Schopflavendel, Lavandula stoechas - Pflege-Anleitung

SchopflavendelDer Schopflavendel trägt den botanischen Namen Lavandula stoechas und gehört zu der breitgefächerten Familie der Lippenblütler. Aus ihrer Heimat rund um das Mittelmeer ist die Pflanze Sonne und Wärme gewöhnt und braucht deshalb einen sonnigen und geschützten Standort. Die Blütezeit dauert vom Frühling bis zum Herbst und der Blütenduft der meist lilafarbenen Blüten verführt den Geruchssinn mit einem herzhaften Aroma, der an Kampfer erinnert. Für eine prächtige Entwicklung ist neben der Auswahl des richtigen Standorts auch die Pflege sehr wichtig. Die Pflanze ist regelmäßig zu beschneiden und artgerecht zu überwintern.

Steckbrief zur Pflanze
  • Sonnenverwöhnte Mittelmeerpflanze
  • Violette, weiße oder rosafarbene Blüten
  • Kräftig riechendes Blütenaroma, mit einem Stich von Kampfer
  • Nur bedingt winterfest, braucht ein geeignetes Winterquartier
  • Erreicht Wuchshöhen von 30-100 cm
  • Buschiges und dichtes Wachstum
  • Bevorzugt kalkfreies Pflanzsubstrat
  • Liebt trockene und sandige Böden
  • Sowohl für den Kübel, als auch für die Gartenhaltung geeignet
  • Immergrüne Pflanze, die mehrere Jahre alt werden kann
  • Nutzpflanze, Blätter, Blüten und Duftöl für Haushalt und Körperpflege verwendbar
  • Vermehrung durch Aussaat oder Stecklinge

Standort und Pflanzsubstrat

Für den Schopflavendel ist ein Standort mit mehreren Stunden Sonnenbestrahlung ideal. Da die Pflanze aus dem Mittelmeergebiet stammt, ist diese an permanente Sonne und Wärme gewöhnt. Aus diesem Grund ist der Schopflavendel erst nach draußen zu stellen, wenn sich die Außentemperaturen im positiven Bereich einpendeln. Da die Erde im Süden von Europa eher sandig und trocken ist, ist dieser Umstand bei der Standortauswahl obligatorisch und stets zu beachten:
  • Ideal ist ein vollsonniger und geschützter Standort in einer milden Lage
  • Braucht täglich mindestens vier Stunde Sonne
  • Für Garten, Balkon und Terrasse geeignet
  • Erst ab 3° Celsius nach draußen bringen und aufstellen
  • Gut durchlässiges und sandiges Pflanzsubstrat wird bevorzugt
  • Nur auf kalkfreien und eher trockenen Böden anpflanzen
  • Saures oder neutrales Substrat, jedoch nie mit einem alkalischen pH-Wert
  • Zu lehmige und undurchlässige Erdböden mit Sand auflockern und Drainageschicht einarbeiten
  • Für die Kübelhaltung ist handelsübliche Kakteenerde perfekt

  Die Kakteenerde lässt sich auch selber mischen, dazu werden zwei Teile Blumenerde mit je einem Teil Sand gut vermischt, alternativ kann auch Tongranulat verwendet werden.

Aussaat

Der Schopflavendel lässt sich zu jeder Jahreszeit aussäen und treibt in der Regel gut aus. Ideal sind die Anzucht in entsprechenden Töpfen und das spätere Aussetzen der Jungpflanzen in den Garten, wenn diese robust genug sind. Jedoch kann die Aussaat von Lavandula stoechas auch direkt im Gartenbeet durchgeführt werden. Folgen Kriterien sind zu beachten:
  • Lichtkeimer, Samen benötigen zur Keimung Licht und Wärme
  • Samen nur ganz leicht in nährstoffarme Anzuchterde drücken
  • Geeignete Gefäße sind Töpfe oder Schalen, gefüllt mit relativ feuchter Erde
  • Anzuchterde vorsichtig mit Wasser besprühen, nie mit starkem Wasserstrahl gießen
  • Pflanzsubstrat gleichmäßig feucht halten
  • Keimdauer beträgt ca. 3-4 Wochen
  • Aussaat im Freien im Juni oder Juli
  • Gefäß mit luftdurchlässiger Folie abdecken, um die Temperatur und Luftfeuchte zu erhöhen
  • Um Schimmelbildung zu vermeiden zwischendurch lüften

Gießen und DüngenSchopflavendel

Während der Wachstums- und Blütezeit sollte durchgehend, aber nur mäßig gegossen werden, da Lavandula stoechas gut mit trockenen Bedingungen zurechtkommt. In ihrer Heimat, dem überwiegend kargen Mittelmeerraum, gibt es im


Sommer nur vereinzelte Niederschläge und das Wetter ist heiß mit einer geringen Luftfeuchte. Mit den nachfolgenden Tipps zum Gießen bleibt die Pflanze dauerhaft gesund und kräftig:
  • Bevorzugt trockenes Pflanzsubstrat
  • Vom Frühsommer bis in den Herbst mäßig gießen
  • Vor allem bei langanhaltenden Trockenphasen gießen
  • In den Morgenstunden wässern, damit der Erdboden vor der Nachtkühle antrocknen kann
  • Erst gießen, wenn das Substrat komplett angetrocknet ist, zumindest jedoch die oberste Erdschicht
  • Staunässe unbedingt vermeiden
  • Bei Kübelhaltung das Substrat nur anfeuchten, nie zu nass machen, jedoch regelmäßig wässern
  • Wasserreste aus dem Untersetzer nach dem Ablauf einiger Minuten entfernen

  Da eine zu hohe Bodenfeuchte zu einer Reduzierung der Ausbildung der ätherischen Öle bei dem Schopflavendel führt, sollte bei einer diesbezüglichen Nutzung auf überwiegend trockene Standortbedingungen und nur vereinzelte Wassergaben geachtet werden.

Der Schopflavendel hat keinen besonders hohen Nährstoffbedarf. Wenn der Nährstoffgehalt des Erdbodens jedoch sehr niedrig ist, sollte zusätzlich gedüngt werden, damit die Ausbildung der Blüten nicht beeinträchtigt wird. Wenn die Pflanze bei der Kübelhaltung jährlich umgetopft wird, sind in der Regel keine zusätzlichen Düngergaben erforderlich. Wenn der Lavandula stoechas jedoch schon länger in dem gleichen Pflanzsubstrat steht, ist dieser ergänzend zu düngen:
  • Düngen bei Gartenhaltung normalerweise überflüssig
  • Bei schwacher Blüte sparsame Düngergaben einsetzen
  • Zum Frühlingsbeginn einmalig düngen, mit Kompost oder kalibasiertem Dünger
  • Bei der Kübelhaltung von April bis September schwach konzentrierten Flüssigdünger verabreichen, einmal im Monat reicht völlig aus
  • Alternativ zu Beginn der Wachstumsphase Stäbchen setzen, ebenfalls in einer niedrigen Konzentration

  Zu viele Nährstoffe im Erdboden wirken sich nachteilig auf die Blüte aus, aus diesem Grund sollten zu große Düngergaben unterbleiben. Stets nur schwach konzentrierten Dünger einsetzen und nur gelegentlich düngen.

Blüten, Blätter und Wuchs

Der Schopflavendel erfreut den Gärtner mit einer relativ langen Blütezeit, während der viele kleine Blüten ausgebildet werden, die einen kräftigen und würzigen Lavendelduft ausströmen. Die Blätter der Pflanze lassen sich in der Küche verwenden und die Blüten im Haushalt und bei der Körperpflege. Zu diesem Zweck kann ab Sommeranfang geerntet werden, ohne dass die Pflanze zu Schaden kommt:
  • Ausdauernde und mehrjährige Staude
  • Ursprüngliche Wildform der diversen Lavendelarten
  • Relativ lange Blütezeit, in der Regel von Mai bis August, bei guter Pflege sogar bis zum September
  • Meist purpurviolette Hochblätter, in Büscheln angeordnet
  • Sortenabhängig gibt es auch rosafarbene und weiße Blütenstände
  • Blüten erinnern an die Ohren von Hasen oder an die Form von Schmetterlingen
  • Attraktiver und der Ananas ähnlicher Blütenstand
  • Blätter und Blüten duften korrespondierend zum Kampfer
  • Wuchshöhe zwischen 30-100 cm
  • Blätter eigen sich zum Würzen von

    Geflügel und Fisch
  • Blüten lassen sich für Aufgüsse verwenden und zur Herstellung von Tees, krampflösende und nervenstärkende Wirkung
  • Duftsäckchen mit getrockneten Blüten halten lästige Insekten fern

Schneiden

Der Schopflavendel kann als Strauch bis zu einem Meter hoch wachsen und erhält seine Blüte durch ein regelmäßiges Ausputzen der verblühten Triebe sogar bis in den September hinein. Der Rückschnitt ist sowohl im Frühjahr als auch im Herbst möglich. Mit einem kräftigen Rückschnitt wird das Wachstum gefördert und die Pflanze verjüngt. Als Sommerblüher und als Spätblüher wächst und blüht Lavandula stoechas an den neu dazu wachsenden Trieben nach dem Zurückschneiden besonders kräftig aus:
Schopflavendel
  • Ideal

    ist der Rückschnitt im zeitigen Frühjahr, im März oder sogar schon im Februar
  • Zum Beginn oder vor dem Austrieb die Pflanze kräftig zurückschneiden
  • Rückschnitt kann die Hälfte oder wenn erforderlich sogar zwei Drittel umfassen
  • Scharfes Werkzeug verwenden und Pflanze nicht unnötig schädigen
  • Nicht in das alte Holz schneiden, da sonst kein Austrieb mehr möglich ist
  • Regelmäßiger Rückschnitt beugt dem Verholzen und Verkahlen vor
  • Bei einem ausufernden Wachstum im Sommer ist Rückschnitt im Herbst durchführbar

Überwintern

Der Schopflavendel ist eine sonnenverwöhnte Pflanze, deshalb werden frostige Temperaturen gar nicht vertragen. Zum Herbstende braucht diese einen geeigneten Platz zum Überwintern. Der immergrüne Strauch ist auf einen hellen Standort im Winter angewiesen, welcher komplett frei von Frost sein muss:
  • Nur bedingt winterhart, bis etwa -2° C, manche Pflanzen sogar bis -5° C
  • Braucht zum Überwintern ein entsprechendes Winterquartier
  • Heller bis halbschattiger Platz, mit Temperaturen zwischen 5-10° C
  • Ideal sind frostfreie und ungeheizte Räume, beispielsweise Garagen, lichtdurchflutete Lagerräume, Gewächshäuser, Dachböden
  • Vorsichtig wässern, gerade so viel, dass die Erde nicht austrocknen kann
  • Zu nasses Pflanzsubstrat in Verbindung mit niedrigen Temperaturen verursacht oft Wurzelfäule
  • Ab Februar wieder wärmer und in die Sonne stellen, jedoch zu Anfang sehr vorsichtig
  • Pflanze erst abhärten, um schädliche Verbrennungen durch die Sonne zu vermeiden
  • Idealerweise zuerst an trüben und wolkigen Tag rausstellen
  • Vor späten Nachtfrösten schützen, mit Jute oder Mulchschicht

Vermehren

Der Schopflavendel lässt sich mit Stecklingen, Ablegern und Samen vermehren, ein idealer Zeitpunkt ist zu Beginn der Wachstumsphase, wenn der Rückschnitt angesetzt wird. Dabei ist die folgende Vorgehensweise zu beachten:
  • Idealer Zeitpunkt für die Vermehrung ist der Frühling oder der späte Sommer
  • Lavendelzweige mit scharfer Gartenschere abschneiden
  • Stecklinge auf etwa 10 cm kürzen, Triebspitzen und untere Blätter entfernen
  • Entweder im Anzuchtgefäß oder direkt im Garten einstecken
  • Gleichmäßig feucht halten und anfänglich nur mit Wasser besprühen
  • Zu Beginn wird heller und warmer, aber nicht zu sonniger Standort benötigt
  • Gefäße mit Folie zur Erhöhung der Temperatur und der Luftfeuchte abdecken
  • Nach der Ausbildung von Wurzeln und dem erstem Austrieb an den endgültigen Standort umsetzen
  • Bei Vermehrung im Sommer im darauf folgenden Herbst in das Gewächshaus stellen und erst im nächsten Frühling nach draußen bringen
Krankheiten und Schädlinge

Der Schopflavendel ist nicht besonders anfällig für Schädlinge, da die ätherischen Pflanzenöle diese vertreiben. Bei falscher Pflege kommt es oft zu Krankheiten, die vor allem von zu nassen Standortbedingungen gefördert werden:
  • Staunässe und zu viele Wassergaben führen zur Wurzelfäule und Ausbildung von Schimmel
  • Stets moderat gießen und den Boden zwischen den Wassergaben austrocknen lassen
  • Dunkel wirkende Flecken auf den Zweigen weisen auf Pilzerkrankungen hin
  • Befallene Zweige direkt entfernen

Häufig gestellte Fragen

Was ist bei der Standortauswahl für den Schopflavendel zu beachten?
Der Schopflavendel ist eine mediterrane Pflanze, die auf einen sonnigen, warmen und geschützten Standort angewiesen ist. Täglich werden mehreren Stunden Sonnenbestrahlung benötigt, damit sich der Strauch gut entwickeln kann. Ideal sind südlich ausgerichtete Gartenbeete mit einem sandigen und kalkfreien Erdboden, der nicht zu nass ist und eher zu Trockenheit neigt.

Auf welche Weise lässt sich die Blütezeit verlängern?
Normalerweise blüht der Schopflanvendel vom Mai bis zum August, die Blütezeit lässt sich bei guter Pflege und abhängig von der Witterung auch bis in den September verlängern. Durch das regelmäßige Ausputzen der verblühten Triebe und vertrockneten Zweige wird die Blühfreude des Strauches gefördert und bis in den Herbst hinausgedehnt.

Wie kommt Lavandula stoechas unbeschadet durch den Winter?
Da die Pflanze nur bedingt winterfest ist und zu tiefe Minusgrade nicht verträgt, muss diese in ein passendes Winterquartier umziehen. Der Umzug sollte vor den ersten extremen Nachtfrösten zum Herbstende erfolgen. Ideal sind helle, frostfreie und ungeheizte Räume, zum Beispiel Dachböden, Gewächshäuser, Garagen und Lagerräume.