Monstera durch Ableger vermehren: schrittweise Anleitung | Fensterblatt

Fensterblatt - MonsteraBei der Gattung der Fensterblätter handelt es sich um Tropenpflanzen, die für ihre immergrünen Blätter und die deutlich erkennbaren Luftwurzeln bekannt sind. Die Zimmerpflanzen sind ein Klassiker in Wohnräumen, die nicht viel direkte Sonne abbekommen und werden gerne in Treppenhäusern, Fluren oder Wintergärten aufgestellt. Das Aussehen der Blätter erinnert sofort an einen tropischen Regenwald und aus diesem Grund besteht häufig der Wunsch, sich ein weiteres Exemplar anzuschaffen. Da diese nicht unbedingt günstig sind, besteht die Möglichkeit der Vermehrung. Als besonders effektiv hat sich hierbei die Vermehrung über Ableger herausgestellt.

Geeignete Ableger

Wenn Sie sich für die Vermehrung Ihrer Monstera-Art entschieden haben, können Sie anschließend aus zwei verschiedenen Möglichkeiten wählen. Um das Fensterblatt zu vermehren, stehen Ihnen zwei Arten von Stecklingen zur Verfügung:
  1. Fensterblatt - MonsteraKopfsteckling: Bei Kopfstecklingen der Fensterblätter handelt es sich um die Triebe, die neben dem Hauptstamm der Mutterpflanze entspringen. Diese sind bereits verholzt und verfügen über Luftwurzeln, was sie deutlich sichtbar macht. Suchen Sie sich einen nicht zu großen Ableger heraus, der über mindestens zwei Blätter und eine Luftwurzel verfügt. Dadurch verringern Sie die Zeit der Bewurzelung, was schnell zu Erfolgen führt. Schneiden Sie den Kopfsteckling etwa einen Zentimeter unterhalb der Luftwurzel mit einem scharfen, desinfizierten Messer oder einer Schere ab.

  2. Stammsteckling: Stammstecklinge eignen sich ebenfalls zur Vermehrung. Unter diesem wird ein Trieb oder Teil der Sprossachse verstanden, der nicht verholzt ist und keine Blätter trägt. Zudem muss dieser über Blattknospen verfügen. Vegetationspunkte sind ebenfalls möglich und helfen beim Austreiben nach dem Pflanzen. Entfernen Sie den entsprechenden Ableger und dieser wird nun von Ihnen in mehrere Stücke geteilt. Schneiden Sie dafür immer zwischen zwei schlafenden Knospen oder Punkten.

Wie Sie vielleicht bereits erkannt haben, ist die Anzahl an Ablegern höher, wenn Sie sich für Stammstecklinge entscheiden, da Sie aus einem Trieb mehrere Teilstücke erhalten. Ein großer Vorteil an den Kopfstecklingen ist dafür das bereits vorhandene Blatt und die Luftwurzel, was das weitere Austreiben deutlich einfacher macht. Zudem müssen Sie nicht so lange auf die Jungpflanze warten, wenn Sie Kopfstecklinge nutzen, da diese nach der Etablierung die Jungpflanze sind. Stammstecklinge müssen erst noch Wurzeln und weiteres Pflanzenmaterial bilden, bevor Sie die ersten Triebe oder Blätter erblicken. Dafür können Sie über Stammstecklinge gleich mehrere Töpfe ausprobieren.

{infobox type=check|content=Tipp: Da es sich bei den Fensterblättern um Pflanzen aus dem tropischen Mittel- und Südamerika stammen, müssen Sie keinen bestimmten Zeitpunkt für die Vermehrung abwarten. Es lohnt sich aber auf den Frühling zu setzen, da zu diesem Zeitpunkt häufig ein Pflegeschnitt ansteht, der der Pflanze viel Stress sparen kann und Sie mit ausgiebig Ablegern versorgt.}

Materialien und Substrat

Das Beste an den zwei verschiedenen Arten Stecklingen der Monstera ist die Möglichkeit, diese auf die fast gleiche Weise einzupflanzen. Sie benötigen daher die gleichen Materialien zum Einpflanzen, was es sogar erlaubt, beide Varianten auszuprobieren. Die folgende Liste gibt Ihnen einen Überblick über den "Einkaufskorb" für Ihre jungen Monstera:
  • Topf mit Anzuchterde füllenAnzuchtgefäß
  • alternativ 1 Blumentopf pro Steckling
  • magere Anzuchterde
  • kalkfreies Wasser: Regenwasser, Filterwasser
  • Frischhaltefolie
Achten Sie darauf, wirklich für jeden Ableger ein einzelnes Fach im Anzuchtgefäß oder einen einzelnen Topf zu ermöglichen. Sobald sich der Steckling der Monstera etabliert hat, wird sie recht schnell wachsen und daher verbraucht sie schnell den Platz im Gefäß.
Würde ein weiteres Exemplar direkt neben der Jungpflanze wachsen, würde der Platzmangel dafür sorgen, dass das Gewächs eingeht. Daher sollten Sie immer genügend Platz ermöglichen. Sobald Sie alle Utensilien zur Verfügung haben, erläutert Ihnen die weiter unten genannte Anleitung die Vermehrung.

{infobox type=check|content=Tipp: Falls Sie keine Anzuchterde zur Verfügung haben, können Sie ein passendes Substrat selbst mischen. Verwenden Sie hierfür ein wenig Sand und mischen diesen unter Einheitserde.}

Vermehren: Anleitung

Egal für welche Art Monstera-Steckling Sie sich entschieden haben, die Anzucht gelingt immer auf die gleiche Weise. Wichtig ist hierbei nicht zu vergessen, die Kopfstecklinge erst nach einer Wartezeit von 60 Minuten einzupflanzen, da die Schnittstellen trocknen müssen, damit diese nicht anfangen in der Erde zu schimmeln. Die folgende Anleitung hilft Ihnen beim Vermehren der Monstera durch Stecklinge:
  1. Beginnen Sie damit, das Anzuchtgefäße oder die einzelnen Töpfe mit Substrat zu füllen. Achten Sie darauf, die Erde nicht ganz bis zum Rand einzufüllen, da Sie die Stecklinge danach noch mit Erde fixieren müssen. Zudem erleichtert das die Versorgung mit Wasser, sobald sich die Monsteraableger etabliert haben.

  2. Im nächsten Schritt feuchten Sie das Substrat mit kalkarmem Wasser gut an. Hierfür verwenden Sie am besten eine Sprühflasche, durch die ein gleichmäßiger Nebel die Oberfläche des Substrats benetzt. Auf diese Weise verhindern Sie Wasseransammlungen.

  3. Nehmen Sie nun den Steckling und pflanzen diesen in die Erde. Kopfstecklinge werden direkt mit der Luftwurzel zuerst in das Substrat gepflanzt und anschließend mit ausreichend Substrat fixiert. Stammstecklinge werden mit den schlafenden Augen nach oben zeigend auf das Substrat gelegt und etwas angedrückt.

  4. Anzuchttopf mit Frischhaltefolie abdeckenNun müssen Sie die Töpfe mit der Folie abdecken, damit eine gleichbleibende Luftfeuchtigkeit entsteht, denn diese unterstützt die Bewurzelung äußerst gut. Je nach Größe kann das bei Kopfstecklingen etwas schwierig werden, da diese sehr hoch sind. Versuchen Sie deshalb wenigstens den Topf mit der Luftwurzel abzudecken oder die gesamte Pflanze einzupacken. Dabei müssen Sie aber darauf achten, dass die Folie nicht die Stecklinge berührt, was mit Bambusstäben möglich ist.

  5. Transportieren Sie die Töpfe oder das Anzuchtgefäß an einen warmen Standort, der im Halbschatten liegt und keine direkte Sonne abbekommt. Fensterblatt-Stecklinge benötigen zu dieser Zeit noch weniger Licht.

  6. Ein wichtiger Teil dieser Anleitung ist die Pflege des Ablegers. Über die nächsten Wochen müssen Sie in regelmäßigen Abständen die Folie öffnen und das Substrat auf Feuchtigkeit und Schimmelbildung überprüfen. Zudem gelangt auf diese Weise Frischluft an den Monsteraableger.

  7. Sobald die Stecklinge Wurzeln schlagen, werden diese austreiben. Sobald Sie erste Triebe sehen, werden die Jungpflanzen umgetopft und wie adulte Exemplare gepflegt.

{infobox type=check|content=Tipp: Die häufigste Fensterblatt-Art in Deutschland ist das Köstliche Fensterblatt, das aufgrund der essbaren "Ananasbananen" so genannt wurde. Die Vermehrung über Ableger ist nicht artenabhängig und so können Sie diese für jedes Taxa nutzen, selbst ohne die genaue Artenbezeichnung zu kennen, was die Methode noch einfacher macht.}

Häufig gestellte Fragen

Sind ausschließlich Kopf- und Stammstecklinge als Ableger geeignet?
Nein, es finden sich zwei weitere Methoden, um aus Ablegern ein neues Fensterblatt zu ziehen, die aber nicht so hohe Erfolgsquoten wie Kopf- und Stammstecklinge versprechend. Hierbei handelt es sich um das Abmoosen und die Vermehrung über Luftwurzeln.

Können Monstera aus Ablegern blühen und Früchte ausbilden?
Ja, mit viel Glück und entsprechender Pflege können Sie sich einige Jahre nach der Pflanzung der Ableger über Blüten und die köstlichen Ananasbananen freuen, wenn Sie eine Monstera deliziös halten. Wichtig sind hier vor allem Geduld und der richtige Standort über einen Zeitraum von bis zu zwei Jahren, da die Früchte etwa zwölf Monate ausreifen.

Ist eine Vermehrung über Samen möglich?
Falls Sie an Saatgut des Fensterblatts kommen, können Sie die frischen Samen in sandiger Aussaaterde einpflanzen und anschließend mit Substrat in einer Stärke von einem Zentimeter bedecken. Halten Sie die Erde immer leicht feucht und achten Sie darauf, eine Temperatur von mindestens 25°C zu bieten, damit aus dem Saatgut innerhalb der nächsten Monate junge Fensterblätter sprießen können.