Königin der Nacht - Pflege von Selenicereus Grandiflorus

Königin der Nacht - Selenicereus grandiflorusMancherorts fiebern Gartenfreunde und Schaulustige in Privatwohnungen oder in Botanischen Gärten dem großen Augenblick entgegen, wenn die Königin der Nacht ihre  strahlenförmigen Blütenblätter öffnet. Es ist jedes Mal ein großes Ereignis, denn die Blüten dieser Kakteenart blühen nur einmal im Jahr und immer nur nachts. Sie ist eine Zimmer- und Kübelpflanze, die keine großen Ansprüche an Standort und Pflege stellt und einfach heranzuziehen ist. Bei guter Pflege kann sie meterlange, schlangenartige Triebe heranbilden, an deren Ende sich nach monatelanger Wartezeit die königliche Blüte mit ihrem betörenden Duft öffnet.

Kurzer Steckbrief
  • Botanischer Name: Selenicereus grandiflorus
  • Zählt zur Familie der Kakteengewächse
  • Bildet schlangenartige Triebe mit kleinen Dornen
  • Sie kann mehrere Meter lang werden
  • Die bis zu 30 cm großen Blüten sind cremefarben und strahlenförmig
  • Diese Kakteenart blüht nur einmal im Jahr von Ende Juni bis Juli
  • Beim nächtlichen Blühen verströmt sie ein Vanillearoma
  • Sie stellt keine großen Pflegeansprüche
  • Die Blüten und jungen Triebe der Pflanze werden zu medizinischen Zwecken genutzt
  • Vermehrung durch Samen der kugelförmigen Früchte

Herkunft und Verbreitung

Seit 1753 ist die Königin der Nacht, - deren botanische Bezeichnung Cactus grandiflorus lautet und seit 1909 der Gattung nach als Selenicereus benannt wird -, unter Botanikern und Pharmazeuten bekannt. Der lateinische Ausdruck heißt übersetzt "großblumiger Mondkaktus". Die krampflösende und durchblutungssteigernde Wirkung der Inhaltsstoffe, bei Beschwerden der Herzkranzgefäße, ist seit langem bekannt. Zu diesem Zweck wurde die Königin der Nacht sogar in pharmazeutischen Werken kultiviert. 2009 wurde die Königin der Nacht zum "Kaktus des Jahres" gewählt.

Sie stammt ursprünglich aus Mexiko, der nördlichen Karibik und den Großen Antillen. Wildlebend und in Unterarten kommt sie aber auch in Florida und neben Mexiko in weiteren mittelamerikanischen Staaten vor. Die Königin der Nacht liebt trockene Böden, verbunden mit einer hohen Luftfeuchtigkeit. Bevorzugt schlingt sie sich in ihren Ursprungsländern lianenartig an Bäumen und Felsen fest und saugt die Nährstoffe des Humus mit ihren Luftwurzeln aus Astgabeln und Felsspalten. Bei uns wird sie in Töpfen und Kübeln vorwiegend als Zimmerpflanze und in Gewächshäusern gehalten.

Standort und Boden

Selenicereus grandiflorus sollte einen hellen bis halbschattigen Platz haben und vor allem bis zur Blüte einen ausreichend warmen Standort. Die pralle Sonne verträgt die Königin der Nacht nicht, deshalb blüht sie nur für eine Nacht und verwelkt vor Tagesanbruch. Gerade dies, verbunden mit der wunderschönen Blüte und dem duftenden Aroma, macht die Königin der Nacht so anziehend. Im Frühling sollten die Temperaturen mindestens 20° Celsius betragen, dann kann sie auch nach Draußen gestellt werden. Im Sommer sollten es mindestens 24 ° Celsius innen als auch außen sein und es sollte eine hohe Luftfeuchtigkeit herrschen. Auf einen windgeschützten Standort muss geachtet werden.

Die Königin der Nacht benötigt einen humosen, lockeren und durchlässigen Boden um sich optimal zu entwickeln. Der pH-Wert der Erde oder des Substrats sollte 6 betragen. Um keine Staunässe im Topf zu erzeugen, wird der Erde oft 1/4 Sand oder Seramis zugegeben. Die Blumenerde kann auch mit Torf oder Perliten gemischt werden.Sie kann mit anderen Kakteenarten und Sukkulenten gepflanzt werden, ab einem gewissen Alter und Größe gedeiht sie jedoch besser als Solitärpflanze.

Blüte

Königin der Nacht - Selenicereus grandiflorusDas Besondere an der Selenicereus grandiflorus sind die großen, trichter- und strahlenförmigen Blüten. An der Entwicklung der Knospe ist bereits abzusehen, wie groß die Blüte werden wird. Am Anschwellen der Knospe und leicht geöffneten Blättern zeichnet sich ab, dass es in der darauf folgenden Nacht zur Blüte kommen wird. Das Schauspiel beginnt etwa ab 20 Uhr abends und sie blüht bis Mitternacht, dann verwelken die großen Blütenblätter wieder. Je nach dem Alter des Kaktus können die Blüten bis zu 30 am lang werden und einen ebenso großen Durchmesser bilden. Die inneren Blütenblätter sind immer weiß, die äußeren gelb bis ins bräunlich-kupferfarbene gehend. Erst ab einem Alter von 5 Jahren blüht die Königin der Nacht zum ersten Mal.

Gießen und Düngen

Während der Wachstums- und Blühphase sollte der Boden immer feucht gehalten werden. Im Frühling bilden sich die bis zu 40 cm langen und etwa 2 cm dicken neuen Triebe aus, an deren Ende dann ab Juni die Knospe erscheint. Ab April benötigt die Selenicereus grandiflorus regelmäßige Düngergaben. Ein marktüblicher Kakteendünger ist ausreichend, dieser sollte einmal
in der Woche dem Gießwasser zugesetzt werden. Wobei beachtet werden sollte, dass junge Pflanzen weniger Dünger benötigen, als reife, ältere Pflanzen. Grundsätzlich gilt
  • Von Frühjahr bis Herbst regelmäßig gießen
  • Für Luftfeuchtigkeit durch Sprühnebel sorgen
  • Kakteen- oder Volldünger bis zur Blütezeit verabreichen

Überwintern

Ganz wichtig für die Königin der Nacht ist ihre Winterruhe. Folgende Pflegetipps helfen, dass sie gut durch den Winter kommt und auch im nächsten Jahr mit einem starken Austrieb und einer schönen Blüte zu rechnen ist
  • Königin der Nacht - Selenicereus grandiflorusSie muss hell stehen, direkte Sonneneinstrahlung ist jedoch zu vermeiden
  • Die Temperatur darf höchstens 15° Celsius betragen und darf 10 ° Celsius nicht unterschreiten
  • Ein Wintergarten, das Treppenhaus oder ein unbeheiztes Zimmer sind optimale Standorte im Winter
  • Ab dem Herbst das Düngen einstellen und nur noch selten gießen
  • Nur bei großer Trockenheit und Verdorren der Triebe vermehrt Wässern
  • Der Kaktus darf nicht vollständig austrocknen, sollte aber nur gegossen werden, wenn die Erde oben vertrocknet ist

Umtopfen

Selenicereus grandiflorus wird zumeist in der Wohnung im Topf gehalten. Ein meterlanges Wachstum des Stammes und der Triebe kann auch bei Zimmerkultur erfolgen. Prächtige Blüten entwickeln sich an den kräftigen Trieben, die wiederum ihre Kraft aus den langen Wurzeln ziehen. Um ein optimales Wachstum zu gewährleisten sollten Selenicereus grandiflorus am besten alle drei Jahre umgetopft werden. Ein Indiz für den richtigen Zeitpunkt ist eine vollständige Verwurzelung im Topf. Beim Umtopfen sollte der Kakteenfreund vorsichtig vorgehen und folgende Ratschläge beherzigen
  • Den Topf auf eine feste Unterlage stellen
  • Auf jeden Fall Handschuhe tragen, denn an den Trieben sitzen die 1 cm langen Dornen
  • Größeren Topf wählen
  • Neue Erde/Substrat benutzen
  • Das alte Substrat vollständig abschütteln
  • Den Wurzelballen vorsichtig lockern
  • Das neue Substrat leicht andrücken und den Kaktus angießen

Pflege

Damit sich auch in der Zimmerkultur die Königin der Nacht gut entwickelt, braucht sie Rankhilfen für ihre langen Triebe. Der Fantasie sind hier keine Grenzen gesetzt. In der Natur schlängelt sie sich an Bäume und Felsen, ohne den Wirt zu erdrücken. Der Kaktus kann an eine große Zimmerlinde gestellt werden, oder es werden Rankgerüste aus Holz, große Spaliere, aufgestellt. Ratsam ist es, bei kleinen Wohnungen, diese an die Wand abzubringen. Manche versuchen es auch mit dicken Seilen.

Vermehrung

Nach der Blüte bildet sie kugel- bis eiförmige Fruchstände aus, die von Rosa bis Dunkelrot reichen und bis zu 8 cm lang werden. Sie vermehrt sich durch Samen, wobei folgendes berücksichtigt werden muss, damit sich aus dem Samen ein prächtiger neuer Kaktus entwickelt
  • Königin der Nacht - Selenicereus grandiflorusAlle Kakteenarten sind Lichtkeimer, die nur zart mit Erde oder Substrat bedeckt werden dürfen
  • Das Substrat muss permanent feucht gehalten werden
  • Die Boden- und Lufttemperatur darf nicht zu großen Schwankungen ausgesetzt sein
  • Zur optimalen Aussaat und Anzucht sollte die Erde  mit Folie abgedeckt werden
  • Für junge Pflanzen hat sich eine Pflanzschale oder -wanne auf der warmen Fensterbank bewährt
  • Die Samen beginnen im Frühjahr zu keimen, wobei die Keimdauer 2- 3 Wochen beträgt
  • Der Standort muss hell, darf aber keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein
  • Temperaturen zwischen 24° und 28 ° Celsius sind optimal für das Wachstum der Keimlinge
Neue Pflanzen können ebenso gut aus abgeschnittenen oder abgebrochenen Trieben gezogen werden. Triebe mit einer Mindestlänge von 15 cm haben gute Chancen auf eine ausreichende Wurzelbildung. Sie benötigen jedoch vor dem Setzen eine Trocknungsphase von 1- 3 Wochen. Ist die Schnittstelle angetrocknet, werden die Stecklinge in ein humus-, lehm- oder torfhaltiges Substrat gesteckt und leicht feucht gehalten. Der Standort muss jedoch halbschattig sein. Der Boden und die Lufttemperatur sollten ebenfalls mindestens 24 ° Celsius betragen, damit eine gute Wurzelbildung zustande kommt.{infobox type=check|content=Um Pilzkrankheiten vorzubeugen, sollte die Schnittstelle des Triebes als auch des Stecklings mit Holzkohle bestrichen werden.}

Krankheiten und Schädlinge

Wie die meisten Kakteenarten ist auch die Selenicereus grandiflorus sehr widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlinge. Vor allem muss Staunässe vermieden werden, damit die Wurzeln nicht zu faulen beginnen. Vereinzelt tritt ein Befall von Woll- oder Schmierläusen auf. Dagegen hilft die bewährte Mischung von Wasser, etwas Spülmittel oder Seifenlauge und Paraffinöl, das über die Pflanze gesprüht wird. Die Läuse können natürlich auch mit der Pinzette einzeln abgezupft werden oder man setzt Florfliegen ein.

Häufig gestellte Fragen

Woran erkenne ich, dass es sich bei meinem Kaktus tatsächlich um die Königin der Nacht handelt?
Neben der Selenicereus grandiflorus gibt es noch die Art pteranthus, allgemein als "Prinzessin der Nacht" bekannt. Sie sieht der Königin der Nacht sehr ähnlich, ist über an den grünen Trieben nur 4 - 5 rippig, wohingegen die echte grandiflorus mindestens 6-rippig, meist 7-rippig ist. Spätestens zur Blütezeit wird der Unterschied erkennbar, denn die Prinzessin der Nacht duftet nicht.

Warum blüht meine Königin der Nacht nicht?
Meistens liegt das Problem daran, dass die notwendige Winterruhe nicht eingehalten wurde. Gründe dafür können aber auch zu große Temperaturschwankungen im Frühjahr oder mangelnde Wässerung und Düngung sein. Sollte sich die Knospe bereits gebildet haben, liegt es mitunter auch am Wetterumschwung, dass der Kaktus nicht blühen will.