Blattspitzen von Elefantenfuß werden braun | Blätter retten

Elefantenfuß mit braunen BlattspitzenHadern Sie nicht länger mit braunen Blattspitzen am Elefantenfuß, sondern werden Sie aktiv. Das häufige Schadbild ist weit mehr, als ein ästhetisches Problem. Primär signalisiert der exotische Sukkulent, dass er sich in schlechter Verfassung befindet. Es besteht unmittelbarer Handlungsbedarf, damit Ihr Beaucarnea recurvata nicht vollkommen seinen Lebensmut verliert. Auf den ersten Blick ist der Auslöser selten zu identifizieren. Erst eine fundierte Analyse der Rahmenbedingungen bringt Licht ins Dunkel.

In diesem Ratgeber können Sie die häufigsten Ursachen für braune Blattspitzen am Elefantenbaum nachlesen. Praxiserprobte Tipps weisen den Weg, wie Sie die Blätter retten.

Ursache: Staunässe

Das ist zu tun: Umtopfen und richtig gießen
Der Wasserbedarf vom Elefantenfuß ist mäßig bis gering. Als Sukkulent speichert ein Flaschenbaum Wasservorräte in seiner rund geformten Stammbasis (Caudex) sowie im Stamm selbst. Auf ein Übermaß an Feuchtigkeit im Substrat reagiert die Pflanze im frühen Stadium mit braunen Blattspitzen.

Ergreift der Zimmergärtner keine Gegenmaßnahmen, verursacht Staunässe Fäulnis an den Wurzeln und im Stammfuß. Parallel dazu färben sich die Blätter vollständig gelblich-braun und sterben ab. Soweit muss es nicht kommen. Sie retten die lanzettlichen Schmuckblätter, indem Sie Ihren Elefantenbaum umtopfen und fortan richtig gießen. So gelingt es:
  • Umtopfen eines ElefantenfußesElefantenfuß austopfen und das nasse Substrat abschütteln/abbrausen
  • Wurzelballen sorgfältig untersuchen, um faulige Wurzelstränge herauszuschneiden
  • Tonscherben oder Seramis als Drainage auf dem Topfboden
  • Schicht Sukkulentenerde oder qualitativ hochwertige Blumenerde einfüllen
  • so tief eintopfen, dass sich der Wurzelballen maximal 2 bis 3 cm unter einer Substratschicht befindet
  • Erde andrücken und ausnahmsweise nicht angießen
  • frühestens nach 8 bis 10 Tagen der Regeneration zum ersten Mal gießen
Zukünftig lassen Sie zwischen den Wassergaben das Substrat bitte fühlbar antrocknen. Von März bis September gießen Sie erst, wenn eine Fingerprobe erwiesen hat, dass die Erde 1 bis 2 Zentimeter nicht mehr feucht ist. Tasten Sie im Sommer regelmäßig den Caudex ab. Fühlt er sich nicht mehr prall an, ist dies ein weiteres Signal für akuten Gießbedarf. Von Oktober bis Februar wässern Sie ab und zu in kleinen Schlucken, damit das Topfsubstrat nicht vollständig durchtrocknet.

{infobox type=check|content=Tipp: Befüllen Sie den Topf-Untersetzer mit Blähtonkugeln oder Steinchen. Die anorganische Schicht unter dem Blumentopf beugt fataler Staunässe am Elefantenfuß wirksam vor. Sammelt sich überschüssiges Gießwasser an, werden die Kapillarkräfte daran gehindert, die Feuchtigkeit ins Substrat anzusaugen.}

Ursache: Lichtmangel

Das ist zu tun: Standortwechsel
Ein Elefantenfuß wünscht sich einen hellen bis sonnigen Standort bei normalen Zimmertemperaturen. Mindestens 1500 bis 2000 Lux sollten es sein für ein sattgrünes Blätterkleid. Lichtmangel verunsichert die exotische Schönheit, was an braunen Blattspitzen zu erkennen ist. Am schattigen Nordfenster oder in einer lichtarmen Zimmernische ist der sukkulente Baum somit fehl am Platz. Können Sie mangelhafte Lichtverhältnisse als Ursache identifizieren, beheben Sie das Standortproblem so:
  • Elefantenfuß am FensterStandortwechsel an einen Platz am West- oder Ostfenster
  • Südfenster als Standort bei praller Sommersonne geeignet, Voraussetzung: Möglichkeit zur Beschattung
  • von Mai bis September idealerweise ausräumen auf den sonnigen Balkon
Einen schattigen Platz in Wohn- und Arbeitsräumen erleuchten Sie mit einer Tageslicht- oder Pflanzenlampe. Es kümmert einen Flaschenbaum wenig, aus welcher Quelle das Licht stammt, solange es in ausreichender Menge zur Verfügung steht. Um die lokalen Lichtverhältnisse nachzumessen, bietet der Handel einfache, digitale Luxmesser an. Für Zimmergärtner mit Smartphone liefert eine kostenlose App aussagekräftige Messdaten.

{infobox type=check|content=Tipp: Blattschäden am Elefantenfuß sind vorprogrammiert, wenn die Pflanze im Frühling übergangslos vom Wohnraum auf den Balkon ausgeräumt wird. Besser ist eine Übergangsphase von 8 Tagen im Halbschatten, damit sich die Blattschöpfe an direktes Sonnenlicht gewöhnen können. Die Akklimatisierung beugt Sonnenbrand in Form von braunen Blattflecken zuverlässig vor.}

Ursache: Blattspitzen stoßen an

Das ist zu tun: Topf auf ein Podest stellen
An dritter Position unter den häufigsten Ursachen für braune Blattspitzen befindet sich ein Problem, das einfach zu lösen ist. Stoßen die Blattenden permanent an, sind braune Spitzen das Resultat. Häufig kommt es zu dem unerwünschten Kontakt, weil die Kronenschöpfe zu lang gewachsen sind und bis zum Boden oder der Fensterbank reichen. Desgleichen färben sich die Spitzen derjenigen Blätter braun, die mit einer Fensterscheibe kollidieren.

Schneiden Sie zu lange Blattschöpfe am Elefantenfuß bitte keinesfalls zurück. Ein Schnitt ins grüne Blattgewebe verlagert die braunen Schadstellen lediglich von der Spitze an die Schnittwunde. Besser ist, Sie stellen den Topf auf ein Podest. Die Höhe sollte so bemessen sein, dass ab sofort zwischen Laub und Boden kein Kontakt mehr besteht. Befindet sich der betroffene Flaschenbaum zu nah an einer Fensterscheibe, rücken Sie den Kübel weg.

Ursache: Trockene Luft

Das ist zu tun: Luftfeuchtigkeit erhöhen, Blätter besprühen
Eine Luftfeuchtigkeit von 60 bis 75 Prozent behagt einem Elefantenfuß sehr. Unter dem Einfluss trockener Heizungsluft signalisiert der Sukkulent mit braunen Blattspitzen sein Missfallen über die ungünstigen Rahmenbedingungen. Es gilt die Faustregel: Je zarter und filigraner die Blätter, desto höher muss die Luftfeuchtigkeit sein. So retten Sie die Blätter vor fortschreitender Braunfärbung von den Spitzen her:
  • Hygrometer zur Bestimmung der Luftfeuchtigkeitmit Hygrometer einmal monatlich Luftfeuchtigkeit messen
  • Luftbefeuchter im Raum aufstellen
  • Untersetzer mit Seramis und Wasser füllen, um die lokale Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
  • regelmäßig, während der Heizperiode täglich, mit weichem Wasser besprühen
  • idealerweise hell und kühl überwintern bei 10 bis 12 Grad Celsius
Achten Sie bei der Standortwahl bitte darauf, dass sich ein Elefantenbaum nicht auf der Fensterbank über einem aktiven Heizkörper befindet. Permanent aufsteigende, trockene Luft verträgt die exotische Blattschmuckpflanze nicht. Wahlweise drehen Sie den Heizkörper ab oder siedeln den Flaschenbaum um an einen Platz ohne aufsteigende Warmluft.

Ursache: Kälte

Das ist zu tun: Rechtzeitig einräumen
Das Temperaturminimum für Beaucarnea recurvata liegt bei 10 Grad Celsius. Fällt das Thermometer unter den Grenzwert, wird es prekär für die Pflanze aus fernen Regionen. Schon eine kalte Nacht entlässt Ihren Elefantenfuß mit braunen Blattspitzen. Räumen Sie die Pflanze im Herbst rechtzeitig ein, um dem Schaden vorzubeugen. Hängen Sie draußen ein Minimum-Maximum-Thermometer auf. Am Vormittag können Sie daran die Tiefsttemperatur der vergangenen Nacht ablesen.

Braune Blattspitzen abschneiden?

Indem Sie die Ursache ermitteln und das Problem beheben, können Sie die Blätter am Elefantenbaum retten. Für die bereits braun verfärbten Blattspitzen kommen die Gegenmaßnahmen indes zu spät. Jetzt steht die Frage im Raum, wie mit den Blättern zu verfahren ist. Natürliche Heilkräfte sind für diesen Fall nicht vorgesehen. Dürfen braune Blattspitzen einfach abgeschnitten werden oder nicht? So machen Sie es richtig:
  • Schnitt brauner Blattspitzen ist möglich
  • wichtig: nicht ins grüne Blattgewebe schneiden
  • geeignetes Werkzeug: Nagelschere mit geraden Klingen
Erfassen Sie die braune Blattspitze zwischen Zeigefinger und Daumen, um sie zu stabilisieren. Mit der Nagelschere schneiden Sie das braune Gewebe ab bis auf einen hauchdünnen Rand. Schärfen Sie zuvor die Schneiden im elektrischen Messerschleifer oder mit einem Schleifstein und reinigen sie mit heißem Wasser.