Blumenerde schimmelt - Hilfe bei Schimmel im Blumentopf

Erde in PflanztopfGerade noch frisch und gut gepflegt, zeigt sich auf der Erde im Blumentopf plötzlich Schimmel - dieser Fall ist leider keine Seltenheit bei Zimmerpflanzen. Und auch Gewächse auf dem Balkon oder im Winterquartier können scheinbar ohne Vorwarnung davon befallen werden. Um die Gefahr schnell zu beseitigen und die Pflanze dennoch zu retten, ist ein gezieltes und angepasstes Handeln gefragt. Wie dieses aussieht, worauf zu achten ist und auf welchem Weg der Schimmel im Blumentopft wirksam verhindert werden kann, erfahren interessierte Hobbygärtner hier.

   

Den Pilz erkennen

Zeigt sich auf dem Substrat ein weißer Belag, ist das nicht in jedem Fall Schimmel. Tatsächlich handelt es sich häufig um Kalk, der zwar nicht ansehnlich aber auch nicht gefährlich ist. Während Kalk eine trockene, krümelige Struktur aufweist, deckend auftritt und keinen üblen Geruch verbreitet, verhält es sich beim Schimmel anders.

Diese wirkt flaumig und meist deckend, verströmt einen modrigen oder muffigen Gestank und kann neben weißen Pilzkörpern auch Grüne, Braune oder Schwarze aufweisen.

  Um sicher zu gehen, dass es sich wirklich um Schimmel handelt, sollte niemals aus kürzester Entfernung an ihm gerochen werden. Denn die Sporen sind gesundheitsgefährdend und können vor allem für Menschen mit empfindlichen oder vorbelasteten Atmungsorganen gefährlich werden.

Ursachen

Schimmel verbreitet sich durch sogenannte Sporen, die mit bloßem Auge nicht zu erkennen sind. Winzig und leicht können sie sich auf dem Luftweg übertragen. Aus diesem Grund kommen sie nahezu überall vor. In der Luft selbst, auf Oberflächen, in Textilien, der Erde und auf Pflanzen. Das gilt sogar selbst dann, wenn alles ständig gründlich geputzt wird. Gedeihen können die schädlichen Pilze aber nur, wenn sie einen Nährboden und ein geeignetes Klima vorfinden.
Erforderlich sind:
  • Giessen von BlumenFeuchtigkeit
  • Wärme
  • Nährstoffe
Leider finden sich diese Bedingungen gerade auf Pflanzsubstrat. Zumindest, sofern es feucht gehalten wird oder in einem feuchten Raum steht. Kommen hierzu noch dauerhaft höhere Temperaturen, ist ein Ausbruch nahezu vorprogrammiert. Das Risiko wird ebenfalls erhöht, wenn sich in der Erde eine große Menge Sporen findet. Oder diese für die eingesetzte Pflanze eigentlich ungeeignet ist.

Gefahren

Schimmel ist nicht schön anzusehen und verbreitet einen unangenehmen Geruch, das sind jedoch nicht die eigentlichen Gründe, aus denen er schnellstmöglich bekämpft werden sollte. Zum einen ist der Schimmelpilz eine Gefahr für die Pflanze selbst und umstehende Gewächse, die sich anstecken können. Er macht sie anfällig für zahlreiche weitere Erkrankungen und kann ein Vorbote eines Schädlingsbefalls, meist der Trauermücken, sein. Zum anderen kann der fortgesetzte Kontakt zu den Schimmelsporen bei Mensch und Tier Krankheiten hervorrufen.
Dazu zählen:
  • Erkrankungen der Atemwege, wie Bronchitis
  • Allergien
  • Reizungen der Haut und Schleimhaut
  • Fieber
  • Kopfschmerzen
  • Erhöhte Anfälligkeit für Infekte
  • Erschöpfung
  • Konzentrationsstörungen
  • Muskelschmerzen
  • Beschwerden des Magen-Darm-Trakts
  • Hustenreiz
  • Asthmaanfälle
Damit es zu diesen Auswirkungen auf die Gesundheit kommt, ist im Normalfall mehr nötig als ein einzelner, schimmelnder Blumentopf. Von diesem


ausgehend können sich die Sporen aber in rasantem Tempo verbreiten. Zudem kann es bei empfindlichen Menschen, die beispielsweise bereits unter Asthma oder einem geschwächten Immunsystem leiden, zu schnelleren und stärkeren Symptomen kommen. Daher sollten vor allem die Zimmerpflanzen regelmäßig kontrolliert und bei vorhandenem Befall umgehend gehandelt werden.

Maßnahmen zur direkten Bekämpfung

Ist der Schimmel einmal auf der Blumenerde ausgebrochen, muss die Pflanze nicht unbedingt vernichtet werden. Wer den Aufwand der Bekämpfung nicht auf sich nehmen möchte, kann dies aber natürlich tun.

Allen anderen hilft die folgende Anleitung:
  • Die betroffene Pflanze möglichst nach draußen verbringen, um die Sporen nicht im Zimmer aufzuwirbeln. Umstehende Töpfe auf Anzeichen von Schimmel kontrollieren und gegebenenfalls ebenso aus dem Raum entfernen.
  • Mit Handschuhen und Atemmaske ausstatten, um ein Einatmen der Sporen zu verhindern.
  • Die Erde vollständig vom Wurzelballen lösen. Am besten direkt in eine Mülltüte. Ein Abheben des sichtbaren Schimmels reicht nicht aus.
  • Die Wurzeln im Anschluss gründlich unter fließendem Wasser abspülen, bis kein Substrat mehr an ihnen hängt.
  • In frische Erde und möglichst auch neue Töpfe einpflanzen und wieder an den angestammten Standort verbringen.
  • Zum Abschluss die schimmelige Erde gut verpacken und über den Hausmüll - nicht auf dem Kompost - entsorgen.  
Wer die alten Töpfe weiterhin verwenden möchte, kann dies bei anderweitig unbeschädigten Gefäßen durchaus. Dafür sollten sie jedoch ein ausgedehntes Bad in einer heißen Essiglösung nehmen. Der Essig tötet die Sporen ab und verhindert so einen erneuten Ausbruch des Schimmels. Die Reinigung mit Essig empfiehlt sich im Übrigen für alles, was mit der Erde oder den Töpfen Kontakt hatte.
 
Sind die Töpfe aber zerkratzt, zeigen Risse, aufgeraute Stellen, bestehen aus unlackiertem Ton oder Terrakotta sollte von einer Weiterverwendung abgesehen werden. Wurden diese einmal von Schimmelsporen befallen, sind sie kaum wieder sicher zu reinigen. Selbst wenn sie im ersten Moment frei von Sporen wirken, verbirgt sich der Schimmel meist dicht unter der Oberfläche und kommt bei nächster Gelegenheit wieder zum Vorschein.

Dem Schimmel vorbeugen

Die bereits erwähnten Schimmelsporen sind im Grunde in jeder Erde vorhanden. Sie führen allerdings nur zur Bildung von Schimmel, wenn sie ideale Bedingungen vorfinden. In erster Linie sind das eine zu hohe Temperatur und Feuchtigkeit. Bereits durch den richtigen Standort und die abgestimmte Pflege lässt sich ein Befall also meist verhindern.
Dazu helfen noch weitere Tipps.
Düngen einer Pflanze im Blumentopf
  • In hochwertige Erde ohne Torf investieren. Billigprodukte schimmeln schneller und

    stärker. Torf ist aufgrund seiner wasserspeichernden Wirkung ein begünstigender Faktor für den Befall.
  • Auf geeignetes Substrat achten. Pflanzen mit einem hohen Wasserbedarf benötigen einen anderen Boden, als Gewächse aus trockenen Gebieten.
  • Auf ausreichend Belüftung am Standort achten. Fehlt die Luftzufuhr, haben Sporen eine bessere Chance. Dazu sollten die Pflanzen auch nicht zu dicht aneinander stehen.
  • Das Gießverhalten anpassen. Lieber öfter kleine Mengen, als aller paar Wochen zu schwemmen. Wasseransammlungen in Untersetzern oder Übertopfen sind eine halbe Stunde nach dem Gießen zu entfernen.
  • Auf den Wasserabfluss achten. Eine Drainageschicht aus Tonscherben und Kies oder Blähton am Grund des Blumentopfs sorgt für guten Abzug und verhindert Staunässe.
  • Die Erde belüften. Bei größeren Töpfen kann mit einer kleinen Harke, bei kleineren mit einer Gabel die Oberfläche des Substrats gelockert werden.
  • Bei Pflanzen die dies vertragen, Sand oder Kokosfasern in das Substrat mengen. Diese Zugabe lockert den Boden ebenfalls und lässt ihn durchlässiger werden.
  • Den Pflanzen ausreichend Licht gönnen. Im Dunkeln gedeiht Schimmel besser.
Wer diese Tipps befolgt, wird selten Probleme mit Schimmel im Blumentopft haben. Was aber tun, wenn er dennoch auftritt?

  Pflanzen, die dauerhaft feucht und warm stehen müssen, am besten in einem Zimmergewächshaus unterbringen. So bleibt das schimmelfreundliche Klima begrenzt und umstehende Gewächse werden geschützt. Das Gewächshaus selbst sollte ebenfalls regelmäßig belüftet werden.

Hartnäckige Befälle und Rückfälle

Werden die Pflanzen perfekt gepflegt, Schimmel bricht aber dennoch aus oder tritt immer wieder auf, kann die Ursache in der Erde selbst oder im Umfeld liegen. Wer trotz eines bereits erfolgten Umtopfens wieder Schimmel bemerkt, sollte daher härtere Geschütze auffahren.
  • Alle Gewächse in der Umgebung in frische Erde und neue Töpfe setzen
  • Täglich richtig in der ganzen Wohnung, mit offenen Fenstern und Zimmertüren lüften
  • Im Winter oder bei Abwesenheit nicht auf das Heizen verzichten, Temperaturen unter 18 °C und Temperaturschwankungen begünstigen das Wachstum
  • Den Standort der Pflanzen

    mit verdünntem Essigkonzentrat reinigen
  • Das Zimmer auf weitere Schimmelherde hin untersuchen
  • Eventuell die Erde von anderer Quelle beziehen
  • Die Gießkanne mit Essig reinigen oder wechseln
  • Die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer messen und bei Bedarf - bei Werten über 60 % - ausgleichende Maßnahmen ergreifen

  Temperaturgefälle vermeiden und die Heizung im Winter auch bei Abwesenheit nicht vollkommen abstellen. Also möglichst nicht frische 18 °C im Schlafzimmer und sommerliche 25 °C im daneben liegenden Wohnzimmer. Derlei Unterschiede und auch zu niedrige Temperaturen führen zu Kondensation von Luftfeuchtigkeit an den Wänden und lassen ein anhaltendes "Schimmelklima" entstehen.

  

Natürliche Hilfe und Hausmittel

Schimmelpilz kann sich als ausgesprochen hartnäckig erweisen und immer wieder auftreten. Um nun nicht bei jedem Befall immer wieder alle Gewächse umtopfen zu müssen oder bestenfalls Rückfälle gänzlich zu vermeiden, bietet sich zunächst der Einsatz von Hausmitteln und natürlichen Produkten an. Diese reduzieren die Wahrscheinlichkeit von Befällen, können bereits bestehende Infektionen heilen und schädigen dabei weder Pflanze noch Gesundheit.
Geeignete Hausmittel sind beispielsweise:
  • Vogelsand. Wird eine Schicht des keimarmen Sandes als Abschluss auf das Substrat gegeben, fungiert diese als Sporen-Barriere und kann vorbeugend wirken.
  • Zimt. Zimtpulver wirkt als natürliches Fungizid - nicht nur gegen Schimmel - und kann direkt auf das Substrat gegeben werden. Hier wirkt es sowohl vorbeugend als auch heilend.
  • Aktivkohle. Zerriebene Aktivkohle, beispielsweise für den Aquarienfilter, kann auf die Erde gestreut Schimmelpilze und deren Sporen töten. Es verhindert also Befälle von vornherein, kann bestehende Probleme aber auch ausheilen.
  • Teebaumöl. Dem Gießwasser beigemischt oder in Form von getränkten Tüchern auf die Erdoberfläche gelegt, wirkt das ätherische Öl als Fungizid. Aufgrund des recht starken Geruchs empfiehlt sich ein Einsatz erst bei vorhandenem Schimmel.
  • Bodenaktivator. Dem Substrat beigemengt sorgt Bodenaktivator für ein fruchtbares und gesundes Gleichgewicht im Boden. Schimmel hat dadurch weniger Chancen, sich in der Erde auszubreiten.
  • Kokosfasersubstrat oder Kokoshumus. Das Substrat ist aufgrund seiner trockenen Lagerung meist nahezu frei von Schimmelsporen und hat zudem eine leicht fungizide Wirkung. Als Beigabe in der eigentlichen Erde lockert es den Boden zusätzlich auf.
  • Spülmittel. Einen Tropfen Geschirrspülmittel auf mindestens einen Liter Wasser geben und dieses zum Besprühen der Erde verwenden, bekämpft den Schimmel ebenfalls. Die enthaltenen Tenside könnten aber nicht nur die lästigen Pilze, sondern auch die Pflanze schädigen. Hier ist also Vorsicht geboten.  

Fungizid

Führen alle der genannten Maßnahmen nicht zum gewünschten Erfolg, bleibt noch der Einsatz von sogenannten Fungiziden. Diese Mittel töten Schimmel und dessen Sporen ab, sind im Grunde also Desinfektionsmittel für Pilze. Geeignet sind bei schimmeliger Blumenerde Boden-Fungizide. Diese werden direkt auf das Substrat gegeben, entfalten ihre Wirkung aber auf Dauer an der ganzen Pflanze.

Dabei ist jedoch zu beachten, dass die chemischen Mittel nicht selten gefährlichere Schadstoffe in die Wohnung bringen, als der Schimmel selbst. Das Mittel muss demnach für die Verwendung in Innenräumen zugelassen sein. Gut geeignet sind Produkte, die als Universal- und Breitband-Fungizid, vorbeugend und heilend wirken.

Häufige Fragen

Kann es auch im Winterquartier zu schimmliger Erde kommen?
Schimmel gedeiht vorrangig in einer feucht-warmen Umgebung. Auch im kühlen Winterquartier kann es durch fehlende Lüftung und eine zu hohe Luftfeuchtigkeit aber zum Auftreten des Pilzes kommen. Pflanzen sollten hier nicht zu dicht aneinander gestellt werden, um auch zwischen ihnen frische Luft zu erlauben und eine Übertragung der Sporen zu verhindern.

Kann ich Essig zur Schimmelbekämpfung im Substrat verwenden?
Essig oder Apfelessig wirkt als Fungizid und kann zur Bekämpfung des Schimmels in der Umgebung der Pflanze eingesetzt werden. Eine Verwendung direkt auf dem Substrat ist aber meist nicht empfehlenswert. Pflanzen, die ohnehin einen sauren Boden benötigen, vertragen kleine Mengen des Essigs zwar, alle anderen werden durch die Säure aber schweren Schaden nehmen.