Pflanzenlexikon

Schwarzäugige Susanne, Thunbergia alata – Pflege-Anleitung


Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata

Nur wenig Zeit? Dann lies unsere Tipps für Schnellleser.

Die Schwarzäugige Susanne ist eine dankbare Kletterpflanze, die durch eine Menge Blüten und ihr schnelles Wachstum überzeugt. Zwar wird diese immergrüne Pflanze bei uns nur einjährig kultiviert, aber in dieser kurzen Zeit bringt sie es zu beachtlicher Höhe und Größe. Bei den Blüten hat man die Auswahl zwischen den Farben Gelb, verschienen Orangetönen und Weiß. Die Pflege ist einfach und das Blütenmeer entschädigt für jede Arbeit. Wie die Schwarzäugige Susanne gepflegt und gehegt wird, erfahren Sie hier. Lesen Sie weiter!

Steckbrief Schwarzäugige Susanne

  • Stammt aus dem Südosten Afrikas
  • Linkswinder – schlängelt sich entgegen dem Uhrzeigersinn nach oben
  • Immergrüne Pflanze
  • Bei uns nicht winterhart, Blätter erfrieren beim ersten Frost
  • Blütenfarben – Gelb, Zitronengelb, Weiß, Orangegelb, Orange und Braunorange.
  • Alle haben ein großes schwarzes Auge, welches auch namensgebend ist.
  • Nicht alle Sorten bilden dieses Auge gleich stark aus.
  • Blätter hellgrün, leicht behaart und dreieckig bis herzförmig.
  • Blüht von Mai/Juni bis in den Herbst hinein
  • Erreicht in einer Saison bis zu zwei Meter Höhe, wird dabei aber nicht allzu breit.
  • Auch als Hängepflanze in der Ampel geeignet.

Pflege

Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata Die Pflege der Schwarzäugigen Susanne ist nicht kompliziert, erfordert aber etwas Fingerspitzengefühl. In ihrem natürlichen Umfeld gedeihen die Pflanzen in sandigen Böden. Sie brauchen etwas Schutz und viel Wärme. Die Schwarzäugige Susanne kann sowohl im Garten ausgepflanzt als auch im Pflanzgefäß kultiviert werden. Das Substrat muss durchlässig und nährstoffreich sein.

Gegossen werden muss bei Hitze reichlich, aber die Erde darf keinesfalls dauerhaft nass oder feucht sein. Sie muss zu einem guten Teil zwischen den Wassergaben abtrocknen können. Die Fingerprobe ist angeraten. Gedüngt wird regelmäßig, aber auch nicht zu oft. Wer überwintern möchte, kann das problemlos tun. Es lohnt sich auch. Die Pflanzen werden größer und kräftiger. Krankheiten treten, ebenso wie Schädlinge nicht sonderlich oft auf. Insgesamt ist die Pflege der Schwarzäugigen Susanne einfach und auch für Einsteiger zu empfehlen.

Standort

An den Standort stellt die Schwarzäugige Susanne nicht allzu viele Anforderungen. Er sollte geschützt, warm und sonnig sein, immerhin ist sie ein afrikanisches Gewächs. Wichtig ist, die Pflanze nicht zu früh auszustellen, denn kühle Temperaturen sind so gar nicht ihr Ding. Wer sich über die Saison wundert, warum seine „Susanne“ nicht richtig zu Potte kommt, muss sich fragen, ob sie nicht am Anfang zu kühl gestanden hat. Dann passiert nämlich genau dass. Sie wächst einfach nicht richtig kräftig los, so als hätte sie Ladehemmung.

  • Sonne bis sehr heller Halbschatten
  • Warm
  • Windgeschützt aber luftig, damit das dichte Blätterdach nach Regen gut abtrocknen kann

Pflanzsubstrat und Pflanzgefäß

Am wichtigsten beim Pflanzsubstrat ist, dass es nährstoffreich und sehr locker ist. Kompost ist hilfreich, wenn er in ausreichender Menge unter das Substrat gemischt wird. Beim Pflanzgefäß ist es wichtig, dass es einen festen Stand hat. Je nachdem, wie viele Pflänzchen zusammengesetzt wurden, muss die Größe des Gefäßes ausgewählt werden. Bei drei Pflanzen reicht ein Gefäßdurchmesser von 30 cm meist vollkommen aus.

  • Locker
  • Durchlässig – mit Sand oder feinem Kies Durchfluss schaffen
  • Nährstoffreich
  • Humos
  • Kompost untermischen
  • Beim Pflanzen gleich Hornspäne mit untermischen
  • Tonscherben auf Abzugsloch
  • Drainage im Topfboden ist günstig, denn Staunässe schadet den Wurzeln

Pflanzen

Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata Beim Pflanzen ist nicht viel zu beachten. Die jungen Pflanzen müssen natürlich sehr vorsichtig vereinzelt und in das Gefäß gesetzt werden. Anfangs sind es sehr zarte Pflänzchen. Man sollte das Gefäß auch erst einmal sehr geschützt stellen. Wenn die Jungpflanzen dann größer und robuster geworden sind, kommen sie gut im Freien und mit normalen Bedingungen zurecht.

  • Man pflanzt etwa zwei bis drei junge Pflanzen in ein Gefäß. So wird der Wuchs kräftiger und hat mehr Blüten.
  • Umtopfen, sobald das Gefäß zu sehr durchgewurzelt ist. Oft ist das nach einer Überwinterung der Fall. Dann ist es sowieso besser, wenn die Wurzel in ein neues, frisches Substrat kommt.

Tipp: Günstig ist eine Rankhilfe. Es reicht, drei Bambusstäbe in etwa gleichem Abstand in das Pflanzgefäß zu stecken. Oben werden sie zusammengebunden. An den drei Stäben können sich die Pflanzen nach oben hangeln. Sie sind schon bald nicht mehr zu sehen.

Gießen und Düngen

Beim Gießen benötigt man etwas Fingerspitzengefühl. Es soll nicht zu viel und nicht zu wenig gegossen werden. Das Substrat sollte oberflächlich abtrocknen, aber nicht durchtrocknen. Es kommt immer auf das Wetter, vor allem die Sonne an. Bei hohen Temperaturen benötigen die Pflanzen natürlich mehr Wasser, als bei niedrigen. Am besten macht man die Fingerprobe, fühlt also, wie sich das Substrat anfasst. Wassermangel zeigt sich an hängenden Blättern und Trieben. Er ist nicht so schlimm wie ständig nasse Füße, sollte aber kein Dauerzustand werden. Das schwächt die Pflanzen.

  • Regelmäßig aber mäßig gießen
  • Pflanzballen nicht austrocknen lassen
  • Staunässe schadet den Wurzeln
  • Bei Topfkultur immer erst gießen, wenn die oberste Erdschicht gut abgetrocknet ist (Fingerprobe)
  • Kein Wasser im Übertopf oder Untersetzer stehen lassen.
  • Düngen mit handelsüblichem Flüssigdünger für Blühpflanzen
  • Düngen alle 2 bis 4 Wochen, immer nach Herstellerangaben

Schneiden

Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata Die Schwarzäugige Susanne muss nicht geschnitten werden. Wer überwintert, kann sie vor dem Einstellen ins Winterquartier zurückschneiden, damit sie nicht so viel Platz beansprucht. Ansonsten kann sie aber auch bei Austriebsbeginn im Frühjahr geschnitten werden. Die Triebe werden auf etwa 50 bis 100 cm eingekürzt.

Wichtig für ein gesundes Wachstum und die Ausbildung von weiteren Blüten ist, die vergangenen Blüten und schon gebildete Samenkapseln zu entfernen. Es ist ungünstig, wenn die Pflanze ihre Kraft in die Ausbildung von Samen steckt um sich zu vermehren. Besser ist, sie bildet in einem fort neue Blüten. Wenn man natürlich Samen ernten möchte, müssen ein paar Samenkapseln an der Pflanze verbleiben.

Überwintern

Eigentlich ist die Schwarzäugige Susanne mehrjährig. Da sie aber nicht winterhart ist, wird sie meist nur einjährig kultiviert. Dabei kann diese schöne Blühpflanze durchaus überwintert werden. Wichtig dabei ist, dass sie rechtzeitig eingeräumt wird. Schwarzäugige Susannen vertragen nicht nur keinen Frost, sie nehmen schon bei Temperaturen unter plus 5°C Schaden. Wichtig ist eine helle Überwinterung.

  • Am besten schon bei Nachttemperaturen unter 10°C einräumen.
  • Unbedingt heller Standort. Die Pflanze ist immergrün.
  • Die idealen Temperaturen liegen zwischen 7 und 12°C.
  • Gegossen wird nur sparsam, je nach Standort.
  • Je kälter die Temperaturen, um so weniger Wasser benötigt die Pflanze.
  • Zu nasses Substrat ist absolut schädlich und führt meist zügig zu Wurzelfäulnis. Das ist das Aus.
  • Erde nicht vollständig austrocknen lassen.
  • Nicht düngen.
  • Wichtig ist das Lüften des Winterquartiers.
  • Ab Anfang Februar kann zurückgeschnitten werden.
  • Dann wird die Pflanze sonniger gestellt und wieder etwas mehr gegossen.
  • Je früher man damit beginnt, um so zeitiger blüht die Schwarzäugige Susanne.
  • Nach den Eisheiligen wieder ausstellen, aber langsam an die Sonne gewöhnen.

Tipp: Obwohl die Schwarzäugige Susanne im Winterquartier nicht nach viel Aufmerksamkeit verlangt, sollte die Pflanze regelmäßig kontrolliert werden. Bei oft nicht ganz idealen Bedingungen machen sich gern Schädlinge breit. Je eher diese entdeckt werden, um so früher kann man etwas gegen sie tun und sie können noch nicht viel Schaden anrichten.

Vermehren

Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata Die Schwarzäugige Susanne ist durch Aussaat oder Stecklinge zu vermehren. Die Aussaat ist nicht ganz einfach und bringt so einige Tücken mit sich. Die Stecklingsvermehrung funktioniert dafür umso besser.

Aussaat

  • Im zeitigen Frühjahr (März/April) aussäen
  • Aussaaterde verwenden
  • Samen etwa einen Zentimeter mit Erde bedecken.
  • Als Keimgefäß eignet sich ein Minigewächshaus.
  • Da die Luftfeuchte hoch sein sollte, ist ein helles Badezimmer geeignet. Es bietet beste Bedingungen.
  • Das Gefäß darf auch gern über der Heizung stehen.
  • Wenn sich Tropfen an den Scheiben bilden, muss gelüftet werden, sonst kann sich Schimmel bilden.
  • Am besten nimmt man den Deckel für kurze Zeit komplett ab.
  • Die Keimung erfolgt bei etwa 20°C
  • Das Substrat muss gleichmäßig feucht gehalten werden, aber keinesfalls zu nass
  • Keimdauer 2 bis 3 Wochen
  • Um dichtere Pflanzen zu erreichen, ist es sinnvoll, die Jungpflanzen zu entspitzen.
  • Nach den Eisheiligen dürfen die jungen Pflanzen ins Freie.
  • ie sollten langsam an die Sonne gewöhnt werden.

Stecklinge

  • Im Spätsommer bzw. im Frühherbst schneiden, etwa ab August.
  • Alternativ kann man noch zwischen Januar und März schneiden, wenn man eine Pflanze überwintert.
  • Gut ausgereifte Triebe verwenden, die noch nicht ganz ausgereift und verholzt sind.
  • Bis auf die obersten Blätter alle anderen entfernen.
  • Stehen bleiben etwa drei Blattpaare pro Steckling.
  • Diese in ein Gefäß mit sehr durchlässigem Substrat stecken.
  • Damit die Durchlässigkeit auch tatsächlich gegeben ist, Sand oder Perlite untermischen.
  • Erde leicht angießen.
  • Gefäß hell stellen, aber nicht in die direkte Sonne

Tipp: Ideal ist, das Anzuchtgefäß mit einer lockeren Folie oder einem Folienbeutel zu bedecken, um die Verdunstung zu reduzieren und für eine hohe Luftfeuchtigkeit zu sorgen.

Krankheiten und Schädlinge

Schwarzäugige Susanne - Thunbergia alata Eigentlich ist die Schwarzäugige Susanne eine robuste und gesunde Pflanze. Trotzdem wird auch sie nicht von Krankheiten und Schädlingen verschont. Besonders im Überwinterungsquartier machen sich Störenfriede gern breit und richten einiges Unheil an. Je früher sie also entdeckt werden, um so eher kann man gegen sie vorgehen.

  • Spinnmilben – schwer zu erkennen, erst, wenn sie in Massen auftreten, werden sie sichtbar. Dann sind die Schäden oft schon groß. Man sollte sich die Triebspitzen immer gut anschauen. Dort sitzen die Spinnentiere. Sie spinnen die Spitzen ein. Am besten sieht man das, wenn man mit einer Sprühflasche vorsichtig Wasser über sie sprüht. Dann werden die Gespinste sichtbar. Spinnmilben sind nicht einfach zu bekämpfen. Als erstes sollte die Luftfeuchtigkeit erhöht werden, denn das mögen sie gar nicht. Tägliches Besprühen hilft, reicht aber meist nicht aus. Oft muss doch die ungeliebte Chemie zum Einsatz kommen, um die Pflanzen zu retten. Abbrausen hilft ebenfalls, da spült es zahlreiche Schädlinge weg. Vor allem, wenn sie nicht weit vor dem Ausstellen nach draußen auftreten, würde ich mehrmals abspülen und dann so früh wie möglich ins Freie stellen. Dort erledigt sich das Problem meist schnell von allein.
  • Blattläuse – sind oft an den klebrigen Sekreten auf den Blättern der Pflanze zu erkennen, dem Honigtau, eben den Ausscheidungen der Läuse. Auf diesen klebrigen Resten siedeln sich gern Pilze an und die schädigen die Pflanze dann meist mehr, als es die Läuse selber tun. Diese sind eigentlich nur gefährlich, weil sie Krankheiten und Bakterien auf die Pflanze übertragen können. Blattläuse bekommt man meist durch Abspülen in den Griff. Ich setze da nie Chemie, sondern immer einen harten Wasserstrahl ein und bis jetzt hat das immer gereicht, egal wie schlimm der Befall war.

Häufig gestellte Fragen

Die Schwarzäugige Susanne blüht nicht. Woran kann das liegen?
Zunächst einmal dauert es sowieso etwa 4 Monate, bis sich Blüten bilden. Deshalb ist es wichtig, die Samen zeitig auszusäen, denn die Pflanzen blühen sonst sehr spät und werden natürlich in der Kürze der Zeit auch nicht so groß. Außerdem kann es aber auch an Nährstoffmangel, schlechtem Standort und unpassendem Substrat liegen. Da es einige Ursachen geben kann, muss da genau nachgeforscht werden, wo es hakt.

Die Blätter der Schwarzäugigen Susanne werden von unten her gelb. Woran liegt das?
Das ist meist durchaus normal. Oben bildet die Pflanze neue Blätter, unten sterben schon mal ein paar ab. Wenn sie sehr viele oder alle Blätter im unteren Bereich verliert, dann ist das bedenklich. Die Ursachen können wieder vielfältig sein. Meist sind es Standort- oder Pflegefehler. Die müssen abgestellt werden.

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Tipps für Schnellleser

- Sehr interessante Blüh- und Kletterpflanze
- Zwar immergrün, wird aber fast ausschließlich als Einjährige kultiviert
- Standort – warm, sonnig und geschützt
- Substrat – locker, durchlässig und nährstoffreich
- Sinnvoll ist Drainage im Pflanzgefäß
- Zwei bis drei Pflanzen in ein Gefäß setzen.
- Rankhilfen machen Sinn.
- Gießen regelmäßig, immer erst nach Fingerprobe
- Boden darf keinesfalls zu nass sein
- Alle 2 bis 4 Wochen düngen
- Schneiden nur bei Überwinterung, direkt beim Einstellen oder bei Austriebsbeginn
- Verblühtes oder Samenkapseln entfernen
- Überwintern hell und bei Temperaturen zwischen 7 und 12°C.
- Je kühler, desto weniger gießen
- Nicht düngen
- Regelmäßig lüften
- Vermehren – Aussaat und Stecklinge
- Stecklinge einfach, Aussaat etwas schwierig
- Krankheiten selten
- Schädlinge – Blattläuse
- Spinnmilben bei Überwinterung

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