Gemüsegarten

Paprika überwintern: 5 Tipps für Paprikapflanzen


Paprika überwintern

Paprika (Capsicum) gehört zur selben Gattung wie Chilis und Peperoni. Sie unterscheiden sich in Form, Größe und Schärfe. Gemüsepaprika wird überwiegend nur einjährig angebaut, obwohl man ihn auch durch den Winter bringen kann. Mit diesen Tipps gelingt es Ihnen, Paprika zu überwintern.

1. Kübelkultur empfehlenswert

Paprikapflanzen im Kübel

Diese Gemüsepflanze gehört zu den mehrjährigen Pflanzen. Während der warmen Jahreszeit ist Paprika leicht im Beet oder Kübel auf Balkon und Terrasse zu ziehen. Sie ist wärmeliebend und verträgt keinen Frost. Aufgrund dessen wird sie meist nur einjährig angebaut. Dabei kann Paprika unter bestimmten Voraussetzungen auch problemlos überwintern und im nächsten Jahr wieder Früchte tragen.

Oft lassen sich dadurch sogar die Erträge im folgenden Jahr steigern. Die Überwinterung von Paprika ist zwar eine Herausforderung, aber dennoch machbar. Dabei ist es ratsam, Exemplare, die drinnen überwintern sollen, vorsorglich im Topf oder Kübel zu kultivieren. So lassen sie sich problemlos ins Winterquartier transportieren und entsprechend der folgenden Anleitung erfolgreich durch den Winter bringen.

2. Zeitpunkt zum Einräumen

  • weder zu früh noch zu spät
  • zu früh: ggf. Wachstumsschub der Paprika, erschwert Überwinterung wesentlich
  • zu spät: einsetzende Kälte schwächt Pflanzen
  • optimaler Zeitpunkt: wenn mit ersten Nachtfrösten zu rechnen ist
  • zwischen Ende/Mitte Oktober und Mitte November
  • Temperaturen dauerhaft unter 10 Grad nachts
  • Beetexemplare ausgraben und in Töpfe setzen

Tipp: Vor dem Einräumen bzw. spätestens im September sollte die vorerst letzte Düngung erfolgen.

3. Bedingungen im Winterquartier

Paprika im Winterquartier

Optimale Bedingungen finden Paprikapflanzen in hellen, kühlen und frostfreien Räumlichkeiten. Sie sollten an ihrem Standort immer wieder etwas Sonne abbekommen, denn Licht ist auch im Winter sehr wichtig. Dem kann man in

  • einem Wintergarten,
  • einem beheizbaren Gewächshaus oder
  • hellen Flur

gerecht werden. Gibt es diese Möglichkeiten nicht, können notfalls auch Wohnräume, in denen Temperaturen von maximal 20 Grad nicht überschritten werden, als Winterquartier dienen. Empfehlenswert sind Temperaturen zwischen 10 und 15 Grad. Kälter als zehn Grad sollte es nicht sein. Auch Zugluft könnte den Paprikapflanzen schaden.

4. Anleitung zur Winter-Pflege

Auch beim Überwintern benötigt die Paprika ein gewisses Maß an Pflege. Werden hier keine gravierenden Fehler gemacht, sind die Pflanzen im zweiten Jahr oftmals nicht nur ertragreicher, sondern auch robuster und unempfindlicher. Die meisten Fehler werden in der Regel beim Gießen gemacht.

  • Erde sollte beim Einräumen möglichst trocken sein
  • im Winter deutlich weniger gießen
  • bestenfalls mit zimmerwarmem Wasser
  • Gießhäufigkeit abhängig von Standort und Topfgröße
  • je kühler das Winterquartier, desto weniger gießen
  • Substratoberfläche vor jedem erneuten Gießen abtrocknen lassen
  • auf ausreichend Luftfeuchtigkeit achten
  • ist sie eher hoch, kann Gießmenge auf Minimum reduziert werden
  • wenn zu niedrig, dann Pflanzen regelmäßig mit Wasser besprühen
  • Vorzugsweise mit kalkfreiem Wasser
  • bei Bedarf zusätzlich Luftbefeuchter aufstellen

Bei zu hoher Luftfeuchtigkeit ist gegebenenfalls gar kein zusätzlich Gießen notwendig. Natürlich können Paprikapflanzen auch vertrocknen. Um beides zu vermeiden, ist es ratsam, anfangs besonders auf die Pflanzen zu achten, um ein Gefühl fürs Gießen zu bekommen. Gedüngt wird den Winter über nicht, sofern vor dem Einwintern gedüngt wurde.

Tipp: Ist die Erde beim Einräumen zu nass, kann es in einem kühlen Winterquartier Wochen dauern, bis sie wieder abgetrocknet ist. Selbst in Wohnräumen dauert der Trocknungsprozess relativ lange, was für die Pflanzen bereits das Ende bedeuten kann.

5. Vorbereitungen auf Freilandsaison treffen

Paprika umtopfen

Bevor die Pflanzen in die neue Saison starten können, topft man sie in frische Erde und etwas größere Pflanzgefäße um. Zu groß sollte der neue Topf nicht sein. Das würde dazu führen, dass die Pflanzen zu viel Energie für die Bildung neuer Wurzeln aufbringen müsste, was wiederum die Fruchtbildung beeinträchtigen kann.

  • bester Zeitpunkt zum Umtopfen etwa ab März
  • wenn es draußen und im Winterquartier wieder wärmer wird
  • mit steigenden Temperaturen erhöht sich Wasserbedarf
  • nach Umtopfen Substrat gleichmäßig feucht halten
  • erste Düngergabe etwa sechs Wochen danach verabreichen
  • beispielsweise in Form eines handelsüblichen Tomatendüngers

Frisches Substrat enthält in der Regel ausreichend Nährstoffe, um die Pflanzen über die ersten Wochen zu bringen. Nach draußen in den Garten darf Paprika frühestens nach den Eisheiligen gegen Mitte Mai. Zum Zeitpunkt des Auswinterns sollten keine Nachtfröste mehr zu erwarten sein.

Häufig gestellte Fragen

Kann es im Winter zu Schädlingsbefall kommen?

Aufgrund trockener Heizungsluft im Winter, insbesondere in Wohnräumen, sind die Pflanzen anfälliger für einen Befall mit Blattläusen und Spinnmilben. Lässt sich Heizungsluft nicht vermeiden, ist es ratsam, die Blätter der Pflanzen regelmäßig mit Wasser zu besprühen, sowohl die Blattober- als auch Unterseiten. So kann man einem Befall teilweise vorbeugen und mögliche Schädlinge im Zaum halten. Gegebenenfalls kann auch ein Rückschnitt erforderlich sein.

Kann man während des Überwinterns auch Früchte ernten?

Es kann vorkommen, dass Paprikapflanzen auch im Winter einzelne Früchte hervorbringen. Das passiert vor allem dann, wenn das Nährstoffangebot sowie Wasserversorgung, Temperatur und Lichtintensität mit denen im Sommer vergleichbar sind. Ist die Fruchtbildung im Winter also gewollt, müssen die Bedingungen entsprechend angepasst werden. Dann kann eine Überwinterung in Wohnräumen hilfreich sein.

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