Andenbeere, Physalis peruviana, Kapstachelbeere - Pflege und Überwintern


PhysalisDie Kapstachelbeere ist eine krautige Pflanze. Sie ist mehrjährig aber nicht winterhart, sodass der Freilandanbau vor allem in Regionen mit Weinbauklima empfehlenswert ist. Ansonsten ist eine Kultivierung im Kübel sowohl im Garten als auch auf dem Balkon ratsam und eine entsprechend frostfreie Überwinterung. Die kugeligen Früchte von einem klebrigen Film überzogen, die man aber problemlos abwaschen kann. Die Andenbeere isst man am besten immer frisch. Die orangefarbene Frucht mit der Größe einer Stachelbeere macht sich aber auch in Obstsalaten und aufgrund ihrer intensiven Färbung als Dekoration von Speisen sehr gut.


Steckbrief
  • Andenbeere wächst meist einjährig und starkwüchsig.
  • Erreicht Wuchshöhen zwischen 1 und 2 m.
  • Blütezeit beginnt im Juli.
  • Erntereife beginnt im August.
  • Früchte befinden sich in vertrockneten lampionähnlichen Hüllen.
  • Nur die Beeren sind essbar.
  • Restliche Pflanzenteile sind giftig.
  • Kann im Kübel oder Topf frostfrei überwintern.
  • Geschmacklich eine Mischung aus Kiwi, Stachelbeere und Ananas.

Pflanzen

Der Anbau der Andenbeere ähnelt dem von Tomaten. In den Garten kann sie nach den Eisheiligen ab Mitte Mai gepflanzt werden. Auf einen Quadratmeter pflanzt man etwa 1-2 Pflanzen. Vor dem Pflanzen ist es ratsam, Hornspäne oder wenn vorhanden, Pferdemist ins Pflanzloch zu geben. Bei einer Pflanzung im Freiland an besonders sonnigen Standorten empfiehlt sich das Anbringen eines Spaliers. An kühleren Standorten ist in der Regel eine einfache Stützhilfe ausreichend. Für eine Kübelpflanzung sollte man einen 10-12-Liter-Pflanzkübel verwenden.

  Eine Ganzjahreskultur im Gewächshaus ist nicht empfehlenswert. Dort entwickelt die Physalis  deutlich mehr Blattmasse und dafür weniger Früchte als im Freien. Auch der Geschmack der Andenbeeren kann darunter leiden. Für die Überwinterung ist ein Gewächshaus allerdings gut geeignet.

Standort und Boden

  • Die Kapstachelbeere Physalis peruviana ist eine sehr wärmebedürftige Pflanze.
  • Demzufolge benötigt sie einen warmen, sonnigen und geschützten Platz.
  • Das gilt sowohl im Garten als auch im Kübel.
  • Der Boden sollte locker und nicht zu nährstoffreich sein.
  • Er kann sowohl sauer und neutral als auch alkalisch sein.
  • In der Regel kommt sie aber mit jedem normalen Gartenboden gut zurecht.

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf dieser Pflanze ist relativ hoch. Der Wurzelballen sollte möglichst nie komplett austrocknen, denn auf Trockenheit reagiert diese Pflanze sehr empfindlich. Um die Feuchtigkeit besser im Boden halten zu können,  ist die Verwendung einer Pflanzfolie bzw. eines Mulchvlies empfehlenswert, das bereits bei der Pflanzung aufgebracht wird. Alternativ bietet sich eine Schicht Rindenmulch oder Rasenschnitt an, die man großflächig auf dem Wurzelbereich verteilt. Im Gegensatz dazu ist der Nährstoffbedarf der Kapstachelbeere nicht sehr hoch. Die frisch gepflanzte Andenbeere benötigt zunächst gar keinen Dünger. Frühestens 6-8 Wochen nach dem Pflanzen kann man mit einem flüssigen Biodünger nachdüngen z.B. mit einem Tomaten- oder einem anderen Gemüsedünger.

  Eine Überdüngung sollte unbedingt vermieden werden, vor allem eine zu stickstoffhaltige Düngung. Diese würde zum Vergeilen der Pflanze führen.

Schneiden

Bei einer einjährigen Kultur der Kapstachelbeere ist ein Rückschnitt nicht erforderlich. Wird sie jedoch mehrjährig kultiviert, kann man sie im Frühjahr bis auf ein Drittel stark zurückschneiden. Vor der Überwinterung ist ein Rückschnitt sogar empfehlenswert.

Überwintern

PhysalisDie Andenbeere ist nicht winterhart und


würde bereits bei den ersten leichten Frösten absterben. Trotz allem kann sie bei einer frostfreien Überwinterung, beispielsweise im unbeheizten Wintergarten oder einem frostfreien Gewächshaus mehrjährig kultiviert werden. Auch zunächst im Garten ausgepflanzte Exemplare können im Herbst ausgegraben, in einen Kübel gepflanzt und entsprechend überwintert werden. Für die Überwinterung gibt es mehrere Möglichkeiten.

Hell und kühl


Wird die Physalis in einem hellen und kühlen Raum überwintert, darf sie nur sehr sparsam gegossen werden. Die Temperaturen sollten zwischen 10 und 15 Grad liegen und zu keiner Zeit unter 5 Grad fallen. Gedüngt wird gar nicht und gegossen nur ab und zu und nur sehr sparsam. Unter diesen Bedingungen beschränkt die Pflanze ihre Aktivität auf ein Minimum und zeigt erst im Frühjahr wieder Wachstum, wenn es wärmer wird.

Dunkel und kühl

  • Die Andenbeere kann auch in einem dunklen und kühlen Raum überwintern.
  • Dann sollte man sie zunächst bis auf ein Drittel zurückschneiden.
  • Auch ein Rückschnitt bis zum Boden ist möglich.
  • Die Blätter werden komplett entfernt, was einem Schädlingsbefall vorbeugen kann.
  • Die Temperaturen sollten auch hier nicht unter 5 Grad fallen.
  • Zudem sollte etwa alle 2-3 Wochen mäßig gegossen werden.
  • Wurzelballen darf nicht vollständig austrocknen.
  • Gedüngt wird auch bei dieser Überwinterungsmethode nicht.
Hell und warm

Wer keine Möglichkeit hat, diese Pflanze kühl zu überwintern, kann sie auch in einem warmen Raum, beispielsweise einem beheizten Gewächshaus überwintern. An einem entsprechend warmen und hellen Platz muss sie auch im Winter normal gegossen werden. So bildet sie auch im Winter Blüten und Früchte, allerdings deutlich weniger und wesentlich langsamer.

  Bei einer Überwinterung in einem unbeheizten Wintergarten oder einem frostfreien Gewächshaus kann die Andenbeere, sofern sie bereits im Sommer im Kübel gepflanzt wurde und ein dichtes Wurzelwerk gebildet hat, gegebenenfalls den ganzen Winter über beerntet werden.

Vermehren

Aussaat

Bereits im Februar/März kann die Andenbeere im Haus vorgezogen werden. Die Samen dazu kann man z.B. von bereits vorhandenen Pflanzen ernten, wobei die Früchte voll ausgereift sein sollten. Samen gewinnt man aber auch von im Handel gekauften Früchten. Die kleinen weichen Samen lassen sich mit einem Zahnstocher oder Ähnlichem aus dem Fruchtfleisch pulen. Physalis-StrauchDann muss man sie nur noch säubern und anschließend etwa einen Tag trocknen lassen. Für die Anzucht eignet sich ein Minigewächshaus sehr gut aber auch jedes andere Anzuchtgefäß. Dort hinein gibt man handelsübliche Anzuchterde und verteilt darauf  die Samen. Diese werden nur sehr dünn

mit Substrat bedeckt und das Substrat leicht befeuchtet. Je nach Anzuchtgefäß deckt man dann das Ganze noch mit Klarsichtfolie ab und stellt es an einen hellen und warmen Platz, bei Temperaturen zwischen 20 und 24 Grad z.B. auf die Fensterbank, jedoch ohne direkte Sonneneinstrahlung. Ab und zu sollte die Folie entfernt und kurzzeitig belüftet werden. Je nach Umgebungsbedingungen kann es bis zur Keimung zwischen einer und acht Wochen dauern. Zeigen sich die ersten Blättchen, kann vereinzelt werden. Im Mai nach den Eisheiligen werden die vorgezogenen Pflanzen dann in den Garten mit einem Abstand von 50-100 cm oder in größere Kübel ausgepflanzt.

  Bei der Vermehrung durch Aussaat passiert es häufig, dass die Pflanzen erst relativ spät Früchte ausbilden und demzufolge auch die Ernte relativ kurz ausfällt. Häufig sät sich die Kapstachelbeere auch selbst aus. Die daraus hervorgehenden Pflanzen entwickeln jedoch kaum reife Früchte.

Stecklinge
Sind bereits Pflanzen vorhanden, können von diesen auch Stecklinge gewonnen und für die Vermehrung verwendet werden. Diese werden im Herbst von Seitentrieben geschnitten und sollten etwa 10-15 cm lang sein. Von diesen Stecklingen entfernt man dann die untersten Blätter und steckt sie etwa zu einem Drittel in entsprechendes Substrat. Dann befeuchtet man das Ganze und hält es gleichmäßig feucht. Über den Steckling bzw. den Topf stülpt man dann am besten noch eine Plastiktüte oder Klarsichtfolie. Nach wenigen Wochen haben die Stecklinge Wurzeln und die ersten Blätter gebildet, sodass sie im Frühjahr nach den Eisheiligen nach draußen oder in größere Kübel gepflanzt werden können.

Ernte

Von der Pflanzung bis zur Ernte der Andenbeere vergehen etwa 3-4 Monate. Erntereif ist die Physalis peruviana hierzulande etwa ab August. Die Ernte dauert in der Regel bis in den Oktober hinein und endet im Garten mit dem ersten leichten Frost. Meist sind dann viele Früchte noch nicht richtig ausgereift, deshalb macht es Sinn, die Pflanzen vor dem Frost auszugraben und in einem Kübel in einem frostfreien Raum zu überwintern, sodass die verbleibenden Früchte noch nachreifen können, vorausgesetzt sie sind nicht mehr komplett grün. Ist das z.B. aus Platzmangel nicht möglich, kann man auch die Äste bzw. Zweige mit den unreifen Früchten vom Strauch abschneiden und diese umgekehrt bei Zimmertemperatur aufhängen. Meist reifen dann einige dieser Früchte noch nach. Die Erntereife erkennt man an den Lampionhüllen, die pergamentartig eingetrocknet sind und den orangefarbenen Früchten. Die Beeren werden samt Stiel vom Strauch gepflückt und vor dem Verzehr aus ihrem Stand einfach herausgedreht. Solange man die Beeren noch in den pergamentartigen Hüllen belässt, sind sie meist noch einige Wochen haltbar, vorausgesetzt, man lagert sie in einem trockenen Raum, einlagig, bei Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Sind die Früchte bei der Ernte bereits überreif, platzen sie auf und beginnen relativ schnell zu schimmeln. Bei einer Kultivierung im Gewächshaus beginnt die Ernte in der Regel etwas früher. Aufgrund des stärkeren Pflanzenwachstums im Glashaus ist der Fruchtertrag jedoch oft geringer. Schneidet man die Pflanze zu Herbstende kräftig zurück, treibt sie dort im Frühjahr meist wieder aus. Bei ausreichend Platz und bedarfsgerechtem Schnitt kann sich der Ertrag im zweiten und dritten Jahr deutlich erhöhen.

  Die Früchte können nur nachreifen, solange sie sich noch an der Pflanze befinden und noch nicht abgeerntet sind. Bereits geerntete unreife Früchte reifen nicht mehr nach.

Krankheiten und Schädlinge

Weiße Fliege

PhysalisfruchtGelegentlich kann es zu einem Befall durch die Weiße Fliege kommen. Im Gewächshaus bietet sich der Einsatz von Gelbtafeln oder Nützlingen wie z.B. Schlupfwespen oder Raubwanzen an. Ansonsten kann man mit Neem-Azal oder selbst hergestellten starken Wermuttee spritzen.

Graufäule


Die Graufäule tritt vor allem im Gewächshaus auf, wenn beispielsweise die Pflanzen zu dicht stehen und keine ausreichende Belüftung gewährleistet ist. Dementsprechend sollte man auf optimale Kulturbedingungen achten und befallene Pflanzen entfernen.

Nicht alle Physalisarten sind essbar


Die hier beschriebene Physalis peruviana kann leicht mit der Physalis alkekengi verwechselt werden, die häufig für Gestecke oder herbstliche Dekorationen verwendet wird. Auch deren Früchte sind orangefarben und auch sie besitzen diese pergamentartige Außenhülle. Über ihre Giftigkeit gibt es unterschiedliche Aussagen. Wer auf der sicheren Seite sein will, sollte die Physalis peruviana anbauen.

Häufig gestellte Fragen

Kann die Andenbeere auch noch grün geerntet werden?
Beeren, die noch grün geerntet werden, reifen nicht mehr nach. Die Beeren können nur nachreifen, solange sie am Strauch sind. Demzufolge ist es sinnvoll, die Pflanzen von Anfang an in Kübel zu pflanzen und sie vor den ersten Frösten in ein frostfreies Quartier zu bringen oder man schneidet Zweige, an denen sich noch Beeren befinden ab und hängt diese drinnen umgekehrt auf, auch dann können die Beeren mit etwas Glück noch ausreifen.

Müssen diese Pflanzen, ähnlich wie Tomaten ausgegeizt werden?
Sinnvoll ist ein Ausgeizen lediglich im Gewächshaus, damit die Pflanze nicht zu stark wuchert und sie ausreichend Licht und Luft bekommt. Im Freiland ist das nicht notwendig. Man kann es aber trotz allem tun, sollte jedoch so lange warten, bis ersichtlich ist, ob sich aus den Blattachseln eine Blüte oder ein Seitentrieb entwickelt, den man dann gegebenenfalls entfernen kann, denn sowohl Seitentriebe als auch Blüten bilden sich in den Blattachseln.