Wandelröschen, Lantana camara - Pflege und Überwintern

WandelröschenBei dem Wandelröschen oder Lantana camara ist der Name Programm. Denn die Blüten der Pflanze wechseln im Laufe der Zeit die Farbe und bieten damit ein geradezu magisches Spiel. Ein hoher Pflegeaufwand geht damit jedoch nicht einher. Wer nur ein paar richtige Maßnahmen zur rechten Zeit einhält und dem Wandelröschen ein warmes Winterquartier gönnt, kann sich lange an der Schönheit erfreuen. Damit ist Lantana camara für Anfänger bestens geeignet, als Kübelpflanze ideal und eine wunderschöne Wahl für alle, die sich ein klein wenig Exotik in den Garten oder auf den Balkon holen möchten.

Kurzer Steckbrief zum Wandelröschen
  • Auch als Lantana camara bekannt
  • Wandelröschen wachsen als Strauch und sind mit Stacheln bewährt
  • Wechseln die Farbe der Blüten von hell nach dunkel
  • Lantana camara erreichen abhängig von der Zuchtform eine Höhe zwischen 40 und 300 cm
  • Bienenweide und Lockpflanze für Schmetterlinge
  • Blütezeit reicht mindestens von Juni bis September
  • Bei richtiger Pflege mehrjährige Pflanze
  • Giftig in allen Teilen

Der richtige Standort

Das Wandelröschen stammt aus sonnigen Gefilden und benötigt am Standort daher vor allem eines: reichlich Licht. Der südlichste Punkt muss es zwar nicht sein, auf jeden Fall sollte Lantana camara jedoch sehr hell stehen. Lichter Schatten wird noch vertragen, sobald es dem wandelbaren Strauch aber zu dunkel wird, leidet darunter die Blüte. Zudem sollte das Wandelröschen am Standort etwas Schutz erhalten. Denn Regen und kalter Wind verzögern das Wachstum und können der Pflanze schnell ein kahles Aussehen verleihen.

Substratwahl

Das optimale Substrat für das Wandelröschen ist locker, nährstoffreich und kalkfrei. Neutrale und schwach saure pH-Werte sind geeignet. Eine schnelle und fertige Lösung ist Kübelpflanzenerde auf Kompostbasis. Wer selbst mischen möchte, kann frische Gartenerde mit reifem Kompost kombinieren. Wirkt dieses Substrat noch etwas zu fest, kann ihm zur Auflockerung Kokosfaser oder Kies zugegeben werden.  

  Die Durchlässigkeit ist wichtig, da Lantana camara empfindlich auf Staunässe reagiert. Bei hohem Grundwasser oder anderenfalls schlechtem Abfluss im Boden kann eine Drainage Abhilfe schaffen. Im Falle der Kübelkultur reicht eine Bodenschicht aus Scherben oder größeren Steinen.

Kultur im Kübel

Das Wandelröschen ist eine exotische Pflanze mit Ursprung in einem warm-gemäßigten Klima. Daher verträgt sie keinen Frost. Wird sie ins Freiland gepflanzt und dort belassen, geht sie im Winter ein.

Wer sie erhalten möchte, ist besser mit der Kultur im Kübel beraten. Bei dieser gilt es kaum Besonderheiten zu beachten. Ein sonniger Standort, das richtige Substrat und ausreichender Abfluss - mehr benötigt Lantana camara nicht.

Gießen und Düngen

Rosa Blüte des WandelröschensRegelmäßiges Gießen und Düngen machen den größten Anteil der Pflege beim Wandelröschen aus. Bei beiden schätzt Lantana camara gleichmäßige Abstände. Im Idealfall wird das Substrat daher gleichmäßig feucht aber nicht zu nass gehalten. Zudem sollte bei den Wassergaben folgendes beachtet werden:
  • Kalkarmes Wasser verwenden, gesammeltes Regenwasser oder abgestandenes Leitungswasser eignen sich
  • Kein zu kaltes Wasser nutzen
  • Abfluss sicherstellen
  • Während des Wachstums und der Blütezeit mindestens einmal wöchentlich, bei Bedarf häufiger gießen
  • Kleine Mengen in kurzen Abständen sind vorzuziehen
Im Gegensatz zum Gießen, das ganzjährig erfolgen sollte, muss nur während der warmen Monate gedüngt werden. Dazu eignen sich organische Dünger, wie reifer Kompost und Pflanzenjauche. Aber auch handelsüblicher Flüssigdünger für Blühpflanzen kann genutzt werden. Die folgenden Tipps sind zu beachten:
  • Mit Abschluss der Blattbildung im Frühjahr sollte erstmalig gedüngt werden
  • Am Anfang der Wachstumsphase reicht dem Wandelröschen eine Düngergabe aller vier Wochen
  • Während der Blütezeit sollte Lantana camara in zweiwöchigen Abständen zusätzliche Nährstoffe erhalten
  • Düngergaben ab September wieder reduzieren und im Winterquartier vollkommen einstellen

  Das Wandelröschen benötigt vor allem während der reichen Blütezeit recht große Mengen Nährstoffe, dennoch besteht die Gefahr des Überdüngens. Gerade bei Flüssigdünger ist daher genau auf die Dosierungsangaben des Herstellers zu achten.

Pflegeverschnitt

Im Grunde benötigt das Wandelröschen nur einen Rückschnitt im Jahr. Dieser sollte im Frühling erfolgen, bevor die Pflanze auszutreiben beginnt und darf ruhig radikal ausfallen. Die Zweige können halbiert oder sogar noch stärker gekürzt werden. Diese Maßnahme ist wichtig, da sich nur an neuen Austrieben Blüten zeigen. Erfolgt der Pflegeschnitt nicht, bleibt die Basis also vergleichsweise kahl und schmucklos. Unbedingt notwendig ist aber selbst dieser Verschnitt nicht.

Ebenso verhält es sich mit dem fortlaufenden Auslichten. Werden verwelkte und vertrocknete Blüten sofort entfernt, kann die Blühphase bis weit in den Herbst hinein verlängert werden. Denn die kleinen Korrekturen regen Lantana camara dazu an, immer wieder neue doldenförmige Blüten auszubilden. Wer sich diese Mühe nicht machen möchte, kann sich dennoch von Juni bis September an der Farbenpracht erfreuen.

  Das Wandelröschen ist schön aber in allen Teilen giftig, während des Verschnitts sollten daher Handschuhe getragen und ein Kontakt zur Haut dringen vermieden werden.

Überwinterung

Wie bereits erwähnt, ist das Wandelröschen Frost gegenüber empfindlich. Frei in den Garten ist sie daher nur eine einjährige Pflanze. Anders bei einer geeigneten Überwinterung. Bei dieser müssen zwar keine allzu strikten Regeln eingehalten werden, einige Faktoren sind aber dennoch zu beachten.
  • Vor dem ersten Frost nach drinnen verbringen
  • Winterquartier für Lantana camara muss hell sein, da die Pflanze immergrün ist
  • Temperaturen sollten zwischen 10 °C und 20°C liegen
  • Mäßig gießen, nie vollkommen austrocknen lassen
  • Nicht düngen
Weiße WandelröschenblütenOb das Wandelröschen im Wohnzimmer oder einem hellen Kellerraum überwintert, der Pflegeaufwand während der Ruhephase

Pflege im Frühjahr

Am Ende der Winterruhe sollte Lantana camara langsam auf die kommende Wachstumsperiode und den Aufenthalt im Freien vorbereitet werden. Stand sie während des Winters eher kühl und nicht allzu hell, darf sie daher erst einmal den Standort wechseln. Eine warme Fensterbank ist optimal.

Je nach Temperatur darf sie Ende März oder Anfang April ins Freie verbracht werden. Sind jedoch noch Einbrüche oder Umtopfen und Umsetzen Ins Freiland gepflanzt wird das Wandelröschen nicht so groß, dass ein Umsetzen von Nöten wäre. Die Ausnahme hier ist es natürlich, wenn die Pflanze im Herbst immer wieder ausgegraben und in Topf oder Kübel überwintert wird. Dabei sollten wiederum die Aufbereitung des Substrats und die Anforderungen an den Standort bedacht werden.

Bei der Kultur im Kübel kann ein jährliches Umtopfen erforderlich sein. Der Zeitpunkt für diese Maßnahme zeigt sich sehr deutlich. Und zwar in Form der Wurzeln, die aus der Unterseite des Topfes oder Kübels herauswachsen. Ist es soweit, helfen die folgenden Tipps:
  • Umtopfen in das Frühjahr an den Anfang des Austriebs legen
  • Neuen Kübel nur eine Nummer größer wählen, da sonst zunächst nur Wurzelmasse ausgebildet wird und die Blüte leidet
  • Mäßig angießen
  • Nicht sofort düngen

Vermehrung

Nahansicht eines WandelröschensDas Wandelröschen kann auf zwei verschiedene Arten vermehrt werden. Möglich ist das Ziehen aus Samen, das ganzjährig erfolgen kann. Zeitlich auf das Frühjahr begrenzt, dafür aber etwas schneller, ist die Vermehrung durch Stecklinge.

Vermehrung aus Samen

Wer Lantana camara aus Samen ziehen möchte, kann entsprechendes Saatgut kaufen oder auch aus den eigenen Pflanzen gewinnen. Zu Letzterem ist es notwendig, die verwelkten Blüten am Strauch zu belassen. Denn aus diesen entwickeln sich die Fruchtkörper. Die schwarzen, sehr kleinen Beeren tragen den Samen in sich. Wurde das Fruchtfleisch entfernt, kann die Aussaat beginnen.
  • Samen in Anzuchterde oder ein Torf-Sand-Gemisch verbringen und nur leicht mit Substrat bedecken
  • Durchgängig feucht halten
  • Das Pflanzgefäß mit transparenter Folie abdecken, die täglich gelüftet wird
  • An einen warmen, sonnigen Standort - beispielsweise die Fensterbank - stellen
  • Die Keimung kann zwei bis vier Wochen in Anspruch nehmen
  • Zeigen die Jungpflanzen die ersten drei Blätter, müssen sie pikiert also vereinzelt werden
  • Ab einer Höhe von etwa 10 cm dürfen sie ins Freiland verbracht werden
Vermehrung durch Stecklinge

Die Vermehrung durch Stecklinge kann zwar nicht das ganze Jahr über erfolgen, dafür ist sie allerdings einfacher und nimmt weniger Zeit in Anspruch.
  • 10 cm bis 15 cm lange Kopfstecklinge nach dem Pflegeverschnitt schräg anschneiden
  • Alle Blätter bis auf die obersten drei entfernen
  • Die Stecklinge in Anzuchterde verbringen und wässern
  • Alternativ in eine Wasserschale stellen
  • Substrat feucht halten oder regelmäßig Wasser wechseln
  • Die Triebe an einen warmen und hellen Standort stellen
  • Bis zur Bewurzelung vergehen etwa zwei bis drei Wochen
  • Zeigen sich Wurzeln können die jungen Pflanzen eingepflanzt werden
  • Bei der Anzucht im Topf markiert das Austreiben neuer Blätter die erfolgreiche Bewurzelung
Sobald junge Triebe sichtbar werden, können die Wandelröschen langsam ins Freie gesetzt werden. Dann wird es auch Zeit, sie in das gewählte Substrat zu pflanzen.

Krankheiten und Schädlinge

Gelbe WandelröschenGegenüber Krankheiten und Schädlingen sind die Wandelröschen an sich nur wenig anfällig. Natürliche Feinde fehlen, da Lantana camara in hiesigen Gefilden nicht heimisch ist. Im Grunde können daher nur zwei Schädlingsarten zur Gefahr werden. Bei diesen handelt es sich um die Weiße Fliege und Blattläuse. Befälle mit diesen Parasiten fallen nicht selten stark aus und können die Pflanze erheblich schwächen. Ein zeitiges Eingreifen ist daher essenziell.

Werden Blattläuse festgestellt, die im Grunde nur draußen auftreten, helfen abschreckende Pflanzenschutzmittel. Diese können flüssiger Form oder als Stäbchen in das Substrat gegeben werden. Von hier aus nimmt das Wandelröschen die enthaltenen Stoffe auf und ist so von innen heraus geschützt. Alternativ kann Lantana camara mit einer Lösung aus Wasser und Schmierseife besprüht und abgespült werden. Ebenfalls natürlich aber wirksam ist das Gießen mit Brennnessel-Jauche, die zugleich als Dünger wirkt.

Weiße Fliegen fühlen sich immer dann angezogen, wenn ein sehr warmes und feuchtes Klima herrscht. Das brachte ihnen auch den Namen der Gewächshausfliege ein. Sie treten daher meist im Winterquartier auf, beispielsweise wenn das Wandelröschen im Bad steht, unzureichend gelüftet wird oder zu große Wassergaben erfolgen. Die Schädlinge zeigen sich als weiße Insekten bevorzugt an den Unterseiten der Blätter und hinterlassen gelbliche, punktförmige Saugspuren. Gegen sie helfen Gelbtafeln. Die natürliche Alternative ist das Einbringen von Schlupfwespen. Letztere sind zwar einfach im Handel und sogar online zu erwerben, für den Einsatz im Winterquartier aber natürlich nicht allzu geeignet.

Eine dritte mögliche Gefahr ist die Fäulnis. Zu reichliches Gießen, das falsche Substrat oder ein fehlender Abfluss zeigen sich hier verantwortlich. Abhilfe schafft nur die Änderung der Pflege.

Häufig gestellte Fragen

Ist das Wandelröschen giftig?
Das Wandelröschen enthält mehrere Giftstoffe in allen Pflanzenteilen und den Früchten. Ein Standort außerhalb der Reichweite von Kindern und Tieren sowie das Tragen von Handschuhen bei der Pflege sind daher unbedingt empfehlenswert.

Warum fällt die Blüte gering aus?
Zeigt Lantana camara nur wenige Blüten aber viele Blätter, können daran mehrere Faktoren beteiligt sein. Häufig fehlen Sonne und ausreichend Nährstoffe. Ein zu groß gewählter Kübel, zu zögerlicher oder ausgefallener Pflegeverschnitt im Frühjahr können ebenfalls verantwortlich sein. Abhilfe schaffen ein radikales Zurückschneiden im Frühjahr und ein hellerer Standort.