Baumspinat, Chenopodium giganteum - Anbau und Pflege

BaumspinatBaumspinat sieht nicht nur interessant aus, er kann auch wie der normale Spinat gekocht oder roh gegessen werden. Der Vorteil des Baumspinats ist, dass er sehr spät blüht, bzw. die Blüte verzögert werden kann. So kann er als Sommerspinat genutzt werden.  Am besten lässt man den Baumspinat wachsen, bis er einen etwa 2 m hohen Busch gebildet hat. Das ist meist im Hochsommer der Fall und dann wird geerntet. Man nutzt die jungen Triebe und Blattspitzen, die können regelmäßig geschnitten werden. So wird auch die Blüte verzögert. Im September blühen die Gewächse dann aber. Die Samen reifen in der Regel bis zum Winter aus.


Baumspinatpflanzen sind auffällige Gewächse. Wegen ihrer interessanten Blattfärbung werden sie auch immer mal wieder als Zierpflanzen angeboten. Besonders beliebt ist Chenopodium giganteum ‘Magenta Spreen‘, die besonders durch ihre Blätter auffällt. Außerdem wird die Pflanze nicht ganz so hoch. Es handelt sich um eine Hybridzüchtung.

Tipp - Baumspinatblätter sind gekocht und roh essbar. Sie enthalten jedoch in geringen Mengen Saponine und deutlich mehr Oxalsäure. Dies kann die Verträglichkeit beeinflussen. Menschen die unter Rheumatismus, Arthritis, Gicht, Nierensteinen oder Übersäuerung leiden, sollten vorsichtig sein, da die Pflanze gegebenenfalls die Symptome verschlimmern kann. Für gesunde Menschen besteht bei normalem Konsum keine Gefahr, ganz im Gegenteil, Baumspinat ist nahrhaft und gesund.

Kurzer Steckbrief zum Baumspinat
  • Wird auch Riesengänsefuß genannt
  • Gattung der Gänsefüße
  • Familie der Fuchsschwanzgewächse
  • Stammt ursprünglich wahrscheinlich aus Indien
  • Heute in allen gemäßigten Gebieten
  • Verwandt mit Quinoa und Guter Heinrich
  • Einjährige krautige Pflanze
  • Bis 3 m hoch und 1,5 m breit
  • Kräftiger rötlich-grüner oder rötlich- purpurner Stängel, bis 5 cm dick
  • Stängel werden häufig als Wanderstöcke genutzt
  • Blätter oberseits hellgrün, unterseits dunkelgrün
  • Junge Triebe mit einem fluoreszierenden Violett verziert
  • Blüte von Juli bis September, sehr unscheinbar
  • Linsenförmige Früchte

Anbau

Baumspinat kann einfach ausgesät werden. Wer einmal eine Pflanze im Garten hatte, kann sie stehen lassen, bis sie sich selbst ausgesät hat. Im Frühjahr gehen die Samen allein auf. Die Jungpflanzen setzt man dann an die gewünschte Stelle. Man kann mit drei Pflanzen pro Person rechnen, die versorgt werden möchte. Die übrigen Jungpflanzen kann man gleich für Salat verwenden. Wichtig für den Baumspinat ist ausreichend Platz. Nur so kann er sich zu einer großen Pflanze entwickeln. Die Aussaat ist einfach. Am unkompliziertesten ist, gleich ins Freiland zu säen. Der Standort sollte hell und nicht ganz zu trocken sein. Günstig ist ein windgeschützter Platz. Beim Pflanzsubstrat ist Baumspinat nicht sehr anspruchsvoll. Der Boden sollte etwas nährstoffreich, durchlässig, frisch und locker sein. Beim Pflanzen selbst ist der Pflanzabstand für eine gute Entwicklung entscheidend. Baumspinat kann auch im Pflanzkübel kultiviert werden. Dieser muss aber ausreichend groß sein.

Aussaat

Die Aussaat ist einfach. Man kann direkt ins Freiland säen oder aber im Haus vorziehen. Die Samen keimen sehr zuverlässig. Wichtig ist, sie nicht mit Erde zu bedecken. Baumspinat ist ein Lichtkeimer. Die Samen werden nur leicht angedrückt, damit der Wind sie nicht wegwehen kann.
  • Aussaat März bis April
  • Aussaatkisten nutzen und später vereinzeln oder
  • Gleich nur


    1 bis 2 Korn in ein kleines Töpfchen aussäen und später nur die kräftigere Pflanze stehen lassen
  • Samen nicht mit Erde bedecken – Lichtkeimer
  • Bei Direktaussaat im Beet 30 bis 40 cm in Reihe aussäen, wenn man nur einmal ernten möchte (ganze Pflanze bei etwa 30 cm Höhe)
  • Will man laufend ernten, einen Abstand von 50 cm nach allen Seiten halten
  • Ab April ins Freiland säen
  • Bis Juni Aussaat möglich
  • Im Gewächshaus gezogene Pflanzen entwickeln sich schneller
  • Boden leicht feucht halten
  • Keimdauer 1 bis 2 Wochen

Standort

Was den Standort anbelangt, ist Baumspinat sehr anspruchslos. Er mag es nicht ganz so knallig heiß, kommt aber klar damit, wenn er genug Feuchtigkeit bekommt. Ansonsten ist er auch mit einem halbschattigen Platz zufrieden.
  • Anspruchslos
  • Halbschattig bis sonnig
  • Gern windgeschützt

Pflanzsubstrat

Auch beim Pflanzsubstrat ist Baumspinat nicht sehr anspruchsvoll. Ideal ist nährstoffreiches, frisches und lockeres Substrat, welches nicht zu viel Stickstoff enthält. Auch muss es durchlässig sein, sowohl wasser- als auch sauerstoffdurchlässig.
  • Nicht sehr anspruchsvoll
  • Kommt mit den meisten Böden zurecht
  • Ideal ist ein nährstoffreicher, frischer und lockerer Boden
  • Wasser- und sauerstoffdurchlässig
  • Boden vor dem Pflanzen gut lockern und eine 2 cm dicke Schicht Kompost einarbeiten

Pflanzen

Beim Pflanzen sind vor allem die Abstände zu Nachbarpflanzen wichtig. Hierbei kommt es vor allem darauf an, ob der Baumspinat als Zier- oder als Nutzpflanze verwendet werden soll. Auf die Endgröße kommt es an.
  • Pflanzabstand mindestens 50 cm
  • Ideal ist ein Abstand von 1,5 m, dann kann dazwischen noch anderes Gemüse angebaut werden

Pflege


Baumspinat benötigt so gut wie keine Pflege. Er wächst schnell und füllt Lücken im Garten. Trotz seiner Höhe müssen die Stängel nicht gestützt werden, sie sind stabil und stark genug. Ausreichend Wasser ist für zarte Triebe wichtig. Kultiviert man Baumspinat als Zierpflanze, muss kaum gegossen werden. Brennnesseljauche ist ideal als Dünger, dient auch der Pflanzenstärkung.

Gießen und Düngen

Baumspinat kommt gut mit Trockenheit klar, die Blätter bleiben aber zarter, wenn regelmäßig gegossen wird. Ein gleichmäßig leicht feuchter Boden verspricht eine gute Ernte. Nährstoffe sind wichtig, aber es darf nicht zu viel Stickstoff enthalten sein. Wird beim Pflanzen Kompost eingearbeitet, muss meist nicht nachgedüngt werden. Brennnesseljauche stärkt und schützt die Pflanzen.
  • Äußerst trockenheitstolerant
  • Wer zarte Blätter ernten möchte – regelmäßig gießen
  • Mit Brennnesseljauche düngen
Tipp - Auch der Baumspinat bindet, ähnlich wie normaler Spinat, Nitrate, wenn er in stickstoffreichem Boden angebaut wird. Daher ist es empfehlenswert, die Blätter mit Wasser kurz aufzukochen und erst dann weiterzuverarbeiten. Das Wasser nicht verwenden!

Schneiden

Schneiden

im eigentlichen Sinn muss man beim Baumspinat nicht. Man schneidet lediglich zur Ernte, was man braucht. Empfehlenswert ist allerdings, abgeblühtes zu entfernen, es sei denn, man möchte die Samen ernten, die auch essbar sind. Zum einen sät sich die Pflanze selbst aus und sie produziert Unmengen an Samen. Zum anderen kostet es dem Gewächs viel Kraft, die Samen auszureifen, die dann beim Wachstum und der Bildung neuer Triebe und Blätter fehlt.
  • Nur schneiden, was geerntet wird
  • Samenstände beizeiten abschneiden, damit sich die Pflanzen nicht massenhaft vermehren!
Tipp - Die Samenstände des Baumspinates nicht über den Kompost entsorgen, außer, es werden für

einige Tage Temperaturen zwischen 60 und 70°C erreicht, sodass die Samen abgetötet werden. Ansonsten werden die Samen mit dem Kompost im ganzen Garten verteilt und das will man ganz sicher nicht.

Überwintern

Die Überwinterung entfällt, da die Pflanzen nur einjährig sind. Man kann sie bis zum Frühjahr stehen lassen, dann samen sie vollständig aus oder man schneidet sie im Spätherbst ab bzw. reißt sie aus dem Boden.

Vermehren

Die Vermehrung erfolgt wie oben beschrieben über Aussaat. Wichtig ist, die Samen richtig ausreifen zu lassen. Sie sind auch nicht alle zur gleichen Zeit reif. Am längsten benötigen die Seitentriebe. Es kann bis Mitte November dauern, bis alle Samen reif sind. Zu erkennen ist die Samenreife an der anthrazit- bis graufarbenen Färbung.
  • Aussaat
  • Samen müssen richtig ausgereift sein

Krankheiten und Schädlinge

Krankheiten sind ausgesprochen selten, vor allem, wenn Brennnesseljauche genutzt wird. Auch Schädlinge kommen nicht so häufig vor. Miniermotten bzw. Minierfliegen können zum Ärgernis werden. Die Raupen fressen Gänge durch die Blätter. Hier hilft, die befallenen Blätter zu entfernen und zu entsorgen.

Häufige Fragen

Wie wird am besten geerntet? Werden die Blätter einzeln abgepflückt?

Besser ist, einen ganzen jungen Trieb zu ernten, als jedes Blatt einzeln. Zum einen ist es einfacher, man kann die einzelnen Blättchen dann direkt vor der Verarbeitung abzupfen und zweitens fügt man der Pflanze nur eine Verletzung zu und nicht so viele. Wunden sind Eintrittsöffnungen für Keime, Bakterien, Pilze etc. und davon muss die Pflanze nicht zu viele haben.

Kann man Baumspinatblätter einfrieren?

Ja, ähnlich wie bei normalem Spinat. Sie sollten allerdings zuvor blanchiert werden.