Stangenbohnen anbauen - Sorten, Pflanzen und Pflege

Junge StangenbohnenStangenbohnen - wenn Sie diese noch als französisches Edelgemüse kennen, köstliche junge, dünne und zarte "Haricouverts", und sich schon länger ärgern, dass heute Stangenbohnen eher "frisch aus der Dose" durchgekocht in Stücken serviert werden, sollte Sie sich die Stangenbohnen in den eigenen Garten holen. Hier können Sie unter vielen Sorten die auswählen, die Ihren kulinarischen Vorlieben am besten entspricht, und sich sogar "Ihre eigene Sorte" heranzüchten. Pflanzen und Pflege der Stangenbohnen sind recht unkompliziert, sie machen im Verhältnis zur unglaublichen Wuchskraft und zum hohen Ertrag eigentlich eher wenig Arbeit:

Inhaltsverzeichnis
Kurzer Steckbrief der Stangenbohnen-Sorten
  • Alle (zum Verzehr angebauten) Bohnen gehören zur Unterfamilie der Schmetterlingsblütler in der Familie der Hülsenfrüchtler
  • Die aktuelle Systematik kennt die Bohnen-Gattungen Phaseolus (Ursprung Südamerika) und Vigna (Ursprung Alte Welt)
  • Die Stangenbohnen gehört zur Gattung Phaseolus, die nach neuesten Erkenntnissen 50 bis 70 Arten umfasst
  • Einige Arten davon werden gegessen, Limabohnen (P. lunatus), Teparybohnen (P. acutifolius), Feuerbohnen (P. coccineus)
  • Und eben die Gartenbohne "Phaseolus vulgaris", zu denen unsere Stangenbohne gehört
  • Von den Gartenbohnen gibt es einige Formen: Zunächst Stangenbohnen und Buschbohnen (meist gemeint, wenn von Gartenbohnen die Rede ist) 
  • Aber auch Kidney-Bohnen (Nierenbohnen) und Wachtelbohnen (Pintobohnen, Weiße Bohnen) gehören zu den Gartenbohnen
  • Stangenbohnen heißen ganz genau "Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris var. vulgaris" (Buschbohnen "Phaseolus vulgaris ssp. vulgaris var. nanus")
  • Von den Stangenbohnen (wie auch den anderen Gartenbohnen) gibt es viele Sorten, insgesamt Tausende Phaseolus vulgaris
  • Gängige Sorten wie "Blauhilde", "Cobra", "Fasold", "Matilda", "Neckarkönigin", "Neckargold" und "Tamara" finden Sie überall im Handel
  • Es lohnt sich jedoch, alte Sorten wie "Ascherslebener Meisterwerk", "Blaue Adliswil", "Deutsche Landsorte", "George's Bean" oder "Giant of Stuttgart" anzubauen

Standort

Die Bohnen der Gattung Phaseolus stammen aus Südamerika, sie sind also mehr


Wärme gewöhnt, als der durchschnittliche deutsche Garten zu bieten hat.

Wenn den Stangenbohnen bei uns der Gartenboden endlich warm genug ist, sodass sie ins Freie gesetzt werden dürfen, möchten sie auch dann noch an einen möglichst sonnigen und windgeschützten Standort gesetzt werden.

  Bei der Standortwahl ist auch zu berücksichtigen, dass normale Stangenbohnen eine Höhe bis etwa drei Meter entwickeln werden. Für kleine Gärten gibt es besondere Stangenbohnen-Sorten, die maximal 1,5 bis 2 m hoch wachsen (werden manchmal als Gewächshaus-Bohnen bezeichnet).

Boden

Die Stangenbohnen sind Schwachzehrer, und sie holen sich ihren Stickstoff mit Hilfe von Knöllchenbakterien an ihren Wurzeln aus der Luft im Boden. Luft im Boden sollte also vorhanden sein, anders ausgedrückt gedeihen Stangenbohnen am besten in lockerem Boden.

Der pH-Wert darf neutral bis kalkhaltig (zwischen 5,5 und 7,5) sein, Staunässe darf auf keinen Fall auftreten, schwere und/oder verkrustete Böden müssten also mit grobem Sand aufgelockert werden.

  Stangenbohnen sollten nach sich selbst oder nach anderen Leguminosen erst nach frühestens drei bis vier Jahren an den gleichen Standort gesetzt werden. Außerdem sollten Stangenbohnen nicht neben Zwiebelgewächse, Fenchel und Erbsen gesetzt werden, diese Nachbarn mögen sie überhaupt nicht. Bohnenkraut kann dagegen sehr gut zwischen die Pflanzen gesetzt werden und vertreibt Blattläuse.

Kletterhilfe

Kletternde StangenbohneStangenbohnen klettern in die Höhe, und das in einer gewaltigen Geschwindigkeit, dazu brauchen sie natürlich eine Hilfe. Diese Kletterhilfe kann ein einfacher Maschendrahtzaun sein, neben den die Stangenbohnen gepflanzt werden, üblich ist ansonsten ein Gerüst aus mehreren Stangen, die im Kreis aufgestellt und an der Spitze miteinander mittels einer Schnur verknotet werden (Stangenzelt).

Aussaat

Mit der Aussaat legen Sie die Grundlage für ein gutes Gedeihen Ihrer Stangenbohnen, so sollten Sie vorgehen:
  • Geben Sie die Samen zunächst in eine Saatbeize aus Kamillentee oder Baldriantee
  • Oder legen Sie sie kurze Zeit in Salatöl, beides beugt Schimmelbefall vor
  • Das empfiehlt sich vor allem, wenn der Standort in der Vorsaison Grünmasse trug (ob Gras, Gründüngung oder Spinat)
  • Diese Grünmasse bringt zwar (wieder) nützliche Bodenorganismen in den Boden, aber schädliche Pilze eben auch
  • Die Stangenbohnen sollten frühestens Mitte/Ende Mai und spätestens Ende Juni ausgesät werden
  • Je höher die Temperatur im Boden ist, desto schneller sind die Keimlinge zu sehen und desto widerstandsfähiger sind diese 
1.3em;">Je Kletterhilfe werden sechs oder sieben Bohnensamen ausgesät
  • Die Samen sollten höchstens 2 bis 3 cm in die Erde gegeben werden, da sie zum Keimen viel Sauerstoff brauchen
  •   Sie können Stangenbohnen gut im Gewächshaus vorziehen, was in kälteren Regionen gutes Ausreifen garantiert und in freundlichen Regionen meist eine zweite Ernte ermöglicht.

    Gießen

    Bis die Keimlinge zu sehen sind, wird eher sparsam gegossen, um einem Pilzbefall vorzubeugen. Wenn die Jungpflanzen kräftiger sind, müssen sie gut mit Wasser versorgt werden, wenn sie eine reiche Ernte produzieren sollen.

    Stangenbohnen sind so kälteempfindlich, dass sie noch nicht einmal mit kaltem Wasser gegossen werden möchten, also immer abgestandenes Wasser verwenden. Ab der Blüte wird eine gleichmäßige Feuchtigkeitsversorgung wichtig, vor allem bei anhaltender Trockenheit kann regelmäßiges Gießen die Ernte erheblich üppiger ausfallen lassen.

    Dünger

    Stangenbohnen versorgen sich als Leguminosen selbst mit Stickstoff, diesen brauchen sie in durchschnittlichen Böden recht wenig in ihrem Dünger. Düngen Sie die Stangenbohnen mit Kompost und ggf. organischem Dünger mit sehr wenig Stickstoff (Knochenmehl, Holzasche). Diese Zurückhaltung beim Stickstoff sollte ernst genommen werden: Bei zu viel Stickstoff werden die Stangenbohnen schlecht ausreifen oder krank werden, und der Geschmack könnte auch beeinträchtigt werden. Auch keinen chloridhaltigen Dünger verwenden, auf den reagieren Stangenbohnen empfindlich.

    Bei sehr stark tragenden Bohnensorten in einem mageren, an Mikroorganismen armen Boden kann es jedoch sein, dass die Knöllchenbakterien mit der Stickstofffixierung (Fachausdruck für die "Stickstoffproduktion") nicht nachkommen, hier müsste Stickstoff mit dem Dünger gegeben werden. Wenn Sie nicht sicher sind, wie die Stickstoffversorgung Ihres Bodens aussieht, gibt eine Bodenanalyse Aufschluss.

    Pflege bis zur Fruchtreife

    Collage zur Stangenbohnen-Das können Sie noch tun, um eine reiche Bohnenernte zu fördern:

    Schneiden, Ernten

    Wie gerade gesagt, Stangenbohnen sollten sofort ab Reife laufend abgeerntet werden. Sie können feststellen, ob die ersten Bohnen reif sind, indem Sie eine der als reif identifizierten Bohnen durchbrechen: Lässt sich die Hülse glatt und mit einem Knacken durchbrechen, ist die Bohne reif, eine unreife Stangenbohne klappt eher gummiartig zusammen. Sie werden schnell einen Blick für die nächsten "Ernte-Kandidaten" bekommen. Nicht bei Feuchtigkeit ernten, da sind viele Pilze unterwegs, die sofort in die offene Stelle an der Pflanze wandern.

    Wenn alle Schoten abgepflückt sind, kann das Laub abgeschnitten werden, Sie können es zum Mulchen verwenden oder auf den Kompost geben, die Wurzeln bleiben im Boden und verbessern ihn durch ihre Zersetzung.

      Wenn die Stangenbohnen vorgezogen und Mitte Mai ins Beet gesetzt haben, ist die erste Ernte gegen Ende Juli komplett im Kochtopf gelandet. Wenn Sie sich jetzt die Mühe machen, alle restlichen Bohnenhülsen abzuknicken oder abzuzupfen oder mit einem scharfen Messer abzuschneiden (vorsichtig, keine Triebe aus dem Boden ziehen oder abreißen), können Sie sich vermutlich im Herbst über eine zweite Bohnenernte freuen.

    Vermehrung zur eigenen Sorte

    StangenbohnenAuch wenn es nicht sehr verbreitet ist: Die Vermehrung von Stangenbohnen ist wirklich ziemlich einfach und außerdem empfehlenswert - sie kann zur Zucht der eigenen Sorte führen:

    Überwintern

    Erübrigt sich bei uns, Stangenbohnen sind vielleicht in ihrer Heimat Südamerika mehrjährig (nicht recherchiert, hat die Autorin "nur mal irgendwo gelesen"), sind aber bei uns nicht winterhart und werden deshalb grundsätzlich einjährig kultiviert.

    Die bei uns verfügbaren Sorten sind auch genauso gezüchtet, sie sterben in der Regel ganz von alleine ab, wenn die letzte Bohne gepflückt ist - noch bevor ihnen der erste Frost den Garaus macht. Die Stangenbohnen-Sorte Phaseolus vulgaris "Blauhilde" soll noch wirklich mehrjährig sein, aber auch die müssten Sie bei uns im Winter ausbuddeln und die Wurzeln ohne Absterben über den Winter bringen ... lohnt sich nicht, dazu wachsen Stangenbohnen viel zu schnell.

    Häufige Fragen

    Sind Stangenbohnen giftig?
    Auch wenn Sie die Frage leicht absurd finden, weil Sie gerade den Löffel vom Bohneneintopf niedergelegt haben und noch leben: Ja, sind sie, sogar ziemlich dolle. Alle Phaseolus vulgaris enthalten Phasin (Phaseolin), ein für den Menschen im Rohzustand nicht besonders zuträgliches Eiweiß, das sich an die roten Blutkörperchen bindet und diese miteinander verklumpen lässt und auch im Darm schwere Stoffwechselschäden anrichtet. Rohe grüne Bohnen sind deshalb giftig und können tödlich sein, Kinder sollen schon beim Verzehr weniger roher Bohnen ernsthaft gefährdet sein. Erst durch das Kochen der Bohnen wird das Phasin zerstört.

    Lassen sich Stangenbohnen auch auf dem Balkon im Kübel ziehen?
    Grundsätzlich schon, aber ein Mörtelkübel sollte es schon sein, um Wasser und Nährstoffe in einer den Bohnen genehmen gleichmäßigen Verteilung unterzubringen. Im Kübel müssen Sie die Bohnen wirklich viel und regelmäßig Wässern, und der organische Dünger muss durch einen mineralischen Gemüsedünger ergänzt werden, dann sollte die Ernte auch im Kübel klappen.