Sorten haben abweichende Ansprüche, die bei der Standortwahl zu berücksichtigen sind. Darüber hinaus stellt die Pflanze folgende Ansprüche:
  • Japanischer Fächerahorn im KübelIdeal ist sonniger bis halbschattiger Standort mit viel Lichteinfall, Ansprüche sind sortenabhängig
  • Einige Sorten brauchen direkte Sonne und lange Sonnenbestrahlung, um intensive Färbung im Herbst zu entwickeln
  • Manche Ahorngewächse sind sonnenempfindlich und benötigen Schatten während der Mittagshitze
  • Anfänglich kann es zu verbrannten Blättern kommen
  • Auf windgeschützten Standort achten, da starker Wind die Blätter zerreißen kann
  • Zugwind ist maßgeblich für die Blattspitzendürre verantwortlich, welche sich in verbrannten Blattspitzen äußert
{infobox type=check|content=Die zierlichen Bäumchen bevorzugen die Nähe zu einem Gartenteich oder anderen Gewässern, da hier eine erhöhte Luftfeuchtigkeit herrscht. Die Luftfeuchte hilft außerdem auch gegen die Blattspitzendürre und verhindert nachhaltig die verbrannten Blattspitzen.}

Das Substrat ist sehr wichtig für die Entwicklung der Ahorngewächse, der Erdboden sollte locker und extrem durchlässig sein, undurchlässige Böden führen schnell zur schädlichen Staunässe, welche unbedingt zu vermeiden ist. Ein stets mäßig feucht gehaltener Boden wird jedoch vom Acer palmatum geschätzt und sorgt für ein gutes Gedeihen. Des Weiteren sollten folgende Punkte beachtet werden:
  • Frisches und stets leicht feuchtes Pflanzsubstrat, mit saurem bis neutralen pH-Wert
  • Schätzt nährstoffreiche Erde mit sandigen bis lehmig-humosen Attributen
  • Schwere und undurchlässige Lehmböden mit Sand oder Torf vermischen und auflockern
  • Bei Nährstoffmangel verrottetes Laubkompost in den Gartenboden untermischen
  • Kübelhaltung möglich, wichtig ist regulierende Drainage am Topfboden
  • Spezielles Pflanzsubstrat für Kübelpflanzen einsetzen
  • Staunässe dringend vermeiden, wird gar nicht vertragen!
  • Hohe Luftfeuchtigkeit beugt verbrannten Blättern vor
  • Zusätzliche Mulchschicht an der Erdoberfläche sorgt für höhere Luftfeuchte

Einpflanzen

Der Japanische Ahorn lässt sich ohne großen Aufwand einpflanzen, wichtig ist das Ausheben eines genügend großen Pflanzloches. Mit einer entsprechenden Vorbereitung fühlt sich der kleine Ahornbaum sofort nach dem Pflanzen wohl und kann sich gut entfalten. Für die Haltung von Kübelpflanzen darf kein zu kleines Gefäß ausgesucht werden, damit ausreichend Platz für eine gesunde Wurzelentwicklung des Fächerahorns gegeben ist. Mit einer Drainage wird Staunässe von Anfang an vermieden. Wichtig sind diese Faktoren:
  • Junges Exemplar des Japanischen FächerahornsAusreichende Bodenvorbereitung vor der Pflanzung
  • Großzügig bemessenes Pflanzloch oder großformatiger Kübel
  • Erdboden hinlänglich und großräumig auflockern, bis in eine Tiefe von 30-50 cm, um Luftzirkulation zu verbessern
  • Ideal ist leicht hügeliger Standort für das Einpflanzen, damit überschüssiges Wasser stets gut ablaufen kann
{infobox type=check|content=Vorherige Standorte, die von einer Verticillium-Welke befallen wurden, dürfen im Anschluss nie für den Japanischen Ahorn genutzt werden, da sich dieser hier mit der fatalen Pilzerkrankung anstecken kann. Auch der Austausch des Erdbodens kann in diesem Fall nicht weiterhelfen.}

Gießen und Düngen

Im Gegensatz zum heimischen Ahorn hat der Japanische Ahorn flachliegende Wurzeln, sodass viel Wasser nahe an der Oberfläche verdunstet. Bereits ältere Ahornbäume können einen vorüber gehenden Wassermangel problemlos überstehen, während dieser bei einem noch jungen und erst frisch eingepflanzten Fächerahorn zu Schäden führt. Das richtige Wässern spielt eine wichtige Rolle bei der Entwicklung des zierlichen Baumes, eine Düngergabe ist nur selten erforderlich. Zu beachten sind die folgenden Kriterien:
  • In den heißen Sommermonaten reichlich und regelmäßig gießen
  • Ideal ist das Wässern in den kühleren Morgen- und Abendstunden, während extremer Hitzewellen zu beiden Zeitpunkten gießen
  • Blätter beim Gießvorgang auslassen, da diese durch das verdunstende Wasser verbrennen können
  • Düngergabe im Frühling, optimal ist ein Depotdünger, welcher das gesamte Jahr über wirkt
  • Mit dem Einsatz von Patentkali im Herbst, können Ahornbäume die Wintermonate besser überdauern
  • Abweichende Düngung bei der Kübelhaltung, hier bietet sich der umhüllte Langzeitdünger an (1 Gramm auf einen Liter Substrat)

Vermehren

Der Japanische Ahorn kann durch Stecklinge kostengünstig
vermehrt werden und auf diese Weise den ganzen Gartenbereich verschönern. Die Stecklingsvermehrung ist relativ einfach, wenn die folgenden Faktoren und Standortansprüche eingehalten werden:
  • Weiche und noch nicht verholzte Stecklinge abscheiden, leichte Verholzungen sind möglich
  • Stecklinge in Lavagranulat mit Körnung von 1 mm setzen
  • Anzahl der Blätter etwas reduzieren, damit Verdunstung minimiert wird
  • 2-3 kleine Blättchen reichen völlig aus, Triebspitzen abschneiden
  • Spezielle Gefäße (Jiffy-Pots) zum Anpflanzen nutzen
  • Bewurzelungshormon erhöht die Wuchschancen
  • Feucht-warme Atmosphäre fördert die Wurzelentwicklung
  • Heller Standort, ohne direkte Sonnenbestrahlung
  • Pflanzsubstrat jederzeit feucht halten, aber Nässe verhindern
  • Auf ausgiebiges Lüften achten, jedoch ohne schädliche Zugwinde
  • Nach ca. 8 Wochen bilden sich die ersten kleinen Wurzeln aus
  • Optimale Zeit für die Vermehrung mit Stecklingen ist Ende Mai bis zum Ende Juni

Blüten und Sorten

Stamm des Japanischen FächerahornsDie Blüten sind zwar nicht besonders groß, fallen aber schön auf. Es gibt 400-500 verschiedene Sorten, von denen sich nur die winterharten für die oft sehr kalten Wintermonate in den hiesigen Breitengraden eignen. Die folgenden Sorten eignen sich für den heimischen Garten:
  • Blüten in der Form von Trugdolden
  • Purpurrote Blütenkelche mit rosafarbenen Kronblättern
  • Pro Baum 10-15 Blüten, mit langen Stielen
Attraktive Sorten für den Hausgarten:
  • Cristatum (Herbstfärbung in kräftigem Orange, bizarrer und schmaler Wuchs, gekräuseltes Blattwerk)
  • Orangeola (breiter Wuchs, im Sommer braunrote und im Herbst leuchtend orangerote Blätter)
  • Osakazuki (dunkelgrünes Laubwerk, mit einer rotbraun Saum, hervorstechende Herbstfärbung in strahlendem Rot, aufrechte Wuchsform)
  • Bloodgood (erst tiefrote, dann dunkelrotbraune Laubfarbe, ohne gesonderte Herbstfärbung, großer Platzbedarf)
  • Englishtown (purpurrote Blätter, bildet keine spezielle Herbstfärbung aus, breiter Wuchs)
  • Nicholsonii (im Sommer intensiv grünes und dann im Herbst zimtrotes Blattwerk, markant trichterförmige Wuchsform)
  • Oridono nishiki (rosafarbenes bis grünes Laubwerk, bunte Rinde, gelborange bis purpurrote Herbstfärbung, rasch, aufrechter Wuchs)
  • Sango kaku (grüne Blätter an korallenroten Zweigen, goldgelbe Herbstfärbung, straffe Wuchsform in aufrechte Ausrichtung)

Blätter, Wuchs und Pflanznachbarn

Die Japanischen Ahorne eignen sich gut zum Unterpflanzen, da das Wurzelwerk locker verzweigt ist und nur einen geringen Feinwurzelanteil enthält. Die farbigen Zierbäumchen erstrahlen vor einem grünen Pflanzhintergrund, zum Beispiel vor einer Hecke. Die Blätter wechseln im Herbst die Farben und leuchten in diversen Farbnuancen auf. Die Pflanze hat die folgenden Erscheinungsformen und bevorzugte Pflanznachbarn:
  • Blätter des Japanischen FächerahornsStrauchartige Wuchsform, eher zierlich in der Wuchshöhe
  • Vereinzelte Sorten können bis zu 10 m hoch wachsen
  • sommergrünes Blattwerk
  • gelb, orange oder rote Herbstfärbung der Blätter
  • Perfekt als Solitär zu pflanzen
  • Sattgrüne Pflanznachbarn unterstützen die leuchten Blattfarben
  • Sehr ansehnlich in Kombination mit farbenfrohen Azaleen oder Rhododendren

Schneiden

Das Schneiden sollte sich lediglich auf kranke oder abgestorbene Triebe beschränken, da ein kompletter Schnitt die natürliche Wuchsform zu sehr verändert, welche charakteristisch für den Japanischen Ahorn ist. Ein kleinwüchsiger Fächerahorn muss normalerweise nicht großartig beschnitten werden, außer er sprengt das vorgegebene Platzangebot und/oder behindert andere Pflanzen. Das Ahorngewächs ist folgendermaßen zu beschneiden:
  • Beschneiden nur selten notwendig, abgestorbene und kranke Äste und Triebe jedoch zeitig entfernen
  • Bei den sehr stark wachsenden Sorten in den Monaten Juni oder Juli, neue Triebspitzen über Knospe ein wenig kürzen
  • Nach der Winterzeit erfrorene Triebspitzen abschneiden
  • Im Winter nicht beschneiden, da die Schnittstellen nicht mehr richtig verheilen und an diesen Stellen krankmachende Pilzsporen eindringen können

Krankheiten und Schädlinge

Dem Japanischen Ahorn kann die Verticillium-Welke gefährlich werden, eine folgenschwere Pilzerkrankung. Aus diesem Grund ist ein passender und unbelasteter Standort sehr wichtig, bei dem der Erdboden gut vorbereitet wurde. Die Erreger und Pilzsporen der Verticillium-Welke befinden sich in der Erde und gelangen über das Wurzelwerk in den gesamten Fächerahorn hinein. Grundsätzlich ist dem Ahorngehölz nicht mehr zu helfen, ein Schnitt bringt nur ganz selten Hilfe. Darüber hinaus sind die Ahornbäume relativ robust und gesund, auch der Schädlingsbefall ist kein großes Thema. Auf diese Art äußert sich das Krankheitsbild bei der Pflanze:
  • Verticillium-Welke äußert sich mit erschlafften Blätter und abgestorbenen Zweigen
  • Es existiert bisher noch kein Fungizid, der den Pilz bekämpfen kann
  • Wichtig sind Vorbeugemethoden und eine ausgiebige Erdaufbereitung
  • Ein großzügiges Herausschneiden der erkrankten Zweige kann in seltenen Fällen ein weiteres Ausbreiten verhindern
  • Auf saubere, und idealerweise desinfizierte, Schnittwerkzeuge achten, um den Baum nicht weiter zu schwächen

Überwintern

Normalerweise sind die im Fachhandel angebotenen Japanischen Ahorne genügend winterfest. Den zierlichen Bäumen können jedoch extrem kalte Ostwinde sehr gefährlich werden und zu Schäden führen. Mit einem windgeschützten Standort kann dies verhindert werden. Die Triebe der Fächerahorne sollten vor dem Winteranfang gut ausgereift sein, aus diesem Grund ist ab August kein Stickstoff mehr zu düngen. Die Ahornbäume stellen diese Ansprüche an das Überwintern:
  • Spezieller Winterschutz für die meisten Sorten nicht erforderlich, jedoch vorbeugend den Boden mit Stroh abdecken
  • Pflanzkübel abdecken und auf wärmendes Styropor oder dämmende Holzblöcke stellen
  • Ahornbäume vor den Folgen von Spätfrost zu schützen, bereits ausgetriebene Blätter mit Vlies abdecken
  • Bei Kübelpflanzen muss Wasser im Winter gut ablaufen können
  • Pflanzgefäße geschützt und vom Wind abgewandt aufstellen

Häufig gestellte Fragen

Wo gedeiht der Japanische Ahorn am Besten?
Blüte des Japanischen FächerahornsIdeal ist ein sonniger bis halbschattiger Standort auf einem Hügel, damit sich keine Staunässe bildet. Dieser sollte vor Wind geschützt sein und über einen gut aufbereiteten Erdboden verfügen. Die Nähe zu Wasserstellen fördert das üppige Gedeihen, da die Ahornbäume bei einer Luftfeuchtigkeit nicht so schnell verbrennen.

Wie ist die Verticillium-Welke zu verhindern und zu bekämpfen?
Die Zierbäumchen sollten niemals an einen bereits mit der Verticillium-Welke verseuchten Standort aufgestellt werden, da hilft auch kein Austausch des Erdbodens. Kommt es zu einem Befall, sind die betroffenen Stellen großzügig zu entfernen, notfalls sogar den ganzen Baum, um ein weiteres Ausbreiten zu verhindern. Bisher gibt es noch keine Fungizide, die diese Pilzerkrankung heilen können.

Wie werden die zierlichen Ahornbäume für den Winter vorbereitet?
Vor allzu starkem Frost helfen dem Fächerahorn eine Abdeckung des Erdbodens mit Stroh und ein windgeschützter Standort. Kübelpflanzen brauchen einen Winterschutz in Form einer wärmenden Unterlage aus Styropor oder Holz und eine Abdeckung mit Vlies. Ein Vliesmantel wird auch bei Spätfrost für bereits ausgebildete Triebe benötigt.